Réne Descartes und seine Sicht zu Gefühlen

Peat
Hallo fröhlich

ich bin dabei herauszufinden, wie Réne Descartes zu Gefühlen stand, vllt könnt ihr mir da helfen?
Ich weiß, dass er das Mentale (res cogitans) und das Physische (res extensa) von einander trennt (->Dualismus),
und er sagt dass Irrtümer (und da kann ich vllt auch Entscheidungen im allgemeinen hinein interpretieren?) vom Zusammenwirken zweier Ursachen abhängen:
1. meinem Erkenntnisvermögen (also meinem Verstand)
2. meinem Willen
außerdem sagt er dass der Verstand immer richtig liegt, der Wille jedoch weiter reicht und man deshalb manchmal falsche Entscheidungen trifft (ich glaube er sagte das bezüglich der Frage warum es trotz Gott Schlechtes in der welt gibt)

So, das habe ich bis jetzt aus Hans Posers "Réne Descartes. Eine Einführung" rausgearbeitet...
Ich finds nicht so einfach mich da durch zu denken, ich wäre also über jede Hilfe dankbar! fröhlich
Worauf ich hinaus will ist, zu wissen was Gefühle für ihn sind (Stellenwert, Definition, Ansichten,...), und wie sie seiner Meinung nach unser Handeln beeinflussen.


Liebe Grüße, Gillian
T1982
Hi.

Für Descartes sind Gefühle bzw. Emotionen komplexe Zustände mit einer physischen und einer psychischen Komponente. Ausschließlich in einem psycho-physisch Wechselspiel sind die Emotionen erklärbar. Im Prozess des Hervorbringens von Gefühlen und Emotionen spielen sowohl äußere Ursachen als auch entsprechende Vorgänge in Gehirn und Geist eine wesentliche Rolle. Descartes belässt es bei der Beschäftigung mit Gefühlen nicht bei der Beschreibung von Entstehung und Art der Gefühle, sondern er verfolgt auch ein therapeutisches Ziel: durch den vernunftbetonten Umgang mit der Umwelt können Gefahren/Freuden etc. besser eingeschätzt werden und so durch gezielte Handlungen der Gemütszustand verbessert werden.

Gruß
Peat
Danke! fröhlich Kannst du mir auch sagen woher du das hast?

Kennst du/ kennt ihr sonst noch vllt einen anderen Philosophen, der nicht der Meinung ist dass Gefühle unser Handeln beeinflussen?
Der sagt dass wir allein mit der Vernunft leben können?

Liebe Grüße, Gillian
T1982
Zitat:
Original von Peat
Danke! fröhlich Kannst du mir auch sagen woher du das hast?


Gute Frage... Keine Ahnung, das war aus dem Kopf. Zu Descartes habe ich insbesondere recht viel von Dominik Perler gelesen - die Chance, bei ihm auf Entsprechendes zu stoßen, ist also nicht schlecht.

Bzgl. der Rolle der Vernunft ist z.B. auch Hobbes kein schlechter Kandidat...

Gruß
Archibald
@ Peat:

Ich kenne von Descartes nur "von der Methode"; ich glaube, Gefühle sind für ihn eine Form von Bewusstsein.
Peat
Super, Danke ! fröhlich
Langsam nimmt das Ganze für mich Form an...

Déscartes sagte also dass Gefühle das Handeln beeinflussen, allerdings negativ, und man deshalb mit der Vernunft die Gefühle unterdrücken/ kontrollieren soll, also nur aus Vernunft handeln soll. Ja? fröhlich
Weißt du da noch mehr zu? Das steht so in etwa in meinem Reclam-Heft, allerdings hab ich das erst bei dir verstanden...

Liebe Grüße, Gillian
T1982
Zitat:
Original von Peat
Déscartes sagte also dass Gefühle das Handeln beeinflussen, allerdings negativ, und man deshalb mit der Vernunft die Gefühle unterdrücken/ kontrollieren soll, also nur aus Vernunft handeln soll. Ja?


Jein. So halbwegs stimmt das schon. Es geht aber nicht nur um das reine Handeln, sondern auch um die Emotionen bzw. Gefühle an sich. Wenn ich durch die Vernunft Angstzustände abbaue, hat das auch einen positiven psychologischen Effekt. In der Richtung findet man auch bei Spinoza viel.

Grüße
Epic
Hoi peat
Der verstand allein kann garnicht immer richtig liegen.
Was ist es, was den verstand das richtige als richtig erkennen lässt?
Die emotionen und gefühle die den verstand durchdringen, leiten und weisen ihm den weg, und der wiederrum versucht alles logisch und formal zu erfassen und zu verarbeiten, um es mit worten auf einer verständlichen weise sich selbst auszulegen, um das zu begreifen, was im innersten oder außen von ihm vorgeht.