Qui-Gon Jinn
Hi Leute,
zur Zeit beschäftigt mich folgendes:
Die meisten Leute denken anscheinend viel in Worten, sie führen sozusagen ein Selbstgespräch, aber ohne die Worte laut auszusprechen.
Laut Studien ist es nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen, der nicht in Worten denkt, sondern stattdessen "nur" Bilder und Gefühle erlebt.
Ich persönlich zähle zu zweiterem.
Nun interessieren mich die Vor- und Nachteile der jeweiligen Denkarten. Können Menschen, die in Worten denken, z.B. unanschauliche Probleme besser durchdenken? Gelingt es Menschen, die nicht in Worten denken, besser, sich innerlich zu beruhigen, da sie nicht ständig einen inneren Dialog führen?
Ich bin gespannt dazu ein paar Meinungen und eventuell auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu lesen...
ewig
| Zitat: |
Original von Qui-Gon Jinn
Nun interessieren mich die Vor- und Nachteile der jeweiligen Denkarten. Können Menschen, die in Worten denken, z.B. unanschauliche Probleme besser durchdenken? Gelingt es Menschen, die nicht in Worten denken, besser, sich innerlich zu beruhigen, da sie nicht ständig einen inneren Dialog führen? |
Was schwebt Euch für eine Methode vor, die zu diesem Zwecke mehr als nur Mutmaßungen zuließe, wenn doch anscheinend jeder nur
seine Seite der Münze kennen wird, Meister Qui-Gon?
Third
Bevor die Menschen alphabetisiert wurden und bevor Luther uns die Rechtschreibung brachte um es einfach zu sagen, da war auch das Denken weniger genormt wenn auch es schon da wohl eine Trennung zwischen "verbalem" und "emotionalen" oder auch "visuellen?" denken gab. Vielleicht ist aber alles Eins. Alles ist eine BEwegung des GEistes. Ich persönlich habe den subjektiven Eindruck dass ich als Kind weniger dialektisch bzw "in Worten" gedacht habe. Heute habe ich die Möglichkeit mich im GEiste mit mir selbst zu unterhalten. Manchmal stelle ich mir auch vor mit jemandem zu reden den ich kenne um eine andere Meinung zu simulieren sprich: Ich versuche zu erraten was jemand anderes zu einer Sache denken würde. Zu diesem Zwecke eben stelle ich mir einen Dialog vor. Aber zb "Liebe" denken und "Liebe" sagen sind 2 Paar Stiefel. Wenn ich das Wort "Liebe" denke, dann kann ich versuchen es mit aller Bedeutung zu füllen, die ich ihm zuschreibe. Und sogar zu dem Schluss kommen dass Worte hier versagen. Dennoch benutze ich das Wort im Geiste oder auch im Gespräch als "Platzhalter" für meine Vorstellung davon. Wohlwissend, dass die Realität sich als völlig anders erweisen kann oder ein anderer MEnsch sich darunter anderes vorstellt.
Grüße,
third.
pnovell
| Zitat: |
| Heute habe ich die Möglichkeit mich im GEiste mit mir selbst zu unterhalten. Manchmal stelle ich mir auch vor mit jemandem zu reden den ich kenne um eine andere Meinung zu simulieren sprich: Ich versuche zu erraten was jemand anderes zu einer Sache denken würde. Zu diesem Zwecke eben stelle ich mir einen Dialog vor. |
das aber kein unterschwelliger versuch schizophrenie zu verbreiten?
Nylen
Das Menschen intern einen Dialog unterliegen halte ich für falsch. Es ist ein Monolog. Wobei die meisten Menschen wohl auch mal dialogisch denken und sich selbst antworten geben, sich selbst ermahnen etc.
Das jemand dagegen nicht sprachlich denkt, wie du das schreibst ist dagegen eine Unmöglichkeit. Auch du hast EINE Stimme im Kopf, oder du könntest gar nicht in Sprache formulieren.
Es ist auch kein Zeichen von Gesundheit ständig zu visualisieren bzw tagzuträumen. Die meisten Menschen die ich kenne die sagen sie würden viel in Bildern und Traumbildern denken, sind latent gefährdet Schizophrenie zu entwickeln. Selbes gilt für Leute die selten oder nie in Bildern denken sondern nahezu nur sprachlich.
Ich denke gesund ist ein Mix aus beidem. Nix gegen Bilder und Tagträumerei, und nix gegen die welche sich selbst den ganzen Tag Geschichten erzählen.
Völlig normal sobald mal das eine mal das andere überwiegt.
Jörn
| Zitat: |
Original von Qui-Gon Jinn
Laut Studien ist es nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen, der nicht in Worten denkt, sondern stattdessen "nur" Bilder und Gefühle erlebt.
Ich persönlich zähle zu zweiterem. |
Mir ist nicht ganz klar, was du meinst: Ich sehe da oben ja doch Worte? Okay, wir haben da Anführungszeichen beim "nur". Aber wie stellst du dir hier einen Gedankenaustausch vor? Was ist überhaupt ein Gedanke? Das ist jetzt nicht als Knock-out-Frage gemeint. Sondern durchaus ernst. Sprich:i ch würde mich nicht ohne weiteres "trauen" eine Antwort zu geben. Im Unterschied zu jenen, die die Untersuchung gemacht haben, von der du da sprichst, die scheinen ja gewisse Vorstellungen davon zu haben, was man einen Gedanken oder Denken nennen kann. Oder meinen sie einfach alles, was so im Kopf vor sich geht?
In "können Tiere denken"* stellt sich Brandt natürlich auch die Frage und antwortet, ein Gedanke ist ein Urteil (hat also die Form X ist p). Aber auch manche Gefühle könnten im Prinzip "implizit" ein Urteil sein. Wenn ich etwa Angst vor einem Hund habe, dann ist das gewissermaßen rational, weil diese Angst den Hund als gefährlich auszeichnet und somit eine Art Urteil darstellt (Hund ist gefährlich | X ist p).
Nun möchte ich eigentlich gerne Kunstwerke (welcher Art auch immer) als Kandidaten für Gedanken zulassen - kann man das mit dem oben gesagten verbinden? Oder ist eine von beiden Vorstellungen falsch? Wie will man das eigentlich entscheiden?
Ich finde es zum Beispiel recht offensichtlich, dass der Körper beim Denken eine große Rolle spielt ... von Beuys ist der Ausdruck, dass er mit dem Knie denkt bekannt, eine Tänzerin hab sagen hören, dass sie in den Raum hineinfühlt ... und wenn (manche) Gefühle rational sind, denkt sie dann in den Raum hinein? Gehört der Körper zu den Voraussetzungen oder denkt er gleich mit oder wie?
* Können Tiere denken?: Ein Beitrag zur Tierphilosophie von Reinhard Brandt
http://budesheim.files.wordpress.com/2010/01/image48.png
Stabheuschrecke
: Oder wie man mit dem Knie denkt
Bei Themen wie diesen merkt man wirklich so deutlich, wie falsch es ist, dass man in diesem Bereich keine Bilder posten darf. Das ist ganz unverständlich und scheint eine gewisse philosophische Grundausrichtung zu sein, die nicht offen genug ist für anderes - das sollte man wirklich ändern.
glorin
@Nylen:
| Zitat: |
| Das jemand dagegen nicht sprachlich denkt, wie du das schreibst ist dagegen eine Unmöglichkeit. Auch du hast EINE Stimme im Kopf, oder du könntest gar nicht in Sprache formulieren. |
Hm, ich denke nicht sprachlich. Aber gleich mehr dazu.
| Zitat: |
| Selbes gilt für Leute die selten oder nie in Bildern denken sondern nahezu nur sprachlich. |
Bildlich aber eigentlich auch nicht.
Wenn man nun weder Bildlich, noch sprachlich denkt, wie denkt man dann? Ich denke die antwort ist nicht so schwer. Dein Unterbewußtsein denkt für dich. Denkst du weiter beim essen nach, wie du eine Gabel zu dem Mund führst? Nein? Ich denke insgesammt nicht bewußt nach. Mir kommen die Antworten von alleine. Sprich mein Unterbewußtsein ist am denken. Dies passiert, bei Matheaufgaben, Texteschreiben/Sprechen (die Texte entstehen von alleine, ich nimm sie erst wahr, wenn ich sie spreche, oder geschrieben habe, also beim bewegen meines Fingers.), wo was liegt..., ect.
Somit scheint es auch noch eine weitere möglichkeit zugeben, als das stumpfe in Worte, oder Bilder zudenken.
Anderseits denke ich manchmal, aber eher selten auch in Worten. Das heißt ich ersinne in mir absichtlich ein Gedankenkonstrukt. In diesen fließen aber auch Gedanken aus dem Unterbewußtsein aus.
Das letzte mal als ich bewußt dachte, kam mir während dieses Denkens eine Antwort im Denken. Ein ausformulierter Text, der perfekte formen hatte und der mich lyrisch umhaute. Er passte perfekt in den künstlichen (bewußten) Gedanken hinein, wirkt aber zugleich abstrakt und andersartig.
Also, ich denke es müsste auch noch die Gruppe Mensch hinzueddiert werden, die eigentlich nur antworten erhält und nicht mehr bewußt nachdenkt. Denn diese denkt, weder direkt in Bilder, noch in Texten.
mfg.
glorin
Third
@ pnovel
zu deiner Frage ob mein Bericht, darüber dass ich im Geiste Dialoge führe ein unterschwelliger Versuch ist Schizophrenie zu verbreiten:
Doch natürlich; unbedingt! Es ist mein größtes Interesse Schizophrenie zu verbreiten. Dadurch habe ich den Vorteil dass wir nicht mehr so alleine sind. Aber keine Angst es besteht keine Ansteckungsgefahr wenn man sich nicht in andere Menschen versetzt!
Grüße,
third.
P.S. Und ja, das ist ein offensichtlicher Versuch Ironie zu unterbreiten.
Epic
Hi Leute, zur Zeit beschäftigt mich folgendes: Die meisten Leute denken anscheinend viel in Worten, sie führen sozusagen ein Selbstgespräch, aber ohne die Worte laut auszusprechen. Laut Studien ist es nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen, der nicht in Worten denkt, sondern stattdessen "nur" Bilder und Gefühle erlebt. Ich persönlich zähle zu zweiterem. Nun interessieren mich die Vor- und Nachteile der jeweiligen Denkarten. Können Menschen, die in Worten denken, z.B. unanschauliche Probleme besser durchdenken? Gelingt es Menschen, die nicht in Worten denken, besser, sich innerlich zu beruhigen, da sie nicht ständig einen inneren Dialog führen? Ich bin gespannt dazu ein paar Meinungen und eventuell auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu lesen...
Sehr interessantes dingen was du da ansprichst.
ohne worte lassen sich welten und sphären erfassen die mit worten nur verkannt werden würden, und umgekehrt, mit worte lassen sich wiederrum inter-strukturelle logische dinge und abstrakterein erfassen die man ohne worte niemals hätte erfassen können.
Mit der ausschließlichen verbalen kommunikation und wahrnehmung, pickt man und füllt man sein geist mit worten deren grenzen beschränk sind, und erfasst in ihrem gebrauch immer nur den zusammenhang, auf den man sich durch die beschränkung der worte geeinigt hat.
Das bildliche und das emotionale- denken hingegen ist frei von allen grenzen des verstandes und befreit von der logik aller dinge.
Mit dem emotionalen-denken schafft man sich kein rahmen und keine grenze, es erfasst all dass was nicht in worte gefasst werden kann,jedoch kanna man sich durch den verbalen-ausdruck , an das geschehene erinnern.
Das geschehen selbst ist wie ein wasserfluss, mit dem verstand mit der verbalen kommunikation kann man das geschehen nicht greifen, den wasser lässt sich nicht greifen, man kann es nur vage beschreiben, und doch letzen endes ist es das schönste, die dinge einfach nur zu spüren und zu erfühlen, fern von allen gedanken.
Aus der erfahrung und aus dem wahrem lebendigen erleben lässt sich wahres wissen schöpfen.
Philippos
| Zitat: |
Original von Qui-Gon Jinn
Die meisten Leute denken anscheinend viel in Worten, sie führen sozusagen ein Selbstgespräch, aber ohne die Worte laut auszusprechen.
Laut Studien ist es nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen, der nicht in Worten denkt, sondern stattdessen "nur" Bilder und Gefühle erlebt.
Ich persönlich zähle zu zweiterem. |
Mein Problem ist hier zunächst: Was bedeutet das Verb "denken"? Ist damit UNTERSCHIEDSLOS jeder bewusste Vollzug gemeint, so dass es etwa dasselbe bedeutet wie "bewusst erleben"? Oder wollen wir einen Unterschied zwischen "fühlen", "empfinden", "phantasieren", "vorstellen"... und "denken" machen?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich mit den Aussagen oben etwas anfangen.
Ich persönlich finde es nützlich, unsere Bewusstseinsvollzüge entlang dreier Unterscheidungen einzuteilen:
1. Geschehen sie passiv/unwillkürlich oder lassen sie sich willkürlich/aktiv/spontan durchführen?
2. Sind sie wiederholbar oder nicht?
3. Sind sie mitteilbar oder nicht?
Unter "denken" würde ich dann solche Bewusstseinsvollzüge zusammenfassen, die wir willkürlich durchführen, wiederholen und auch mitteilen können. Alles andere würde ich als "fühlen" oder "erleben" bezeichnen. (Wobei sich im Detail bestimmt noch feinere Einteilungen machen ließen.)
Damit verstehe ich unter "denken" also eine irgendwie GEREGELTE und an ein ZEICHENSYSTEM gebundene Tätigkeit.
Philippos
Hallo Heinrich!
| Zitat: |
| Nun möchte ich eigentlich gerne Kunstwerke (welcher Art auch immer) als Kandidaten für Gedanken zulassen - kann man das mit dem oben gesagten verbinden? Oder ist eine von beiden Vorstellungen falsch? Wie will man das eigentlich entscheiden? |
Das "oben Gesagte" war die These, dass Denken gleich Urteilen ist ("x ist P").
Ich denke (!), dass diese Gleichsetzung ein bisschen übereilt ist. So wie ich auch Kants Gleichsetzung von "Erfahrung" mit dem Urteilen übereilt und erläuterungsbedürftig finde; Kant nimmt in der "Kritik der reinen Vernunft" diese Gleichsetzung ja ohne jede Begründung vor. Aber immerhin hat er dann auch die "Kritik der Urteilskraft" geschrieben, die man eine Untersuchung einer anderen Form von Erfahrung nennen kann, nämlich der ästhetischen Erfahrung. Und dort heißt es etwa, dass das Schöne uns "viel zu denken" gebe bzw. dass die Erfahrung des Schönen eine "Reflexion" in Gang bringe, die nicht durch ein definitives Urteil über das Objekt zum Abschluss gebracht werden könne.
Aber grundsätzlich ist für Kant das Denken eine Tätigkeit des "Verstandes", und damit eine Verbindung von "Begriffen". (Diese Ausdrücke sind allerdings auch wieder erläuterungsbedürftig.)
Mein Vorschlag ist ja, das Denken durch Spontaneität/Willkürlichkeit, Wiederholbarkeit und Mitteilbarkeit abzugrenzen. Damit legt man sich nicht sofort darauf fest, dass das Denken an WORTE gebunden ist. Aber irgendwie GEFORMT (geregelt) wäre nach dieser Definition schon; auch müssen dabei irgendwelche Zeichen im Spiel sein, die es erlauben, Gedanken mitzuteilen, sie also NACHVOLLZIEHBAR zu machen.
(Beides gilt wohl auch für Kunstwerke: sie sind irgendwie "geformt" und "nachvollziehbar".)
| Zitat: |
| Ich finde es zum Beispiel recht offensichtlich, dass der Körper beim Denken eine große Rolle spielt ... von Beuys ist der Ausdruck, dass er mit dem Knie denkt bekannt, eine Tänzerin hab sagen hören, dass sie in den Raum hineinfühlt ... und wenn (manche) Gefühle rational sind, denkt sie dann in den Raum hinein? Gehört der Körper zu den Voraussetzungen oder denkt er gleich mit oder wie? |
Dass der Körper am Denken irgendwie beteiligt ist, glaube ich auch. Aber er ist dabei anders beteiligt als etwa beim Stolpern und dem anschließenden Schmerzempfinden.
Epic
Mit Worten/Ohne Worte denken
Ohne worte lässt sich oftmals dasjenige erkennen, was mit des wortes hülse nur verkannt werden würde.
Das ist meine erfahrung.
Mond
Pures Wunschdenken, wortwörtlich.
Es tut mir Leid euch das zu sagen, aber: Ihr seid alle gleich im denken.
Ihr denkt in Sprache, Bildern und "unterbewusst", hier ist niemand besonders, oder denkt in einer anderen Form, das ist einfach nur Grütze.
Als ihr diese Texte geschrieben habt, hattet ihr Eingebungen, habt aber auch in Sprache gedacht, unzwar diesen Text.
Wenn ihr an den Mond denkt, dann seht ihr das Bild des Monds vor eurem inneren Auge.
Dieser kleine Prozentsatz der sagt: "Ich denke nur in Bildern.", ist dieser "I wanna be special!"-Prozentsatz der immer bei solchen Umfragen rumkommt.
Also: Hier ist keiner besonders, ihr seid alle gleich einzigartig...
Boah, ey.
Mfg Mond
PS: Das Thema ist ja mal... boah... meine fresse...
Qui-Gon Jinn
Ich finde aber es macht einen Unterschied, wirklich in Worten zu denken oder seine Gedanken wörtlich zu formulieren.
Wenn man anderen seine Gedanken mitteilen möchte, entscheidet man sich meist dazu, es in Worten zu tun. Man könnte aber doch z.B. auch eine Zeichnung anfertigen, bloß das ist meist zeitaufwendiger und vielleicht auch weniger eindeutig für manchen.
Zum Beispiel der Mond: Wenn man an den Mond denkt, so werden viele Menschen ihn sich bestimmt bildlich vorstellen, als an das Wort "Mond" zu denken. Möchtest man nun jemandem mitteilen, dass man an den Mond gedacht hat, wird man ihm einfach sagen: "Ich hab an den Mond gedacht." statt eine Zeichnung vom Mond zu machen und diese dann vorzuzeigen. Man hat dann also bildlich gedacht, auch wenn man es später in Worten formuliert hat.
Dass man bei der Formulierung dann in Worten denkt, ist ja klar, sonst könnte man es ja nicht aufschreiben. Wo soll denn sonst die sprachliche Formulierung herkommen?
Das ist dann auch bei Menschen so, die sonst hauptsächlich in Bildern denken. Wenn sie ihre Gedanken in Worten aufschreiben, MÜSSEN dazu sie in Worten denken. Aber der ursprüngliche Gedanke war eben bildlich.
Meine Frage bezog sich aber auf den Akt des Denkens, ohne die Gedanken niederzuschreiben oder jemandem sprachlich mitteilen zu wollen.
Also wenn man so für sich allein ist und an etwas denkt, bzw. über etwas nachdenkt.
Am obigen Beispiel mit dem Mond ist mir schonmal klargeworden, dass es kaum Leute geben wird, die NUR in Worten denken. Und umgekehrt werden Leute, die hauptsächlich in Bildern denken, nicht mehr bildlich denken, wenn sie über etwas nachdenken müssen, von dem sie keine bildliche Vorstellung haben. Also wird es auch kaum Leute geben, die NUR in Bildern denken.
glorin
@Qui-Gon Jinn:
| Zitat: |
| Zum Beispiel der Mond: Wenn man an den Mond denkt, so werden viele Menschen ihn sich bestimmt bildlich vorstellen, als an das Wort "Mond" zu denken. |
Kann ich nicht ganz Nachvollziehen. Dies mag zwar sein. Aber ich persöhnlich denke eigentlich nie persöhnlich. Wie ich schon sagte denke ich vorallem Unterbewußt und regestriere nur bewußt die Antworten auf das Gedachte. Versuche ich bewußt an etwas zudenken, dann denke ich nicht in Bildern, sondern in Worten. Wenn ich an den Mond denke, beschwöre ich kein Mond vor mein geistiges Auge, sondern nur das Wort Mond mit dessen Eigenschaften. Diese sind aber auch nicht bildlich festgehalten.
Bildlich denke ich nur, wenn ich dies muss um etwas zuerzeugen, z.B. ein Bild, oder eine Assoziation kann es vorkommen, das ich Bildlich das Ergebnis versuche zuersinnen. Gleichzeitig würde ich in diesem Fall aber auch die Eigenschaften des Bildes sprachlich erdenken. Wie ich welche Wirkung erzeugen kann. (Abgesehen davon das ich auch beim malen, oder schreibe unterbewußt denke dürfte dieser Ablauf schon klar machen, das es auch Menschen gibt, die nicht, bzw. so gut wie gar nicht Bildlich denken.
| Zitat: |
| Das ist dann auch bei Menschen so, die sonst hauptsächlich in Bildern denken. Wenn sie ihre Gedanken in Worten aufschreiben, MÜSSEN dazu sie in Worten denken. Aber der ursprüngliche Gedanke war eben bildlich. |
Dies ist der Nachteil im Bildlichen Denken. Man muss die Gedanken umformen, im Sprachlichen Denken können diese einfach bestehen bleiben.
| Zitat: |
| Meine Frage bezog sich aber auf den Akt des Denkens, ohne die Gedanken niederzuschreiben oder jemandem sprachlich mitteilen zu wollen. Also wenn man so für sich allein ist und an etwas denkt, bzw. über etwas nachdenkt. |
In diesem Fall denken auch anscheinend Menschen unterbewußt, bzw. gar nicht. Es gibt noch weitere Arten die ich jetzt nicht alle aufzählen möchte. Du machst einen Fehler. Du versuchst etwas einen Wahrheitswert durch persöhnliche Erfahrung abzuringen. Dies kann aber nicht gehen. Vorallem da niemand weis wie abnormal die eigene innere Struktur ist. Denn niemand kann gänzlich die eines anderen verstehen.
Taurus
Ich möchte zu diesem Thema mal einen Gedanken einschieben.
Was ist Schrift, was ist das Wort?
Die älteste, durch Funde belegte Schrift, ist die sumerische Keilschrift.(sumerische Bilderschrift).
Die sumerische Keilschrift bestand am Anfang nur aus Piktogrammen (Bildern)
Die zu Bilderketten zusammen gefügt wurden.
Ein Beispiel:
Das Weinen, könnte mit einem Piktogramm des Auges und des Wassers, dargestellt werden.
Auch die altägyptischen Hieroglyphen waren zunächst, eine reine Bilderschrift.
Was könnte uns das, über Schrift und Wort verraten?
Oder verrät es uns etwas, über unser Denken?
Ich denke das es verrät, das es durchaus möglich ist, rein in Bildern zu Denken.
@Nylen
| Zitat: |
Original von Nylen
Das Menschen intern einen Dialog unterliegen halte ich für falsch. Es ist ein Monolog. Wobei die meisten Menschen wohl auch mal dialogisch denken und sich selbst antworten geben, sich selbst ermahnen etc.
Das jemand dagegen nicht sprachlich denkt, wie du das schreibst ist dagegen eine Unmöglichkeit. Auch du hast EINE Stimme im Kopf, oder du könntest gar nicht in Sprache formulieren.
Es ist auch kein Zeichen von Gesundheit ständig zu visualisieren bzw tagzuträumen. Die meisten Menschen die ich kenne die sagen sie würden viel in Bildern und Traumbildern denken, sind latent gefährdet Schizophrenie zu entwickeln. Selbes gilt für Leute die selten oder nie in Bildern denken sondern nahezu nur sprachlich.
Ich denke gesund ist ein Mix aus beidem. Nix gegen Bilder und Tagträumerei, und nix gegen die welche sich selbst den ganzen Tag Geschichten erzählen.
Völlig normal sobald mal das eine mal das andere überwiegt. |
Deine Aussage ist eine Unmöglichkeit, aber natürlich subjektiv berechtigt.
Kai
Wenn ein Mensch verschiedene Weine kostet, dann erkennt er Unterschiede, Weinkenner Hunderte Nuance, aber nur wenige Menschen sind in der Lage, das in Worte zu fassen.
Wenn wir angerufen werden, erkennen wir oft an der Stimme, wer es ist. Wir unterscheiden Hunderte von Stimmen, aber die Wenigsten sind in der Lage mit Worten zu beschreiben, was die Differenz zwischen den Stimmen ist, was die jeweilige Stimme so unverwechselbar macht.
Wir können Hunderte, wenn nicht Tausende Gesichter von einander unterscheiden, ohne dass wir in der Lage sind, mit Worten zu beschreiben, was die einzelnen Gesichter von den anderen unterscheidet.
Auch Hunderte verschiedener Gerüche können wir unterscheiden, ohne die Unterschiede benennen zu können.
Mit den Fingern ertasten wir verschiedene Formen und Zeichen, ohne immer Worte dafür zu haben.
Wir differenzieren in unserem Bewusstsein Eindrücke bzw. Erinnerungen gustatorischer (Geschmacksinn), auditiver (Hörsinn), visueller (Gesichtssinn), olfaktorischer (Riechsinn) und taktiler (Tastsinn) Art.
Dann gibt es innere Empfindungen, die unter keine der eben genannten fünf Sinne subsumierbar sind. Schmerz ist eine Empfindung eigener Art, die auch in unterschiedlichen Varianten auftritt. Zahnschmerz unterscheidet sich von Schmerz durch Finger klemmen. Nicht nur dadurch, dass der Schmerz an verschiedenen Stellen des Körpers auftritt.
Wenn Menschen dazu in der Lage sind, diese verschiedenen Eindrücke in Worte zu fassen, benötigt das Übung. Und die Sprache ist nachgeordnet. Auch wenn bei uns Menschen Sprache eine große Rolle spielt, wir differenzieren nicht nur durch Sprache. Auch ohne Sprache haben wir in unserem Bewusstsein eine große Vielfalt Tausender, vielleicht sogar Zehntausender ausdifferenzierter Inhalte.
Wenn wir nun diese verschiedenen nonverbalen Eindrücke bzw. Erinnerungen nach einander im Bewusstsein Revue passieren lassen, vergleichen, bewerten, in Relation zu einander setzen etc., ist das dann nicht eine Art nonverbalen Denkens?
Kai
"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort."
Dieser Satz stammt nicht - wie man vermuten könnte - von einem modernen Sprachphilosophen, sondern von Martin Luther. So übersetzte er den Anfang des Johannesevangeliums. Die frühesten Fassungen der Evangelien liegen - soweit ich weiß - in altgriechischer Sprache vor. Dort beginnt das Johannesevangelium mit dem Satz:
"En archè èn ho logos."
"Im Anfang war der Logos."
Das altgriechische Wort "Logos" hat viele Bedeutungen.
"Vernunft" kommt der Sache aber wohl näher als "Wort"
An Luthers Übersetzung stieß sich schon Goethe:
"Geschrieben steht: 'Im Anfang war das Wort!'
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!"
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