Liebe im Kindesalter

Schwarzkatz
Was meint ihr:


Ist es so, daß man die Liebe, die man als Kind empfängt, später weitergibt,
oder spielt das keine Rolle?

Ist es möglich, daß ein Kind, das ohne Liebe aufwuchs,
später ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter wird?

Ist es ebenso umgekehrt möglich, daß ein Kind, das in Liebe aufwuchs,
als Erwachsener hart, stur, unnachgiebig und lieblos ist?

Welche Faktoren spielen bei alldem eine Rolle?

Auf eure Antworten bin ich gespannt smile
dein6Sinn
Schwere Frage... Aber wenn ich so nach denke, wie viele Väter es gibt die ihre Kinder schlagen, weil sie glauben es gehört so weil sies eben selbst auch so erfahren haben, wird es größtenteils so sein, dass man dem eigenen Kind immer das weiter gibt, was man selbst als Kind bekommen hat.
carsten aus bochum
Hi Schwarzkatz,

schönes Thema, ich will mich nicht vor der Antwort drücken, aber ich denke, dass zuerst geklärt werden muss wie Liebe gemeint ist.

Viele Eltern geben und erlauben ihren Kindern alles, aus Liebe, das Resultat ist verherend.
Viele Eltern meinen ihre Kinder züchtigen zu müssen, aus Liebe, das Resultat ist gleichermaßen daneben.

Wenn die Grundlage eine offene Sicherheit ist, in der das Kind sich angenommen fühlt, dann kommen aus meiner Sicht Grenzen, um dem Kind eine Orientierung zu geben und dann kann kaum noch dramatisch was schieflaufen, zumindest was die Rolle der Eltern angeht.
Als nächstes sollten die Grenzen modifiziert werden, so dass das Kind immer freier und selbstbestimmter wird.

Gruß,

Carsten
Aurom
Zitat:
Original von Schwarzkatz
Was meint ihr:

Ist es möglich, daß ein Kind, das ohne Liebe aufwuchs,
später ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter wird?


ja. eben drum ist es möglich...

Zitat:
Ist es ebenso umgekehrt möglich, daß ein Kind, das in Liebe aufwuchs,
als Erwachsener hart, stur, unnachgiebig und lieblos ist?


ja. ebendrum ist es möglich...
eltern sind keine übermenschen und liebe, oder was eltern dafür halten, kann auch etwa erstickendes haben...
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"motherly love is just the thing for you,
you know your mother´s gonna love you
till you don´t know what to do..."
(Frank Zappa 1967 "Freak Out!")
Scorp
Unser ich nenne es mal Charakter entwickelt sich durch die Einflüsse die wir im Laufe unseres Lebens erfahren, somit müsste ein Mensch der in seiner Kindheit
niemals etwas anderes gelernt hat als die ihm vermittelten Werte diese auch seinen Kindern weitergeben.
Sobald er jedoch über neue Werte stolpert und diese ablehnt oder aufnimmt
kann man unmöglich mehr sagen das sein späteres Verhalten allein auf seine Kindheit zurück zu führen ist.
Womit ich sagen will was aus uns wird entscheiden letzlich wir selbst, was jedoch immer eine gewisse Stärke voraussetzt nicht bloß da zu sitzen und zu schlucken was uns vorgesetzt wird.
Marie
Zitat:
Original von Aurom
Zitat:
Original von Schwarzkatz
Was meint ihr:

Ist es möglich, daß ein Kind, das ohne Liebe aufwuchs,
später ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter wird?


ja. eben drum ist es möglich...

Zitat:
Ist es ebenso umgekehrt möglich, daß ein Kind, das in Liebe aufwuchs,
als Erwachsener hart, stur, unnachgiebig und lieblos ist?


ja. ebendrum ist es möglich...
eltern sind keine übermenschen und liebe, oder was eltern dafür halten, kann auch etwa erstickendes haben...


Das ich gerne als Scheinliebe bezeichnen will.

Die beiden Fragen würde ich zwar auch mit "Ja" beantworten, doch beim "eben drum" widersprechen:

OBWOHL ohne Liebe aufgewachsen, können Eltern liebevoll sein, doch tun sie sich sehr viel schwerer damit als wenn es ihnen in die Wiege gelegt ist.

und Erwachsene, die hart, stur, unnachgiebig und lieblos sind, sind das gerade WEIL es sich nicht um Liebe handelte,
das ihnen mitgegeben wurde, sondern um das, was die Eltern dafür hielten.
Kuranai
Wenn man davon ausgeht, dass ein Kind tatsächlich vollkommen ohne Liebe aufwächst, dann wird es wohl auch keine Liebe weitergeben können.
Solche Extreme gibt es aber nicht und jedes Kind will sich von seinen Eltern abheben. Das heißt natürlich nicht, dass ein Kind alles anders macht als diese;
wenn aber z.B. ein Vater sein Kind schlägt kann genau das dazu führen, dass das Kind es als Vater anders macht !
Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich sehr früh in meine Eltern hineinversetzt habe und mich gefragt habe, was sie sich eigentlich denken und was sie erreichen wollen.

Auch meine Mutter hat mir erzählt, "dass die Kinder früher geistig vergewaltigt wurden" (die katholische Kirche war gemeint). Das Ergebnis ist meine liberale Erziehung...
Chris
Mir gefällt die Frage ausgesprochen gut.

Ich bin der Meinung, dass der Charakter eines Menschen hauptsächlich durch die Erziehung im Kindesalter geprägt wird. Dabei muss man allerdings bedenken, dass Kinder keinesfalls nur Gefäße sind, in die Lebenserfahrung eingetrichtert wird, sondern durchaus auch schon sehr früh zwischen gut und böse unterscheiden können, also die Fähigkeit besitzen abzuwägen, ob es gut ist, dass der Vater es jetzt schlägt oder nicht. Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass Eltern ihr Kind lieben, es aber trotzdem schlagen oder sonstwie streng autoritär erziehen - vielleicht, weil sie es nicht besser wissen. Kinder haben sehr feine Antennen, um zu erkennen, ob sie wirklich geliebt werden oder nicht. Wenn sie spüren, dass sie trotzalledem geliebt werden, dann können sie im Erwachsenenalter auch gute Eltern werden und ihre Liebe weitergeben. Wenn sie jetzt noch in ihrem Reifungsprozess lernen, dass Schlagen keine gute Sache ist, dann werden sie das aus ihrem Erziehungsrepertoire streichen und ihre Kinder eben anders erziehen, was ja auch nach heutigem Stand der Kinderpsychologie vorzuziehen ist.
Ein wichtiger Aspekt ist auch, welche Art von Liebe die Eltern ihren Kindern geben. Ist es eine Liebe, die das Kind von den Eltern abhängig macht, ist das schlecht. Ist es die bedingungslose Liebe, die das Kind kritiklos als perfektes Wesen hinnimmt, ist das schlecht. Ist es eine bedingte Liebe, die nur erwidert wird, wenn das Kind sich so entwickelt, wie man es haben möchte, ist das ebenfalls suboptimal. Die Kunst ist es, das richtige Mittelmaß von allem zu finden, wobei allerdings auch ein gewisser Toleranzbereich vorhanden ist. Man muss also nicht gleich bei einem Ausrutscher denken, das Kind sei von nun an verdorben.
mac
Zitat:
Original von Schwarzkatz
Was meint ihr:


Ist es so, daß man die Liebe, die man als Kind empfängt, später weitergibt,
oder spielt das keine Rolle?

Ist es möglich, daß ein Kind, das ohne Liebe aufwuchs,
später ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter wird?

Ist es ebenso umgekehrt möglich, daß ein Kind, das in Liebe aufwuchs,
als Erwachsener hart, stur, unnachgiebig und lieblos ist?

Welche Faktoren spielen bei alldem eine Rolle?

Auf eure Antworten bin ich gespannt smile


Hi,
Natürlich spielt es eine große Rolle was du in deiner Kindheit empfangen hast. Aber wie es sich auf deine entwicklung auswirkt ist von verschiedenen Faktoren abhängig die ich jetzt nicht mehr genau weis smile

Aber ich kenne einen Text in dem es steht ! fröhlich
hier..
http://www.alice-miller.com/sujet/exwege.htm

ich hoffe das hilft dir weiter
bye
carsten aus bochum
Hallo zusammen,

@mac: Dein Posting ist wahrscheinlich wohlmeinend gewesen, ich möchte an dieser Stelle nur darrauf hinweisen, dass Alice Miller sehr kontrovers gesehen wird und das mit recht.

Ihr an sich gutes Anliegen auf Misshandlungen in der Kindkeit (nicht nur sexuelle) aufmerksam zu machen, mutierte nach und nach zu einer recht undifferenzierten Generalanklage gegen die freudsche Analyse und dann gegen praktisch jeden und alles.

Auf einmal gibt es überall Kindesmissbrauch oder Aufforderumgen zu solchem. Eherdem wohlmeindende Weggefähreten wurden skeptischer und die ganze Geschichte mutierte aus meiner Sicht zu einer immer rigideren Schwarz/Weiß Sicht.

Miller nährt, vermutlich unbewußt, eine narzisstische Sichtweise des Menschen, was hätte alles aus mir werden könnene, wenn nicht meine Eltern, so fürchterlich gewesen wären.
Sehr verlockend da sofort einen Schuldigen zu finden.
Millers Aufforderung den Eltern u.U. nie wieder zu verzeichen halten ich für hochproblematisch, vor allem auch für die eigene Psyche.
Weiter schient mir Miller einige Feinheiten der P.analyse nicht verstanden zu haben oder die bewußt zu missachten.

Sie läßt, vor allem in "Du sollst nicht merken" Fürsprecher ihrer Sichtweise zu Wort kommen und ignoriert Kritiker vollständig, was ich nicht sehr sauber finde.

Last not least halte ich Argumente vom Stile: Entweder ihr entdeckt und konfrontiert eure eigene Misshandlung (bei Miller ist es praktisch unmöglich nicht misshandelt worden zu sein), oder ihr konfrontiert sie nicht und seit gezwungen sie weiter zu geben, für wertlos, weil sie nicht falsifizierbar sind und eine moralisch problematische Stimmung aufbauen.

Dennoch lohnt es sich vielleicht Miller zu lesen, "Am Anfang war Erziehung" gefällt mir am besten, nur sollte man sich sehr kritisch mit ihr auseinandersetzen, gerade wenn man fühlt, dass sie einem aus der Seele spricht.

Soweit mein Statement dazu.

Gruß,

Carsten
Phil(osoph)
Zitat:
Original von Aurom
Zitat:
Original von Schwarzkatz
Was meint ihr:

Ist es möglich, daß ein Kind, das ohne Liebe aufwuchs,
später ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter wird?


ja. eben drum ist es möglich...

Zitat:
Ist es ebenso umgekehrt möglich, daß ein Kind, das in Liebe aufwuchs,
als Erwachsener hart, stur, unnachgiebig und lieblos ist?


ja. ebendrum ist es möglich...
eltern sind keine übermenschen und liebe, oder was eltern dafür halten, kann auch etwa erstickendes haben...



Das hört sich fast so an, als sollten Eltern ihre Kinder nicht lieben, da diese sonst womöglich im Alter selbst nicht imstande dazu wären und umgekehrt. verwirrt gruebel
mac
Zitat:
Original von carsten aus bochum
Hallo zusammen,

@mac: Dein Posting ist wahrscheinlich wohlmeinend gewesen, ich möchte an dieser Stelle nur darrauf hinweisen, dass Alice Miller sehr kontrovers gesehen wird und das mit recht.

Ihr an sich gutes Anliegen auf Misshandlungen in der Kindkeit (nicht nur sexuelle) aufmerksam zu machen, mutierte nach und nach zu einer recht undifferenzierten Generalanklage gegen die freudsche Analyse und dann gegen praktisch jeden und alles.

Auf einmal gibt es überall Kindesmissbrauch oder Aufforderumgen zu solchem. Eherdem wohlmeindende Weggefähreten wurden skeptischer und die ganze Geschichte mutierte aus meiner Sicht zu einer immer rigideren Schwarz/Weiß Sicht.

Miller nährt, vermutlich unbewußt, eine narzisstische Sichtweise des Menschen, was hätte alles aus mir werden könnene, wenn nicht meine Eltern, so fürchterlich gewesen wären.
Sehr verlockend da sofort einen Schuldigen zu finden.
Millers Aufforderung den Eltern u.U. nie wieder zu verzeichen halten ich für hochproblematisch, vor allem auch für die eigene Psyche.
Weiter schient mir Miller einige Feinheiten der P.analyse nicht verstanden zu haben oder die bewußt zu missachten.

Sie läßt, vor allem in "Du sollst nicht merken" Fürsprecher ihrer Sichtweise zu Wort kommen und ignoriert Kritiker vollständig, was ich nicht sehr sauber finde.

Last not least halte ich Argumente vom Stile: Entweder ihr entdeckt und konfrontiert eure eigene Misshandlung (bei Miller ist es praktisch unmöglich nicht misshandelt worden zu sein), oder ihr konfrontiert sie nicht und seit gezwungen sie weiter zu geben, für wertlos, weil sie nicht falsifizierbar sind und eine moralisch problematische Stimmung aufbauen.

Dennoch lohnt es sich vielleicht Miller zu lesen, "Am Anfang war Erziehung" gefällt mir am besten, nur sollte man sich sehr kritisch mit ihr auseinandersetzen, gerade wenn man fühlt, dass sie einem aus der Seele spricht.

Soweit mein Statement dazu.

Gruß,

Carsten


Hi,

@Carsten

Also ich habe den Link hier nicht hier reingepostet weil er die Ultimative erklärung für all unserer Fragen über Kindesmisshandlungen ist, sondern vielmehr weil ich mich mal selber mit dem Thema beschäftigt habe. Ich finde die Ansichten von A. Miller sind Grundlegend richtig! Vor allem darfst du nicht vergessen das A. Miller verschiedene fälle von Kindesmisshandlung "Studiert" hat, und dadurch eine Menge an erfahrung und Wissen auf diesem Gebiet gewonnen hat.

Klar, jeder hat seine Meinung, du hast deine eigen von A. Miller ich habe meine. Ich sehe auch nicht die Generalanklage von der du sprichst. Weis nicht was du damit meinst.
Klar das man die Eltern jetzt in Seitenlangen schuldzuweisungen Feritg machen könnte weil Sie diesen und jenen Fehler in der Erziehung begangnen hatten, und weil es wahrscheinlich große auswirkungen auf das Kind hatte. Aber meines empfindens nach macht A. Miller das nicht Grundsätzlich! Natürlich muss aufgezeigt werden warum manche Menschen nunmal so sind wie sie sind, und das lässt sich zu 99% auf die Kindheitserlebnisse zurückführen.

Also den Punkt das es überall Kindesmissbrauch geben soll sehe ich auch nicht.

Also ich finde nicht das ihr Text in irgend einer Weise die Narzistische denkensweise nährt. Den es geht nicht wie du beschreibst um die Antwort auf die Frage: "Was hätte alles aus mir werden können wenn meine Bösen Eltern nicht wären" sondern vielmehr geht es um die Beantortung der Frage "Warum bin ich so wie ich bin und nicht anders?". Hierfür findet man in ihrem Text einige Antworten.

Und Miller redet nicht davon das man den Eltern nie verzeihen soll, Natürlcih äußert sie auch ihre eigene Meinung, aber die ist mir eher unwichtig.. viel wichtiger sind die Informationen über die Auswirkung von Misshandlungen bei Kindern, deswegen würde ich mir da Meine eigene Gedanken und Meinung mit zuhilfenahme von Millers Texten machen.

Man sollte sich mit allem Kritisch auseinandersetzen und es nicht einfach so alles aufnehmen wie es irgendwo geschrieben steht Zwinker

bye
Antigone
Also, ein Kind das man versucht ohne Liebe groß zu ziehen, geht nicht.
Das haben Experimente vor hunderten von Jahren schon gezeigt. fragt mich nicht, wer es war aber ich weiß, wie das Eperiment aussah und endete.
Es sollten Neugeborene ausschließlich mit Nahrung und allem nötigem versorgt, werden aber KEINE ZUWENDUNG ODER LIEBE erhalten.
Alle Kinder starben!
Also ganz ohne Liebe geht schon mal gar nicht.

Ich kenne die gute Frau Miller überhaupt nicht aber gebe mal folgedes zu bedenken...
Alle Eltern hatten selber Eltern und somit kann man nicht von Schuld oder Fehlern in der Erziehung reden.Die Eltern haben es ja von ihren Eltern gelernt!
Ist es dann nicht eine Kausalitätskette?
Wo will man denn ansetzen?
Irgendwann wird aus dem
Kind ein Erwachsener und dieser kann dann entscheiden, wie er sein Kind erzieht.
Für einen Menschen, der oft geschlagen wurde,sind Schläge vermutlich ein legitimes Erziehungsmittel, weil er es so in seiner Kindheit erlebt hat.
Aber er wird sich vielleicht auch noch erinnern können, was er als Kind in solch einer Situation gedacht hat, wenn er geschlagen wurde.

In solch einer Situation erkennt er das Handeln seiner Eltern in seinem Handeln und wenn er lernbereit ist, wird er versuchen in gleicher Situation anders zu handeln.

Also kann ein Mensch, der keine tolle Kindheit hatte durchaus ein liebevoller Elternteil sein.
carsten aus bochum
Hi mac,

es ist wie Du sagst, jeder soll sich seine eigene Meinung bilden.

Zitat:
"Also ich finde nicht das ihr Text in irgend einer Weise die Narzistische denkensweise nährt. Den es geht nicht wie du beschreibst um die Antwort auf die Frage: "Was hätte alles aus mir werden können wenn meine Bösen Eltern nicht wären" sondern vielmehr geht es um die Beantortung der Frage "Warum bin ich so wie ich bin und nicht anders?". Hierfür findet man in ihrem Text einige Antworten."


Das Problem was ich sehe, ist, dass es zu einer Projektion von Schuld kommt, auch wenn ich frage, warum ich so bin, wie ich bin und das ist dann fatal, wenn man meint, an der Sitution nichts mehr ändern zu können.

Ich weiss sehr wohl um frühe Traumatisierungen, häufig durch die Eltern, das stimmt, aber wenn die bewußt gemacht sind, ist die Sache erledigt und es besteht kein Grund noch Jahre an dem Thema zu kleben, es ist vorbei und wenn man nicht neurotisch dran haften will, was man durch Bewußtwerdung ja vermeiden will, dann sollte man das Thema irgeadwann auch mal loslassen, egal ob es Eltern heißt, der böse Partner, die Gesellschaft, oder wie auch immer.

Was Miller aufgedeckt hat ist großartig, wie sie damit umgeht fragwürdig, aber es gilt Dein Wort, jeder möge selbst urteilen.

Gruß,

Carsten
Archibald
Ich denke, Liebe (zu einer Person x) ist nicht definierbar ohne die Berücksichtigung des Charakters der Person x.

Eine Handlung, mittels der man Person x Liebe bezeugt, kann für Person y z.B. eine Haßbezeugung sein.
Infantarius
Hallo

also, ich mag es irgendwie nicht, gefragte Begriffe erst zu definieren, lässt sich aber hier nicht vermeiden. Als Liebe würde ich in diesem Fall bedingungslose Annahme mit konsequenter Grenzensetzung. Das ist für mich das Optimum.

Um auf die Frage einzugehen:
Ein Kind, dass als Kind wirklich gar keine Liebe, Zuneigung oder Wertschätzung erfahren hat, wird voraussichtlich später Menschen als fremde Individuen oder gar als Bedrohung wahrnehmen. Nicht viel anders wird sich dieser Mensch dann gegenüber eigenen Kindern verhalten. Nicht unbedingt aggressiv; es muss nicht sein, dass diese Person seine Kinder permanent schlägt, aber es wird schwer sein, eine intensive zwischenmenschliche Bindung aufzubauen.

Was für diese Frage sehr interessant wäre, ist die Persönlichkeitstheorie von Carl Rogers, mit deren Modell sich eine solche Entwicklung ziemlich gut erklären lässt. Die Psychoanalyse würde da auch passen, ist aber etwas umfassender und irgendwie nicht so präzise wie die Theorie von Rogers. Diese lässt sich auch für Leute, die nicht so viel mit Psychologie am Hut haben ziemlich gut nachvollziehen, finde ich.

Ich hoffe, das hilft.

Grüße,
A.
Schwarzkatz
Hallo, sorry, daß ich micht gemeldet habe - war außer Gefecht gesetzt
(krank)
Danke für eure Antworten smile - muß mich erst einmal durcharbeiten.

Sehr interessante Betrachtungsweisen hab ich schon mal feststellen können...

Bis dann, Katz
laaai
mhm wenn ein Kind wirklich ohne Liebe und mit schlägen aufwächst, wird es im Laufe seines Lebens, drauf ankommen welche Erfahrungen er begegnet.
Vielleicht mag es sein, dass er eines Tages eine Familie sieht, die wirklich für einander da sind und aufeinander aufpassen. Und es gibt viele die auch in armen Verhältnissen aufwachsen & dies in der Zukunft ändern wollen, damit ihre Kinder nicht so leiden müssen wie sie selbst als Kinder.

es kommt einfach letzendlich drauf an was wir tun, denken, was wir als Mensch für richtig halten.

Letzendlich ist das eine Sache der Individualität des Menschen des eigenen ich seins.

Danke.
theophanu
@ antigone

Zitat:
Es sollten Neugeborene ausschließlich mit Nahrung und allem nötigem versorgt, werden aber KEINE ZUWENDUNG ODER LIEBE erhalten. Alle Kinder starben! Also ganz ohne Liebe geht schon mal gar nicht.


Exakt. Einer der ersten, der diese Versuche unternommen hat, war der Stauferkaiser Friedrich II. vor sehr rund 1000 Jahren.

Zitat:
Aber er wird sich vielleicht auch noch erinnern können, was er als Kind in solch einer Situation gedacht hat, wenn er geschlagen wurde.
In solch einer Situation erkennt er das Handeln seiner Eltern in seinem Handeln und wenn er lernbereit ist, wird er versuchen in gleicher Situation anders zu handeln.


Die Problematik liegt doch genau darin, ob ein Mensch sein Handeln reflektieren möchte. Und ob er es kann, wenn er z.B. einer bildungsfernen Schicht entstammt.

Ich habe zwei Kinder, die wohlbehütet in einer harmonischen Familie aufwachsen. Sie haben diese Atmosphäre aufgesogen und werden sie in ähnlicher Form an ihre Kinder weitergeben.
Nichtsdestotrotz kollidiert ihre schöne Welt mit der harten Realität anderer Kinder, für die körperliche und verbale Gewalt alltäglich ist. Und ich weiß sehr genau durch Einzelschicksale, wovon ich spreche. Das, was manche der armen Würmchen erleben müssen, die nicht selten ganz wunderbare Anlagen haben, die, weil lästig, gewaltsam unterdrückt werden, ist unvorstellbar.
Um spätestens als Erwachsener über das Erlittene nachdenken zu können, erfordert es ein Entkommen aus einem solch gewaltsamen Milieu. Doch oft zeigt die Praxis, daß ein Kind, das von der Mutter auf das Schlimmste mißhandelt wurde, sich erwachsen noch schützend vor die Mutter stellt.
Rebecca
Zitat:
Original von Scorp
Unser ich nenne es mal Charakter entwickelt sich durch die Einflüsse die wir im Laufe unseres Lebens erfahren, somit müsste ein Mensch der in seiner Kindheit
niemals etwas anderes gelernt hat als die ihm vermittelten Werte diese auch seinen Kindern weitergeben.
Sobald er jedoch über neue Werte stolpert und diese ablehnt oder aufnimmt
kann man unmöglich mehr sagen das sein späteres Verhalten allein auf seine Kindheit zurück zu führen ist.
Womit ich sagen will was aus uns wird entscheiden letzlich wir selbst, was jedoch immer eine gewisse Stärke voraussetzt nicht bloß da zu sitzen und zu schlucken was uns vorgesetzt wird.


Diese Meinung kommt der meinen am nächsten. Ich meine, dass man keinesfalls anhand von so genannten Fallbeispielen psychologischer Erkundensweisheiten eine abschließende Antwort geben kann, bzw. pauschalieren. Ich wehre mich immer gegen eine Verteidigertaktik vor Gericht, die alle anderen, und speziell die Eltern, für Dinge verantwortlich macht, die letztlich immer in der Eigenverantwortung eines jeden aufgrund seiner freien Wahlmöglichkeiten liegen.
Denn die "Schuldzuweisungen" kann man dann bis Adam und Eva fortführen. Irgendwo schrieb hier jemand von Eltern, deren Eltern.... etc. Vollkommen richtig.

Natürlich sind die häuslichen Gegebenheiten, in denen der junge Mensch aufwächst, sehr prägend. Und können - je nachdem, wie "ungut" etwas im Elternhaus ablief - auch für ein weiteres Leben belastend und unterschwellig auch handlungsbestimmend sein.Eigentlich nicht "können" sondern "werden". Denn nichts geht spurlos an einem Menschen vorüber. Auch wenn er verdrängt.

Aber es gibt keinen jungen Menschen, der nicht irgendwann einmal sieht, dass es auch anderes gibt als Schläge und Lieblosigkeiten. Und wenn dann die Überlegung einsetzt, die - eigentlich - zwangsläufig den Wunsch nach sich zieht: Ich möchte es auch so gut haben wie bsp. XYZ bei seinen Eltern es hat, ich möchte auch einen Kuss bekommen anstatt Geschrei, dann ist doch der Wunsch nach einem anderen Leben, einer friedlichen Häuslichkeit, die der/diejenige sich dann irgendwann selbst schafft, gar nicht so fern.
Aber das Gute wollen heißt ja nicht zwangsläufig, dass man es durch den "Vater des Gedankens" auch erreichen kann.

Denn - wie soll man Liebe weitergeben, so man sie nicht selbst "gelernt" - sprich: erfahren hat.
Ich glaube, man muss sein eigenes Gefühl erst einmal richtig einzuordnen lernen und in Einklang mit dem eines anderen bringen.
Und ich könnte mir vorstellen, dass in Fällen, wo jetzt eine Liebe nicht erwidert wird, der/diejenige ein dejà vu-Erlebnis hat.
Und "bestraft" in der Form, wie man selbst behandelt wurde. Mit Gewalt und "Liebesentzug".

Es ist alles eine Frage der Bewusstseinsbildung - der Bildung/Fortbildung/Weiterbildung "seiner Selbst".
Und - da bin ich sicher - ist alles im Leben eine Frage von "Liebe" - des notwendigen Erhaltes oder der Mangelerscheinungen.
Eine gute Saat, die aufgehen soll, bedarf eines guten "Bodens".

Freundliche Grüße
Rebecca winken