Flo
Guten Abend, liebe GenossenInnen PhilosophenInnen!
Es ist wohl eine der wichtigsten, verrücktesten, (un)berechtigsten und interessantesten Fragen in der Philosophie.
Warum existiert etwas? Warum ist nicht vielmehr nichts? Wie kann es sein, dass es Dinge gibt? Wäre nicht auch die Gegenfrage zulässig: Warum sollte es möglich sein, dass es nicht Dinge gibt?
Ich kann leider nicht wirklich viel dazu sagen und muss es dabei belassen, ratlos diese Fragen zu stellen.
Gut, eins noch, wenn Kant recht hat und wir metaphysische Sachverhalte nicht erfassen können, weil wir keine Erfahrungen damit haben, dann ließen sich die Fragen ja prinzipiell nicht beantworten.
Wäre es in diesem Fall nicht sinnvoll, sich einfach etwas schönes auszudenken?
Kai
| Zitat: |
| Wäre es in diesem Fall nicht sinnvoll, sich einfach etwas schönes auszudenken? |
Das hat man doch vielfach getan. Lese doch einfach mal das 1. Buch Mose.
Die Frage, warum es überhaupt etwas gibt, kann kein Mensch beantworten. Sollte es überhaupt eine Antwort darauf geben (möglicherweise ist diese Frage auf höheren intellektuellen Niveaus sinnlos), dann wäre sie den Menschen unbegreiflich. Aber das dem Menschen Mögliche muss ja nicht das Höchste sein, was im Sein, nicht mal im Universum möglich ist.
Flo
@ Kai
Nun ja, die Schöpfungsgeschichte ist für mich keine schöne Antwort, sie befriedigt mich nicht, weil sie mich weder überzeugt noch aufbaut.
gbg
| Zitat: |
Original von Flo
Warum existiert etwas? Warum ist nicht vielmehr nichts? Wie kann es sein, dass es Dinge gibt? |
Hallo Flo.
@ alle
Vielleicht existiert auch deshalb etwas weil das "Eine ohne ein Zweites"! als Göttliches im Urknall sich selbst Grenzen gesetzt und so die Gegensätze in denen wir leben und denken erzeugt hat.
Eine zweite Möglichkeit an die ich selbst allerdings weniger als an die erste glaube wäre womöglich dass durch die permanente Ausdehnug unseres Universums Gegensatzpaare wie z.B. die Kräfte aus einer vermuteten gemneinsamen Urkraft oder auch der Welle/Teilchen Dualismus aus etwas Übergeordnetem einfach auskristallisiert wurden.
P.S.: Besser als der Ausdruck Dualitäten wäre denke ich aber der Ausdruck Polaritäten.
Und als letztes:
Steht nicht im Schöpfungsbericht auch etwas von Trennungen ?
L.G. gbg
Archibald
@ Flo:
Ich sage, wir können metaphysische Dinge deswegen nicht erfassen, weil wir dazu ausserhalb der Welt stehen müssten (um diese erfassen zu können), in Wirklichkeit aber innerhalb einer Welt stehen, die auf metaphysischen Grundprinzipien aufbauen, dessen Teil wir selber sind.
Es gibt aber dennoch die Möglichkeit des Abstrahierens;
Wie z.B. können wir uns das "metaphysische" "Nichts" denken, können wir es doch nicht erfahren?
Ich sage:
Den Satz: "In meiner Geldbörse befindet sich kein Geld" versteht jeder, obwohl er das "kein" als Form von "Nichts" gar nicht erfahren kann; wie kommt das?
Kai
| Zitat: |
| Original gbg: Vielleicht existiert auch deshalb etwas weil das "Eine ohne ein Zweites"! als Göttliches im Urknall sich selbst Grenzen gesetzt |
Fichte bringt eine ähnliche Spekulation: In einem vorbewussten Stadion setzt das Ich sein eigenes Sein. Und da das Ich seinem innersten Wesen nach Tätigkeit ist, setzt es sich, ebenfalls unbewusst, ein Nicht-Ich, die Welt, als Schranke, als Widerstand entgegen, um an etwas tätig sein zu können.
Aber selbst, wenn das so sein sollte, erklärt es nicht, warum es überhaupt etwas gibt, warum es überhaupt ein Ich gibt, das sein sein setzt.
gbg
| Zitat: |
Original von Kai
| Zitat: |
| Original gbg: Vielleicht existiert auch deshalb etwas weil das "Eine ohne ein Zweites"! als Göttliches im Urknall sich selbst Grenzen gesetzt |
Fichte bringt eine ähnliche Spekulation: In einem vorbewussten Stadion setzt das Ich sein eigenes Sein. Und da das Ich seinem innersten Wesen nach Tätigkeit ist, setzt es sich, ebenfalls unbewusst, ein Nicht-Ich, die Welt, als Schranke, als Widerstand entgegen, um an etwas tätig sein zu können.
Aber selbst, wenn das so sein sollte, erklärt es nicht, warum es überhaupt etwas gibt, warum es überhaupt ein Ich gibt, das sein sein setzt. |
Hallo Kai.
Dein Ich ist mein "Eines ohne ein Zweites neben sich".
Dein Sein ist das Subjekt und dein Nicht-Ich das Objekt.
(Wenn ich dich recht verstanden habe...)
Bei mir ist es so dass das "Eine ohne ein Zweites neben sich" die Subjekt/Objekt Spaltung setzt.
Und nun fragen wir uns warum?:
Ich denke zunächt aus Einsamkeit und danach erhaltend
durch Liebe.
L.G. gbg
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