karlchen
Sollten philosophische Ideen den Zeitgeist anzeigen, könnte man argumentieren, dass diese Abspaltung der politischen Staatsinteressen nur ein Teil der Verselbstständigung von Teilinteressen gewesen sei, die Max Weber Anfang des 20.Jh feststellte, argumentiert Bamyeh.
Ein Beispiel für so eine Abspaltung beschreibe auch der Spätstrukturalist E.W.Ardener, der das Problem struktureller Unabhängigkeit anhand eines Schachproblems zeigte: Während man auf ein Schachproblem schaue, könne man nicht feststellen, ob die Stellung Folge einer gespielten Partie (bzw. abhängig von einer geschichtlichen Entwicklung) sei, oder ob es einfach zum Nachdenken aufgestellt wurde (sich aus aktuellen Ereignissen ergäbe).
Auf den ersten Blick, wäre das Schachproblem in beiden Fällen dasselbe.
Unberücksicht bliebe dann aber das Problem der Spielregeln. Um das Problem richtig beschreiben zu könnte, brauchte man ein Vorwissen um die Spielregeln. Sich darauf beziehend, könnte man versuchen, seine Geschichtlichkeit zu rekonstruieren, und dabei bemerken, dass die Regeln dafür nicht ausreichen. Die Funktion von Regeln sei ein Spiel zu beschreiben und uns zu ermöglichen, es zu spielen. D.hiesse, die Regeln würden das Spiel begründen, indem sie seine Wiederholbarkeit sicherten, aber nicht seine Geschichte rekonstruierten. Die Spieler sollen dabei die Regeln anwenden und nicht ihr Zustandekommen untersuchen. So wäre es auch mit der Einführung neuer Regelpakete hinsichtlich ihrer Vorstellung und Ausführung, d.h. das Spiel selber würde der sich selbstgenügender Weltersatz und nicht seine logische Begründung oder seine Repräsentation (Bewerbung/Anpreisung bzw. Vorstellung).
Würde das Problem auf zwischenstaatliche Beziehungen innerhalb eines bestehenden internationalen Staatensystems angewendet, käme man zum Fehlen einer Notwendigkeit, diese Spielregeln von irgendwo ausserhalb des Spiels herleiten zu müssen. Man könnte die grundlegenden Regeln der Transnationalität also nur anhand ihrer Anwendung beschreiben.
In internationalen Staatensystemen würden bestimmte Regelansätze, sets, angewendet (vorgebildet in Souveranitätsbegründung und -reglen, Vereinbarungen und Verträgen, Repräsentationen, Diplomatie, Vorbedingungen, Machtverhältnisse, bis hin zur Planung von Kriegshandlungen und diese als Eventualität mit einbedenkend). In unserer Welt würde souveräne Regierungsführung vor allem durch eine scharfe Unterscheidung innerer und äusserer Belange definiert. Die äusseren - für die auch Machiavelli, Clausewitz und moderne Realisten ihre Modelle konstruierten, würden durch globale Spielregeln bestimmt, die keine organischen, exklusiven, oder einmalige Bezüge zu geschichtlichen, ontologischen oder sozioökonomische Begründungen aufwiesen.
Aus einer globalen Perspektive, wäre die Einmaligkeit eines staatlichen Systems als Ort der Regierungsgewalt eher durch die Einbettung ins internationale Regelsystem als durch eigenständige Merkmale gegeben.
Die Innenseite, auch aus globaler Perspektive, würde bestimmt durch den Versuch, vergleichbare (ähnliche) Strukturen und Institutionen wie in (der Mehrzahl oder der tonangebenden?) anderen Staaten zu errichten, wobei auch eigene Ausbildungen (Umformungen) in dem Bedürnis stattfänden, ein international anerkannter, legitimer Mitspieler zu werden.
Bamyeh glaubt, dass es bislang keine Zusammenstellung von Beispielen postkolonialer Staaten gäbe, die aus Sicht der internationaler Gemeinschaft bedeutender als aus nationalstaatlicher Sicht gewesen wären.
In den nächsten Kapiteln möchte Bamyeh die Merkmale und Transformationen der beiden (der inneren und äusseren) Dimensionen (bzw. Sichtweisen) beschreiben, die zur momentanen weltgeschichtlichen Lage führten.
Ein Beispiel für so eine Abspaltung beschreibe auch der Spätstrukturalist E.W.Ardener, der das Problem struktureller Unabhängigkeit anhand eines Schachproblems zeigte: Während man auf ein Schachproblem schaue, könne man nicht feststellen, ob die Stellung Folge einer gespielten Partie (bzw. abhängig von einer geschichtlichen Entwicklung) sei, oder ob es einfach zum Nachdenken aufgestellt wurde (sich aus aktuellen Ereignissen ergäbe).
Auf den ersten Blick, wäre das Schachproblem in beiden Fällen dasselbe.
Unberücksicht bliebe dann aber das Problem der Spielregeln. Um das Problem richtig beschreiben zu könnte, brauchte man ein Vorwissen um die Spielregeln. Sich darauf beziehend, könnte man versuchen, seine Geschichtlichkeit zu rekonstruieren, und dabei bemerken, dass die Regeln dafür nicht ausreichen. Die Funktion von Regeln sei ein Spiel zu beschreiben und uns zu ermöglichen, es zu spielen. D.hiesse, die Regeln würden das Spiel begründen, indem sie seine Wiederholbarkeit sicherten, aber nicht seine Geschichte rekonstruierten. Die Spieler sollen dabei die Regeln anwenden und nicht ihr Zustandekommen untersuchen. So wäre es auch mit der Einführung neuer Regelpakete hinsichtlich ihrer Vorstellung und Ausführung, d.h. das Spiel selber würde der sich selbstgenügender Weltersatz und nicht seine logische Begründung oder seine Repräsentation (Bewerbung/Anpreisung bzw. Vorstellung).
Würde das Problem auf zwischenstaatliche Beziehungen innerhalb eines bestehenden internationalen Staatensystems angewendet, käme man zum Fehlen einer Notwendigkeit, diese Spielregeln von irgendwo ausserhalb des Spiels herleiten zu müssen. Man könnte die grundlegenden Regeln der Transnationalität also nur anhand ihrer Anwendung beschreiben.
In internationalen Staatensystemen würden bestimmte Regelansätze, sets, angewendet (vorgebildet in Souveranitätsbegründung und -reglen, Vereinbarungen und Verträgen, Repräsentationen, Diplomatie, Vorbedingungen, Machtverhältnisse, bis hin zur Planung von Kriegshandlungen und diese als Eventualität mit einbedenkend). In unserer Welt würde souveräne Regierungsführung vor allem durch eine scharfe Unterscheidung innerer und äusserer Belange definiert. Die äusseren - für die auch Machiavelli, Clausewitz und moderne Realisten ihre Modelle konstruierten, würden durch globale Spielregeln bestimmt, die keine organischen, exklusiven, oder einmalige Bezüge zu geschichtlichen, ontologischen oder sozioökonomische Begründungen aufwiesen.
Aus einer globalen Perspektive, wäre die Einmaligkeit eines staatlichen Systems als Ort der Regierungsgewalt eher durch die Einbettung ins internationale Regelsystem als durch eigenständige Merkmale gegeben.
Die Innenseite, auch aus globaler Perspektive, würde bestimmt durch den Versuch, vergleichbare (ähnliche) Strukturen und Institutionen wie in (der Mehrzahl oder der tonangebenden?) anderen Staaten zu errichten, wobei auch eigene Ausbildungen (Umformungen) in dem Bedürnis stattfänden, ein international anerkannter, legitimer Mitspieler zu werden.
Bamyeh glaubt, dass es bislang keine Zusammenstellung von Beispielen postkolonialer Staaten gäbe, die aus Sicht der internationaler Gemeinschaft bedeutender als aus nationalstaatlicher Sicht gewesen wären.
In den nächsten Kapiteln möchte Bamyeh die Merkmale und Transformationen der beiden (der inneren und äusseren) Dimensionen (bzw. Sichtweisen) beschreiben, die zur momentanen weltgeschichtlichen Lage führten.