| Zitat: |
Original von Amateur
Aber es wären Zitate tatsächlich hilfreich, denn hier wird kaum einer das angesprochene Buch haben. |
Ein Beispiel aus dem 2. Band des "Kapitals" (Ausgabe Berlin 1989, S. 99):
A
W - G - W < Pm ... P ... W'
W' { - G' {
w - g - w
Meine Computerkünste reichen leider nicht für eine korrekte Darstellung aus, u.a. da in der Vorschau Einrückungen nach vorne geschoben werden. Das A muß über dem Pm stehen. Die beiden Zeilen über und unter der ersten { beginnen erst nach dieser {. Die beiden { muß man sich über alle drei Zeilen langgezogen vorstellen. Die übereinanderstehenden Buchstaben hinter < sind im Original im Kleindruck, das A hochgestellt, das Pm direkt darunter.
Wie gesagt: Es geht darum darzustellen, daß ein Arbeiter ausgebeutet wird, wenn sein Lohn im Verhältnis zum Gewinn des Fabrikinhabers zu niedrig ist. So weit bin ich bisher vorgedrungen. Nun wäre es an Tarvoc, hier den ersten konstruktiven Beitrag zu liefern und mir die Formel zu erklären.
| Zitat: |
| Wenn Marx ehrlich überzeugt war, dass seine Theorie die Menschheit beglücken könnte, so wäre "taktische Mystifizierung" in allerbester Absicht geschehen. |
Ich fühle mich durch die Formel nicht beglückt.
| Zitat: |
| Das ist dann eigentlich nicht bösartig. |
Obwohl man's auch mit ein paar einfachen Sätzen sagen könnte? (Das unterstelle ich mal, denn an sich ist die Thematik ja nicht schwierig.)
| Zitat: |
| Solche Begriffe sind aber vorallem dazu geeignet, schlechte Stimmung zu machen. |
Zwischen Stimmungsmache und Wahrheit ist leider ein Unterschied: Marx war nicht nur arrogant, sondern auch fanatisch, autoritätsgläubig, antisemitisch, antichristlich, antiromantisch, dogmatisch, überempfindlich, eitel, angriffslustig, anmaßend und diktatorisch. Er fluchte auch: "Die Maul- und Klauenseuche über sie!" (zit. n. Schwerbrock, a.a.O., S. 39)
An positiven Eigenschaften stehen dem seine Zivilcourage, seine Empörung gegen Ausbeutung und Elend, seine Liebe zu Frau und Kindern und seine Freundschaft mit Engels gegenüber.
Daß in Marx' Namen Unterdrückungssysteme geschaffen wurden, kann man ihm wohl nicht anlasten. Daß von sieben Kindern nur drei Töchter die Kindheit überlebten, wohl auch nicht. Von diesen dreien starb Jenny an Krebs, Laura und Eleanor brachten sich um.
| Zitat: |
| Würde weiterhin behaupten, dass die psychologische Analyse von Menschen immer unsicher bleibt, erst Recht bei längst Verstorbenen. Wäre es also nicht besser, über seine Inhalte zu sprechen, und nicht mehr über die "Person Marx"? |
Wenn die Jünger dazu neigen, die Eigenarten des Meisters zu übernehmen, muß man leider schon über die Person sprechen. Zum Beispiel rauchte Marx so viel, daß sogar seine Augen drunter litten (sie litten natürlich auch unter dem vielen Lesen). Ob der Prozentsatz von Rauchern bei Kommunisten, Sozialisten und Marxisten höher ist als in der übrigen Bevölkerung, kann ich nicht beurteilen. Aber jedesmal, wenn ich die genannten Menschen in einem Historien- oder Dokumentarfilm sehe, wird geraucht.
Insoweit Marx ähnlich schwerverständliche Texte produziert wie die deutschen Idealisten, von denen er ja zumindest Hegel gründlich rezipiert hat, gehört er als Nachfolger schon in diesen Thread, zumal das Umsichwerfen mit Begriffen ja auch eine Marotte von Marxisten im 20. Jahrhundert ist (das ist einer meiner Eindrücke der Schriften von H. Marcuse, Lukács, Bloch, Habermas, Adorno und Horkheimer).