glorin: Sollte ich wirklich irgendwann komplett so Leben können, wie ich es für richtig halte, würde es dann nicht auch irrelevant sein dies nach aussen zutragen? Nur begreiflich machen, das es auch nicht falsch ist dies nach aussen zutragen...
natürlich ist es nicht falsch, das war und ist mir jederzeit bewusst. nicht gut oder richtig, nicht schlecht oder falsch. schlecht ist es nur im geist der betroffenen und gut aus der sicht der täter aufgrund der handlungsfreiheit. materiell spricht nichts gegen das handeln, es ist so wie es ist, und wie es ist, ist es neutral.
glorin: Spielt es eine Rolle, ob man weis warum man stirbt? Wenn man sowieso stirbt?
nein, habe ich gesagt, dass dies eine rolle spielt? wenn ja, war das nur so 'n gedankenspiel. es ist egal ob man auf der treppe ausrutscht und sich das genick bricht oder von jemand anderen ein nackenschlag bekommt, das ergebnis ist das gleiche. ein unterschied gibts schon, undzwar das der nackenschlag nicht nötig ist, es liegt im willen des täters, das ausrutschen aber unabsichtlich.
glorin: Aber letzt endlich spielt es keine Rolle ob sie leiden, oder nicht leiden. Also auch ruhig leiden lassen.
naja mit jedem tag im leben lässt man sich weiter leiden... ein argument für das kurze und schmerzlose töten.
glorin: Hm, man sollte wenigstens in seinem Geiste frei sein um sich als Freien Menschen bezeichnen zukönnen.
wer hindert dich denn, geistig frei zu sein? mir ist die handlungsfreiheit bewusst. ich denk schon lange nicht mehr moralisch wenn ich dies auch nicht will, weil das nur ein gedankenspiel ist, ein gedankenspiel das zu handlungen führt, aber ehe diese handlungen auftreten können die gedanken verneint werden. wie schon so oft erwähnt möchte ich theorie von praxis trennen, auch wenn nichts gegen die theorie spricht.
glorin: Momentan ist keiner von uns hier anwesenden in diesem Sinne frei, oder? Also, was macht es nun noch aus evtl. anderen Leid zuzufügen, wenn man dadurch selber frei wird.
natürlich sind wir alle geistig und physisch jederzeit frei, nur die wenigsten wollen das physische auch nutzen... also hindern würde mich nichts mehr, wenn ich meine moral ausblenden würde. aber die geistige freiheit reicht mir voll und ganz, denn als erdklos brauche ich nicht allzuviel handlungsfreiheit wie z. b. andere wesen leiden zu lassen oder zu töten.

auch wenns in den fingern kribbeln sollte ist es immer noch denken, und nicht praktisch.
glorin: Formel:
P: -1 ~ P²: -1
P: -1 P²: -1 = 0
P: -1 P²: -1 +1 -1 = 0
P: -2 = P²: 0
was soll ich denn damit? ich bin sowieso nihilist (

), da brauchst du mir mit logik nicht zu kommen, ich verstehe das prinzip auch so ganz gut (da hättest du als formel auch
0+- nehmen können). übrigens ist mir amoralismus allzu vertraut, wir können also die diskussion abbrechen, jedenfalls meinerseits weil wir uns gegenseitig nach dem mund reden. eigentlich wollte ich das prinzip das ich schon lange verdrängt hatte und auf das du mich erneut aufmerksam gemacht hast nicht in erinnerung rufen, denn eigentlich war moral der letzte wert an dem ich mich noch festhalten wollte, darum wehre ich mich so krampfhaft gegen diese sicht des 'abschaffens' der moral. ach, ich geb damit auch... trotzdem würde ich auch nicht nachteilig für andere wesen handeln wollen (immerhin haben sie das gleiche bedürfnis wie wir, keine schmerzen spüren zu wollen), weil ich meine praktische moral nicht los werden möchte. ansonsten theoretisch übereinstimmung.
ich habe z. b. ein problem, dass ich kein alkohol trinken darf, das wird mir mit mit geschrei und gestöhn verboten. egal wie ich denen das erkläre, sie lassen sich nicht überreden. sie haben ihre eigene moralvorstellung. ich bin nun auf dieser verrotzten welt und darf nicht das tun, was ich will... mit meinem eigenen körper.
glorin: Somit bleibt das von euch angesprochene Leid nur auf einer Person hängen, dem anderen geht es wieder besser. Was spricht dagegen?
richtig, das einzige was uns von der materie trennt und damit von anderen ist das unabhängige bewusstsein. aber ich möchte anderen das leid trotzdem ersparen, weil es nicht notwendig ist. es ist doch besser, wenn beide seiten vorteile hätten, anstatt nur eine. natürlich spricht etwas gegen leid, der schmerz der betroffenen. ich find es schlimmer, wenn jemand geboren wird, als das der jenige stirbt. und sag mir nicht, dass der schmerz für die betroffenen unwichtig ist... auch wenn dieser für andere beobachter egal sein sollte.
glorin: Sie ist weder schlecht, noch gut. Also warum sollte man sie befolgen müssen? Man kann sie doch genauso gut ablegen.
warum sollte man sie nicht befolgen sollen? kommt drauf an, welche freiheit du dir nehmen möchtest. es wäre besser, wenn wir uns die freiheit nehmen um so viele atomwaffen wie möglich zu zünden, damit es keine überlebenden gibt die sich noch weiter vermehren, sich rumquälen weil diese über moral nachdenken oder andere für sich quälen lassen.
glorin: Hm, man kann nichts erreichen. Somit hätten wir auch nichts erreicht. Halten wir uns an dieser fest haben wir auch nichts erreicht.
und weil man sowieso nichts erreicht, kann man den willen zum eigenen leben verneinen und von einer brücke springen - ist das noch nicht genug freiheit?
glorin: Ich will mir keine Moral aufzwingen lassen, die mir dies verbietet.
und andere wollen sich deinen willen aufzwingen lassen, wie und wann sie zu sterben haben? jedenfalls werde ich mir nicht von einem anderen sagen lassen, wann meine welt unterzugehen hat, aber eigentlich ist der todeszeitpunkt egal. natürlich kann der jenige mit mir das machen was er will, aber es bringt ihn nicht viel, ausser, dass er mein leben ausgelöscht hat. tja, es ist halt egal ob das messer durch raum und zeit und durch mein leib fährt, er stand halt als objekt im weg. der täter hat zwar dazu kein recht, aber er nimmt es sich. praktisch gesehen kein ding. aber dann soll er mich wenn schon schnell töten.
glorin: Du kannst dich von einem Hochhaus stürzen,
das wär mir recht...
glorin: Hm, ich dachte sie hätten dich damals nicht in Frieden gelassen?!
ich sprach von heute, nicht von früher.
glorin: Ja, töten ist vollkommen in Ordnung.
es ist in ordnung, es ist eine neutrale handlung, also egal. ich sehe das genau so wie du... ich frage mich, was wenn wir uns mal über den weg laufen in zeiten in denen es keine moral mehr gibt? damals hatten wir uns friedlich über moral unterhalten und heute wollen wir uns gegenseitig das licht auspusten?