Moral

Bjenn
Hallo ich bin zwar nicht neu hier, doch ist dies mein erster Beitrag.

In letzter Zeit frage ich mich, ob es eine Regel geben kann, nach der Entscheidungen moralisch als verwerflich, oder toleriebar einzuschätzen sind.

Um diese Frage zu beantworten habe ich mir selbst mit folgendem Gedankenkonstrukt versucht klarzumachen was falsch und was toleriebar sein könnte (Ich versuche bewusst nicht den Begriff "Richtig" zu verwenden, da ich nicht glaube das Entscheidungen entweder "richtig" oder "falsch" sind, entgegen Kants Vorstellungen, welche erst einmal für meine Verwirrungen gesorgt haben).

Ich versuche in meinem Konstrukt alle erst einmal unwichtigen Faktoren außer Acht zu lassen, und so stelle ich mir zwei Menschen vor, welche sich im absoluten nichts gegenüberstehen, und es nichts anderes als sie gibt. Das diese Menschen sofort sterben würden ist mir klar, doch dasse lasse ich weg.
Jetzt dachte ich mir, das ein Mensch der beiden NUR etwas "falsches" tun kann wenn er dem anderen bewusst und absichtlich Schaden zufügen würde, wobei ich mit Schaden, Schaden jeglicher Art meine.

Und dann kam mein Gedanke der sich sehr unmenschlich anhörte, doch sich zwingend aus dieser Überlegung ergab: Ist der Andere Mensch in einer Situation, in der Schaden erleiden würde und hätte ich die Möglichkeit diesen Schaden zu beenden, wobei dieser nicht von mir ausgeht, wäre es doch nach dieser Überlegung toleriebar.

Nun ergiebt sich aber ein Problem, wenn ich dieses Konstrukt auf die "Realität" anwende:

z.B Nehme man an Jemand würde ein Produkt erfinden und dieses würde jeden Käfer dessens sofort abhängig machen. Danach würde die Jemand dieses Produkt sehr teuer machen, da so eine hohe Nachfrage besteht, würde dieser Jemand meines Konstruktes nach nicht "falsch" handeln, da er Niemandem Schaden zufügen würde, da er ja niemanden zwingt dieses produkt zu erwerben. Hier könnte man natürlich einwerfen der Verkäufer hätte die Käufer über das Suchtpotenzial aufklären müssen, da sie es ja nicht wussten, aber wenn man überlget, das auch der Verkäufer dies nicht gewusst hat ist ja trotzdem nicht so als ob er jemandem Schaden zugefügt hätte wenn er im Vorhinein gesagt hääte ich weiß nicht wie das Produkt wirkt.

Würde der Verkäufer nun den Preis immer weiter anheben, obwohl er beriets genug Geld gemacht hätte, würde er ja nur unwesentlich reicher werden, und andere wesentlich ärmer.

Würde man jetzt definieren, dass man "falsch" handelt wenn man diesen Schaden zulässt ohne eigenen Schaden zu erleiden, wäre diese Regel doch sehr ralativ, und würde ergeben das man immer dann "falsch" handelet wenn man Schaden zulässt, der größer ist als der den man erleidet wenn man diesen verhindert, aber daraus folgt doch, das man nur ein Leben mit Toleriebarer Moral lebt, wenn man am Existenzminimum lebt, und den Rest des Geldes welches man verdient spendet um Menschen zu helfen welche darunter leben. Doch das wiederspricht komplett meiner Ausgangsthese

Ich bin ein 18 jähriger abiturient im 13ten Jahrgang falls das von Interesse ist.

Ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler.

Vielleicht habt ihr ja eine Lösung für dieses Problem, danke schon einmall im Vorraus.
Thanasius Lakon
Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist deine Voraussetzung also folgende:
Eine Handlung ist nur dann falsch (moralisch verwerflich), wenn dadurch einem anderen Menschen bewusst Schaden zugefügt wird. Wenn ich jedoch ein Leid beobachte, das ich nicht verschuldet habe, dann ist es tolerierbar, wenn ich nicht helfe, obwohl ich es könnte.

Davon ausgehend würde ich allerdings ein anderes Beispiel wählen, welches das Ganze etwas deutlicher macht:
Angenommen du siehst ein Kind auf eine Straße zulaufen und gleichzeitig einen LKW sich mit hoher Geschwindigkeit nähern. Du bräuchtest das Kind bloß zu rufen, um den Unfall zu vermeiden. Ist es hier tolerierbar nichts zu tun?

Allerdings gibt es in der Moral zahlreiche Grauzonen und ob etwas moralisch verwerflich ist oder nicht liegt häufig im Empfinden des Einzelnen. Dein „Jemand“ z.B. mit seiner tollen Produktidee, wäre wohl rechtlich gesehen nicht zu belangen (wie z.B. auch die Alkoholindustrie nicht für die entstehenden Schäden belangt wird), wenn er allerdings aus der Sucht der anderen immer mehr Profit schlägt (angenommen die Sucht hätte keine gesundheitlichen Folgen), dann lässt das zumindest Rückschlüsse auf seinen Charakter zu (und genau genommen schadet er ja den anderen auch, indem die Sucht ihr Leben einschränkt). Es kann also etwas moralisch verwerflich sein, ohne rechtliche Konsequenzen zu haben, je nach Empfinden der Person (Beispiele dafür gibt es in unserer Gesellschaft zu Hauf!).
Und ich teile deine Konsequenz: Ein Mensch mit hohem moralischen Standard, müsste auch den anderen helfen so gut er kann. Der Widerspruch zu deiner Ausgangsthese ergibt sich daraus, dass sie einen sehr niedrigen moralischen Standard vertritt, indem sie sagt, „ich bin nur für das verantwortlich was ich verschulde“ und die Forderung zu helfen noch gar nicht enthielt (unser Rechtssystem liegt irgendwo zwischen den beiden, da z.B. unterlassene Hilfeleistung strafbar ist, Ausbeutung von Arbeitskräften jedoch nicht usw.).

Die philosophische Grundfrage hinter alldem wird hier allerdings noch völlig außer Acht gelassen, nämlich die nach der Moralbegründung überhaupt. Warum ist es z.B. überhaupt falsch anderen zu schaden, schließlich führen wir auch Kriege und in anderen Kulturen darf ein Mann seine Frau schlagen, wenn er es für richtig hält. Gibt es überhaupt ein festes Kriterium für Moral oder Handlungen die moralisch zu nennen wären? Ist nicht letztlich sogar christliche Nächstenliebe egoistisch, da sie durch die Vorstellung des Jenseits bzw. der Strafe Gottes motiviert wird?

Gruß Thanasius
glorin
Moin Bjenn, nein es ist egal das du Abi machst. Auch das die übernächsten Abiturienten ein Jahr weniger als du machen wirst.

Zitat:
In letzter Zeit frage ich mich, ob es eine Regel geben kann, nach der Entscheidungen moralisch als verwerflich, oder toleriebar einzuschätzen sind.


Jein. Natürlich gibt es Regeln, aber die sind für jeden anders. Ich würde nichts als moralisch verwerflich bezeichnen. Aber auch nicht als tolerierbar. Du setzt bei deiner Aussage eine Prämise voraus. Das du dadurch schon vorgibst was verwerflich ist, lässt du alles andere als unwichtig erscheinen. Somit machst du nur eine idividuäle Aussage.
Norich
Zitat:
Original von Bjenn
da er ja niemanden zwingt dieses produkt zu erwerben.


Beim ersten erwerb nicht, jedoch ist dem Produzenten doch bewusst, dass durch die Sucht den Leuten finanzieller Schaden zugefügt werden wird, abgesehen von den Nebenwirkungen.

Zudem erwirbt der Kunde ohne das Wissen ja nicht das was er glaubt zu erwerben, somit ist ihm keine Schuld zuzurechnen, sondern dem täuschendem Porduzenten

PS: hallo Gymnasialkollege... auch 13er, bald fertig... voll der stress gerade

gruß großes Grinsen
Sokrates93
wie thanasius lakon schon sagte: du gehst schon davon aus, dass es unmoralisch ist andere zu schädigen. Als philosoph hast du diese frage hoffentlich geklärt, sonst fehlt dir nämlich das fundament deiner überlegungen. ich bin der meinung moralisch ist nicht unbedingt mit gut gleichzusetzen. das selbe gilt für schlecht mit unmoralisch. ich würde mit moral das bezeichnen was menschen tun sollten damit es ALLEN lebewesen auf der erde halbwegs gut geht. Dein verkäufer, würde laut mir also andere schädigen, da er sie abhängig macht und diese das normalerweise nicht wollen. Selbst wenn er sie davor warnt schädigt er alle die gegen ihren willen dennoch süchtig werden. Es hängt aber vom suchtpotenzial, und von der schädlichkeit des produktes ab, ob es als moralisch zu werten ist. Beispiele: moralisch: schokolade, alkohol, gesundheitlich unschädliches produkt welches den gewarnten verkäufer kaum schädigt und einschränkt. Fragwürdig: zigaretten Unmoralisch: heroin.
lass mir ein paar tage zeit.
Thanasius Lakon
Zitat:
Original von Sokrates93:
"ich würde mit moral das bezeichnen was menschen tun sollten damit es ALLEN lebewesen auf der erde halbwegs gut geht."


Würdest du also sagen, die Einrichtung eines Staates sei ein moralisches Übereinkommen? damit es allen Mitgliedern möglichst gut geht, wenn sie sich verpflichten, sich gegenseitig nicht zu schaden? Oder ist das eher ein Nützlichkeitsabkommen, in das jeder einwilligt, weil er darin seinen eigenen Vorteil erkennt (also aus Egoismus)? Deninition zu ungenau?

Gruß Thanasius großes Grinsen
Sokrates93
Zitat:
Original von Thanasius Lakon
Zitat:
Original von Sokrates93:
"ich würde mit moral das bezeichnen was menschen tun sollten damit es ALLEN lebewesen auf der erde halbwegs gut geht."


Würdest du also sagen, die Einrichtung eines Staates sei ein moralisches Übereinkommen? damit es allen Mitgliedern möglichst gut geht, wenn sie sich verpflichten, sich gegenseitig nicht zu schaden? Oder ist das eher ein Nützlichkeitsabkommen, in das jeder einwilligt, weil er darin seinen eigenen Vorteil erkennt (also aus Egoismus)? Deninition zu ungenau?



In ersterem Fall ist es tatsächlich ein moralisches Übereinkommen. Aber selbst im zweiten Fall is es keineswegs unmoralisch, da der Egoismus niemanden schädigt Zwinker .

Mittlerweile habe ich mir aber bessere Regeln überlegt nach denen man moralische entscheidungen treffen kann. Ich bitte um Kritik, denn nur so kann man zu einem möglichst wahren ergebniss kommen.
Hier meine Regeln:

1. Mann darf andere nicht absichtlich schädigen. Die Außnahme ist es, wenn man sie vorher warnt, sie aber nicht erpresst werden und sie eine außreichend gute Gegenleistung bekommen.

2. Schaden der fremden Leuten zugefügt werden könnte gilt es zu verhindern, wenn man dadurch nicht geschädigt wird. Sollte man geschädigt werden, so ist es nur nötig zu helfen wenn dem anderen erheblicher Schaden droht.

3. Es ist nicht unmoralisch sich vor Schaden zu schützen, wenn man dazu jene Methode anwendet die bei großer Erfolgschance eine möglichst geringe Schädigung verursacht.
Thanasius Lakon
Zitat:
In ersterem Fall ist es tatsächlich ein moralisches Übereinkommen. Aber selbst im zweiten Fall is es keineswegs unmoralisch, da der Egoismus niemanden schädigt Zwinker .


Ich habe doch gar keine zwei verschiedene Fälle benannt, sondern lediglich zwei Sichtweisen auf dieselbe Sache (nämlich die Einrichtung eines Staates). Meiner Ansicht nach ist ein Staatsvertrag, in dem alle Mitglieder einen Teil ihrer „Freiheit“ freiwillig abtreten, um dann den Schutz des Souveräns zu genießen, niemals auf moralische Werte gerichtet. Wäre den Mitgliedern des Staates tatsächlich an Moral gelegen, wäre der Staat doch völlig überflüssig?! Aber vielleicht sollte man hier einmal definieren, was man unter Moral versteht bzw. welche Handlungen tatsächlich moralisch genannt werden können.

Weiterhin: Wie begründest du deine Regeln? Fehlt dir hier nicht auch das Fundament? Warum soll man andere nicht schädigen dürfen, wenn z.B. keine Strafe droht? Wenn du jemandem sagst, was er tun „soll“, dann musst du auch begründen warum das getan werden „soll“:

Zitat:
Original von Sokrates93:
wie thanasius lakon schon sagte: du gehst schon davon aus, dass es unmoralisch ist andere zu schädigen. Als philosoph hast du diese frage hoffentlich geklärt, sonst fehlt dir nämlich das fundament deiner überlegungen.
Sokrates93
Zwinker
Zitat:
Original von Thanasius Lakon
Zitat:
In ersterem Fall ist es tatsächlich ein moralisches Übereinkommen. Aber selbst im zweiten Fall is es keineswegs unmoralisch, da der Egoismus niemanden schädigt Zwinker .


Ich habe doch gar keine zwei verschiedene Fälle benannt, sondern lediglich zwei Sichtweisen auf dieselbe Sache (nämlich die Einrichtung eines Staates). Meiner Ansicht nach ist ein Staatsvertrag, in dem alle Mitglieder einen Teil ihrer „Freiheit“ freiwillig abtreten, um dann den Schutz des Souveräns zu genießen, niemals auf moralische Werte gerichtet. Wäre den Mitgliedern des Staates tatsächlich an Moral gelegen, wäre der Staat doch völlig überflüssig?! Aber vielleicht sollte man hier einmal definieren, was man unter Moral versteht bzw. welche Handlungen tatsächlich moralisch genannt werden können.

Weiterhin: Wie begründest du deine Regeln? Fehlt dir hier nicht auch das Fundament? Warum soll man andere nicht schädigen dürfen, wenn z.B. keine Strafe droht? Wenn du jemandem sagst, was er tun „soll“, dann musst du auch begründen warum das getan werden „soll“:

Zitat:
Original von Sokrates93:
wie thanasius lakon schon sagte: du gehst schon davon aus, dass es unmoralisch ist andere zu schädigen. Als philosoph hast du diese frage hoffentlich geklärt, sonst fehlt dir nämlich das fundament deiner überlegungen.


Also erst einmal, das hab ich falls verstanden mit den zwei fällen, die nur einer sind verwirrt . Um dass jetz kurz zu klären: Ich mag mich jetz garnet zu sehr damit befassen, würd jetz aber den staat eher als egoistisches übereinkommen definieren oder so gruebel , aber wie gsagt möcht jetz nicht zu sehr darüber nachdenken.

Was aber wichtiger ist, is mein fundament, welches ich hoffentlich net auf thermafrost erbaut habe Zwinker .
Ich verstehe unter moral nicht Gut und Böse. Ich hoffe dass wir da nicht aneinander vorbeireden. Wenn ich von maoral rede meine ich den Teil des Überichs (Freud), der sich von der gesellschaft gegebenen, in unsrem Hirn ergeben hatt. Dass ist für mich moral, bloß reden wir hier nicht was von den menschen egeben wurde, sondern darüber wie die moral am besten aussehen würde. Wenn wir darüber reden was für uns selbst gut oder schlecht ist behandeln wir das Es, und da gehört moral nicht hinein. Nun richtet die Moral alles was für unsre mitmenschen auch gut ist. Daher habe ich versucht regeln zu erfinden welche für alle möglichst gut wären, wenn sich jeder daran halten würde. und genau dieses kam dabei heraus, es ist jedoch noch voll mit lücken, die es zuu füllen gilt. was zum beispiel noch fehlt ist die moralische behandlung von tieren, die ich nicht zu beantworten weiß. ich weiß noch nicht ob dass leben ner ameise genauso viel wert is wie dass von nem menschen &Co. unglücklich

MssfG Sokrates93
Bjenn
Zitat:
Original von glorin
Moin Bjenn, nein es ist egal das du Abi machst. Auch das die übernächsten Abiturienten ein Jahr weniger als du machen wirst.

Zitat:
In letzter Zeit frage ich mich, ob es eine Regel geben kann, nach der Entscheidungen moralisch als verwerflich, oder toleriebar einzuschätzen sind.


Jein. Natürlich gibt es Regeln, aber die sind für jeden anders. Ich würde nichts als moralisch verwerflich bezeichnen. Aber auch nicht als tolerierbar. Du setzt bei deiner Aussage eine Prämise voraus. Das du dadurch schon vorgibst was verwerflich ist, lässt du alles andere als unwichtig erscheinen. Somit machst du nur eine idividuäle Aussage.




Du sagst also es gibt unterschiedliche Regeln (das sie ja für jeden anders wären),woraus man schließen müsste das Mensch A Handlung A´ tun darf ohne sich in die moralische Verwerflichkeit begeben zu müssen und Mensch B auch Handlung A´ tätigt, wobei dieser nun moralisch verwerflich handelt ???

Hierbei ergibt sich für mich die Frage wieso sollte nicht für alle Menschen die gleiche Regel gelten ?

Mir missfällt es nämlich sehr das jeder sich seine eigene Moral als Richtig darstellen darf und dafür nicht mal kritisiert werden dürfte.

Oder ist das deiner Meinung nach von Faktoren abhängig, so das man keine Allgemein geltene Regel für alle finden kann ?

Die Grundlage dafür das der Schaden an anderen moralisch verwerflich ist, setze ich damit vorraus das es nicht in der Verantwortung des geschädigten liegen darf diesen schaden zu erleiden, wenn dieser sich nicht in eine solche verantwortung begibt.
Deshalb sehe ich hier das Minimum an Handlungen die als moralisch verwerflich eingestuft werden sollten.

Auch wurde das Beispielt mit dem kleinen Kind und dem Auto gennant (wäre es nicht egal ob kleines Kind oder alter Mann), hier wäre es wahrscheinlich nach der Meinung einiger als moralisch verwerflich einzustufen, wenn dem Kind nicht geholfen wird, da ja kein eigener Schaden vorhanden ist.

Würde man aber entgegnen das der Zeitverlust, den man braucht um dem Kind zu helfen ein Schaden ist, so müsste man dem Kind nicht mehr helfen.

Nun wird auch gesagt, dass eine Hilfe unternommen werden muss(moralisch gesehen), das das Verhältnis zwischen eigenem Aufwand und Verbesserung der Glückseligkeit des Kindes so groß ist, das hier geholfen werden muss.

Nun stellt sich aber die Frage: wie klein muss das Verhältnis sein das ich nicht mehr helfen muss, was sich ja nach Meinung einiger in einer Grauzone befindet, so gäbe es meiner Meinung nach einen Punkt an dem sich die Bewertung von verwerflich und toleriebar befinden würde oder er wäre da wo Schaden an anderem aufhört.

Würde man jetzt mit dem Utilitarismus agumentieren und sagen, dass man helfen sollte, wenn der eigene Schaden kleiner ist die Verbesserung der Glückseligkeit des anderen, könnte man sich doch die Frage stellen wieso man in dieser Verantwortung ist.

Meiner Meinung ist alles was nicht mehr im Bereich des bewussten Schaden an anderem ist, keine Frage der Moral sondern der der Menschlichkeit.

Ich freue mich über Kritiik auch wenn ich mich erst seit langem wieder gemeldet habe.
glorin
Zitat:
Du sagst also es gibt unterschiedliche Regeln (das sie ja für jeden anders wären),woraus man schließen müsste das Mensch A Handlung A´ tun darf ohne sich in die moralische Verwerflichkeit begeben zu müssen und Mensch B auch Handlung A´ tätigt, wobei dieser nun moralisch verwerflich handelt ???


Ja, denn Moral ist ein System der Ethik. Und jeder baut sein eigenes auf. Es gibt kein allgemein gültiges.

Zitat:
Hierbei ergibt sich für mich die Frage wieso sollte nicht für alle Menschen die gleiche Regel gelten ?


Dies ist der Fall. Die Regel lautet, jeder darf die anderen Regeln selber festlegen. Eine andere Regel würde das aufzwängen deines Systems auf das andere sein.

Zitat:
Mir missfällt es nämlich sehr das jeder sich seine eigene Moral als Richtig darstellen darf und dafür nicht mal kritisiert werden dürfte.


Natürlich darf er kritisiert werden. Nur zusagen, das etwas moralisch verwerflich ist, ist im Prinzip falsch. Denn es ist nur in deiner Moral womöglich falsch.
Um mal Beispiele zunennen:
1. Der Ethische Egoist sollte nach deiner Moral jemand töten, wenn er dadurch ein Vorteil erhält.
2. Jemand der an die "Goldene Regel" glaubt, darf nicht töten. Und muss alle so behandeln, wie auch er behandelt werden will.
3. Wer die "zehn Gebote" befolgt und diese als Ethische Grundstruktur ansieht darf niemanden töten. Egal zuwessen Vorteil.
4. Der Utilitarist muss allen zuwohle handeln. Somit wäre das töten eines einzelnden nicht generell falsch. Der Selbstmord zum Wohle der allgemeinheit wäre auch im Notfall zupraktizieren.
5. Der Altruist stellt das größte Gegenteil zum Ethischen Egoisten da. Dieser nimmt Nachteile in Kauf damit es anderen besser geht. In extremen Fällen müsste ein Alturist Selbstmord begehen, damit ein anderer ein Vorteil hat. Der dabei entstehende Vorteil kann aber auch geringer als der entstehende Nachteil sein.
6. der Amoralist der jede Form der Moral ablehnt.
7. [...] (kann stundenlang so weiter gemacht werden, dürften aber so zimmlich die wichtigsten Einstellungen sein.)

Zitat:
Ich freue mich über Kritiik auch wenn ich mich erst seit langem wieder gemeldet habe.


Meine Antwort hast du ja schon.
snpm
Zitat:
Ja, denn Moral ist ein System der Ethik. Und jeder baut sein eigenes auf. Es gibt kein allgemein gültiges.


@ glorin: Worauf fundierst du diese Aussage?
glorin
@snpm:
Zitat:
@ glorin: Worauf fundierst du diese Aussage?


a) Mir ist kein allgemein gültiges bekannt. Rein theoretisch könnte es eines geben. Dies bezweifel ich aber.
b) Es gibt soviele verschiedene ethische Vorstellung. Das davon auszugehen ist, das jeder sich sein eigenes aufbaut. Auch wenn es mit anderen immer wieder überkreuzt und auch von diesen beeinflusst werden kann.
c) Moral ist ein Bestandteil der Ethik. Dies drückte ich als System aus.
d) [...]


Anders gesagt, ich halte meine Aussage für eine Tautologie und diese haben selten eine Erklärung nötig. Solltest du tatsächliche eine wünschen, dann bitte mit der Anmerkung, warum du damit nicht übereinstimmt, was du nicht verstehst, oder mit einer Begründung, warum es anders sein könnte.



mfg.
glorin
snpm
Gefragt habe ich, weil ich die Ansicht teile und mich interessiert hat, ob du eben dem tautologischen Charakter entgehen konntest, und nicht weil ich eine andere Position vertrete.
Ich habe also primär eine Begründung für meine mir als unzulänglich erscheinende Sicht über ethische Systeme gesucht. Nichts weiter.
glorin
Hm, vielleicht können wir ja etwas näherer darauf eingehen. Du musst mir nur verraten, auf welchen Teil der Aussage. Den ersten Teil schließe ich aus, das du diesen meintest. Also entweder meinst du "Und jeder baut sein eigenes auf", oder aber Es gibt kein allgemein gültiges". Ich tippe mal auf das letztere. liege ich da richtig?
snpm
@ glorin.

"Und jeder baut sein eigenes auf" , sowie "Es gibt kein allgemein gültiges".

lg, snpm
Bjenn
Zitat:
Original von glorin


a) Mir ist kein allgemein gültiges bekannt. Rein theoretisch könnte es eines geben. Dies bezweifel ich aber.
b) Es gibt soviele verschiedene ethische Vorstellung. Das davon auszugehen ist, das jeder sich sein eigenes aufbaut. Auch wenn es mit anderen immer wieder überkreuzt und auch von diesen beeinflusst werden kann.
c) Moral ist ein Bestandteil der Ethik. Dies drückte ich als System aus.
d) [...]

Anders gesagt, ich halte meine Aussage für eine Tautologie und diese haben selten eine Erklärung nötig.

glorin


a) Nur weil es nicht bekannt muss es doch nicht heißen, dass es sowas nicht gibt. Wieso bezweifelst du es dann ?

b) Ich bin auch der Meinung das es viele ethische Vorstellungen gibt, aber das muss doch nicht heißen das es kein Richtiges allgemeingültiges geben kann. Nach deiner Einstellung müsste sich dann ja jeder sein eigenes machen, ohne durch Eltern; Traditionen oder Angehörigkeiten beeinflusst zu werden oder nicht ?

c) Ich verstehe nicht wieso das Prinzip des Systems eine nicht-Verallgemeinerung erzwingt.

Kannst du auch erklären was deine Aussage zu einer Tautologie macht ?
Denn wenn es in sich selber begründet wäre, wäre es doch einleuchtend und evident oder nicht ?

M.f.G Bjenn
glorin
Zitat:
a) Nur weil es nicht bekannt muss es doch nicht heißen, dass es sowas nicht gibt. Wieso bezweifelst du es dann ?


Weil mein ganzes Wissen dagegen spricht.

Zitat:
b) Ich bin auch der Meinung das es viele ethische Vorstellungen gibt, aber das muss doch nicht heißen das es kein Richtiges allgemeingültiges geben kann. Nach deiner Einstellung müsste sich dann ja jeder sein eigenes machen, ohne durch Eltern; Traditionen oder Angehörigkeiten beeinflusst zu werden oder nicht ?


Nein, die umwelt formt immer des jeweilige System mit. dieses ist aber immer individuäl. Denn jeder nimmt verschieden die einflüsse (z.B. auch eltern) mit auf.

Zitat:
c) Ich verstehe nicht wieso das Prinzip des Systems eine nicht-Verallgemeinerung erzwingt.


Es erzwingt keine Nichtverallgemeinerung. aber meines wissens gibt es keine. und sollte es eine geben, dann wurde bis jetzt sich nur mangelhaft an diesen ausgerichtet.

Zitat:
Denn wenn es in sich selber begründet wäre, wäre es doch einleuchtend und evident oder nicht ?


Ist es ja auch für mich. ^^
Bjenn
Zitat:
Original von glorin
Zitat:
a) Nur weil es nicht bekannt muss es doch nicht heißen, dass es sowas nicht gibt. Wieso bezweifelst du es dann ?


Weil mein ganzes Wissen dagegen spricht.

Könntest du da etwas konkreter werden ? Ich meine das du weißt welche Farbe ein Baum hat wird ja deine These wohl kaum unterstützen.

Zitat:
b) Ich bin auch der Meinung das es viele ethische Vorstellungen gibt, aber das muss doch nicht heißen das es kein Richtiges allgemeingültiges geben kann. Nach deiner Einstellung müsste sich dann ja jeder sein eigenes machen, ohne durch Eltern; Traditionen oder Angehörigkeiten beeinflusst zu werden oder nicht ?


Nein, die umwelt formt immer des jeweilige System mit. dieses ist aber immer individuäl. Denn jeder nimmt verschieden die einflüsse (z.B. auch eltern) mit auf.

Ich versteh deine Argumentation nicht richtig. Du sagst es ist immer individuell, deswegen hat nicht jeder ein unterschiedliches System, was eigentlich aus deiner These zu schlussfolgern wäre.

Zitat:
c) Ich verstehe nicht wieso das Prinzip des Systems eine nicht-Verallgemeinerung erzwingt.


Es erzwingt keine Nichtverallgemeinerung. aber meines wissens gibt es keine. und sollte es eine geben, dann wurde bis jetzt sich nur mangelhaft an diesen ausgerichtet.

Zitat:
Denn wenn es in sich selber begründet wäre, wäre es doch einleuchtend und evident oder nicht ?


Ist es ja auch für mich. ^^


Na gut das lässt sich dann wohl nicht mehr anzweifeln xD
metin
Zitat:
Original von Thanasius Lakon

Davon ausgehend würde ich allerdings ein anderes Beispiel wählen, welches das Ganze etwas deutlicher macht:
Angenommen du siehst ein Kind auf eine Straße zulaufen und gleichzeitig einen LKW sich mit hoher Geschwindigkeit nähern. Du bräuchtest das Kind bloß zu rufen, um den Unfall zu vermeiden. Ist es hier tolerierbar nichts zu tun?


Hallo Thanasius,
ich denke, es währe nicht tolerierbar, wenn ein Mensch eine Katastrophe vermeiden können und nicht vermeiden. Denn der Mensch kann die Konsequenzen eine Katastrophe erkennen

Zitat:
Allerdings gibt es in der Moral zahlreiche Grauzonen und ob etwas moralisch verwerflich ist oder nicht liegt häufig im Empfinden des Einzelnen. Dein „Jemand“ z.B. mit seiner tollen Produktidee, wäre wohl rechtlich gesehen nicht zu belangen (wie z.B. auch die Alkoholindustrie nicht für die entstehenden Schäden belangt wird), wenn er allerdings aus der Sucht der anderen immer mehr Profit schlägt (angenommen die Sucht hätte keine gesundheitlichen Folgen), dann lässt das zumindest Rückschlüsse auf seinen Charakter zu (und genau genommen schadet er ja den anderen auch, indem die Sucht ihr Leben einschränkt).

eine solche Mensch, der nun auf seine profit konzentrieren und negative Auswirkung auf andere Menschen außer acht lasst, hat eine schlechten Charakter. Menschen mit hohen Niveau müsste auch über die negative Konsequenzen aufklären.
Du bringst zum ausdruckt, dass man moralische verghen, kann man nicht rechtliche belangen. Also legt die Moral größere Werte auf individuelle Entscheidung.

Zitat:
Und ich teile deine Konsequenz: Ein Mensch mit hohem moralischen Standard, müsste auch den anderen helfen so gut er kann. Der Widerspruch zu deiner Ausgangsthese ergibt sich daraus, dass sie einen sehr niedrigen moralischen Standard vertritt, indem sie sagt, „ich bin nur für das verantwortlich was ich verschulde“ und die Forderung zu helfen noch gar nicht enthielt (unser Rechtssystem liegt irgendwo zwischen den beiden, da z.B. unterlassene Hilfeleistung strafbar ist, Ausbeutung von Arbeitskräften jedoch nicht usw.).


Heiß es ein Mensch mit niedrigen Moral fühlte nur für das verantwortlich, was er selber verschulde hat und das Gebote anderen zu helfen,

Zitat:
Die philosophische Grundfrage hinter alldem wird hier allerdings noch völlig außer Acht gelassen, nämlich die nach der Moralbegründung überhaupt. Warum ist es z.B. überhaupt falsch anderen zu schaden, schließlich führen wir auch Kriege und in anderen Kulturen darf ein Mann seine Frau schlagen, wenn er es für richtig hält. Gibt es überhaupt ein festes Kriterium für Moral oder Handlungen die moralisch zu nennen wären? Ist nicht letztlich sogar christliche Nächstenliebe egoistisch, da sie durch die Vorstellung des Jenseits bzw. der Strafe Gottes motiviert wird?


Es ist falsche, den andere zu schaden, weil man nicht selber schaden erleiden will.
Wenn in manche Kulturen gegenüber schwachen und Frauen Gewalt angewendet wird, so heiß es nicht, das es moralische zu rechtfertigen ist.

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin