carsten aus bochum
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| „Dein eigenes Leben hat für dich also Vorrang vor allem anderen?“ |
Nein, das geht doch gar nicht daraus hervor.
Aber davon ab, habe ich keine ausgeprägten Märtyrertendenzen.
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| „Dein eigenes Leben hat für dich also Vorrang vor allem anderen?“ |
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| Original von Tarvoc @ Dante: Kennst du die Arbeiten von Fernand Braudel und Immanuel Wallerstein? |
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| Original von Tarvoc Ach so, schade. Ich hatte das Gefühl, dass dein Beitrag in eine ähnliche Richtung zielt wie u.A. Braudels Arbeit über die Dynamik des Kapitalismus. |
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| Original von Tarvoc Es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, aber ich werde mal versuchen, es zu rekonstruieren. Braudel interessiert sich dafür, wie Händler im Frühkapitalismus gezielt Transparenz abbauten bzw. Intransparenz schafften, um gezielt Preise in ihrem Sinne zu beeinflussen. Braudels Argument ist, dass im Feudalismus und auch noch im Frühkapitalismus freie Bauern ihre Produkte oft selbst auf die Märkte trugen und dort tauschten oder verkauften, und dadurch einen direkten Überblick über die Preisbildung an den Märkten hatten. Im Frühkapitalismus begannen dann Händler, gewissermaßen als Mittelsmänner zu wirken: Sie gingen zu den Bauernhöfen, kauften dort die Produkte, und verkauften sie dann für sich selbst gewinnbringend am Markt (und damit einher ging natürlich die Zunahme der Wichtigkeit allgemeiner Tauschäquivalente, also Geld, gegenüber direktem Warentausch). Für die Bauern hatte das zunächst augenscheinlich Vorteile: Sie mussten sich nicht mehr selbst auf den Weg zum Markt machen und konnten die Zeit aufwenden, um mehr zu produzieren oder etwas anderes zu tun. Aber natürlich verloren sie mehr und mehr die Übersicht über die Preisbildung am Markt, wodurch die Händler immer mehr Gewinne erzielten. Irgendwann begannen diese dann, Manufakturen zu errichten und vom Land Söhne, die nicht in der Erbfolge standen, als Arbeiter abzuwerben. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Braudels Punkt ist also, dass die "unsichtbare Hand des Marktes", von der die Liberalen sprechen, nicht an sich selbst unsichtbar ist, sondern vielmehr gezielt für einen Teil der Bevölkerung unsichtbar gemacht wurde und immer noch wird, wovon ein anderer Teil der Bevölkerung profitiert. |
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| Original von Tarvoc Es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, aber ich werde mal versuchen, es zu rekonstruieren. Braudel interessiert sich dafür, wie Händler im Frühkapitalismus gezielt Transparenz abbauten bzw. Intransparenz schafften, um gezielt Preise in ihrem Sinne zu beeinflussen. Braudels Argument ist, dass im Feudalismus und auch noch im Frühkapitalismus freie Bauern ihre Produkte oft selbst auf die Märkte trugen und dort tauschten oder verkauften, und dadurch einen direkten Überblick über die Preisbildung an den Märkten hatten. Im Frühkapitalismus begannen dann Händler, gewissermaßen als Mittelsmänner zu wirken: Sie gingen zu den Bauernhöfen, kauften dort die Produkte, und verkauften sie dann für sich selbst gewinnbringend am Markt (und damit einher ging natürlich die Zunahme der Wichtigkeit allgemeiner Tauschäquivalente, also Geld, gegenüber direktem Warentausch). Für die Bauern hatte das zunächst augenscheinlich Vorteile: Sie mussten sich nicht mehr selbst auf den Weg zum Markt machen und konnten die Zeit aufwenden, um mehr zu produzieren oder etwas anderes zu tun. Aber natürlich verloren sie mehr und mehr die Übersicht über die Preisbildung am Markt, wodurch die Händler immer mehr Gewinne erzielten. Irgendwann begannen diese dann, Manufakturen zu errichten und vom Land Söhne, die nicht in der Erbfolge standen, als Arbeiter abzuwerben. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Braudels Punkt ist also, dass die "unsichtbare Hand des Marktes", von der die Liberalen sprechen, nicht an sich selbst unsichtbar ist, sondern vielmehr gezielt für einen Teil der Bevölkerung unsichtbar gemacht wurde und immer noch wird, wovon ein anderer Teil der Bevölkerung profitiert. |
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| Original von Ahorn Es funktioniert wie ein Perpetuum mobile................... |
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| Original von Exebeche Gibt es eigentlich etwas, was uns vor einer neuerlichen Industrialisierung schützt? |
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| Original von Exebeche Es stellt sich die Frage, ob das dem Menschen mehr Zeit und Muse für die Philosophie bringt, oder ihn nicht umgekehrt als Handlanger zurücklässt. Dabei darf sich niemand einbilden, der Mensch werde der Entscheidungsträger bleiben. Global verteilte Glaubensrichtlinien, wie sie in der IT-Branche bspw. unter der Bezeichnung ITIL zu finden sind, sorgen dafür, dass gewaltige Energien in die Übergabe der Verantwortung an Prozesse und Systeme gesteckt werden. Der Mensch wird sich in den Entscheidungprozessen noch so beteiligt finden wie der Arbeiter am Band. |
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| Original von ewig Das erinnert mich an diese unbeantwortete Frage. Bestimmt bist Du dieser ominöse Albert Norz. |