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| Warum erfand der Mensch das Geld und welche Macht wohnt diesem inne? Ich lasse die Antworten einfach mal fließen...und sich entwickeln... |
An sich lässt sich nach meinem Empfinden diese Frage in einem Thread gar nicht beantworten. Die Frage nach dem "Warum" ist auf dem ersten Blick recht logisch, da das Äquivalent Geld, den relativen Wert von allen Waren ausdrücken kann. Während eine Ware immer nach dem Nutzen gehandelt wird, und so starken individuellen Schwankungen unterworfen ist, ist das Geld in dieser Hinsicht absolut transparent, da es sich in jedem Falle zu jeder Ware "gleich" verhält. Dies beschreibt Marx bei seinem ersten kapitel im Kapital. Da erklärt er die verschiedenen Formen vom "zufälligen" Tausch zweier Waren bishin zum Äquivalent Geld.
Zur zweiten Frage, welcher Kraft dem Gelde innewohnt wird das alles schon ein wenig komplizierter, da man diese Frage aus unzähligen Standpunkten betrachten kann: aus psychologischer Sicht, wirtschaftlicher, evt auch aus der politischen uvm.
Ich versuche mal das Geld aus der psychologischen (subjektiven) Sicht zu erläutern, welche sich im Bewusstsein des Menschen wiederspiegelt, wenn er mit Geld (Mittel) einen Zweck erwirbt. Zuerst sollte gesagt werden, das der Mensch das Geld zweierlei verwendet, einmal als wirtschaftlichen Faktor z.B. als Zahlungsmittel, und andererseits als einen eigenen Gegenstand, wo das Geld nicht mehr das Mittel zum Zweck ist (anders lässt sich das akkumulieren von Millionen bei manchen Menschen nicht erklären, aber dazu später mehr). An sich kann man mit Geld in unserer Gesellschaft alles erwerben, ausser Dinge wie die z.B. die Unsterblichkeit, Glückseeligkeit oder innere Ruhe, kurzum psychologische oder physiche Zustände welche nicht als fassbare Materie auf dem Markt angeboten werden können. Aber ansonsten ist jede mögliche Ware auf dem Markt in Austausch von Geld erwerbbar. Nun ist die Frage welche Abläufe im Bewusstsein stattfinden wenn ein Mensch käuflich Dinge erwirbt. Wie schon erwähnt, dient das Geld, im Normalfall, als Mittel zum Zweck, d.h. wenn ich einem menschlichen Bedürfnis unterliege, z.B. dem Hunger (als die Urform vom Bedürfnis) dann nutze ich das Geld um dieses Bedürfnis befriedigen zu können. Aber dies Beispiel zeigt nur ein Grundbedürfnis. In unserer Zeit gibt es weitaus komplexere Bedürfnisse, die auch mit dem geld zu befriedigen sind, nur wesentlich leichter als wenn das Geld als solches gar nicht existieren würde. Ein Bewusstsein baut förmlich einen Spannungsbogen auf, wenn eine Sache nicht umgehend (im Affekt) erwerbbar ist. Deshalb ist das Geld ein "Mittel" zum Zweck, dieser Zweck kann auch nur ein Teil zum Endzweck sein. Zum Beispiel bei einem Sammler, der akriebisch eine Reihe komplettieren will, er wird jedes Zwischenstück, was er erwirbt (mit Geld) nur als Zweck sehen, aber erst wenn die Sammlung komplett ist, die Stufe des Endzweckes errreichen. Und mit dem Eintreten des Endzweckes gleichzeitig aus dem Bewusstsein gelöscht, da es "Zufrieden ist". Das Bewusstsein strebt immer nach Dingen die es nicht hat. Das Geld als Zahlungsmittel ermöglicht es in einem weitaus komplexeren Maßstab seine Bedürfnisse zu befriedigen. Es muss gesagt werden das das Geld absolut Charakterlos und transparent ist. Geld ist an sich keine Ware, die behalten werden will. Deshalb ist auch das Geld einer der größten Erfindungen des Menschen, auch wenn manche der Meinung sind, das der Kommunismus, bzw. Marx ihn abschaffen wollte, was mir so nie zu Ohren gekommen ist, da Marx das Geld an sich nicht "schlecht" fand, sondern die Profitgier der Kapitalisten. Ich kann es nur nochmal betonen, Geld ist absolut Transparent und amoralisch!
Aber es gibt noch den anderen Extremfall den ich kurz erläutern will. Wie schon oben erwähnt gibt es Menschen die Geld förmlich akkumulieren, jene sehen im Geld keinen Mittel zum Zweck, sondern eher eine Art Endzweck, da das "unendliche" Anhäufen die einzigste Möglichkeit ist noch einen Widerstand zu verspüren. Ich hab oben erwähnt, das wenn ein Bedürfnis im Affekt befriedigt wird keinen spürbaren Effekt im Bewusstsein zurücklässt, sondern erst eine Art Spannungsbogen entstehen muss, und ein Mensch der sich so ziemlich alles leisten kann, hat solch ein Stadium erreicht, dass er fast alles im Affekt bekommt. Alles was ein normalverdienender Mensch als Wunsch in seinem Bewusstsein äußern kann, sozusagen darauf hinarbeitet um dies Bedürfnis zu befriedigen, erreicht ein Multimillionär im "Affekt". Die sogenannte "Vorfreude" ist dann weg, was halt auch ein Zustand von Glück und Zufriedenheit ist. Das erklärt wohl auch warum manche reiche Menschen ihr Glück förmlich versuchen zu kaufen indem sie in Sekten oder anderen Institutionen einkaufen, aber sicher bin ich mir da nicht...
So ich mache erstmal einen Cut bevor es zuviel wird. Alles hier was ich hier zugrundegelegt habe, ist nur ein schneller Versuch es zu erklären, bei interesse kann man auch mit Quellen arbeiten, was das ganze viel fruchtbarer macht, aber auch Zeitintensiver.
grüße, irgendwer
Ps: Menschen mit viel Geld schreibt man oft Eigenschaften, wie Gier, Charakterlosigkeit oder Egoismus an, andererseits aber wirkt ein Mensch mit viel Geld gleichzeitig auf einen Aussenstehenden viel symphatischer...