Die Gesetze der Ismen

HarpGoil
Hallo liebe Leute,
Ich melde mich nun nach schätzungsweise zwei Jahren mal wieder und besitze die Frechheit, meine Wiederkunft direkt mit einem neuen Thema zu beginnen. Was solls. großes Grinsen

Meine Frage an euch ist, wie der Titel schon offenbart, was die Gesetze der Ismen sind.

Es gibt einen Haufen Ismen, unendlich viele; jeder Gedanke, dem ein konsequentes Denken voran geht, kann in einem Ismus münden. Und jeder Ismus kann seine Isten haben - und Isten, so lautet meine erste Annahme, sind zwangsläufig unzufrieden. Das Folgen eines Ismus macht einen Jeden zum Harlekin, ein lachendes und ein weinendes Auge, denn es lacht das Auge der moralischen Grundeinstellung des Ismus und es weint ein Auge, weil ein Ismus niemals der menschlichen Natur der Vielfalt gerecht wird.

Wobei diese Annahme z.B. auf einen universellen Multi- oder Polyismus nicht zuzutreffen scheint.

Ich stelle also die Frage danach, was jeder Mensch über seinen und die Ismen anderer wissen muss, um verantwortungsbewusst mit ihnen umzugehen.

So - habt Spass! roll
mr.monks
Zitat:
Original von HarpGoil
Es gibt einen Haufen Ismen, unendlich viele; jeder Gedanke, dem ein konsequentes Denken voran geht, kann in einem Ismus münden. Und jeder Ismus kann seine Isten haben - und Isten, so lautet meine erste Annahme, sind zwangsläufig unzufrieden. Das Folgen eines Ismus macht einen Jeden zum Harlekin, ein lachendes und ein weinendes Auge, denn es lacht das Auge der moralischen Grundeinstellung des Ismus und es weint ein Auge, weil ein Ismus niemals der menschlichen Natur der Vielfalt gerecht wird.

Und doch ist ein Organismus an sich nichts negatives, auch wenn er so konsequent gedacht wurde, dass er bereits wirklichkeit ist. Auch scheint mir der Berufsstand der Organisten nicht zwangsläufig unzufrieden. Zwinker
HarpGoil
Stimmt. Der Organismus ist ein wertfreies, hierarchisches Ganzes. Die organistische Komposition. Aber denkst du nicht, dass der Organist auch mal den Drang unterdrücken muss, einfach mal just for fun die Pauken an die Stelle der Violinen zu setzen? Ich meine, etwas so emotionales wie Musik in die organistisch funktionelle Form zu pressen, ist doch schon rohe Ausübung von Gewalt.

Und wenn mein Organismus plötzlich seinen Herzschlag anzieht, ist das vielleicht nicht im Interesse anderer Organe - die sich aber unterzuordnen haben und eben mit dieser Gegebenheit umgehen müssen. Nach Zufriedenheit und Einklang hört sich das auch nicht an - insbesondere wenn ich mich gerade so schön konzentrieren wollte und mein Körper sich einen Strich durch die eigene Rechnung macht.
FLorian K.
Wie die Rastafari so schön sagen:

"No isms and skisms!"

Leider versuchen sehr viele Menschen die Realität ihrer Ideologie anzupassen, statt ihre Ideologie der Realität.

Ein "-ismus", wie ich ihn verstehe, zielt immer auf die reine Lehre. (den Organismus nehmen wir da mal aus, da er obwohl er auf "ismus" endet wohl nicht ganz in den Kontext der Fragestellung passt)

Die "reine Lehre" ist aber für gewöhnlich in der Realität nicht umzusetzen.

Ich versuche nach Möglichkeit keinem Ismus anzuhängen aber manchmal tue ich das wohl doch. Man darf ja in seiner Ablehnung der Ismen nicht zu dogmatisch sein, sonst hätte man auch ganz schnell wieder einen Ismus.

Ismus ist nicht Muss!
J*St*
Ich habe nichts gegen Ismen, ganz im Gegenteil: Es gibt kaum etwas Schöneres... Ich bin Künstler... Gruß JSM
J*St*
Ein Beispiel mag das vielleicht verdeutlichen: Ich selber bin unbedingt Pluralist. Darüber hinaus gelte ich lieber in der Kunst für einen Surrealisten, denn in der Politik für einen Anarchisten. Als Anhänger des Dritten Weges bin ich freier und demokratischer Sozialist.
Ihr seht, das sind unglaublich starke Momente der eigenen Identifikation. Warum sollte ich das aufgeben? Man muss ja deshalb nicht zum Dogmatiker werden, oder? Gruß JSM
Archibald
@ h-G:

Ein "Ismus" kann Aussagen über eine Sache machen wie sie (nach Meinung des "Ismus") IST, oder aber darüber, wie sie sein soll....
SothaSil
Ismen sind eigentlich dazu da, den Gebrauch von Sprache einfacher zu machen und (was damit zusammenhängt) Ordnung zu schaffen. Es ist ja einfacher, zu sagen "Da kommt dann der Monismus ins spiel" als "Da kommt dann die philosophische Strömung ins Spiel, nach der man denkt, dass sich alle in der Welt auf einen einzigen Urstoff zurückführen lässt." Der Mensch ist halt gemütlich. Ebenfalls schafft es eine gewisse Ordnung in all den Strömungen, Denkschulen, Denkrichtungen etc., die der Mensch bis jetzt so geschaffen hat.

Auf der anderen Seite muss man natürlich beachten, dass in manchen Punkten die Sprache auf keinen Fall einfacher, sondern komplizierter wird und man sich immer mehr Fremdwörter merken muss (Symbolischer Interaktionismus, Kommunitarismus, Anarcho-Syndikalismus etc.). Zum Teil nimmt das geradezu bizarre Formen an. Außerdem entsteht leicht die Gefahr, dass man alles in einem bestimmten Bereich, was eigentlich getrennt gehört, unter einem Begriff zusammenfasst. Sehr gutes Beispiel ist der Begriff "Sozialist", der sehr viele Formen beinhaltet und den viele Menschen viel zu sehr eingrenzen. Da werden dann gemäßigte Sozialisten, Hippies, Radikalinskis, irgendwelche Beinah-Kommunisten oder schlichtweg Idealisten in einen Topf geworfen. Das macht den Umgang mit solchen Ismen recht schwierig, finde ich.
Tarvoc
Zitat:
Original von SothaSil
Da werden dann gemäßigte Sozialisten, Hippies, Radikalinskis, irgendwelche Beinah-Kommunisten oder schlichtweg Idealisten in einen Topf geworfen.

Es ist sogar noch schlimmer: Wir werden uns noch nicht mal über diese Reihe einig! fröhlich