Simulation

DayDream87
Hallo an Alle .. Bin neu hier ..

Ich möchte wissen, wie ihr zu dieser Theorie steht: Wir Menschen haben uns ja auf der Erde als die "führende" Rasse herausgestellt. Unsere Evolution ist nicht mehr natürlich, denn wir müssen nicht mehr mit anderen Rassen um Lebensräume kämpfen, oder uns ökologische Nischen suchen. Außerdem ist es irrelevant, ob wir als Individuum genug Nachkommen zeugen.

Ich sah vor ein paar Tagen eine Dokumentation, deren Inhalte durchaus auch mit meinen Gedanken übereinstimmten. Dort wurde gesagt, dass wir Menschen unser Gehirn nicht mehr vergrößern können und damit unsere Denkleistung "biologisch" nicht mehr gesteigert werden kann. Nun wurde weiterhin gesagt, dass Menschen zukünftig Chips bzw. Hardware in das Gehirn implantieren könnten und deshalb in ferner Zukunft Menschen existieren, die irgendwann nur noch aus technischen Einheiten bestehen. Es wäre möglich, dass sich der Mensch irgendwann von einem körperlichen Stadium in ein softwareähnliches transferieren und in einer Simulation leben könnte.

Nun frage ich mich, ob wir nicht jetzt schon in einer Simulation leben. Vielleicht hat uns eine höhere Rasse/Macht etc. "programmiert", oder zumindest wurde unser Universum mit den milliaren Variablen wie Schwerkraft, Masse und so weiter von höheren Wesen festgelegt. Ich gehe noch weiter und sage: Warum ist das Leben und gerade das intelligente Leben wie der Mensch nicht ein Update der programmierten Software, quasi versucht die Software ( also Universum und alle Variablen) mithilfe des Lebens sich selbst zu verstehen, sich zu analysieren??

Ich hoffe, das klingt nicht zu abgedreht .. ist aber auch schwer in Worte zu fassen. Vielleicht kann ich zu einer heiteren Diskussion anregen.

Gruß DayDream97 winken
Chrisinger
Hey

Zitat:
Nun frage ich mich, ob wir nicht jetzt schon in einer Simulation leben. Vielleicht hat uns eine höhere Rasse/Macht etc. "programmiert", oder zumindest wurde unser Universum mit den milliaren Variablen wie Schwerkraft, Masse und so weiter von höheren Wesen festgelegt. Ich gehe noch weiter und sage: Warum ist das Leben und gerade das intelligente Leben wie der Mensch nicht ein Update der programmierten Software, quasi versucht die Software ( also Universum und alle Variablen) mithilfe des Lebens sich selbst zu verstehen, sich zu analysieren??


Wie fange ich an gruebel

Ich finde das es ein Wiederspruch an sich ist. Denn, wenn eine "höhere Rasse/Macht" das alles "Programmiert" haben soll, dann ist "DAS" was "UNS" erschaffen hat, mit all den Variablen allen physikalischen Gesetzen, dass was ich als perfektes "ETWAS" bezeichne. Und da "ES" perfekt ist, hat "ES" sich in seiner Komplizierten-komplexität verstanden.

Hoffe, das es einigermaßen verständlcih ist... großes Grinsen

LG Chris
Telltale
Zitat:
Original von DayDream87
Vielleicht hat uns eine höhere Rasse/Macht etc. "programmiert", oder zumindest wurde unser Universum mit den milliaren Variablen wie Schwerkraft, Masse und so weiter von höheren Wesen festgelegt.

Das Szenarium ist vergleichbar mit Putnams "brains in the vat" und so dürften auch die Überlegungen und deren Schlußfolgerungen vergleichbar ausfallen, die für mich persönlich deshalb so unergiebig, ja langweilig sind, weil sie sich samt und sonders mit der Welt im Faß beschäftigen. Die viel wichtigere Frage, sowohl bei Putnam als auch hier, ist doch aber, was sollten das für höhere Mächte sein, die uns dieses Puppenhaus gebaut haben und wie sieht deren Welt aus? Dann kommt nämlich keine andere Antwort in Frage als: Genau wie unsere, nur ein bißchen größer und zwar ebenso wie unsere Welt nur ein bißchen größer ist als ein Aquarium, in welchem wir Fische so halten, wie jene "höhere" Macht uns hielte.
Es ist ein- und dieselbe Welt. Daran führt kein Weg vorbei.
Ob wir uns einer Existenz im Fass bewußt sein können oder nicht, gehört zu jenen Detailfragen, die man erörtern kann aber keinesfalls muß, denn das ist in einem solchen Szenarium der Smalltalk.

Gruß
Telltale
DayDream87
Hallo Chrisinger, hallo Telltale,

Zitat:
Wie fange ich an gruebel Ich finde das es ein Wiederspruch an sich ist. Denn, wenn eine "höhere Rasse/Macht" das alles "Programmiert" haben soll, dann ist "DAS" was "UNS" erschaffen hat, mit all den Variablen allen physikalischen Gesetzen, dass was ich als perfektes "ETWAS" bezeichne. Und da "ES" perfekt ist, hat "ES" sich in seiner Komplizierten-komplexität verstanden. Hoffe, das es einigermaßen verständlcih ist... großes Grinsen LG Chris


Bin ja nur ein Hobbyphilosoph, ich glaube, das müsstest du mir nochmal erklären roll

Zitat:
Das Szenarium ist vergleichbar mit Putnams "brains in the vat"


Leider nicht gelesen..

Zitat:
Es ist ein- und dieselbe Welt. Daran führt kein Weg vorbei.


Ich weiß nicht, was die allgemeine Definition des Wortes Welt ist, aber wenn in der Realität, in der unsere "potentiellen" Erschaffer existieren nun ganz andere Bedingungen herrschen, die wir uns nicht vorstellen können, so würde ich schon sagen, dass es verschiedene Welten sein können. Schließlich ist eine Welt in Online-Rollenspielen auch eine "andere" Welt, doch ich möchte mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich wie gesagt, die Definition des Wortes nicht genau kenne.

Zitat:
Ob wir uns einer Existenz im Fass bewußt sein können oder nicht, gehört zu jenen Detailfragen, die man erörtern kann aber keinesfalls muß, denn das ist in einem solchen Szenarium der Smalltalk.


Ich wollte nur darauf hinaus, ob nicht unser ganzes Universum versucht sich letztendlich selbst zu begreifen und dass das intelligente Leben ein Mittel ist- im Gegensatz zur unbelebten Materie- diesen Schritt zu bestreiten. Noch sind wir uns dessen natürlich nicht bewusst, aber vielleicht liegt es in unserer Natur dieses Bewusstsein irgendwann zu erreichen?
Dass ein derartiges Szenario größere Fragen aufwirft, verstehe ich schon, aber wenn unser Streben nun hin zu diesem Bewusstsein verläuft, find ich diesen Teilaspekt schon sehr interessant. Es ist halt nur ein Gedankenexperiment, über das ich ein wenig grüble.

Gruß DayDream
Chrisinger
Zitat:
Original von DayDream87
Hallo Chrisinger, hallo Telltale,

[QUOTE]Wie fange ich an gruebel Ich finde das es ein Wiederspruch an sich ist. Denn, wenn eine "höhere Rasse/Macht" das alles "Programmiert" haben soll, dann ist "DAS" was "UNS" erschaffen hat, mit all den Variablen allen physikalischen Gesetzen, dass was ich als perfektes "ETWAS" bezeichne. Und da "ES" perfekt ist, hat "ES" sich in seiner Komplizierten-komplexität verstanden. Hoffe, das es einigermaßen verständlcih ist... großes Grinsen LG Chris


Zitat:
Bin ja nur ein Hobbyphilosoph, ich glaube, das müsstest du mir nochmal erklären roll


Ok ich versuchs..... gruebel

Wenn "ES" (höhre Macht) "UNS" programmiert/erschaffen haben soll, dann ist "ES", das was ich als PERFEKTES "Etwas" mit all seinen Variablen bezeichne!
Somit ist die Frage ob "ES" sich selbst verstehen will schon beantwortet: Es versteht sich schon selbst, in dem Moment wo es die Frage nach sich selbst stellte!

LG Chris
Lithrian
Zitat:
Original von Telltale
Dann kommt nämlich keine andere Antwort in Frage als: Genau wie unsere, nur ein bißchen größer und zwar ebenso wie unsere Welt nur ein bißchen größer ist als ein Aquarium, in welchem wir Fische so halten, wie jene "höhere" Macht uns hielte.
Es ist ein- und dieselbe Welt. Daran führt kein Weg vorbei.


Warum? Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall. Wie DayDream87 schon treffend erfasst hat: Wir kreieren Welten. Digital. Diese digitalen Welten sind von einer komplett anderen Ontologie als wir es sind. Der Schöpfer hat immer eine andere Ontologie als die Schöpfung! Gott ist nicht unter uns. Was soll der da? Gott hat eine komplett andere Ontologie als wir, logisch betrachtet.

Das Aquarium ist eine Welt, die wir beeinflussen und formen, wir erschaffen aber nicht die Pflanzen, die Tiere etc. Das können wir nicht, denn sie teilen mit uns die Ontologie...
Chrisinger
Zitat:
Wir kreieren Welten. Digital. Diese digitalen Welten sind von einer komplett anderen Ontologie


Richtig.........Ontologie=Grundstrukturen der Realität.

Wobei es mir das
Zitat:
Gott hat eine komplett andere Ontologie als wir, logisch betrachtet
jedoch sehr abwegig vorkommt. Denn wir können Uns darüber doch garnicht sicher sein, da die existenz und auch die Ontologie von Gott nicht bekannt ist! Wenn man Gott anhand Physikalische Grundgesetzte analysieren könnte, dann hättest du Recht.
Lithrian
Schön, dass wir hier übereinstimmen.

Zitat:
Original von Chrisinger
Denn wir können Uns darüber doch garnicht sicher sein, da die existenz und auch die Ontologie von Gott nicht bekannt ist! Wenn man Gott anhand Physikalische Grundgesetzte analysieren könnte, dann hättest du Recht


Naja, es geht jetzt nicht um Seine Existenz als Tatsache, können wir das gänzlich außen vor lassen? Es muss ja nichts christliches sein. Nur das Prinzip Schöpfer ist hier wichtig. Es geht um die Art seiner Existenz:

Diese muss gänzlich unterschiedlich von unserer sein. Physikalische Grundsätze sind zur Bestimmung unserer Welt nützlich, sie versagen aber bei anderen Welten: Gerade durch die Tatsache, dass er eine andere Ontologie besitzen muss, können wir nichts physikalisches auf ihn anwenden. Deshalb ist seine Existenz nicht beweis- oder falsifizierbar.
Telltale
Zitat:
Original von Lithrian
Diese digitalen Welten sind von einer komplett anderen Ontologie als wir es sind.

Wie kommst Du denn darauf? Egal was einer ist oder was er schafft - es kann nur Seiendes sein. Deshalb gibt es die Ontologie überhaupt.
Selbst Gott - vorrausgesetzt, es gibt so etwas - müßte sich diesem Diktat beugen, denn um etwas anderes als wir, ein Fisch, eine 1/0- Welt oder ein superintelligentes Überwesen zu sein, müßte er NICHTS sein.
Willst Du also mit Ontologie argumentieren, so lautet das erste Argument: "Darin, vorhanden zu sein, unterscheidet sich nichts, was vorhanden ist."

Es gibt aber auch noch ein zwar schwächeres aber immerhin logisches Argument:
Es ist ausgeschlossen, dass der Schöpfer mit der Schöpfung nicht in Berührung kommt. Daraus folgt - was immer er schöpft, er kann nicht von komplett anderer Beschaffenheit sein, sondern nur von einer inkompletten.

Gruß
Telltale
Androklus
Das klingt für mich wie nach der Suche eines intelligenten Designers.
Dann müßte man auch Fragen was der/dasjenige davon hat.

Vor allem würde es eine Realitätsfindung noch mehr erschweren.

Ich bin aber der Meinung das man mal ein Bewußtsein digital erschaffen wird. Um unser Bewußtsein zu verstehen.
Kai
Zitat:
Original Telltale "... was sollten das für höhere Mächte sein, die uns dieses Puppenhaus gebaut haben und wie sieht deren Welt aus? Dann kommt nämlich keine andere Antwort in Frage als: Genau wie unsere,

Einer solchen Auffassung liegt mE eine anthropozentrische Hybris zu Grunde: Der Mensch hat das Sein in seiner grundsätzlichen Beschaffenheit erkannt. Uns unbegreifbare Seinssphären, von einer uns nicht zugänglichen Qualität, gibt es nicht.

Möglicherweise gibt es Seinsbereiche von denen wir Menschen so weit entfernt sind, wie ein Hund von einem Buch. Der Hund sieht zwar das Buch und seinen Herrn, aber was da vor sich geht (lesen), ist völlig außerhalb seines geistigen Horizonts.
DayDream87
Ich freue mich über die Diskussion, die hier mehr oder weniger entbrannt ist.

Zitat:
Dann müßte man auch Fragen was der/dasjenige davon hat.


Ja, das erschwert die Realitätsfindung mit Sicherheit, aber man kann ja mal drüber grübeln fröhlich

1. Ein wissenschaftliches Projekt einer höheren Rasse, bei dem das Leben

-eine gewollte Variable ist, oder...

-eine Produktion/Mutation des Programms ist, ohne das es von den Schöpfern so vorgesehen war

2. Ein Spiel, bei dem Wir (es müssen nicht unbedingt Menschen sein) die Figuren darstellen und ein uns unbekanntes Ziel erreichen sollen/müssen, um das Spiel zu gewinnen. Was der Gewinner bekommt, oder ob er überhaupt etwas bekommt, ob es ein oder mehrere Ziele oder überhaupt nur eines gibt, und wer der/die Entwickler des Spieles ist/sind, wären dann markante Fragen in diesem Gedankenexperiment.

3. Die Matrix? großes Grinsen


Zitat:
Ich bin aber der Meinung das man mal ein Bewußtsein digital erschaffen wird. Um unser Bewußtsein zu verstehen.


Genau das kann ich mir auch gut vorstellen. Vllt. entwickelt man irgendwann kybernetische Techinken, bei denen man Elektronik mit organischen Einheiten vereint und somit die Leistung des Gehirns (oder anderen Organen) steigern kann. Wie unten bereits erwähnt, wäre es dann vorstellbar, dass sich der Mensch -falls er dann noch so heißt- vollständig von einer biochemischen Form in eine Art technische Form evolutioniert. Klingt schon ziemlich merkwürdig, aber es wär ja vorstellbar. Wenn die Schnittstellen zwischen technischen und biologischen Einheiten begriffen werden und in einer neuartigen Technologie durchstarten, würden sich die zukünftigen Menschen wohl in eine Simulation entwickeln. Denn wenn man sich einen ewigen Schub an Endorphinen programmieren könnte, oder unendlich viele attraktive, willige Geschlechtspartner (nur Beispiele) dann würde wohl jeder Mensch in dieser neuen Welt leben wollen, zumindest aus heutiger Sicht betrachtet.

Viele Gedanken, nur Gedanken, mehr nicht Gut !
Telltale
Zitat:
Original von Kai
Einer solchen Auffassung liegt mE eine anthropozentrische Hybris zu Grunde:

Entweder das oder Vernunft. Der Mensch soll ja angeblich zu beiden im Stande sein.

Zitat:
Original von Kai
Möglicherweise gibt es Seinsbereiche von denen wir Menschen so weit entfernt sind, wie ein Hund von einem Buch.

Möglich ist aber nur das, was nicht wirklich ist. Und deshalb bringt ein Hund eher 11 verschiedene Interpretationen des Gilgamesh-Epos zustande, als dass ein Experimentator nichts mit seinem Experiment zu tun haben könnte.
Colosus
Es gab doch mal da einen Film - ein Detektiv entdeckt bei der Jagd nach dem Mörder, dass der Wissenschaftler eine Simulation der Realität erschaffen hat und man in dieser Simulation die Rolle der dortigen Menschen einnehmen kann - aber er erkennt später auch, das er selber der Mörder war, weil er selber auch nur eine Simulation ist - d.h. die Simulation hat wiederum eine Simulation erschaffen.

Erstaunlich war natürlich, dass die erschaffene Simulationen auf vergleichbaren Kriterien basierten wie deren Spiegelbilder in der "realen" Welt.
Exebeche
Du meine Güte !
Selbstverständlich kann eine Simulation eine völlig andere Beschaffenheit haben als die umgebende Realität.
Man könnte ja grad meinen, das Thema wäre nie zuvor hier aufgetaucht!

Wenn man freilich als Prämisse setzt, dass eine Simulation nur mit Gehirnen im Tank denkbar ist, dann ist klar, dass man nicht weit kommt.
Dabei ist gegen Putnams Gedankenexperiment überhaupt nichts einzuwenden, aber von Putnam stammt ja auch nicht die These, dass eine Simulation so beschaffen sein müsse wie die Umwelt in der sie erzeugt wird.

Also denken wir doch mal ein bisschen weiter.

Der Gedanke ist nicht neu, dass unser Universum aus zellulären Automaten aufgebaut ist - bitte bei fehlender Kenntnis dem Link folgen und den Begriff "zellulärer Automat" nachlesen, bevor jemand hier einen Schwachsinn über Zellen im Universum ablässt.
Wenn man zelluläre Automaten als logische Gebilde versteht, ist das Modell demzufolge die Teilchen des Universums wie solche funktionieren nicht von der Hand zu weisen.

Nun kann man sich zwar im Moment keinen Computer vorstellen, der - sagen wir mal - 10 hoch 80 zelluläre Automaten simuliert, aber in einem philosophischen Gedankenexperiment ist das durchaus denkbar.
Eine Simulation mit 10 ^80 solcher logischer Gebilde würde schon ein ausgesprochen feinkörniges Universum abbilden, es gibt ja Schätzungen, denenzufolge das die Zahl der Teilchen in unserem Universum ist.
Da man die Gesetze der Simulation selbst festlegt, kann man die logischen Einheiten natürlich gestalten wie man lustig ist, daher ist für eine solche Simulation nicht nur denkbar, sondern sogar wahrscheinlich, dass man Universen mit einer völlig anderen Physik erzeugen würde, als wir sie kennen.
Dabei sind Fehlversuche denkbar, bei denen sich die Zellautomaten nach kürzester Zeit in nichts auflösen oder schlicht in Stagnation erstarren, es sind aber auch exotische Varianten möglich, die sich auszumalen hier zu weit führen würde.
Schon die einfachsten Simulationen mit solchen zellulären Automaten zeigen, dass das unsere Fantasie nicht ausreicht die möglichen Verhaltensformen vorherzusagen.
Nicht umsonst sind diese kleinen Dinger Gegenstand der Erforschung von Komplexität.

An diesem Punkt angekommen kann man durchaus weiter hypothetisieren, dass solche logischen Universen mit einem virtuellen Raum simuliert werden könnten, in denen zwar eine völlig andere Physik herrscht, aber dennoch gleiche oder ähnliche Prinzipien gelten.
Das Entstehen von Leben oder Intelligenz wäre in diesem Fall vielleicht seltsam aber nicht auszuschließen.

Wer übrigens eine brilliante Geschichte zu dem Thema lesen will, der gebe in einer Suchmaschine seiner Wahl den Titel "non serviam" und den Autor Stanislaw Lem ein.
Exebeche
Und um gleich das nächste Gerücht auszubügeln:
Natürlich sind die Hersteller einer Simulation deren Bewohnern gegenüber NICHT überlegen.
Ich hoffe, dass dieses religiöse Vokabular vom "Schöpfer" und "Geschöpfen" dann auch bald vom Tisch ist.

Wenn wir erst mal einen Computer haben, der die Rechenkapazität hat ein Universum zu simulieren, dann werden wir das auch tun.
Es wird ethische Einwände geben, dass die Wesen, die hierbei entstehen aus philosophischer Sicht als denkende und fühlende Wesen betrachtet werden müssen, und es wird die Leute geben, die diese Einwände für lächerlich halten und sie in den Wind schlagen werden.
Also wird es Menschen geben, die solche Simulationen starten.
Nehmen wir also an, in dem einen oder anderen simulierten Universum entsteht Leben und Intelligenz, wieso sollte diese Intelligenz in einem so dummen Stadium steckenbleiben, dass sie uns Menschen als etwas göttliches betrachten sollten?
Mal ehrlich, wenn der Programmierer der Simulation den Drang verspürte in seiner Simulation aktiv zu werden (á la 2nd Life) und sich als der Schöpfer zu betätigen, dann wäre er ein sehr jämmerlicher Gott.
Denn innerhalb der Simulation könnte er zwar durch Manipulation so viel Macht wie er sich wünscht simulieren.
Aber dahinter würde sich eben eine Person verbergen, die eine sehr menschliche Persönlichkeit hat, mit allen Schwächen, Komplexen, Ängsten, Krankheiten.
Seine Gotthaftigkeit würde also nur durch die Macht demonstriert, von einer geistigen oder sonstwie transzendenten Überlegenheit keine Spur.

Wenn wir also auf die Idee des Threadstarters zurückkommen: Genau so etwas scheint ja hier mit diesem Universum passiert zu sein.
Ich schätze der "Schöpfer" unserer Simulation tut gut daran sich in Wolken zu hüllen und mit mächtiger Stimme von oben herab zu sprechen, denn wenn man ihn ohne solches Brimborium sähe, müsste man wahrscheinlich Mitleid haben.
Exebeche
Scherz beiseite, ich gehe nicht davon aus, dass unser Universum eine Simulation ist.
Aber - um dem ganzen die Krone aufzusetzen - es wäre auch egal.

Wenn es eine übergeordnete Realität gäbe, innerhalb der wir simuliert werden, würde das unsere Welt nicht weniger real machen.
Nehmen wir mal 2 Fälle an:
1.Fall: Die übergeordnete Welt ist wie die Simulation;
2.Fall: Die übergeordnete Welt ist anders als die Simulation;

Für Fall 1 gilt: Wenn die Simulation die äußere Realität exakt imitiert, ist sie logisch gleichwertig.
Unter welchem Aspekt könnte man denn die äußere Realität als hierarchisch übergeordnet bezeichnen?
Nur insofern, dass sie kausal vorgeschaltet wäre. Das heißt, wenn sie aufhört zu existieren, hört auch die Simulation auf zu existieren, was umgekehrt nicht der Fall ist.
Wenn aber die Physik und der logische Aufbau der Teilchen exakt gleich ist, ist es egal ob ein Gegenstand aus Teilchen von Typ A oder Typ B zusammengesetzt ist.
Ein Wasserstoffatom von Typ A ließe sich von Typ B nur dadurch unterscheiden, dass Typ A nicht in der Typ-B-Welt existieren kann und umgekehrt.
In der jeweils zugehörigen Welt betrachtet, könnte man aber keinen Unterschied zum anderen Typ erkennen, weil sie funktional gleich wären.
Ein Kreis bleibt ein Kreis, und einem Atom ist es egal, ob es von virtuellen oder "nichtvirtuellen" Elektronen umkreist wird, wenn es an einem anderen Atom andockt.

Für Fall 2 gilt: Wenn die außerhalb liegende Realität anders beschaffen ist als die Simultion muss man sich fragen was sie zu einer "realeren" oder "höheren" Welt machen würde.
Es gibt ja eine Vielzahl von Kriterien, die man an so eine Wertung knüpfen könnte.
Die kausale Vorschaltung scheint mir da ein sehr profanes Kriterium zu sein. Ob jemand ein Universum als "höher" betrachtet hinge wahrscheinlich von dessen Vorstellung von Schönheit ab.
Der eine fände Lebendigkeit oder Artenvielfalt ein Kriterium, der andere Komplexität oder Intelligenz, ein Dritter Harmonie, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wenn wir die Rechenkapazität dafür hätten, stünden die Chancen gut, dass wir eine Simulation erzeugen könnten, die unsere Realität in jedem dieser Kriterien übertrifft.
Ein Wesen aus so einer Simulation, das einen Blick in die übergeordnete Welt wirft (in dem Fall unsere) würde diese wohl bestenfalls als kausal vorgeschaltet, jedoch nicht als "höher" einstufen.
Androklus
Naja, wir schaffen es nicht mal das Wetter länger als 3 Tage genau vorherzusagen. Zwinker

Ich denke bevor man das Universum simuliert finde man eher die Weltformel.

Und ob es dann noch Sinn macht das Universum zu simulieren ist eine andere Frage.
Exebeche
Zitat:
Original von Androklus
Naja, wir schaffen es nicht mal das Wetter länger als 3 Tage genau vorherzusagen. Zwinker

Ich denke bevor man das Universum simuliert finde man eher die Weltformel.

Und ob es dann noch Sinn macht das Universum zu simulieren ist eine andere Frage.


Gut dass du's gesagt hast. nunja
Die Überlegungen zu der Simulation von Universen verstehen sich als Gedankenexperiment.
Für ein solches ist es unerheblich wie realistisch oder sinnvoll es ist.
Als Beispiel sei genannt die Überlegung, welche Auswirkung es hätte, wenn über Nacht alles was es gibt einfach doppelt so groß wäre.
Die Möglichkeit, dass die von mir beschriebenen Simulationen theoretisch in gar nicht so weiter Ferne liegen könnten ist hier zweitrangig.
Telltale
Zitat:
Original von Exebeche
Da man die Gesetze der Simulation selbst festlegt, kann man die logischen Einheiten natürlich gestalten wie man lustig ist, daher ist für eine solche Simulation nicht nur denkbar, sondern sogar wahrscheinlich, dass man Universen mit einer völlig anderen Physik erzeugen würde, als wir sie kennen.

Das ist für mich aus folgendem Grund schwer vorstellbar: Sollte die Physik des simulierten Systems vollständig anders sein, als die, welche das System simuliert, dürfte sie eigentlich gar nicht dessen Simulation sein.
Der Umstand, dass es sich um eine Simulation handelt, läßt es erforderlich erscheinen, dass zumindest ein Teil der simulierenden Physik Eingang in die Simulation findet - d.h., auch wenn dessen Physik anders ist, so kann sie dennoch nicht vollständig anders sein, solange es sich um eine Simulation handelt.

Gruß
Telltale