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Original von Kai
Gesetze haben eine andere Existenzweise als Gegenstände. Ebenso haben Beziehungen bzw. Relationen eine andere Existenzweise als Materie. |
Ja. Und "verschiedene Existenzweisen" heißt hier: Wir gebrauchen den Begriff Existenz hier unterschiedlich. Die Redeweise von verschiedenen "Existenzweisen" kann dazu verführen, zu meinen, dass sozusagen verschiedene "Existenzweisen" nebeneinander
existierten, die zwar unterschiedliche, aber letztlich einander ähnliche oder verwandte Dinge seien. Und das verschleiert, dass der Unterschied ein
sprachlicher (wenn auch kein zufälliger) ist.
Man kann z.B. eine Reihe von Beispielen des Gebrauchs von Ausdrücken wie "existieren", "es gibt", etc. aufstellen.
| Zitat: |
Original von Kai
Damit existiert aber eben nicht nur Materie. |
Nein, du verwirrst wieder die Sprechweisen. Wenn du das so ausdrückst, dann suggerierst das
wieder, dass "existieren" in beiden Fällen eine ähnliche Bedeutung hätte. Richtiger wäre: "Wir sprechen über Gesetze anders als über Dinge". Aber ein Satz von der Art "Es gibt Dinge und dann gibt es auch noch Gesetze" (als eine Art Aufzählung verstanden) verwirrt verschedene, nicht aufeinander reduzierbare Gebräuche von "es gibt".
Mein Schlüsselsatz aus dem letzten Beitrag ist hier folgender: "Wenn man sagt, dass das Gravitationsgesetz existiere, dann
meint man damit, dass sich Objekte ihm gemäß verhalten." - Und genau das kann man über den Gebrauch von "existieren" bezogen auf irgendein Objekt
nicht sagen.
Der Punkt dabei ist, dass man sich, wenn man sich ein Gesetz vorstellt, Fälle seiner Anwendung vorstellt, und
ohne sich Fälle seiner Anwendung vorzustellen, kann man sich auch das Gesetz nicht vostellen. Man kann es sich also auch nicht
jenseits der Fälle seiner Anwendung (bzw. "hinter" ihnen) vorstellen.