ich war von anfang an im einklang mit deiner sicht und bin es immer noch, dass nichts gegen leid oder töten spricht, also alles egal ist, aber der einzige unterschied - der mich ziemlich oft gestört hat und immer noch stört - zwischen uns beiden ist, dass du deine sicht nach aussen tragen würdest bzw. diese handlung auf andere wesen übertragen möchtest, wenn du könntest, ich jedoch diese erkenntnis sich für mich nach innen d. h. auf mich selbst auswirkt. theorie und praxis möchte ich hiermit strikt auseinander halten. ich will einfach nicht so handeln, dass ich auf kosten starker körperlicher leiden anderer lebe die ich ihnen zufüge, nur damit ich ein wenig mehr zu lachen hätte. das leid kann beendet werden (auch wenn nichts gegen dieses sprechen sollte), der tod selber ist wahrscheinlich keineswegs schlecht, jedenfalls nicht schlechter als das von qualen durchzuckte fleisch, aber sollte man tatsächlich über das grausame sterben hinweg den tod und damit die erlösung herbeiführen? das ist ein spagat zwischen leben lassen und leben nehmen, sehr schwierig, denn die betroffenen haben selbstverständlich etwas dazu zu sagen und nicht das wenigste. das ist ja eben der schwierige punkt, dass die betroffenen etwas gegen leid einzuwenden haben, da sollte man nicht gegen deren willen handeln, auch wenn immer noch nichts dagegen spricht. nunja auf dem schlachtfeld nehmen sie sich auch gegenseitig das leben...
glorin: Sun darf ich eine Vermutung äussern?
das darfst du und
glorin: Ich bin das angesprochene Mitglied, oder?
jup
glorin: Was dann kommt ist egal.
das sagst du, aber anderen ist ihr leben nicht egal. erkläre das mal anderen menschen, sie werden schneller durch dein schwert sterben als dass sie deine worte verstehen. oder ist genau das das ziel, dass es sowieso egal wäre, sie überhaupt nicht verstehen müssen und das blutbad ungefragt von statten gehen soll...?
Glorin: Desweiteren ist eigentlich egal, ob wir nach Moral handeln, oder nicht.
jein. aber gibt menschen, die möchten nicht leiden. natürlich spricht physisch nichts dagegen, aber psychisch.
glorin: Gibt es keine Moral mehr, spricht auch nichts mehr dagegen eine Moral zuhaben.
moral ist kein gegenstand der weggeworfen werden könnte, damit man von dieser befreit ist...
man muss erklären, was moral überhaupt ist (das wissen natürlich die meisten menschen) und ihnen beibringen, das man dieses gedankliche konstrukt auch los werden kann. für welche freiheiten wäre das gut, wenn andere gefangen werden? das wird zum ungleichgewicht.
glorin: Diese habe ich soweit wie möglich auch aus meiner Denkensweise heraus verbannt.
trotz dieser erkenntnis die du in mir zu neuen leben erweckt hast bzw. immer im bewusstsein schlummerte, sehe ich das praktische trotzdem anders.
glorin: ...ohne Moral spricht auch nichts mehr gegen Moral...
ich weiss überhaupt nicht, warum moral so schlecht sein soll? weil andere sie schon lange fallen gelassen haben und nun heute deren werk in allen geschichtsbüchern nachzuschlagen sind? was ist schlechter, als dass man keine moral hätte? das leid das durch fehlende moral entstehen könnte? warum moral fallen lassen, was hätten wir dadurch erreicht? mehr als vorher? willst du menschen töten und wenn ja, was würde dir das bringen? unsterblichkeit? macht? alles nur vorstellungen. ich persönlich möchte keinem anderen auf die füsse treten wollen und das gleiche vorder ich auch von ihnen. wenn mich andere nicht lassen, dann könnte man in ausnahmesituationen mal die moral weglassen, aber dann nur für 'n schlag ins gesicht oder so.
glorin: ...eine nie dagewesene Freiheit.
freier als jetzt? flügel wachsen mir immer noch nicht und ich stecke noch in diesem blöden körper der mich gefangen hält... mein eigenes leben ist für mich sowieso eine reine verneinung, warum sollte ich augenscheinlich genommene freiheit geniessen wollen, die ich schon lange nicht mehr geniessen kann oder will? welche freiheit überhaupt? wie soll man diese definieren? das ich durch mein handeln die freiheit anderer wesen einschränken würde, nur damit ich meine erweitern könnte? natürlich ist man in der lage andere ausnehmen, es ist ein geben und nehmen, um dadurch immer für sich selbst profit zu ziehen, aber was bringt mir das im nachhinein? über anderes leben möchte ich garnicht entscheiden wollen, was bringt mir das? natürlich könnte ich sagen, dass ich sie mit dem tod erlösen würde, aber was hat mich deren leben in diesem zusammenhang zu interessieren? ich leide für mich und sie quälen sich für sich. ich lasse sie in ruhe, obwohl ich diese sicht der moral habe, und sie lassen mich zu frieden.
glorin: ...aber du kannst Dinge wie ein Gewissen (das aus der Moral resultiert) verschwinden lassen.
ob ich nun ein schlechtes gewissen habe, ich denke schon. das zeichnet mich moralempfindenden mensch aus.
glorin: Du wirst nicht mehr von diesem gequält...
das leben wird immer leiden bleiben, egal ob man nun gefoltert wird, sich selbst foltert (z. b. indem man bei der arbeit oder vorm rechner 'nen bandscheibenvorfall bekommt) oder einfach über das leid anderer oder das eigene nachdenkt. der tod hingegen ist erlösung von diesem leiden, vom leben. was zählt schon der todeszeitpunkt, wenn es keinen passenden gibt? aber warum sollte man dies tun, das entscheiden über anderes leben? ich persönlich find das töten weder gut noch schlecht (wie sich das schon grotesk anhört...). tiere töten um das fleisch zu essen würde damit gleichfalls legitimiert werden, aber ich weiss nicht, ich verzichte trotzdem gern auf diesen luxus (sonnst würde ich meine eigene moral über jahre hinweg in frage stellen). ob ich nun fleisch zu mir nehme oder nicht, es wird kein unterschied für meine existenz ausmachen, denn sterblich bin ich als vegetarier genau so wie fleischesser, nichts gewonnen und nichts verloren, höchstens den lecker genuss, aber egal. die einzigen die etwas verloren haben sind die geschlachteten tiere, aber leben besitzt man sowieso nur auf zeit. irgendwann werden auch wir unser leben verlieren. ich habe dir ja in deinem thread vom fluss mit den ästen und stöckchen geschrieben...
glorin: Du musst dich diesem nicht meht so unterwerfen
ich unterwerfe mich selbst, indem ich lebe.
glorin: Ja, man sollte Menschen essen dürfen, sollten diese sterben. Es spricht nichts dagegen. Auch gegen das Töten um diese danach essen zu können kann ich nichts finden was dagegen spricht.
sehe ich auch so. aber wie gesagt theoretisch ist etwas anderes als praktisch und das sollte man auseinander halten.
glorin: Dies heißt aber nicht das ich dies machen würde.
nicht? warum?
ps: übrigens hast du sämtliche ansätze für moral mit dem einzigen wort 'egal' ausgehebelt... da fallen mir zwei sachen ein, entweder

oder

...