Jörn
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Original von Agent Orange
Moment mal, die Rede ist von Herabschätzungen und du warst hier derjenige, der sich abschätzig äußerte. |
Sicher? Mir selbst scheinen die folgenden Äußerungen auch ziemlich abschätzig, ja eigentlich sogar noch viel abschätziger:
| Zitat: |
Die ganze "moderne Kunst" allerdings entwickelte sich immer mehr in Richtung "jeder Müllhaufen ist Kunst" [...]
Ich rede von dem Kram, der DANACH kam [...] [hervorgehoben von mir]
Auf jeden Fall kreativer und lustiger als der Dosenkot, der mit gleicher Menge Gold bezahlt wurde. |
ich schrieb, dass ich es "nicht so spannend" und "eher mager" finde. Schwer nachzuvollziehen, dass diese Äußerungen von dir als Aufspielen gewertet werden und die anderen nicht, was meinst du?
Agent Orange
| Zitat: |
Original von Heinrich
Schwer nachzuvollziehen, dass diese Äußerungen von dir als Aufspielen gewertet werden und die anderen nicht, was meinst du? |
Da hast du schon recht. Aber nach dem, was ich von Archibald schon alles gelesen habe... bin ich da "etwas weniger sensibel".
Jörn
Alles klar. Ich kenne die User hier ja bisher kaum.
So eine Arbeit anhand ein paar Pixeln zu beurteilen, ist natürlich auch nicht einfach. Die im Startbeitrag verlinkte Site ist auch so grausam hässlich, dass sie den Arbeiten sicher nicht zugute kommt :-) auch die Links und übrigen Bildchen, die man dort präsentiert bekommt, sind sicher nicht dazu angetan, Fukuda einen günstigen Kontext zu bereiten :-)
Nik
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| Archibald: Die ganze "moderne Kunst" allerdings entwickelte sich immer mehr in Richtung "jeder Müllhaufen ist Kunst", und, Fukuda hat da glaube ich eine gute und sogar lustige Brücke geschlagen! |
Halte ich schlicht für ein pauschales Vor - und Falschurteil.
Wenn es dir aber etwa gelingt, einen Müllhaufen in einen Kontext zu stellen, der Kommunikationen in möglichst ungewohnter oder noch nicht dagewesener Weise bzgl. möglicher Kunstdiskussionen anschlussfähig auslöst, dann handelt es sich bei dem Müllhaufen nicht mehr um einen Müllhaufen, sondern um Kunst.
Agent Orange
| Zitat: |
Original von Nik
Wenn es dir aber etwa gelingt, einen Müllhaufen in einen Kontext zu stellen, der Kommunikationen in möglichst ungewohnter oder noch nicht dagewesener Weise bzgl. möglicher Kunstdiskussionen anschlussfähig auslöst, dann handelt es sich bei dem Müllhaufen nicht mehr um einen Müllhaufen, sondern um Kunst. |
Sehr treffliche systemtheoretische Formulierung.
Im Fall des "Dosenkots" oder "Fettstuhls" verlagert sich die Kunst weg von der Sensation hin zu ihrer Stellung als Signifikant.
Besonders gelungen finde ich, wenn beides gleichzeitig erreicht wird.
Nik
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| Shui: Aber allein die Idee, die Wahrnehmung so herein zu legen, ist erstaunlich. |
Deine Aussage bringt mich immerhin auf die Idee danach zu fragen, ob die Wahrnehmung bei Fukuda - oder generell bei sog. optischen Täuschungen - tatsächlich "hereingelegt" wird.
Was ist Wirklichkeit: die verrosteten Gabeln oder das Schattenbild des Motorrads? - Beides natürlich; auch deshalb, weil keins ohne das andere zu haben ist...Dann wären wir aber plötzlich bei einer Dreiheit gelandet! Die Gabeln, das Schattenbild, und eben die beobachtbare und auf beide gegenseitig notwendig verweisende Einheit der beiden.
Also handelt es sich doch bei "optischen Täuschungen" generell nicht um das, was man einstmals unter Täuschung verstand, als man ihr nämlich einzig und allein den Platz unter dem Tisch anbot, unter den man sie fallen zu lassen gedachte: Ahh...
bloß eine optische Täuschung! Genau dasselbe gilt für den Irrtum.
Täuschung und Irrtum haben neben der latenten Realität, die sie zu ihrer Erzeugung benutzen (die hochfeine Anordnung des Lichteinfalls und die unweigerlich vorgeschriebene Beobachterposition bei Fukuda) doch die für jeden sichtbare Realität ihres Erscheinens. Und zwar zur Erzeugung von Realität. Der Irrtum erzeugt dadurch Realität, weil er als Ausschlussmöglichkeit die andere Seite der Unterscheidung als Wahrheit entlässt.
Erinnert bin ich auch an Husserls Geschichte mit der Schaufensterpuppe, die er fälschlicherweise für eine Dame hielt. Aus diesem Erlebnis zog er meines Wissens die Bestätigung seines Intentionalitäts-Gedankens.
Ich hatte ganz vergessen, den erwähnten Begriff des Chaos' (der rostigen Metallteile) noch in diesen Beitrag einzuflechten => als Metapher der "Realität an sich".
Sichtbar gemachte avancierte Erkenntnistheorie, das ist mein Fazit. Völlig egal, ob das dem Künstler bewusst war oder nicht.
Wenn uns das nur bei einem "reelen" Motorrad hin und wieder auch so ginge.
Gruß,
Nik
Archibald
@ Heinrich:
Hier mal ein Link zu Neo Rauch (den kannte ich bis Dato noch nicht):
http://www.wolfsburg.de/imperia/md/image...neue_rollen.jpg
Das mit dem "Kram" war nicht abwertend gemeint, aber, trotzdem gab es Tendenzen in der modernen Kunst, alleine das Wechselspiel zwischen Betrachter und Kunstobjekt als Bestandteil des Kunstwerkes zu sehen, was viele weit übertrieben haben!
Das heisst, alleine schon die Tatsache, das die Kunstwerke ausgestellt worden sind, machte sie schon zum Kunstwerk!
Jörn
| Zitat: |
| Das heisst, alleine schon die Tatsache, das die Kunstwerke ausgestellt worden sind, machte sie schon zum Kunstwerk! |
das "allein" magst du vielleicht als Übertreibung gemeint haben, aber im Grunde, wenn man (wieder mal) an Duchamps Foutain denkt, dann ist das so (weitherzig interpretiert) ungefähr richtig. Für dich scheint das ein Einwand zu sein, für die Kunstgeschichte war es (zum Glück) keiner :-) Es gibt so viele wunderbare Readymadearbeiten ...
Archibald
@ Heinrich:
Die ganze Sache hat ein Ende:
Vielleicht kennst du das Bild von Renee Margitte, wo ein Maler vor einer Staffel steht, die dasselbe Bild wie den Hintergrund zeigt (der Himmel). Stell dir dieses Bild nun vor auf einer staffel, mit eioner Schaufensterpuppe davor, und, dahinter eine Wand mit Himmelmotiv.
Das Ganze wird in einem Raum betrachtet durch ein Fenster, welches in einer Wand mit dem Himmelsmotiv ist und aussieht wie eine Malerstaffel.
Weiter geht es dann nicht mehr, denn, spätestens hier ist der Endpunkt erreicht.
Jörn
Ich muss passen, ich weiß nicht, was du damit sagen willst.
Shui
| Zitat: |
| Deine Aussage bringt mich immerhin auf die Idee danach zu fragen, ob die Wahrnehmung bei Fukuda - oder generell bei sog. optischen Täuschungen - tatsächlich "hereingelegt" wird. |
"Hereingelegt" ist bei Fukuda etwas irreleitend, weil das ja im Prinzip bedeutet, dass man erst das normal wirkende sieht und danach was es eigentlich ist.
Es geht ja eher darum, dem Beobachter zu zeigen, dass ein scheinbar völliges gewirr aus einem bestimmten Winkel nach einem vertrauten Objekt aussieht. obwohl, ist doch schon etwas hereingelegt, denn dieses normale Objekt ist ja nicht wirklich vorhanden, man glaubt nur, ein solches aus diesem Winkel zu sehen.
Fukuda macht aber keine optischen Täuschungen, die sind was ganz anderes
Sie zeigen die Unzulänglichkeiten des Auges und Gehirns, bei der Wahrnehmung von verschiedenen Objekten.
Archibald
@ Heinrich:
Nun, der Betrachter x kann Teil des Kunstwerkes sein, wird das Ganze aber von einem weiteren Betrachter y betrachtet, merkt x das nicht im Sinne der Betrachtung; das Kunstwerk ist für ihn nicht weiter wertvoll, ebensowenig, wie die Schaufensterpuppe in meinem Beispiel sich als Teil des Kunstwerkes empfindet.
Jörn
Worauf willst du damit hinaus? Mir ist nicht klar, was du zeigen willst!?
Archibald
@ Heinrich:
Der Betrachter x selber ist höchste Instanz.
Er selber kann nicht das Bewusstsein von y haben (y betrachtet x beim Betrachten), da er selber nicht y ist.
Kurzum:
Mit der Einspannung des Betrachters als Kunstwerk selber ist das Stilelement ausgereizt.
Nik
| Zitat: |
| Shui: Sie (optische Täuschungen) zeigen die Unzulänglichkeiten des Auges und Gehirns, bei der Wahrnehmung von verschiedenen Objekten. |
Eben nicht. Wie ich in meinem längeren Beitrag zu zeigen versuchte.
Jörn
Sorry Archibald, ich hab nicht den leisesten Schimmer, was du mir sagen willst.
Archibald
@ Heinrich:
Ich kann es leider nicht anders formulieren, tut mir leid!
Jörn
Macht nix. Schließen wir diese Akte eben.
Archibald
@ Heinrich:
Stell dir dieses Bid vor, ausgefruckt, auf einen Stuhl geklebt, und, du stehst selber derart davor. Du bist "Heinrich", den Typen auf dem Bild nenne ich "Klaus". Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dir (Heinrich) und "Klaus" ?
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