Androklus
Hallo!
Hat sich hier schon mal jemand mit Dualismen intensiver beschäftigt.
Kann man damit überhaupt irgendwelche Erkenntnisse oder so gewinnen?
Ich habe mal nur noch schwarz-weiß gedacht und dabei die Facetten ausgeblendet. Warum macht man das?
Naja, das hat damit angefangen das ich alle Gegensätze aufgezählt hatte welche mir eingefallen sind.
Und dann habe ich in natürlich Gegensätze und durch unsere BEwertungen enstandenen Gegensätze unterschieden.
Weiblich/Männlich----->natürlich | gut/böse----->menschliche BEwertung
Ein Computer funktioniert auch nur mit an/aus oder ja/nein. Aber die Masse von an/aus Schaltungen bzw 0/1 ermöglicht wieder mehr. Zahlensystem und Zeichensätze.
In der Teilchenphysik z.B. geht es gar nicht ohne Gegensätze. Und auch Gleichungen sind proportional oder umgekehrt.
Ich habe mich mit philosophischer LOgik noch nicht so beschäftigt. Hegel der soll doch irgend viel mit Gegensätze gemacht haben oder irre ich mich.
Also ich kommen zu dem Schluß das solche Erkenntnisse auch wichtig sein können und eine Komplixätsreduktion eigentlich ein MIttel unseres Gehirns ist die Kompliziertheit besser zu begreifen.
Aber wenn man nur nach diesen Schemen denkt verliert man den Blick für die Vielschichtigkeit.
Mir ist außerdem mal aufgefallen das der Baum wenn man ihn umdreht die Verästelungen der Lunge zeigt und auch genau die umgekehrte Funktion hat.
Shui
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| Mir ist außerdem mal aufgefallen das der Baum wenn man ihn umdreht die Verästelungen der Lunge zeigt und auch genau die umgekehrte Funktion hat. |
*lol* na dann hast du aber hoffentlich keinen Tannenbaum genommen ;p
Ganz so einfach ist es nicht, wenngleich beide nach dem Prinzip der Oberflächenvergrößerung aufgebaut sind. Selbes gilt aber auch für den Magen-Darm-Trakt, der jedoch weniger Ähnlichkeit mit Bäumen hat... indes besteht die gesunde Lunge aus insgesamt 5 Lungenlappen (links beim Herzen 2, rechts 3) was also im Gegensatz zum idealen Baum asymmetrisch ist.
| Zitat: |
| Aber wenn man nur nach diesen Schemen denkt verliert man den Blick für die Vielschichtigkeit. |
Das ist wahr, aber manchmal notwendig. Man kann aus verschiedenen Gründen nicht immer die gesamte Komplexität von etwas betrachten und muss deshalb gelegentlich Dinge vereinfachen.
Mir fällt grad nur ein Beispiel aus dem Maschinenbau ein, in dem man verschiedene Formeln grob vereinfacht, schlicht weil es ansonsten viel zu kompliziert wäre, korrekte Belastungswerte zu erhalten. Dafür werden Teile so ausgelegt, dass sie wenigstens das doppelte, meist noch mehr der erwarteten Belastung aushalten.
Vielleicht fällt mir später noch ein Ja/Nein Beispiel ein, das besser passt, aber so wenigstens ein Einblick, warum Detailarbeit manchmal Nachteile hat.
Androklus
Naja, Oberflächenvergrößerung haben wir auch beim Gehirn. Und da erinnert mich jedesmal eine Walnuss dran wenn ich die knacke.
Meinte das auch nur wegen den Verästelungen und Sauerstoffaufnahme und Abgabe. Natürlich nen Laubbaum. Ohne Blätter.
Ja man kann auch eine Formel irgendwie in der anderer verschwinden lassen. Indem man das zusammenfasst als eine Größe. Aber ich bin kein Mathefreak.
Stanley Alvarez
Unser Denken ist doch längst durchzogen vom dualen Prinzip. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, daher darüber zu spekulieren, ob es überhaupt "hilfreich" sei. Vielmehr sollte mensch darüber nachdenken, ob es nicht eher hilfreich wäre, diese Dualismen als das zu erkennen, was sie sind: nämlich konstruiert, und also versuchen, über sie hinaus zu denken. Das aber nicht nur bei denen, die du als "menschliche Bewertungen" bezeichnest, sondern insbesondere bei vermeintlich "natürlichen" Dualismen wie Mann-Frau.
Eigentlich findet dieser Denkvorgang, Dualismen aufzubrechen, im korrekten Sinne des Wortes: zu dekonstruieren, in der Differenzphilosophie und ihrer Radikalisierung seit den 90ern bereits statt. Geht mit der Zeit, Kinder!
Zu Hegel kann ich nicht viel sagen, aber es ist gut möglich, dass er stark zu diesem Gegensatzdenken beigetragen hat.
Und noch eine Beobachtung meinerseits:
Duales Denken gab es ja auch schon in der (römischen) Antike, dennoch war dieses, so habe ich das Gefühl, doch anders geartet. Arbeitete mensch dort noch mit relativ fixen Dualismen wie arm-reich, frei-unfrei etc., so dreht es sich heute eher um das Konstrukt der "Normalität" und dem, was (bis zum Extrem) davon abweicht: "das Andere". Der wichtigste Dualismus ist daher "das Normale"-"das Andere".
Androklus
Das Problem ist das ich mich vorher nie mit Philosophie so genau beschäftigt hatte. Es waren einfach nur meine persönlichen Erkenntnisse/einsichten.
Und da du das Wort extrem verwendest: ich hatte mich als Extremisten ertappt!
Was aber vielleicht auch an meiner psychische Erkrankung liegt. Ich habe Schizophrenie.
Naja, ich hatte gemerkt das mit mir was nicht stimmt und durch Selbstbeobachtung die Dinge offensichtlicher für mich gemacht. Wollte herausfinden was mit mir los ist und was wahr ist und was nicht. Mehr begreifen und mich eigentlich nur wohl fühlen.
So habe ich auch(vielleicht auch aufgrund meiner Erkrankung) das Denken über das Denken ganz gut gerlernt. Demnach auch die Reflektion der Gedanken. Auch um Wahngedanken in den Griff zu bekommen. Lange Zeit ohne Medikamente.
Ich behaupte mal das wenn ich diese Krankheit nicht hätte, mich nie so mit Philosphischen Bedürfnissen beschäftigt hätte und derjenige wäre der ich jetzt bin. Das hat aber auch lange gedauert bis ich mich damit abgefunden habe.
Ok, das hat jetzt nicht alles mit Dualitäten zu tun. Und auch gesunden Menschen kommen auf ähnliches.
Ich hatte nur einfach Angst bösartig zu werden, was bei extremistischen Reduzierungen schnell der Fall sein kann(Vorurteile, Angst, Hass). Aber ich habe mich mitlerweile als facettenreiche Persönlichkeit begriffen und erkannt das es mehr gibt als Gut/Böse. Also brauche ich keine Angst vor mir selber haben. Und andere auch nicht vor mir.
Könnte das jetzt noch weiter psychlogisch vertiefen...aber wäre am Thema vorbei.
Edit: Mein Streben ist aber insbesondere bei menschliche Bewertungen, eine Art Neutralität und Objektivität, um oben genannten einseitigen Extremismus vorzubeugen oder auszuschließen.
Dieses durch Wissensvermehrung, Erkenntnisgewinn und Einsichten.
Vielleicht auch ein anderes Wort: Unvoreingenommenheit!
Stanley Alvarez
Naja, ich hätte den Begriff "Extrem" in Anführungsstriche setzen sollen. Er ist zwar eine logische Konsequenz des "Normalitätsdenkens" und beschreibt ziemlich genau das, wie diese Gesellschaft denkt (nicht ohne Grund hat der "Extremismus"-Begriff längst den "Radikalismus"-Begriff abgelöst), aber sobald man das Prinzip erkannt hat, sollte man den Begriff sinnvollerweise nicht mehr benutzen, oder sich gar explizit von ihm absetzen.
Androklus
Ist Fanatismus nicht auch eine Form davon? Fällt mir gerade so ein...
Ok, ich meinte jetzt nicht unbedingt politischen Extremismus. Kann man ja auf anderen Dinge auch übertragen. Bzw. wenn man es von "Extreme" nimmt ist es ein andere Kontext.
Da z.b. Rechtsextreme zur Tat schreiten, Radikale aber meistens bei ihren Ansichten bleiben und nicht aktiv werden(so wurde mir der Unterschied erklärt).
"Extreme" gibt es ja auch in der Natur ohne menschliche Handlungsgebundenheiten. Ich denke hier hast du auch eher das fixieren auf eine Seite gemeint.