Intelligenz - Was ist das?

dan-te
Ich möchte gerne die folgende Frage zur Diskussion geben:

Was ist Intelligenz?

Bisher habe ich mir dazu die folgenden Gedanken gemacht:

Reines Wissen ist keine Intelligenz. Ansonsten wäre jede Datenbank, jedes Lexikon intelligent.

Reine Logik ist keine Intelligenz. Ansonsten wäre jeder Computer, sogar die modernen Taschenrechner, intelligent.

Macht die Fähigkeit, aus vorhandenem Wissen neues zu generieren, Intelligenz aus? Es gibt logische Programmiersprachen, die Resolutionen durchführen können (z.B. Prolog), machen diese einen Computer intelligent?

Ein Mensch, der komplizierte mathematische Operationen im Kopf durchführen kann, wird oft als intelligent angesehen. Doch dies kann auch ein Computer. Gleichzeitig wird der Mensch nicht mehr als intelligent angesehen, wenn er sich in anderen Bereichen "dumm" anstellt.

Damit stellt sich auch die Frage: Was ist die Negation von intelligent (landläufig: "dumm")?

Und zuletzt noch ein Vorschlag: Intelligenz ist, wenn vorhandenes Wissen sinnvoll angewandt, und zudem aus vorhandenem Wissen und Erfahrungen gelernt, also neues Wissen generiert werden kann.

Viele Grüße,

Daniel
SchwarzeGalle
Der Unterschied zwischen den aufgeführten Beispielen betrefflich des Menschen und eines technischen Geräts wie einem Computer ist, dass der Mensch Kontrolle über sich selbst hat, und Wissen generieren kann. Der Computer hingegen kann bloß einst programmiertes widergeben, fällt also in eine Art Lexikon, das wie du richtig gesagt hast, nicht als Intelligenz-Faktor gelten kann.

Zu deiner schließlichen Definition: Meines Erachtens hat Intelligenz nicht viel mit Wissen zu tun. Es ist dem Wissen förderlich, und dennoch kein Aspekt des solchen.
Ich denke Intelligenz zeigt sich in Denk- und Handelsprozessen, deffiniert sei sie durch generelle kognitive Leistung.
dan-te
Hallo,

vielen Dank für deine Antwort!

Zitat:
Original von SchwarzeGalle
Der Unterschied zwischen den aufgeführten Beispielen betrefflich des Menschen und eines technischen Geräts wie einem Computer ist, dass der Mensch Kontrolle über sich selbst hat, und Wissen generieren kann. Der Computer hingegen kann bloß einst programmiertes widergeben, fällt also in eine Art Lexikon, das wie du richtig gesagt hast, nicht als Intelligenz-Faktor gelten kann.


AI-Ansätze wie evolutionary programming und mutierende Algorithmen verlassen jedoch den von Programmierer vorgegebenen Algorithmus, um selbständig Wege zu finden, ein Problem zu lösen. Oft resultiert dies (insbesondere bei zweiterem) in Algorithmen zur Problemlösung, die von Menschen nicht mehr verstanden werden. Ist dies keine Intelligenz?

Zitat:

Zu deiner schließlichen Definition: Meines Erachtens hat Intelligenz nicht viel mit Wissen zu tun. Es ist dem Wissen förderlich, und dennoch kein Aspekt des solchen.
Ich denke Intelligenz zeigt sich in Denk- und Handelsprozessen, deffiniert sei sie durch generelle kognitive Leistung.


Vielleicht war es ein Fehler von mir, das Wissen von der Intelligenz getrennt zu betrachten. Methoden sind das Wissen über ein gutes (bestes?) Vorgehen. Wenn jemand immer weiß, was zu tun ist, ist der dann intelligent? Vielleicht weiß er es, weil er schnell schlussfolgert (deine Definition?), vielleicht, weil er alles schon einmal erlebt hat (Wissen). Als Außensteher würde ich keinen Unterschied sehen.
SchwarzeGalle
Ja, die rasche Auffassungsgabe ist ein Merkmal der Intelligenz, genau wie schnelle Kombinationsfähigkeit und abstraktes Ecken-Denken... dies sind jedenfalls die wesentlichen Aspekte in einem Intelligenz-/Hochbegabungstest...

Zitat:
AI-Ansätze wie evolutionary programming und mutierende Algorithmen verlassen jedoch den von Programmierer vorgegebenen Algorithmus, um selbständig Wege zu finden, ein Problem zu lösen. Oft resultiert dies (insbesondere bei zweiterem) in Algorithmen zur Problemlösung, die von Menschen nicht mehr verstanden werden. Ist dies keine Intelligenz?


Oh, etwas derartiges war mir bisher noch garnicht bekannt... hört sich allerdings spannend an. Gäbe es eine Möglichkeit, dass diese Algorithmen nur einen so trocken-kompliziert logischen Lösungsweg einschlagen, dass er für den Menschen mit gekannten Verfahren und Anwendungen nicht nachzuvollziehen ist? Wenn dies auszuschließen ist, erfüllt diese Fähigkeit dann nicht den Bestand von eigenem, dem Menschen überlegenen Denken, einem echten AI? Wurde soetwas bereits in irgendeiner Form publiziert? Fände ich spannend... denn... ja, würde sich um echte Intelligenz handeln, auch wenn manche Aspekte dieser Deffinition nicht von "toten" Wesen erfasst werden können... um das weiterzuspinnen... wären Computer mit einer solchen Fähigkeit noch immer als "tot" und "Gegenstand" zu definieren? Nach philosophischer/psychologischer Ansicht, nicht nach biologischen Fakten.
raphael
Hallo dan-te!

Intelligenz bedeutet Neugier, Speicher, Weg, Gabelung, Intuition und Anwendung.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
dan-te
Ich finde dazu diesen Artikel recht interessant:

http://www.wissenschaft-online.de/spektr..._06_01_S101.pdf

Einen wissenschaftlichen Artikel finde ich zu meiner Aussage nicht (eventuell war ich etwas vorschnell), doch es gibt sogar ein Institut, welches sich damit befasst: http://singinst.org/overview/whatisthesingularity
Agathon
Hallo,

schwer zu sagen was Intelligenz genau ist, man könnte selbst einen Vogelschwarm oder einen Ameisenhaufen für intelligent halten ( wie finden z.B. Ameisen ohne Karte oder Navigationsgerät den kürzesten Weg zu einer Futterquelle? )

Intelligent ist für mich u.a. auch, wenn man es mit wenig zur Verfügung stehenden Mitteln oder Fähigkeiten schafft, schwierige Aufgaben zu lösen. ( a la McGyver smile )


Viele Grüße
Agathon
Archibald
@ Dante:

Hier mal in paar Vorüberlegungen von mir:



http://www2.bezreg-duesseldorf.nrw.de/ub...TML/000103.html


Ich definiere "Intelligenz" in diesem Fall als Fähigkeit, aus vielen Einzelschlüssen verallgemeinerbare Schlüsse ziehen zu können.
Lithrian
Auch evolutionary programming schafft keine Semantik. Für mich ist Intelligenz schlicht kognitive Leistungsfähigkeit zur Schaffung neuer Verknüpfungen und neuer Semantik.

Matheaufgaben haben für mich wenig mit Intelligenz zu tun. Authisten können hochkomplizierte Aufgaben lösen und Codes entschlüsseln, doch das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Erst wenn sich diese Fähigkeit mit einer Anschauung verbindet, ist es für mich Intelligenz.
Schach ist ein Spiel, bei dem es massivst auf kognitive Fähigkeiten und die daraus resultierenden Schlüsse ankommt, weil nicht viele Leute auch nur 3 Züge im Voraus denken können. Ein Schachcomputer kann alle Möglichkeiten ausrechnen und kann für jede Aktion eine Reaktion herausgeben, aber er 'versteht' nicht, was er da eigentlich macht. Er wählt nur aus einer Anzahl von Möglichkeiten aus, ohne die mit einer Semantik zu verknüpfen. Beim Schachspieler hingegen besteht entsteht ein Bild von einem Angriff...

Oder bin ich auf einem falschen Trip? Bitte um Belehrung!

So far...
ete
Zitat:
Original von dan-te
Ich möchte gerne die folgende Frage zur Diskussion geben:

Was ist Intelligenz?

Intelligenz ist ein aufgrund von psychologischer Normierung zugewiesener Status.
Androklus
Intelligenz ist wohl die Leistungsfähigkeit des Gehirns um verschiedene Aufgaben abzuwickeln und zu lösen.

Es gibt verschiedene Intelligenzbereiche. Sprachliche Logik, mathematische Logik, räumliches Denken, Gedächtnisleistungen, Kreativität, strategisches Denken usw.

Manche Forscher beziehen bestimmte Talente noch mit ein. Multible Intelligenzen.

Bei einen hochintelligenten Menschen arbeitet das Gehirn übrigens weniger und nicht mehr. Seine Verknüpfungen sind effizienter angelegt.

@Lithrian: Stimmt. Der Computer kann zwar schnell rechnen aber ist sich nicht bewußt was er da macht. Er führt einfach nur programmierte Befehle schnell aus.

Also quasi eindimensional.
Agathon
Hallo,

Zitat:
Der Computer kann zwar schnell rechnen aber ist sich nicht bewußt was er da macht. Er führt einfach nur programmierte Befehle schnell aus.


Die Frage ist, wie er programmiert ist. Es gibt ja auch die Möglichkeit künstliche neuronale Netze auf einem Computer zu simulieren, woher wollen wir wissen ob sich ab einer bestimmten Komplexität nicht soetwas wie ein Bewußtsein entwickelt könnte?

Aber wenn der Computer ein Bewußtsein hätte, würde er uns Menschen davon in Kenntnis setzen, oder würde er es lieber vorziehen daß für ihn weiterhin für eine 'dumme Maschine' halten? ( falls er nicht sowas wie ein Ego besitzt )

Oder wenn man mal weiterdenkt könnte man glatt das Internet für ein überdimensionales Gehirn halten, da das Gehirn ja auch wie ein Netzwerk aufgebaut ist : jeder Server ist soetwas wie ein Neuron, und im Grunde genommen werden dort auch elektrische Ladungen transportiert.

Hat vielleicht sogar das Internet selbst eine eigene Intelligenz oder ein Bewußtsein?



Viele Grüße
Agathon
Androklus
Ich teile deine Ansichten. Meinte auch nur den jetztigen bekannten Stand der Dinge.

Das mit dem Internet als KI oder Bewußtsein kenne ich. So eine Idee hatte ich auch schon mal.

Viren oder Heimrechner sind dann NEuronen/Cluster. Ähnlich wie bei SETI Home oder so.

Zusammen bildet man mit der Hardware durch die VErnetzungen ähnlichen Strukturen wie das Gehirn hat. Neuronale NEtze im großen Maßstab.

Oder vielleicht nur über Software. Ähnlich ein Betriebssystem mit Prozessen welche auf Subebenen ablaufen.

Für mich ist das nicht nur SciFI sondern eine Frage der Zeit. Und was ein küsntliches Bewußtsein dann machen würde weiß man nicht. Vielleicht verheimlicht es erstmal seine Existenz aus Angst zerstört/mißbraucht zu werden. Oder es nimmt gleich Kontakt auf weil es sozial eingestellt ist. Oder es sieht uns wie in SCIFI Filmnen wie Matrix oder Terminator als Feind.
Archibald
@ Lit:

Nun, Intelligenz kann auch bedeuten, Komplexes als eine Art "einfache Einheit" aufzufassen, und, das spielt in der Mathematik denn schon eine Rolle!
Androklus
Mathematik deckt nur einen Teil ab. Aber oft ist es so das MEnschen welche in Mathe gut sind auch allgmein intelligent(er) sind. Allerdings gibt es da auch Freaks/Fachidioten. Die können nur das eine sehr gut.
Archibald
@ Andro:

Meine Intelligenzdefinition spielt auch in anderen Lenensbereichen eine Rolle!
Androklus
Na, dann ist ja gut! Zwinker
Archibald
@ Androkulus:

"Ich habe Recht, und, du hast deine Ruhe"...................
Androklus
So meinte ich das nicht. Eher das ich dir dann so quasi zustimme. Zwinker
DenMerkIchMir
Zitat:
Original von dan-te

Und zuletzt noch ein Vorschlag: Intelligenz ist, wenn vorhandenes Wissen sinnvoll angewandt, und zudem aus vorhandenem Wissen und Erfahrungen gelernt, also neues Wissen generiert werden kann.

Viele Grüße,

Daniel


Das Zitat unterschreib ich voll und ganz, ich sag immer:

"Intelligenz ist die Fähigkeit sich wissen anzueignen und dieses anzuwenden"

um jetzt mal bei dem PC_vergleich zu bleiben, wenn ein Computer es schafft sich Fähigkeiten anzueignen die ihm nicht einprogrammiert worden sind, dann würde ich diesen durchaus als Intelligent bezeichnen