nikoweird
Zitat von Immanuel Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. 'Sapere aude [lat.: wage es, zu denken]! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!''
ich meine mit der Frage, wie man trotz Bestimmung oder Vorschreibung des des Staates in zahlreichen Gebiete des Verhaltens oder der Ausführung einer Tätigkeit (zum Beispiel Ablauf des Unterrichts) mündig und selbstbestimmt sein kann.
SchwarzeGalle
In einem tollerierten und geduldeten Rahmen. Die persönlichen Bedürftnisse müssen in einer Gesellschaft oft zurückgesteckt und, es muss primär an das Staats-/Volkswohl gedacht werden. Jedoch bedeutet dies keinesfalls sich selbst vollkommen auszugliedern und zu vergessen, sondern lediglich, dass sich nicht jeder als wichtigste Person im System herausnehmen kann.
Gil Gamesh
| Zitat: |
Original von SchwarzeGalle
In einem tollerierten und geduldeten Rahmen. Die persönlichen Bedürftnisse müssen in einer Gesellschaft oft zurückgesteckt und, es muss primär an das Staats-/Volkswohl gedacht werden. Jedoch bedeutet dies keinesfalls sich selbst vollkommen auszugliedern und zu vergessen, sondern lediglich, dass sich nicht jeder als wichtigste Person im System herausnehmen kann. |
So spricht der mündige Staatbürger.
ewig
Mündig und selbstbestimmt ist man unter anderem auch dadurch, daß man gegen Regularien vorgeht, die ihren Zweck oder ihre sozialethische Basis längst überlebt haben. Für ein Beispiel sei Homer Simpson zitiert: "In Massachusetts dürfen Enten keine Hosen tragen."
Allerdings gilt auch, daß Regularien, deren Nutzen weiterbesteht, vom mündigen Bürger als nützlich identifiziert und gegen partial-Interessen, welche diese Regularien zu ihrem eigenen Nutzen aufweichen möchten, verteidigt werden sollten.
Die Schwierigkeit, bei der sehr komplizierten Materie zwischen "harmlos bis gut" und "unnötig bis schlecht" zu unterscheiden, macht dabei die Basis aller Politik aus; innerhalb derer jeder, der sich nicht selbst ein Bild vom Thema macht (also mündig ist), bloß zum Stimmvieh oder Nichtwähler taugt, also entweder gar nicht teilnimmt, oder als Fußsoldat für irgendwelche anderen Leute "kämpft."
Archibald
@ niko:
Kant redet hier von der Selbstverschuldung der Unmündigkeit des Denken´s, nicht aber vom Fremdeinfluss des Staates!
nikoweird
@Archibald:
Ja, zur Zeit von Kant gab es auch noch keinen Staat, wie wir ihn kennen.
Trotzdem erzieht der Staat den Einzelnen meiner Meinung nach nicht zur Mündigkeit. Zum Beispiel darf man als Lehrer nicht einmal den Unterricht mit themen, die derjenige gut findet, gestalten-->und daraus folgt, dass der Mensch nicht selbst denken darf und das ist Unmündigkeit. Oder Beispiel Medien: dem Menschen werden dadurch Vorurteile beigebracht und selbstständiges Denken ist nicht sehr stark ausgeprägt nach dem Motto: Was die Medien sagen, stimmt.
Archibald
@ Niko:
Zitat von dir:
Trotzdem erzieht der Staat den Einzelnen meiner Meinung nach nicht zur Mündigkeit.
Antwort:
Das kann auch gar nicht klappen, denn, wenn der "Staat erziehen" würde, dann wäre das Ganze "Bevormundung".
Es gibt keine "Erziehung zur Mündigkeit" !
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