Hi.
@ Soso:
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| „Wenn der SAD wahr ist, dann kann derjenige Satz, welcher die Negation des SAD ist, nicht wahr sein. Nun ist der SAD in AL wahr, in einer intuitionistischen Sprache jedoch nicht. Also muss AL gegenüber einer intuitionistischen Sprache irgendwie ausgezeichnet sein. Irgendetwas muss für AL und gegen eine intuitionistische Sprache sprechen.“ |
Ist exakt meine Überlegung gewesen.
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| „Der Fehler liegt hierin: „Wenn der SAD wahr ist, dann kann derjenige Satz, welcher die Negation des SAD ist, nicht wahr sein.“ Hier wird der SAD als eigenständiger Satz betrachtet und nicht auf eine Sprache relativiert. Der SAD ist aber eben nicht irgendwie AN SICH wahr, sondern nur in einer bestimmten Sprache, nämlich u.a. AL. Um dem Rechnung zu tragen, muss man formulieren: „Wenn der SAD IN AL wahr ist, dann kann derjenige Satz, welcher die Negation des SAD ist, nicht IN AL wahr sein.“ Jetzt ist der Satz plötzlich trivial. Der SAD ist in AL wahr, das kann man beweisen. Ebenso ist die Negation des SAD in AL nicht wahr, das kann man auch beweisen. Hier versteckt sich nicht irgendwo der heilige Gral der Erkenntnistheorie, sondern die ganz banale Feststellung, dass, wann immer wir eine Sprache S sprechen, wir eben die Sprache S sprechen.“ |
Dass unterschiedliche Systeme unterschiedliche wahre Aussagen produzieren leuchtet mir sofort ein.
Dass man Sätze auf die Sprache relativieren muss, leuchtet mir zumindest theoretisch ein, kann aber sein, dass ich den Fehler praktisch begehe.
Was ich darüber hinaus meine, ist u.U. gar keine Frage der verschiedenen logischen Systeme, sondern bestimmter Prämissen, na vermutlich eine Mischung aus beidem.
Ich finde es erst mal in Ordnung, sortierend zu sagen: mit den Prämissen, in dem logischen System, ergibt sich das und das, aber in einem anderen System kann das anders aussehen. Letztlich interessiert mich aber auch die Diskussion um die Richtigkeit (Angemessenheit) der unterstellten Prämissen und der verwendeten Logik, denn darum kreisen doch viele Konflikte.
Also: Kann die Physik was zur Theaterkritik beitragen? Ist es angemessener den Menschen als ein komplexes Tier zu betrachten, das in allem was es tut letztlich naturwissenschaftlich zu erklärenden Ursachen folgt, oder den Menschen als ein kulturelles Wesen zu betrachten, eingebettet in soziale Systeme, kulturelle Konstrukte, sich hier „ernährend“ vom Austausch von Gründen?
Ich glaube hier konkurrieren neben unterschiedlichen Prämissen auch verschiedene Wahrheitstheorien und man kann vielleicht sagen, diese Sprachen seien eben inkommensurabel, aber dafür streiten ihre Vertreter eigentlich zu viel.
Quine (soweit ich ihn verstehe) bietet für meinen Geschmack da akzeptable Lösungen an, weil es, wenn ich in die Praxis schaue, dort tatsächlich so läuft. Man muss die Sprache der Disziplinen weit genug beherrschen und dann erst kann wissen, wie ein Begriff (oder Satz) in diesem speziellen Kontext gebraucht wird. Und das sollte man selbst angeben können, in jedem Kontext.
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| „Dass „5 + 7 = 12“, geäußert in der Sprache der Mathematik, zu jedem Zeitpunkt wahr ist, bedeutet aber auch, dass sie zu Zeitpunkten wahr ist, an denen es noch gar keine Menschen gibt oder nicht mehr gibt. In DIESEM Sinne hängt ihre Wahrheit nicht vom Menschen ab.“ |
Für mich wäre der Begriff der „Ewigkeit“ ein anderer, was an dieser Stelle aber vollkommen unwichtig ist.
Ich habe jetzt glaube ich verstanden, wie Du das meinst, in Konflikt komme ich mit meinem (in mir) noch immer unentschiedenen Streit, ob nun die Korrespondenz- oder die Konsenstheorie der Wahrheit angemessener ist. Für mich stehen Wahrheiten die ewig sind, immer ein wenig in der Gefahr, zu metaphysisch zu sein, es sei denn die Welt an sich, besteht aus einer abgeschlossenen Menge fertiger Gesetze, die wir nur noch nicht erkannt haben.
Anders ausgedrückt, eine ewige Wahrheit die man heute findet und von der man annehmen darf, dass sie (in einem logischen System) immer schon gegolten hat und immer gelten wird, okay, aber auch dies scheint mir eine Erkenntnis zu sein, die überhaupt erst auf der Grundlage eines zur Logik fähigen Wesens beruht. Und in diesem Sinn hängt auch die Mathematik zentral davon ab, ob jemand sie denkt.
Aber genau das ist ja ein Spiegel der obigen Ausführungen: ich kann beides verstehen und frage mich, ob es eine übergeordnete Wahrheit gibt, oder ob das schlicht eine Frage der theoretischen Architektur ist.
@ Nylen:
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| „Diese existieren einmal in die Welt gebracht ewiglich. D.h. sie existieren von dem Augenblick an da sie in die Welt gebracht werden, vorwärts und rückwärts durch die Zeit. Das ist aber nur ein Bild.“ |
Das kann ich gut nachvollziehen und es ist in etwa auch mein Gedanke.
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„Wenn ich ein Spiel spiele, ein Kartenspiel, benutze ich meinen Geist, ich folge regeln, und bin Regeln unterworfen, die nicht nur explizit sind, sonder auch
implizit.“ |
Die Regeln des Skat sind explizit, aber die verschiedener Strategien zum Erfolg zu kommen, sind es mitunter nicht.
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| „Wörter bzw. Zeichen würde ich komplett als Welt 3 zugehörig empfinden, also Sprache an sich ist Geist. Begriffe oder wie ich begreife gehört dagegen in Welt 2.“ |
Die übliche und nicht unberechtigte Kritik an dieser Stelle würde wohl lauten, was eine Sprache ohne ihre Begriffe sein soll.
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| „Ich fürchte das ist wieder alles sehr konfus. Leider fehlt mir die fertige akademische Fachreife mich zu formulieren, aber hoffe doch wenigstens im Ansatz verstanden worden zu sein.“ |
Dahinter steckt m.E. die richtige Intuition, dass es sowohl explizites wie auch implizites Wissen gibt.
Explizites Wissen ist Wissen von Fakten und Regeln die man beherrscht und auch darstellen, herzeigen, erläutern, erklären kann. Hier tue ich ich das und das, aus dem und dem Grund und es funktioniert so und so.
Darüberhinaus gibt es aber auch implizites Wissen, über dass man praktisch verfügen kann, ohne dass einem selbst genau klar ist, nach welchen expliziten Regeln man da vorgeht.
Man hat Erfolg, weiß aber selbst nicht genau warum.
Was tut jemand der Charisma hat? Wie ist man liebenswürdig? Was leitet mein ethisches Empfinden? Welche Prämissen hat mein aktuelles Weltbild? Wie erkennt man die „richtigen“ Moment?
Vieles von dem weiß oder erkennt man möglicher intuitiv, ohne die expliziten Regel zu kennen, nach denen man vorgeht.
So wie ich das mit dem Blick des Laien sehe, dürfte Popper schwer in Quine übersetzen zu sein und umgekerht.
Ich kenne weder Quine noch Popper gut genug um das beurteilen zu können, aber wenn ich lese, was Soso mehrfach dazu geschrieben hat, dann liegt das Hauptproblem wohl darin, dass Popper atomistisch von der Wahrheit einzelner Sätze ausgeht (d.h. von der unterstellten Notwendigkeit einzelne Sätze verifizieren/falsifizieren zu müssen), während Quine die Theorie in ihrer Gesamtheit im Blick hat und das passt nicht gut zusammen.
Gruß,
Carsten