Also bei mir war es ganz einfach so beim Lesen des ersten Abschnittes (Hume – Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand) bis kurz oder etwas länger vor dessen Ende:
Die Philosophie des Geistes wird in zwei Arten unterschieden.
Die erste Art würde ich auf den ersten Blick eher der Ethik zuordnen, da es auch um Begrifflichkeiten wie „Tugend, Laster, Gefühle geht und um`s Handeln. Da aber von einem Bewirken des Philosophen ausgegangen wird, also weniger um das selbsttätige Handeln und Denken des Menschen, inkl. seiner Feststellung von Regeln es geht, wundert es kaum mehr, dass Kant von einer Metaphysik der Sitten spricht (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten 1785). So langsam entsteht der Eindruck, das im 17. Jahrhundert (mind.) immer nur um das eine ging. Das was geschieht mit dem Bewirken durch sich selbst, dem Philosophen in derartige Verbindung zu bringen, dass ein Irrtum diesbezüglich ausgeschlossen bleibt. Geschähe dies durch Sprache wären in Anknüpfung an Wittgenstein deren Regeln und damit auch dessen Bewirken herauszufinden, was einer Klärung einer formalen Dialektik gleich kommen würde; mit Ansätzen ihrer Wirksamkeitserklärung. Ein metaphysisches Hinüber, also die Verbindung einer Transzendentalphilosophie zur materialistischen Dialektik erfordert in diesem Sinne ggfls. tatsächliche ethische Werte, wenn zur Erlangung dieses Grades nicht eine dem Menschsein vorangegangene Bestimmung dies ihm selbst bereits inne liegt. Das hieße dann aber, dass alles was diesbezüglich mit Sprache geklärt werden kann, nicht von etwas kommt was in der „eigenen“ Sprache sprachlich erlernt wurde. Soll nun bei dieser ersten Weise der Philosophie die Sprache des Philosophen, ob in Schrift oder Ton allein, das bewirken, was sich der Mensch sonst selbst „erarbeiten“ müsste, oder wie soll das verstanden werden?
Die zweite Art der Philosophie, die sich an die Vernunft wendet und an den Verstand, die keine Ruhe geben bis sie oberste Gebote gefunden haben. Kant entschied sich wohl dafür beide „auszuprobieren“. – Letztere Art der Verstandesphilosophie die weder Gefühle noch Handeln bewirkt, zumindest keine solchen die außerhalb des eigenen Begriffs-Denkens stehen, ist meines Erachtens genau die Philosophie, die es im Grunde keiner moralischer Reden mehr bedarf. Aber was soll Gegenstand des Denkens sein? Diese Frage ist ja, nur weil man zu einem abstrakten Ergebnis gekommen ist, damit ja noch lange nicht geklärt!
Irgendwann also kommen wir in Humes Untersuchungen zu den Verhältnissen von Ursache und Wirkung. Und ich erhoffe mir spätestens auch dann praktische Lebenshinweise wo es eine Alternative geben kann zum ewigen Versuch die Ursachen für gewisse Situationen zu finden. Descartes liefert meiner Erinnerung nach „lediglich“ Ansätze dazu.
„Die Gefühle unseres Herzens, die Erregung unserer Leidenschaften, die Heftigkeit unserer Gemütsbewegungen verjagen alle ihre Schlussfolgerungen und machen aus einem tiefgründigen Philosophen einen ganz gewöhnlichen Menschen“. (Hume) Vielleicht ist es mit Humes Verdienst, dass der perfekte Mensch nicht der Spezialist ist, sondern das Allroundtalent. Denn war es jemals anders, als das was von den Philosophen gefordert von dem Rest der Menschen abverlangt wurde? Auf die Einschwörung zum Philosophen hin möchte ich nicht näher eingehen, denn wenn Hume das Lesen von Extremen her bis hin zu einem Etwas, dann ist es gleichermaßen Ruhepol wie am Ziel. Schlussendlich gesehen ist es überraschend, dass grade die Bereiche des Denkens, die zu entlegen und dunkel sind, als metaphysisches Kauderwelsch abgetan werden kann (lol – dass der Begriff „Kauderwelsch“ dem Hume bekannt war – wie heisst der denn auf englisch?) Humes Gegenmittel: Genau! Denken! und zwar „genau + richtig“. Darf man sich gar überhaupt in das Denken selbst reinziehen lassen? Die Vernunft, die doch etwas höher stehend im Sinne der Begabung des Überblickens ist, läuft sonst Gefahr verschlungen zu werden und mit dem vergänglichen Denken zu sterben, besser gesagt unterzugehen. Aber wenn es doch passiert, wo ist sie bzw. wo und wie kann die Vernunft erneut gehoben werden? Sie ist ja kein Ding an sich, also können wir von ihr denken als etwas was entsteht, und was entstehen kann, das können wir annehmen auch selbst schaffen zu können. Vernunft fordert für sich die ganze Aufmerksamkeit auf das gerichtet was im Augenblick durch das Denken kommuniziert wird (und beim Schreiben an das Handlungsorgan weitergegeben wird). Eine gewisse Staatstheorie kommt mir in den Sinn und die Forderung Humes als ausdrücklichen und eindringlichen Wunsch „Mensch zu bleiben“ nun mehr noch verständlicher, obgleich beim Ankommen zur Vernunft, wenn es denn so ist und kein Fehler unterlaufen, bzw. man nicht auf Irrpfaden geraten ist, dann impliziert der Vernunftbegriff gleichermaßen auf den Menschlichen, weil mit menschlichem Weg in Höhen, die nicht anders als durch Vernunft zu erreichen waren. Dann müsste Kants Ausspruch eigentlich heissen: Habe Mut dazu zu stehen, was du selbst als Vernünftiges (handeln) herausgefunden hast – ohne Dich schließlich von Anderen davon abbringen zu lassen. Jedoch ist diese letzte Instanz „das Tribunal der Anderen“ oftmals ein ungerechtes Gericht, was aber dennoch seinen berechtigen Platz behält, wenn die Vernunft von abstrakten Gefilden (wie z.B. 2-1=1), wenn 1 zuviel ist und weg soll, nicht nur allenfalls sich selbst zum Opfer fallend im Auslaufenden Denken mündet, sondern auch noch in nicht wieder gut zu machendem Handeln endet. Muss nicht eigentlich jedes Handeln, egal ob als gut oder schlecht angenommen, wieder gut gemacht werden können? Ist nicht jedes Handeln auch ein aus sich Heraustreten, sich vom Innersten (manche nennen es Gott) fortbewegen? Mit „sich“ gehen – Kant nannte es das moralische Gesetz in ihm.
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Original von Drunken-Wisdom
Ich weiss jedoch nicht, inwiefern in mich zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich sage, dass das, was bei Hume der “Verstand” ist- die Quelle der Erkenntnis-, bei Kant die “Vernunft” ist.
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Meintest du es nicht eher genau umgekehrt? Ich dachte Hume gebraucht den Verstandesbegriff bei weitem nicht in den Höhen wie Kant ihn sah, und was Kant im Verstand sah bei Hume allenfalls das was in vernünftigen Bahnen verläuft. An Quellen der Erkenntnis habe ich noch gar nicht gedacht, aber vielleicht ist das auch schon eine Art Überleitung zum Abschnitt II die den Ursprung der Vorstellungen behandelt. Jedoch kommt es mir so vor, als sei diese Quelle bereits längst versiegt, und es dümpeln nur noch die Vorstellungen vor sich hin und warten auf Deine Erkenntnisse. Erkenntnisse sind doch die Quellen der Vernunft! Oder nicht?