saphira
Hallo
Bin hier noch nicht eingelesen und kenne deshalb nicht alle Themen und ob über das Folgende schon diskutiert wurde.
Ich würde gerne mit Interessierten über folgendes Zitat von Plotin aus den Enneaden diskutieren.
"Man muss nämlich das Sehende dem Gesehenen verwandt und ähnlich machen, wenn man sich auf die Schau richtet; kein Auge könnte je die Sonne sehen, wäre es nicht sonnenhaft; so sieht auch keine Seele das Schöne, welche nicht schön geworden ist. Es werde also einer zuerst ganz gottähnlich und ganz schön, wer Gott und das Schöne schauen will." (Plotin)
Das Zitat hat es mir angetan, ich finde es steckt viel Wahrheit darin und mich interessiert Euer ’Verstehen’ davon.
Ich freue mich auf eine Diskussion.
Gruß
saphira
Webbie
Hio,
vielleicht solltest du eine Frage oder einen Diskussionsanstoß formulieren. So allgemein ist ja die Stelle eindeutig und bedarf nicht weiter der Diskussion; mal abgesehen davon, dass es (auch im Sinne Plotins) nicht dies und jenes "Verstehen" einer Sache, sondern nur ein richtiges und viele teilweise richtige Interpretationen gibt.
Die Stelle ist recht bekannt und durch die Geschichte viel verwendet worden. Sie taucht in der Phänomenologie des Geistes, aber auch bei Gothe und in ihrem Wesensgehalt bei Jaspers auf. Wohl deshalb, weil sie einen sehr elementaren Bestand ausdrückt, nämlich, dass Subjekt und Objekt gleichartig sein müsse.
MfG
carsten aus bochum
So aus der Ferne möchte ich gleich mal zustimmen.
Es ist (auch) meine Meinung, dass man im Schönen ein Prinzip der Evolution erkennen kann.
Ich glaube, dass wir einfach zu lange nur den Aspekt des Nutzens in der Evolution betrachtet haben (weil wir uns dem Nutzen gleich gemacht haben).
Der Blick auf das Schöne, könnte uns da möglicherweise weiter bringen und uns Einsichten bringen, die wir nicht gewinnen, wenn wir nur den Nutzaspekt betrachten.
Gruß,
Carsten
saphira
Hallo und danke für die Antworten.
Es gibt viele Interpretationen davon, stimmt.
Mir geht es hauptsächlich um den Begriff des ’Schönen’ oder ‚’Schönheit’. Das Schöne, das Gute, das Wahre, die Liebe. Alles Begriffe bei Platon und Plotin. Man kann sie als Begriffe lesen und verstehen und eine Bewertung hinein interpretieren, das meine ich aber nicht. Mir geht es um den Klang der Worte, um den Klang, der hinter dem Begriff ’Schönheit’ steht, welcher klanglich zusammenhängt mit Liebe, Wahrheit. Sich im Klang des Schönen wieder zu finden, nicht im Begrifflichen des Verstandes.
Um mit dem Schönen verschmelzen zu können oder im Einklang zu sein, muss man selbst schön werden.
Vereinfacht gesagt geht es mir um das –schön- machen, um das Wie des –schön- machens und den Zusammenhang von Schönheit, Liebe, Wahrheit.
Gruß
saphira
Webbie
Liebe und Wahrheit sind Momente des Ästhetischen. Dieses ist, wie du sagst, nicht in Begriffsdefinitionen fassbar, aber auf keinen Fall in affektiven Einblendungen, wie manche okkulte Zirkel einem weismachen wollen.
Genaugenommen gelangt man von der begrifflichen, rationalen und diskurisven Definition, dem geistigen "Zeigen" auf das eigentliche Abstraktum, durch Bewusstwerdung der Sache zu ihr. Dieses Bewusstwerden ist dann nicht mehr diskursiv zu beschreiben, im Grunde ist es die von dir beschriebene "Schönwerdung" oder das "Schönsein" in bezug auf jene Sache. Das können wir ja auch bei ganz praktischen Dingen nachvollziehen : Wasser kann man beschreiben, man kann es definieren und mit dem Finger darauf zeigen, aber wirklich begreifen, was Wasser ist, dazu muss man auch eine innere Vorstellung seiner Qualitäten "nass", "flüssig" und dergleichen haben, also sie bereits erlebt haben.
MfG
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