Deutscher Idealismus

Tarvoc
Zitat:
Original von Amateur
Wir haben das Faktum, dass Marx "Mystifizierung" als taktisches Mittel verwendete und offensichtlich billigte.

Bis jetzt haben wir nur ein Zitat, in dem Marx Mystifizierung als taktisches Mittel billigt bzw. anpreist. Wo er tatsächlich mystifiziert, wurde noch nicht gezeigt.
nachdenklich
Zitat:
Original von Tarvoc
Welche Zusammenfassung meinst du?


Diesen Satz: "Wenn der Gewinn eines Unternehmers unverhältnismäßig viel größer ist als die Gehälter seiner Arbeiter, dann ist das Ausbeutung."

Zitat:
Was ich dir vorgeworfen habe, ist, zumindest hier in diesem Thread hinsichtlich Marx einfach nur tendentiöse Rhetorik zu betreiben. Ich würde zur Sache argumentieren, nur leider kann ich nicht sehen, wo du in diesem Thread schon etwas "zur Sache" gesagt hättest.


Auch hier: "Die Stellen im 'Kapital' über die Kinderarbeit haben mich tief berührt, und ich schätze Marx' soziales Anliegen."

Hoffentlich hast Du Marx gründlicher gelesen.

Zitat:
Ich sehe nur nicht, wo du hier in diesem Thread konkret Mystifikationen entlarvst. Tut mir Leid, vielleicht habe ich ja Tomaten auf den Augen, aber ich sehe es einfach nicht. Wenn ich hier eine "Sache" sehen würde, zu der ich etwas sagen könnte, dann würde ich auch etwas zur Sache sagen. Ich sehe sie nur nicht.


Soll ich die von mir angeführten Formeln aus dem "Kapital" etwa zitieren, weil Du das Buch nicht hast?

Zitat:
Bisher habe ich hier von dir einfach nur Argumente gegen die Person Karl Marx gesehen. Selbstverständlich sage ich in einer solchen diskursiven Situation auch erstmal etwas zur Person - bzw. zu ihrem Verhalten. Also zu dem, was ich von ihr sehe. Dass eine gewisse Arroganz zu meinen Charaktereigenschaften gehört, kann ich nicht leugnen, würde ich aber auch nicht leugnen wollen. Die Frage ist, ob das wirklich ein Punkt ist, auf dem du hier groß herumreiten willst.


Ich sage nicht "erstmal" was zur Person. Deshalb verbitte ich mir das "auch". Wenn man einen Philosophen verehrt, sollte man von ihm nur die guten, nicht die schlechten Seiten übernehmen, falls man so etwas überhaupt nötig hat. Marx' Zeitgenosse Carl Schurz schrieb: "'Niemals habe ich einen Menschen gesehen von so verletzender unerträglicher Arroganz des Auftretens. Keiner Meinung, die von der seinigen wesentlich abwich, gewährte er die Ehre einer einigermaßen respektvollen Erwägung'" (zit. n. Wolfgang Schwerbrock: Karl Marx privat - Unbekannte Briefe, München 1962, S. 9).

Zitat:
Original von Epic
Besser isses sich das wissen anderer nicht eigen zu machen, denn es ist nicht dein wissen.


Da denke ich genauso.

Zitat:
Original von Amateur
"Böswilligkeit" oder "schlechten Charakterzug", kann man aber nicht ablesen.


Was denkst denn Du über einen Mitmenschen, der absichtlich das, was er Dir deutlich sagen könnte, so präsentiert, daß Du es nicht verstehst? Im übrigen bin ich Dir dankbar für Deine Anregung zu zivilisiertem Umgang miteinander hier im Forum.
Tarvoc
Zitat:
Original von nachdenklich
Soll ich die von mir angeführten Formeln aus dem "Kapital" etwa zitieren, weil Du das Buch nicht hast?

Das nun nicht. Ich hatte nur geglaubt, dass du doch irgendwann mal anfängst zu argumentieren. War wohl nichts. Naja, kann man nicht ändern. Ich überlass' es einfach jedem Leser selbst, zu entscheiden, wie er den Diskussionsverlauf hier beurteilen will. EoD.
Epic
Da denke ich genauso.
Na dann hoffe ich ma dass es mit sovielen informationen noch platz für rein individuelle gedanken gibt.
hmmm
Amateur
Hallo Zusammen !

Jetzt wollte ich die Diskussion zunächst laufen lassen, da sie auch ganz ohne persönliche Angriffe auskam. Erlebe nun aber schon das erste EoD, was ich eingangs ja schon befürchtete. Würde mich freuen, wenn Du, Tarvoc, wieder zurückkehren würdest.

@nachdenklich
1. Deine Belesenheit finde ich ehrlich klasse ! Aber es wären Zitate tatsächlich hilfreich, denn hier wird kaum einer das angesprochene Buch haben.
2. Wenn Marx ehrlich überzeugt war, dass seine Theorie die Menschheit beglücken könnte, so wäre "taktische Mystifizierung" in allerbester Absicht geschehen. Das ist dann eigentlich nicht bösartig. Solche Begriffe sind aber vorallem dazu geeignet, schlechte Stimmung zu machen. Das ist schon deswegen unnötig, da uns sein Werk interessiert, nicht die Person. (Wenngleich Du deutliche Hinweise darauf lieferst, dass es für uns Alle kein Verlust ist, ihn nie persönlich kennen gelernt zu haben. Seine Rechthaberei scheint ja wirklich unangenehm gewesen zu sein.)

@Epic
Habe nicht den Eindruck, dass hier Belenheit vorausgesetzt wird. Wir können aber natürlich nur auf Zitate zurückgreifen, die angeboten werden. Deswegen ist es schön, wenn auch Belesene "dabei" sind.


Allgemeines:
Würde weiterhin behaupten, dass die psychologische Analyse von Menschen immer unsicher bleibt, erst Recht bei längst Verstorbenen. Wäre es also nicht besser, über seine Inhalte zu sprechen, und nicht mehr über die "Person Marx" ?


Gruß an Alle hier
Tarvoc
Zitat:
Original von Amateur
Würde mich freuen, wenn Du, Tarvoc, wieder zurückkehren würdest.

Ich bin nicht weg. Ich habe nur die aktuelle Diskussion zwischen mir und nachdenklich beendet.
Amateur
@ tarvoc
Wenn nachdenklich die entsprechenden Zitate nachgeliefert hat, könnte doch eine Diskussion fortfahren. Ek könnte damit ja gegebenenfalls Mystifizierung nachweisen.

@ nachdenklich
Du sprachst von der Mystifizierung, die aber schon aufgedeckt scheint, da Du ja feststellst, dass damit nur Aussage X verschleiert wurde. Dann könnte aber doch X Gegenstand der Diskussion werden.
Tarvoc
Ich komm' einfach mit dieser Art der Diskussionsführung nicht gut klar. Mag ja sein, dass im "Kapital" Mystifikationen drinstecken, immerhin sind das drei recht dicke Bücher. Was mich nervt, ist, wenn sowas argumentlos und ohne weitere Ausführung in den Raum geworfen und dabei so getan wird, als sei das allgemein bekannt und selbstverständlich, und gleichzeitig mit völlig belanglosen Diskussionen über Marx' Charakter gekoppelt wird. Ich sehe einfach nicht, wie sich aus sowas eine sinnvolle Diskussion über Inhalte entstehen soll. Vielleicht hätte ich das Ganze hier einfach von Anfang an unkommentiert im Raum stehen lassen sollen. Wäre vielleicht einfacher gewesen. Inzwischen habe ich den Verdacht, dass mein Engagement in diesem Thread von Anfang an ein Fehler war.
Amateur
@Tarvoc

Zitat:
Inzwischen habe ich den Verdacht, dass mein Engagement in diesem Thread von Anfang an ein Fehler war.

Und das scheint mir die Folge der Tatsache, dass hier aus Diskussionen schnell mal Streitgespräche werden. Das würde ich gerne eindämmen helfen und damit "zurück zum Thema" führen. (Siehe auch den Thread "Moderierte Diskussion")

Gruß Andreas
Epic
Vielleicht hätte ich das Ganze hier einfach von Anfang an unkommentiert im Raum stehen lassen sollen.

tja....
manche dinge bestehen nur im unausgesprochenen als ganzes.
Spricht man ES aus so zerfetzt man des wahrheits ganze- oder der gegenüber macht das.^^
Und man verliert den überblick....
Tarvoc
Zitat:
Original von Amateur
Und das scheint mir die Folge der Tatsache, dass hier aus Diskussionen schnell mal Streitgespräche werden.

Du machst es dir etwas zu einfach. Ich habe auch schon Streitgespräche geführt, die ich nicht bereut habe. Warum ich mein bisheriges Engagement in diesem Fall für einen Fehler halte, habe ich zu beschreiben versucht.
Amateur
@Tarvoc

Zitat:
Ich habe auch schon Streitgespräche geführt, die ich nicht bereut habe.

Das freut mich, denn eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Unfreundlichkeiten, kann hier nicht schaden.


Zitat:
Warum ich mein bisheriges Engagement in diesem Fall für einen Fehler halte, habe ich zu beschreiben versucht.

Das meinte ich auch schon angesprochen zu haben. Dir fehlte bei nachdenklich eine Argumentation.
Da in diesem Fall die Existenz von "mystischen Passagen" behauptet wurde, würden ja aber die angesprochenen Zitate reichen, um das überprüfbar zu machen.

Gruß, Andreas
Tarvoc
Zitat:
Original von Amateur
Da in diesem Fall die Existenz von "mystischen Passagen" behauptet wurde, würden ja aber die angesprochenen Zitate reichen, um das überprüfbar zu machen.

Es ist die Frage, ob das reichen würde. Darüber, ob eine Mystifikation vorliegt, kann man ja auch geteilter Meinung sein. Eine Erläuterung und Argumentation, was in den entsprechenden Passagen jeweils wie mystifiziert wird, sollte es schon auch sein. Ich weiss aber nicht, ob das jetzt noch viel Sinn macht. Es ist ja ein Unterschied, ob man von Anfang an eine einzelne Passage zitiert und dann kritisch diskutiert, oder ob man das erst tut, nachdem man schon auf diese Weise auf Marx und das "Kapital" im Allgemeinen eingedroschen hat. Wobei ich damit nachdenklich durchaus nicht die alleinige Schuld an der gegenwärtigen Atmosphäre geben will. Der Punkt ist einfach, dass nach bestimmten Vorkommnissen irgendwann die Diskussionsatmosphäre einfach nicht mehr geeignet ist, um ein bestimmtes Thema noch sachlich diskutieren zu können. Ich würde vorschlagen, wir lassen Marx einfach erstmal ganz außen vor und kehren zum Thema Deutscher Idealismus zurück. Wenn nachdenklich oder jemand anders Mystifikation im "Kapital" an Beispielen aufzeigen und kritisch (sachlich) diskutieren will, kann er dafür dann ja einen eigenen Thread aufmachen. Zumindest in diesem Thread ist dieses Thema aber mit mir nicht mehr zu machen. Das Thema Deutscher Idealismus diskutiere ich aber gerne mit euch.
Shamatic
Wenn etwas schwer verständlich sein sollte beim Lesen eines Texts, macht man es sich natürlich auch zu einfach -gepaart mit ein paar zusammengeschusterten Zitaten-, wenn man den Vorwurf der "allumfassenden Mystifikation" erhebt. Man kann ja, wie Tarvoc sagt, am konkreten Material erarbeiten, was da "mystifizierend" sein könnte oder nicht. Ich wäre bereit, inhaltlich zur Sache zu argumentieren.

EDIT: Ok, dann wieder zurück zum "Deutschen Idealismus" großes Grinsen
Tarvoc
Vielleicht wäre das sogar wirklich einen Extra-Thread wert. Ich halte nur wie gesagt die Umgebung dieses Threads nicht (mehr) für ideal für dieses Thema.
Amateur
@Tarvoc

Zitat:
Das Thema Deutscher Idealismus diskutiere ich aber gerne mit euch.

Das könnte ein Vorschlag in "Moderierte Diskussion" sein Zwinker .

@ Shamatic
Zitat:
Man kann ja, wie Tarvoc sagt, am konkreten Material erarbeiten, was da "mystifizierend" sein könnte oder nicht. Ich wäre bereit, inhaltlich zur Sache zu argumentieren.

Würde mich auch über diesen Vorschlag in "Moderierte Diskussionen("Zu diesem Forum") freuen !

Gruß an Alle, Andreas
nachdenklich
Zitat:
Original von Amateur
Aber es wären Zitate tatsächlich hilfreich, denn hier wird kaum einer das angesprochene Buch haben.


Ein Beispiel aus dem 2. Band des "Kapitals" (Ausgabe Berlin 1989, S. 99):

A
W - G - W < Pm ... P ... W'
W' { - G' {
w - g - w

Meine Computerkünste reichen leider nicht für eine korrekte Darstellung aus, u.a. da in der Vorschau Einrückungen nach vorne geschoben werden. Das A muß über dem Pm stehen. Die beiden Zeilen über und unter der ersten { beginnen erst nach dieser {. Die beiden { muß man sich über alle drei Zeilen langgezogen vorstellen. Die übereinanderstehenden Buchstaben hinter < sind im Original im Kleindruck, das A hochgestellt, das Pm direkt darunter.

Wie gesagt: Es geht darum darzustellen, daß ein Arbeiter ausgebeutet wird, wenn sein Lohn im Verhältnis zum Gewinn des Fabrikinhabers zu niedrig ist. So weit bin ich bisher vorgedrungen. Nun wäre es an Tarvoc, hier den ersten konstruktiven Beitrag zu liefern und mir die Formel zu erklären.

Zitat:
Wenn Marx ehrlich überzeugt war, dass seine Theorie die Menschheit beglücken könnte, so wäre "taktische Mystifizierung" in allerbester Absicht geschehen.


Ich fühle mich durch die Formel nicht beglückt.

Zitat:
Das ist dann eigentlich nicht bösartig.


Obwohl man's auch mit ein paar einfachen Sätzen sagen könnte? (Das unterstelle ich mal, denn an sich ist die Thematik ja nicht schwierig.)

Zitat:
Solche Begriffe sind aber vorallem dazu geeignet, schlechte Stimmung zu machen.


Zwischen Stimmungsmache und Wahrheit ist leider ein Unterschied: Marx war nicht nur arrogant, sondern auch fanatisch, autoritätsgläubig, antisemitisch, antichristlich, antiromantisch, dogmatisch, überempfindlich, eitel, angriffslustig, anmaßend und diktatorisch. Er fluchte auch: "Die Maul- und Klauenseuche über sie!" (zit. n. Schwerbrock, a.a.O., S. 39)

An positiven Eigenschaften stehen dem seine Zivilcourage, seine Empörung gegen Ausbeutung und Elend, seine Liebe zu Frau und Kindern und seine Freundschaft mit Engels gegenüber.

Daß in Marx' Namen Unterdrückungssysteme geschaffen wurden, kann man ihm wohl nicht anlasten. Daß von sieben Kindern nur drei Töchter die Kindheit überlebten, wohl auch nicht. Von diesen dreien starb Jenny an Krebs, Laura und Eleanor brachten sich um.

Zitat:
Würde weiterhin behaupten, dass die psychologische Analyse von Menschen immer unsicher bleibt, erst Recht bei längst Verstorbenen. Wäre es also nicht besser, über seine Inhalte zu sprechen, und nicht mehr über die "Person Marx"?


Wenn die Jünger dazu neigen, die Eigenarten des Meisters zu übernehmen, muß man leider schon über die Person sprechen. Zum Beispiel rauchte Marx so viel, daß sogar seine Augen drunter litten (sie litten natürlich auch unter dem vielen Lesen). Ob der Prozentsatz von Rauchern bei Kommunisten, Sozialisten und Marxisten höher ist als in der übrigen Bevölkerung, kann ich nicht beurteilen. Aber jedesmal, wenn ich die genannten Menschen in einem Historien- oder Dokumentarfilm sehe, wird geraucht.

Insoweit Marx ähnlich schwerverständliche Texte produziert wie die deutschen Idealisten, von denen er ja zumindest Hegel gründlich rezipiert hat, gehört er als Nachfolger schon in diesen Thread, zumal das Umsichwerfen mit Begriffen ja auch eine Marotte von Marxisten im 20. Jahrhundert ist (das ist einer meiner Eindrücke der Schriften von H. Marcuse, Lukács, Bloch, Habermas, Adorno und Horkheimer).
eliskases
Zitat:
Original von nachdenklich

Ein Beispiel aus dem 2. Band des "Kapitals" (Ausgabe Berlin 1989, S. 99):

A
W - G - W < Pm ... P ... W'
W' { - G' {
w - g - w


Wie gesagt: Es geht darum darzustellen, daß ein Arbeiter ausgebeutet wird, wenn sein Lohn im Verhältnis zum Gewinn des Fabrikinhabers zu niedrig ist.

Nein, darum geht es nicht.
In dieser Formel geht es vielmehr um den Kreislauf des Warenkapitals und um die Umwandlung von Kapitalformen, die zwischen Geld- und Warenwert wechseln.

Zitat:
"Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise, als herrschender, muß außerdem alle Ware in der Hand des Verkäufers Warenkapital sein. Sie fährt fort es zu sein in der Hand des Kaufmanns, oder wird es in seiner Hand, wenn sie es noch nicht war. Oder aber sie muß Ware sein - z.B. eingeführte Artikel-, welche ursprüngliches Warenkapital ersetzt, ihm daher nur eine andre Daseinsform gegeben hat." (2. Band, S.100)


Wenn ich das richtig sehe, verstehst du die Ausführungen des 3. Kap. des 2. Bandes des "Kapitals" nicht und versuchst die Schuld dafür Marx anzulasten. Marx war Wirtschaftswissenschaftler und schreibt entsprechend, und was er im 2. Band beschreibt, war auf der Höhe der Wirtschaftswissenschaften seiner Zeit. Nein: um genau zu sein, war er seiner Zeit voraus.

Marx hat in einem Thread, der Grundgedanken des dt. Idealismus diskutieren will, auch nichts zu suchen; - allenfalls vielleicht am Ende. Denn Marx/Engels drehen den Ausgangsblickwinkel des Idealismus um 180°, weshalb es ja auch heißt, sie stellen Hegel vom Kopf auf die Füße.
Mit biographischen Anmerkungen kann man übrigens keine Philosophie treiben, schon gar nicht, wenn sie so tendenziös sind wie deine. Zumindest ist das aber für den Leser aufschlussreich und sagt viel über deine Art, dich mit geistigen Inhalten zu beschäftigen.

Nach eigenen Angaben hast du 10000 Seiten Hegel, 5000 Seiten Schelling und 2500 Seiten Fichte gelesen (das könnte übrigens ein gut Teil mehr sein, als sie selbst überhaupt geschrieben haben; insbesondere Fichte); um dann zu dem - nur als dümmlich zu bezeichnenden - Ergebnis zu gelangen:

Zitat:
"Jeder der drei genannten Autoren erstellte ein eigenes System, das ebenso abstrus wie unfruchtbar ist. Besonders bei Schelling und Fichte ist es geradezu peinlich, wie sie sich an logische Elementarsätze klammern, um etwas Milch aus ihnen herauszusaugen. Natürlich bleibt der Topf leer."


Falls es stimmen sollte, dass du diese Autoren komplett gelesen hast, was für redliche Philosophen übrigens eine Lebensaufgabe darstellt, dann darf ich dir versichern, dass du von 17500 Seiten, keine 10 verstanden hast.
Niemand, der das getan hat, selbst wenn er Antiidealist darüber geworden ist, würde eine derart platte und geistlose Bemerkung als Conclusio dieser Lektüre von sich geben, wie du sie oben von dir gibst.

Hegel wurde übrigens nicht allein von den Marxisten rezipiert. Es gab auch eine zu ihrer Zeit sehr einflussreiche, rechtshegelianische Auslegung. Das hegelsche System wurde überdies für Jahrzehnte quasi Staatsphilosophie Preussens. Schopenhauer beklagte sich über die Hegelei vor allem deshalb, weil alle Studenten Berlins bei dem saßen, während er, Schopenhauer, vornehmlich seinem Pudel dozierte. In einem Anflug von Größenwahn, hatte er nämlich seine Vorlesungszeiten parallel zu Hegels Vorlesungszeiten gelegt. Dessen Erfolg und sein Misserfolg stießen ihm etwas sauer auf. Soviel nur, um ein paar grundsätzlich Dinge richtig zu stellen.

Und ganz sicher ist, dass Schopenhauer immer noch mehr Idealist war, als Marx/Engels.

P.S. Ansonsten möchte ich euch in eurem Thread nicht weiter stören.
nachdenklich
Zitat:
Original von eliskases
In dieser Formel geht es vielmehr um den Kreislauf des Warenkapitals und um die Umwandlung von Kapitalformen, die zwischen Geld- und Warenwert wechseln.


Soviel ist mir auch noch klar geworden. Mit meiner Zusammenfassung des sozialen Anliegens von Marx habe ich nur den allgemeinen Rahmen umrissen. Wenn jemand die Lage der Arbeiter verbessern will, schreibt, daß er bewußt mystifiziert, und ich dann hunderte von Seiten über Wirtschaftstheorien mit solchen und anderen Formeln zu lesen bekomme, dann denke ich, daß das ein Beispiel für eine solche Mystifikation ist. Diese Mystifikation brachte ich in Verbindung mit der Abstraktionssucht der deutschen Idealisten.

Zitat:
Marx hat in einem Thread, der Grundgedanken des dt. Idealismus diskutieren will, auch nichts zu suchen; - allenfalls vielleicht am Ende.


Ich habe Marx als Beispiel für die augenfälligste Wirkungsgeschichte des deutschen Idealismus angeführt. Natürlich hat die "Hegelei" auch auf Heidegger, Jaspers, Sartre und viele andere gewirkt.

Zitat:
Mit biographischen Anmerkungen kann man übrigens keine Philosophie treiben, schon gar nicht, wenn sie so tendenziös sind wie deine. Zumindest ist das aber für den Leser aufschlussreich und sagt viel über deine Art, dich mit geistigen Inhalten zu beschäftigen.


Angesichts von Stalinismus und Maoismus, die ja letztlich auch zur Wirkungsgeschichte des deutschen Idealismus gehören, halte ich meine biographischen Anmerkungen nicht für übertrieben. Ich denke, daß sie ausgewogen sind, nicht tendenziös.

Zitat:
Nach eigenen Angaben hast du 10000 Seiten Hegel, 5000 Seiten Schelling und 2500 Seiten Fichte gelesen (das könnte übrigens ein gut Teil mehr sein, als sie selbst überhaupt geschrieben haben; insbesondere Fichte); um dann zu dem - nur als dümmlich zu bezeichnenden - Ergebnis zu gelangen:

Zitat:
"Jeder der drei genannten Autoren erstellte ein eigenes System, das ebenso abstrus wie unfruchtbar ist. Besonders bei Schelling und Fichte ist es geradezu peinlich, wie sie sich an logische Elementarsätze klammern, um etwas Milch aus ihnen herauszusaugen. Natürlich bleibt der Topf leer."


Ignoranz und Arroganz sind keine philosophischen Tugenden. Wer über Philosophie schreibt, sollte zumindest mal in die Werkausgaben schauen, um zu sehen, wie umfangreich sie sind.

Zitat:
Falls es stimmen sollte, dass du diese Autoren komplett gelesen hast, was für redliche Philosophen übrigens eine Lebensaufgabe darstellt, dann darf ich dir versichern, dass du von 17500 Seiten, keine 10 verstanden hast.


Für die über 10000 Seiten Hegel habe ich über 25 Jahre gebraucht. Im übrigen wäre ich Dir dankbar, wenn Du den Prozentsatz sachlicher Beiträge gegenüber demjenigen persönlicher Angriffe erhöhen würdest.

Zitat:
Niemand, der das getan hat, selbst wenn er Antiidealist darüber geworden ist, würde eine derart platte und geistlose Bemerkung als Conclusio dieser Lektüre von sich geben, wie du sie oben von dir gibst.


Whitehead hat noch eine viel monströsere Bemerkung gemacht, als er die ganze abendländische Philosophie als Fußnoten zu Platon bezeichnete. Trotzdem ist sie im Prinzip richtig. Lies einfach mal die verschiedenen Fassungen von Fichtes Wissenschaftslehre und die verschiedenen Versionen von Schellings Naturphilosophie und schreib mir dann, welchen Erkenntnisgewinn Du daraus gezogen hast.
eliskases
Zitat:
Original von nachdenklich

Ignoranz und Arroganz sind keine philosophischen Tugenden.

Das ist völlig korrekt. Genau darum habe ich dir Obiges geantwortet.

Zitat:

Wer über Philosophie schreibt, sollte zumindest mal in die Werkausgaben schauen, um zu sehen, wie umfangreich sie sind.

Nun, wenn du in die Werkausgaben schaust, um die Seiten zu zählen, dann frage ich mich, weshalb du 25 Jahre dafür brauchtest.
Was du zu deiner Idealistenlektüre schreibst, scheint mir in die Richtung des berühmten Woody Allen Bonmots zu gehen, der, auf die Frage, worum es in "Krieg und Frieden" geht, nachdem er es nach seinem Schnelllesekurs in kurzer Zeit durchgelesen hatte, antwortet: "Es geht um Russland!"

So, - genug hiervon.