Androklus
Ich hatte schon mal was über diese Anschauung gehört, weiß aber nicht mehr genau wie sie heisst. Ist das Idealismus oder Konstruktivismus?
Glaube erste, ja doch.
Kontra Realismus...
Möchte mal gerne eure Meinungen dazu wissen.
Für mich gibt der Idealismus keinen Sinn. NUr weil wir z.B. einen Tisch als Tisch benennen ist er doch ohne dem da. Wir könnte ihn auch anders nennen, das würde keinen UNterschied machen wenn alle wüßten was gemeint ist. Selbst wenn sie sich uneinig wären wäre er da...
Überprüfen kann es keiner weil wir immer da sind oder ihn schon benannt haben.
Genauso ist es doch mit dem Baum im Wald welcher umkippt und ein Geräusch macht. Macht er auch ein Geräusch wenn wir es nicht wahrnehmen?
Es gibt tatsächlich Menschen welche davon überzeugt sind. Was ich für mich nicht nachvollziehen kann.
Wir selber sind doch das Produkt der Natur. Der Evolution. Demnach haben wir uns nach der Umwelt angepasst und nicht umgekehrt.
Für mich gibt es eine absolute Realität und das ist die Welt, Natur mit ihren Gesetzen. Wir sind das Interaktionsprodukt der Natur. Wir können erschaffen, bauen, formen aber nicht manifestieren.
MÖchte dazu mal gerne ein paar Meinungen hören!
Edit: Der Thread gehört wohl ins UNterforum Ideologien/Weltbild. Sorry.
Archibald
@ Andro:
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Zitat:
Für mich gibt der Idealismus keinen Sinn. NUr weil wir z.B. einen Tisch als Tisch benennen ist er doch ohne dem da.
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Es geht im Idealismus nicht darum, dass wir den Tisch mit dem Wort "Tisch" benennen, sondern, dass es etwas geben muss, was ihm zum "Tisch" selber macht.
Dieses "Etwas" wird durch den sehr unglücklich gewählten Begriff "Idee" ausgedrückt.
SchwarzeGalle
Erst der Mensch verleiht Dingen einen Wert, indem er sie benennt, man könnte sagen, indem er sie "befindet", oder schätzt (im neutralen Sinne). Durch dieses Schätzen erst entsteht der Wert für den Menschen und somit eigentlich auch erst der Gegenstand selber im Menschenauge. Natürlich ist es egal ob wir den Tisch nun "Tisch" nennen oder "X"... doch einen Wert bekommt er trotzdem in diesem Moment zugesprochen. Daher auch der schöne Satz: "Sobald du Dingen einen Namen gibst, zerstörst du sie.".
Dies besagt, dass durch das Schätzen selbst das Auge, und somit auch der Gegenstand unilateral werden, dass der Mensch dem "Ding" vieler Seiten beraubt, indem er es sich einverleibt...
Neo
@Galle:
| Zitat: |
Original von SchwarzeGalle
Erst der Mensch verleiht Dingen einen Wert, indem er sie benennt, man könnte sagen, indem er sie "befindet", oder schätzt (im neutralen Sinne). Durch dieses Schätzen erst entsteht der Wert für den Menschen und somit eigentlich auch erst der Gegenstand selber im Menschenauge. [...] Daher auch der schöne Satz: "Sobald du Dingen einen Namen gibst, zerstörst du sie.". |
Ich finde zu diesem ganzen Themenkomplex passt auch sehr gut Quirms Beitrag
dort
Song of Amergin
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Archibald
Es geht im Idealismus nicht darum, dass wir den Tisch mit dem Wort "Tisch" benennen, sondern, dass es etwas geben muss, was ihm zum "Tisch" selber macht. Dieses "Etwas" wird durch den sehr unglücklich gewählten Begriff "Idee" ausgedrückt. |
Echt? Also ich nenn' das Tisch.
Third
Servus Androklus.
Es gibt auch Leute die glauben ausserhalb des universums wäre eine struktur ohne räumliche ausdehnung...
Aber es gibt auch Leute die Fragen: Als alle Menschen, also jedes subjektive Bewusstsein welches Sprache fähig ist noch gewusst hat dass die Erde eine Scheibe ist... Was war die Erde da? Gab es doch in keinem Gehirn ein Szenario mit einer runden Erde.
Diese Leute glauben dass alles genau in dem Moment entstanden ist als es zum ersten mal beobachtet wurde. Es gibt keine logischen Fehler in diesem Sein weil genau das was in das logische System von Ursache und Wirkung fällt gerade durch diese Konstruktion auch so zu verhalten. Wäre aber kein Beobachter da würde alles eine riesige Wahrscheinlichkeitswelle sein, die alle Möglichkeiten hat zu sein wie ihre Ursache zulässt. Und dann sind in meinem Universum verdammt viele Möglichkeiten. Stell dir allein die Möglichkeiten vor in denen ich alle Buchstaben diesen Beitrags kombinieren knönet.
Grüße third.
Sun Deluge
| Zitat: |
| Idealismus - Erschaffen wir die Welt durch Begriffe/Ideen? |
Wir beschreiben die Welt, welche uns inspiriert und schon vor uns existent ist, mit Begriffe... nur weil sich der Materialismus widerspricht, bedeutet das noch lange nicht, das man entgültig im Idealismus gefangen ist.
Tarvoc
Inwiefern widerspricht sich der Materialismus?
SchwarzeGalle
Wir sind es doch, die den Dingen ihren Wert geben. Natürlich waren sie schon vor unserer Zeit existent, aber alles was wir tun können, ist sie aus Menschensicht zu erfassen. Und hier wird die Idee, die wir von einem "Ding an sich" haben nötig. Kant nannte das gesamte Prozedere "transzendentale Erkenntnis". Darauf läuft der Idealismus letzten Endes hinaus.
Sun Deluge
@ Tarvoc
Naja, weil einige meinen, das man nur aus dem Idealismus heraus beschreiben könnte. (Und Materie gar nicht mal als gesehenes 1:1 existieren würde...)
SchwarzeGalle
| Zitat: |
| Naja, weil einige meinen, das man nur aus dem Idealismus heraus beschreiben könnte. (Und Materie gar nicht mal als gesehenes 1:1 existieren würde...) |
Natürlich ist das Masse, klar ist das alles Materie, aber wer weiß, ob Dinge nicht noch mit anderen Eventualitäten wahrnehmbar sind, als die für uns Menschen zugänglichen. Darum, aus diesem Unwissen heraus, ist die Erkenntnis nicht möglich.
Nicht umsonst ist das Wörtchen "Idee" definiert als "notwendiger Vernunftbegriff zur Umschreibung des Undefinierbaren"...
Tarvoc
| Zitat: |
Original von SchwarzeGalle
Wir sind es doch, die den Dingen ihren Wert geben. Natürlich waren sie schon vor unserer Zeit existent, aber alles was wir tun können, ist sie aus Menschensicht zu erfassen. Und hier wird die Idee, die wir von einem "Ding an sich" haben nötig. Kant nannte das gesamte Prozedere "transzendentale Erkenntnis". Darauf läuft der Idealismus letzten Endes hinaus. |
Lass mal das mit dem Wert weg, Wert ist primär ein ökonomischer Begriff und kommt erst später. Materialismus heißt doch nicht, dass man leugnet, dass die Welt, die wir erleben, Ergebnis unserer eigenen Syntheseleistung ist. Der Materialist folgert nur etwas anderes daraus. Der Idealist folgert, dass die Welt nach wie vor ontologisch vollständig konstituiert ist und es eine konstitutive Ausnahme in Form einer vollständig außerhalb der Welt liegenden Position gibt, die zur Welt von außen her ihre Form beisteuert. Der Materialist hingegen folgert, dass die Welt eben
nicht ontologisch vollständig konstituiert ist, weil ihr ihre eigene Form
fehlt und jede mögliche Reflexionsstufe bzw. Erkenntnisform eine Position
in der Welt einnehmen muss, ergo höherstufig blind ist.
Archibald
@ Tarvoc:
Zitat von dir:
Echt? Also ich nenn' das Tisch.
Gegenfrage:
Ist die "Benennung" denn auch ein Tisch?
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Archibald
Ist die "Benennung" denn auch ein Tisch? |
Nein, eine Benennung.
Sun Deluge
Zumindest keine Ideenlehre...
Archibald
@ Tarvoc:
Aus welcher Substanz besteht "Benennung";
ist es
a) Materie
b) Bewusstsein
c) Abstraktes
Oder was sonst?
Oder ist "Benennung" bloss nur eine "Idee", welche in Wirklichkeit gar nicht existent ist?
Androklus
| Zitat: |
Es geht im Idealismus nicht darum, dass wir den Tisch mit dem Wort "Tisch" benennen, sondern, dass es etwas geben muss, was ihm zum "Tisch" selber macht.
Dieses "Etwas" wird durch den sehr unglücklich gewählten Begriff "Idee" ausgedrückt. |
Ok, dann eben Eigenschaften welche wir als Tisch definieren. Oder Ideen-Konstrukte...
Ich verstehe nicht warum welche annehmen das wir die Welt erschaffen. Oder Dinge da drin?
Wie welche auch schon hier festgestellt haben: es gab die Dinge(und auch Welt) bereits vor uns!
Wir haben uns doch an die Umwelt angepasst und nicht umgekehrt.
Unser Gehirn und damit auch die gedanklichen Inhalte sind eine Anpassung an die Umwelt.
Archibald
@ Andro:
Zitat:
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Wie welche auch schon hier festgestellt haben: es gab die Dinge(und auch Welt) bereits vor uns!
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Vielleicht meinst du dein "endliches Sein" im Hier und Jetzt, aber, nicht bloss nur den Auschnitt vom göttlichen Sein, welchen man auch "Seele des Individuums" nennt!
Androklus
Nein. Ich meine unsere Art.
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Archibald
Aus welcher Substanz besteht "Benennung" |
Bei dir anscheinend aus Kategorienfehlern. Du bist hier derjenige, der schwachsinnigerweise verdinglicht, nicht ich.
| Zitat: |
Original von Archibald
Oder ist "Benennung" bloss nur eine "Idee" |
Nein. Ein Akt.
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