Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu - die Todesstrafe

SchwarzeGalle
Guten Abend.
Ich stelle mir seit einigen Tagen die Frage, wie die Menschheit es in manchen Gebieten/Ländern mit ihnen selbst (ihrer Moral) vereinbaren, einen gemeinschaftlichen Mord im Deckmantel des Gesetzes zu begehen. Für das Individuum ist das selbe Handeln nicht nur unmoralisch, sondern auch gesetzeswidrig. Da die Todesstrafe in all ihren Ausführungen natürlich ihre Kritiker hat, wird sie nur in besonders schweren Fällen verhängt, meist bei Mord/Massenmord. Doch warum wird das gemeinschaftliche Töten eines Kriminellen plötzlich zu einem Akt, welcher jeglicher Moral zwar entbehrt, jedoch nicht nicht gelindert wird. Ist es in diesem Fall tatsächlich richtig, Gleiches mit Gleichem zu bestrafen?
Zudem existieren in vielen Ländern noch Methoden, welche menschlich völlig verwerflich und immoral sind. Denkt ihr es gibt eine Art "humanen Gesetzestod"?
Ferner bleibt zu bedenken, dass zahlreiche Methoden zwar allgemein als schmerzfrei und kurzweilig beschrieben werden, durch jüngste, genaue Untersuchungen durch Wissenschaftler jedoch als das Gegenstück enttarnt werden konnten. Die Giftspritze zum Beispiel kann falsch gesetzt unglaubliche Schmerzen hervorrufen.
Wie steht ihr zu den bekannten Argumenten (Kostenpunkt, usw...) ?

Nun an euch, werte Kritiker:
Sollte man die Todesstrafe global abschaffen? Warum (nicht)? Gibt es einen "humanen Tod"?
Colosus
Es ist schon ein Paradoxon, da verbietet die Gemeinschaft dem einzelnen etwas zu tun, für die Gemeinschaft als ganzes ist das aber nicht verboten - bzw. richtig ausgedrückt - es bleibt unbestraft.

Zu den Methoden - youtobe hat eine interessante Doku - "Wissenschaft des Tötens", dort wird einiges erklärt und beleuchtet, insbesondere warum die Fehler passieren und was nun humaner wäre. Wobei human definiert wird, dass der Mensch schmerzlos stirbt, dass er Ängste davor erlebt blendet man aus.

Wie steht man dazu? Hm... gute Frage - denn dazu muss ich mich fragen, wie ich auch dazu stehen würde, wenn jemand z.B. meine Eltern tötet - wie würde ich darauf reagieren... würde ich Rache wollen, oder würde ich sachlich eher das Einsperren verlangen....?

Fragt sich auch ob Lebenslänglich in manchen Länder nicht schlimmer ist als die Todestrafe...

Das größte Dilemma bei der Todesstrafe ist, ob man nun dafür oder dagegen argumentieren will - ist dass immer Gefahr besteht, dass man unschuldige hinrichtet - und dies ist schon mehrfach vorgekommen - somit vergeht sich die Gesellschaft an einem Bürger und kann ihn nicht mal dafür entschädigen... deswegen würde ich persönlich dagegen argumentieren.
niefre44
schwarze galle.ich find es immer total billig,wenn todesstrafgegner,mit einem argument wie ,wenn man die spritze falsch setzt könnten schmerzen entstehen,das ist sowas von einem armseligem argument ,das nur moralisten die die natur verachten anbringen kann.ich möchte es mal so erklären,die menschen haben bei einer straftat z.b mord ein rachegedanken oder trieb (vom opfer aus gesehen).ihm die rache persönlich ausführen lassen wäre wohl total unsozial und primitiv,aber um ihm sein gewissen und sein trieb zu befriedigen,ist doch eine todesstrafe ideal.zwei triebe befriedigt um eine erlösung der psyche zu erwarten.denn eines ist sicher,vollzieht man die todesstrafe selber,wird wohl,wenn man pech hat,einen das gewissendas ganze leben verfolgen.vollzieht man sie aber nicht,wird man von seinen rachegedanken verfolgt.und jetzt kommt mir bloss nicht daher und sagt,die rachegedanken muss man vergessen oder sonst was um die gewissensgedanken zu stärken.von denen man auch nicht weis wo sie herstammen.ps,was für die gemeinschaft zählt,muss noch lange nicht für den einzelnen zählen
SchwarzeGalle
Zitat:
die menschen haben bei einer straftat z.b mord ein rachegedanken oder trieb (vom opfer aus gesehen).ihm die rache persönlich ausführen lassen wäre wohl total unsozial und primitiv,aber um ihm sein gewissen und sein trieb zu befriedigen,ist doch eine todesstrafe ideal.zwei triebe befriedigt um eine erlösung der psyche zu erwarten.denn eines ist sicher,vollzieht man die todesstrafe selber,wird wohl,wenn man pech hat,einen das gewissendas ganze leben verfolgen.


Es geht hier weniger um die Gefühlslage der Angehörigen oder Opfern, sondern viel eher um ehtische Verhaltensgrundsätze, welche den Tod durch die juristisch abgesicherte Gesellschaft plötzlich legalisieren. Natürlich ist der Schaden psychischer Natur bei den (Mit)Betroffenen ein Kriterium, welches durchaus nicht zu vernachlässigen ist, doch dies ist ja keineswegs der Zweck der Todesstrafe. Genau wie bei lebenslanger Haft gilt es hier, einen Schwerverbrecher für alle Zeiten zu entmachten um die Gesellschaft und das Gemeinwohl zu schützen, keineswegs um persönlich-motivierte Rache-Akte... das würde das vorherrschende Gesetz ja zweckentfremden und auf einer subjektiven, nicht allgemein tragbaren Ebene manifestieren. Es geht hier weniger um die Rache-Frage oder derartige Hintergründe, sondern um die moralische Streitfrage.

P.S.: Zugegeben, das Beispiel mit der Giftspritze ist nicht überragend gewählt, jedoch soll dies lediglich die Sachlage stützen, dass auch bei Tötungsdelikten im Staatsmantel einiges schiefgehen kann, und das Opfer entgegen der Verfassung quält. Ein anderes Beispiel: Der Serienkiller Albert Fish wurde 1936 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Jedoch brachte der erste Versuch nicht den erwarteten Todeseffekt, aufgrund eines Kurzschlusses, der durch einige Dutzend Metallnadeln verursacht wurde, die Fish sich vorzeitig selbst im Unterleib befestigt hatte. Laut Gutachten erlitt Fish beim ersten Fehlversuch unmenschliche Schmerzen, Blutt schoss aus seiner Nase und große Flächen seines Körpers waren verkohlt. Dieses Beispiel (und es ist beileibe nicht das einzige seiner Art) sollte das eigentliche Problem verdeutlichen.
niefre44
schwarze galle.dann werde ich aber die frage stellen,was ist mit den anderen unzähligen todesstrafen die auf anhieb funktioniert haben und mit sicherheit weitaus häufiger sind.es kommt mir momentan so vor ,als ob dir der schmerz ,die todesstrafe verbieten lässt,oder deine angst vor ihm.ein anderes beispiel,ein kopfschuss von 2 metern tötet gleich und schmerzlos,schaut aber babarisch aus.ich werdfe gegen jede todesstrafe immer ein moralisches argument haben.auch mit dem gleichen und gleichen vergelten,es ist schon lange nicht mehr so ,auch in den usa nicht,das bei einem todschlag oder normalen mord eine todesstrafe verhängt wird,sie müsste dann schon total extrem unmenschlich sein.ansonsten sind es meist massenmörder ,serienkiller,psychphaten von extremfällen.und komm mir jetzt bloss nicht mit einer oder zwei personen bei denen keine richtige beweiskraft aufgetrtrn ist.das fällt den meisten gegnern nämlich erst nach dem tode auf wenn die justiz sich nicht mehr darum kümmert und zum schluss sind 40%unschuldig.
SchwarzeGalle
Niefre. Ich glaube aus deinem letzten Beitrag geht hervor, dass wir beide im Grunde die Todesstrafe stark anzweifeln/verneinen, und das sogar aus den selben Gründen. Meine Beiträge über die Erfolgs- und Brutalitätsquote bei Todesstrafen sind zu vernachlässigen und nur sekundär wichtig. Es geht mir, wie bereits erwähnt um den menschlichen Aspekt, ob es im Sinne des Gesetzes zu befürworten sei, einen Menschen zu töten.
niefre44
schwarze g. da liegst du falsch.den ich bin für eine todesstrafe genau aus den befriedigungsopfern gründen die eine gesellschaft wieder möglich macht,da durch die massnahmen ein vertrauen zurückkommt,undsomit eine nation stärkt.
Colosus
@niefre44 - Rache? Hm, ich dachte die Todesstrafe sein eine Strafe und keine Rache - denn Rache würde bedeuten, dass man es für moralisch unbedenklich hielte den Täter in gleichen Weise zu bestrafen wie er es mit seinen Opfern tat. Ich denke wir werden kein Urteil hören in der Art "Im Namen des Volkes - Vergewaltigung mit anschließender Erdrosselung".

Nebenbei erwähnt - Todesstrafen verhindern keinen Mord oder schrecken ab - das steht mal fest und Todesstrafen verursachen oft die Selben Kosten wie Lebenslänglich.

Ach ja - die Nadel wird nur deshalb falsch Gesetzt, weil man keine Ärzte zuziehen kann - denn diese dürfen das gar nicht machen und gutes medizinisches Fachpersonal das sich darauf einläßt - steht auch nicht Schlange.
niefre44
colosus.eine rachebefriedigung die bei nicht ausfürung sich auf das subjekt verlagert und depressiv macht.was glaubst du wohl wieso unsere psychologen hochkonjunktur haben.es ist bei einer todesstrafe mir total egal wenn mal jemand schmerzen spürt ,wenn der grössere teil funkioniert.das problem liegt doch daran das ihr euch geistig in den sterbenden versetzt und so angst vor den schmerzen bekommst.wenn man ertrinkt schaut das auch immer brutal aus,aber das bewusstsein versagt und du wirst nur noch im unterbewusstsein um luft schnappen.dieselben kosten wie lebenslänglich.das glaubst du doch nicht im ernst ??!
Colosus
Also man ertrinkt eigentlich bei vollem Bewußtsein, denn der Mensch hat eine passive Atmung und die meisten sind nicht geübt darin die Atmung solange anzuhalten bis sie ihr Bewußtsein verlieren.

Ich versetzte mich in keinen - sondern stelle mir lediglich die Frage - inwiefern eine Gesellschaft die für Recht (nicht Gerechtigkeit oder Rache) spricht - ihr eigenes Rechtsbewußtsein ("Du sollst nicht töten") zu verbiegen vermag, dass sie es doch tut. Und die zweite Frage die sich mir stellt, wie ist diese Gesellschaft zu bestrafen, wenn sie Unschuldige hinrichtet.
niefre44
wer sagt den du sollst nicht töten,das ist doch ein satz aus der bibel.in amerika funkioniert das prinzip doch auch,und es ist eine weltmacht.
Nik
Nietzsche hatte die Todesstrafe in Abhängigkeit der Stärke des Gemeinwesens gestellt.
Ein starker Staat hat die Todesstrafe nicht (mehr) nötig, da es keine Handlungsmöglichkeiten gibt, die den Bestand des Gemeinwesens als solches gefährden oder den Untergang Aller herbeiführen würden.
Ein überzeugendes Argument, finde ich.

Gruß,
Nik
Colosus
Zitat:
Original von niefre44
wer sagt den du sollst nicht töten,das ist doch ein satz aus der bibel.in amerika funkioniert das prinzip doch auch,und es ist eine weltmacht.


Nun - wenn man "jemanden töten" unter Strafe stellt - ist es ein Verbot dieser Handlung.
Und nur weil Amerika eine Weltmacht ist, heißt es nicht, dass alles was die machen auch sinnvoll ist bzw. gut.
SchwarzeGalle
Richtig. Warum sollte für die Masse nicht gelten was für den einzelnen gilt? Außerdem... in wie fern stärkt es das Vertrauen in die Nation, wenn ein Mensch hingerichtet wird, und um wieviel stärker als wenn er "nur" 7mal Lebenslänglich oder sowas bekommt? Sind die Menschen denn Barbaren die sich am Tod eines Verbrechers laben und erst durch diese Drastik wieder Vertrauen in Vater Staat schöpfen? Außerdem ist das Argument "du sollst nicht töten" nicht bezüglich der Bibel abzuhaken. Es ist eines der zehn Gebote, sicher, aber auch als Nicht-Christ scheinen diese Gebote zwar wenig Bedeutung zu haben, allerdings tun sie es doch. Der Großteil unserer Moral und der demokratischen Ordnung baut auf ihnen auf, und zumindest einige haben nicht geringen Einfluss auf das heutige Justizsystem.
Ferner, niemand wird geschützt durch die Todesstrafe, denn für Leute, welche Verbrechen begehen, die so unhuman sind, dass diese irreversibele Maßnahme erfolgt, hat die Todesstrafe keineswegs einen abschreckenden Effekt. In einem modernen Staat, in welchem ICH mich sicher fühlen würde, wäre es für die Staatsgewalt möglich, Verbrecher entsprechend zu verwahren. Hier würde ich mich durchaus wohler fühlen als in einem solchen, in dem Menschen hingerichtet werden.
Eine Frage an niefre44: Glaubst du nicht an Humanität?
niefre44
mit der weltmacht wollte ich euch erklären,das wenn es darauf ankommt sie uns weit überlegen sein werden durch genau solche gesetze wie diese.wir müssen doch nur unseren zusammenhalt anschauen er ist doch total in gruppen zersplittert ,geschweige den die ganzen depressiven personen.bei einer einzigen sache ist sich momentan die mehrheit einig und das ist die kunduzaffäre,da werden unsere soldaten im stich gelassen,aber sonst ist da ein totales meinungs durcheinander.ein starker staat hat eine todesstrafe nicht nötig,das stimmt,wir sind aber vielzuweit entfernt eine einheitliche starke kultur zu sein.ich möchte es nochmal erklären.wenn dem opfer z.b kindesmord,eine befriedigung des triebes und gleichzeitig des gewissens beschafft wird,durch eine staats todesstrafe,dann wird sich die person dem staat und ihren landsmännern hingezogen und verbunden fühlen.wenn wir aber dem kindermörder 8 oder 9 jahre geben und er sich dann wieder in die gesellschaft integrieren darf,dann wird sich die gesellschaft ,erstens nicht mehr so wohl fühlen ,zwitens dem staat nicht mehr vertrauen.wir menschen haben im unterbewusstsein rachegedanken ,das wird nur ein oberflächlicher moralist verleumden,und die sollten auf eine weise befriedigt werden.
ps .sie soll keinen abschrechenden effekt bewirken,sondern eine seelische freiheit des opferangehörigen bewirken,und genau diese doppelbefriedigung wird das bewirken,inklusive dem gesellschaftsvertrauen. ausserdem möchte ich schwarze galle erleben wenn seine familie umgebracht wird,wie deine innerlichen konflikte aussehen,dann wird nämlich der rachegedanke eine hauptrolle spielen.und der satz,du sollst nicht töten,wird in die ferne verdrängt.ich muss dazusagen das wir momentan zu friedlich und luxeriös leben um unsere ursprünglichen empfindungen zu leben,aber das wird auch bloss vorübergehend sein.
SchwarzeGalle
Nach deinem Anschauungsbild ist es also richtig, das Wohl einer Gruppe aus dem Leid eines einzelnen zu ziehen? Und das in einer zivilisierten Gesellschaft? Verstehe mich nicht falsch, du findest wohl niemanden der dir hinsichtlich der sozialen Problematik so sehr zustimmt wie ich es tue... aber deine Aussagen sind zusammenhangslos, zwischen den gesellschaftlichen Defiziten und dem Thread-Thema klafft ein Abgrund, dessen Brücke ich nicht zu sehen fähig bin. Wir sind entfernt von einer Einheit, kulturell, so wie sozialer Art, ja. Aber ich denke nicht, dass Vertrauen in eine übergeordnete Instanz wie dem Staat entsteht wie du es beschreibst. Außerdem ist meine Auffassung der Todesstrafe keineswegs eine ideale Verfassung zu Grunde gelegt, denn, wenn wir mal ehrlich sind, ist dieses unmöglich. Ein Schwerverbrecher, wie zb ein K**sch*er/mörder, welcher nicht nur kriminell, sondern auch aufs höchste immoral handelt, sollte niemehr in die Öffentlichkeit gelangen, gerade wenn es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Jedoch hat jeder Mensch das Recht auf Leben. Natürlich, das Opfer des Mörders hatte dies auch und es wurde geraubt. Doch ist es der rechte Weg, gleiches mit Gleichem zu vergelten? Ich denke nicht.
Niefre, du denkst, das unwiederbringliche Schicksal in Form einer Staatstötung fordere den innersozialen Zusammenhalt zwischen Volk und Regent. Jedoch sei zu bedenken, dass wir hier über Wesenheiten sprechen, die nach eigens auferlegten Verfassungen einander gleich sind und deren Würde es durch nichts zu trüben gilt. Stärkt eine Menschenrechtsverletzung tatsächlich das Vertrauen? Wenn ja, was wäre einem Mörder hier vorzuwerfen? Auch die Tatsache dass die Justiz der ausführende Arm des Volkswohls ist (oder eher sein sollte), berechtigt sie nicht, Verfassungswidrigkeiten durch Autorität zu legalisieren!
niefre44
schwarze g.die menschenrechtsverletzungen werden doch von moralisten bestimmt,jetzt ziehe nicht immer irgendwelche grundrechte dazu.es kann doch nicht sein das hier behauptet wird wir sind so zivilisiert das wir keinen hass und verachtung mehr kennen.schau dir doch die gegenwärtigen probleme an z.b steigende demonstrationen mit pflastersteinen und wenn man die personen fragt,kommt der totale schwachsinn heraus.oder ein kindermörder hat das recht eine ganze nation zu verklagen,in diesem fall deutschland.oder ein gewaltverbrecher bekommt 50000 euro vom staat zugesprochen weil er als gewaltverbrecher sich ungerecht behandelt fühlt.und dann willst du mir sagen das in den staat und die geselschaft das vertrauen herrscht.die kultur und unser land ist doch erst aus den primitivsten und blutreichsten kriegen und kämpfen entstanden.und jetzt soll die ethik,die moral und die menschenrechte die ursache zur vermeintlichen zivilisierung sein.ich glaube du musst dringend die augen aufmachen,denn meine frage über deine konflikte und welche triebe dann in dir treiben und herrschen hast du nicht zur kenntnis genommen.
SchwarzeGalle
@Niefre.

Ich habe die emotionale Seite der Affaire, auf die du dich berufst durchaus verstanden und stimme dir zu. Natürlich hegt die Gesellschaft einen gewissen Hass gegen einen Schwerverbrecher (man sehe sich einmal den Gefühlsausbruch der Schwester eines der Opfer des Serienmörders Jeff Dahmer vor Gericht an). Doch ist dieser durch Entmündigung ihres Status' als Gesellschaftsmitglied zu verdünnen, auszuleben? Nein! Geht man, wie du, immer, oder jedenfalls hauptsächlich von emotionalen Aspekten aus, kann kein Rechtssystem geschaffen werden, welches eine gewisse Funktionalität besitzt, da Meinungen, Emotionen und dergleichen, wie gesagt subjektiv sind. Die soziale Unzufriedenheit ist ein unumstößliches Faktum, es gibt sie, sie ist in vielen Fällen gerechtfertigt und gebährt Demonstrationen, welche ich gerne als Stimmbänder des Volks sehe. Allerdings geht es hierbei selten um das Leben eines Einzelnen, sondern zumeist um Problematiken, die einen durchaus breiteren Raum einnehmen und zu deren Betroffenen sich mehr Menschen zählen müssen. Ich habe nie, mit keinem Wort gesagt, es herrsche eine Vertrauenssituation in diesem Staat (wobei Deutschland hier wenig relevant ist, da die Todesstrafe hier glücklicherweise nicht legal ist), ich sagte lediglich, sie sei unter anderen Maßnahmen zu erreichen als einem überharten Durchgreifen der Legislative. Natürlich sind manche, gerade die von dir genannten Utreile schlicht lächerlich, da es oftmals zahlreiche Gesetzeslücken gibt, von der sich wohl keine Nation freisprechen darf. So wäre es zum Beispiel in den USA einem Serienmörder beinahe gelungen nach 40 Jahren Haft wieder auf freien Fuß zu gelangen, obgleich er mutmaßlich etwa 80 Menschen ermordet hat. Das ist nicht gerecht und mit weinenden Augen zu belächeln, ich bin auf deiner Seite. Aber wenn du daran zweifelst die Ethik trage zur Zivilisation bei, dann frage ich, worauf du diesen Zweifel gründest. Es ist natürlich nicht immer die Realität, dass dies stattfindet, da es in jedem Bereich Ausnahmen gibt, die etwas Vollkommenes annagen, wie ein Wurm den Apfel. Doch sage mir, du propagierst immer die Triebe und Emotionen... soll nach deiner Meinung ein Rechtssystem auf solch subjektiven Dingen aufgebaut werden? Wo bliebe dann die Allgemeinheit? Das wäre der Punkt an dem das Subjekt die Prägung der Nutz verschneidet und wir lebten entweder in einem unüberschaubaren Chaos von Gesetzen oder eben in totaler Anarchie...
niefre44
schwarze g.wenn man ein staat,auf rein verstandebene oder logik gründet ohne eine menschenkenntnis(mit samt ihren trieben und gelüsten) dann wird das fatale folgen nach sich ziehen.es ist dich eine emotion die eine gesellschaft verbindet z.b liebe oder symphatie,es ist auch eine emotion die ausstösst aus der gesellschaft z.b hass,verachtung,jetzt muss nur durch den verstand ein mass zur beeinflussung dieser emotionen stattfinden.wenn ein mensch weis wie die triebe eines anderen zusammengesetzt sind,dann wird er danach handeln können.ich glaube z.b auch das die kriege die jedes jahrzehnt von amerika den nationaldenken stärken undsomit diese demokratie länger bestehen kann.mir ist schon klar das das auf kosten der anderen geht ,aber so hat des die natur vorgesehen und ich bin mir fast sicher das bei einem nächsten weltkrieg oder einer katastrophe amerika die meisten überlebenchancen hat.und von deinen menschenrechten wirst du dann auch nichts mehrv sehen.ich glaube also das das ambivalente verhältnis im menschen beidseitig steigt,schlimmerer krieg gegen eine andere nation-besserer zusammenhalt in der eigenen
SchwarzeGalle
Ich glaube Nietzsche aus deinen Aussagen herauszuhören... keinesfalls streite ich an, dass für den Einzelnen emotionale Aspekte, auch der Glaube zu präferieren sind. Allerdings steht dies in unvereinabrem Kontrast zur Masse. Denn hier ist die Vernunft, die Logik, ein Mittelmaß, von dem alle profitieren nötig. So wäre für Involvierte die Todesstrafe das gerechte Strafmaß, das stimmt. Allerdings geht es hier vielmehr um das Gemeinwohl, um den Weg der Vielen. Und da kann ein unhumanes Vorgehen wie dies kein Teil einer auf humanitären Werten basierenden Rechtsordnung, wie der unseren (zumindest wie es die unsere sein sollte) existieren.