Marki85
Aufbauend auf dem Thread Fleischessen in der heutigen Zeit? möchte ich hier die Frage weiterführen:
Ist Ethik, sind spezieller sittliche Urteile logische Einschätzungen, oder aber sind sie analog zu ästhetischen Urteilen und gibt es daher Konsequenz in sittlichen Urteilen oder nicht?
Bei einem logischen Urteil ist Konsequenz realisiert, logische Konstrukte können konsequent gedacht werden. Als Beispiel könnte dienen:
Ein Ding ist entweder rund oder eckig => Die Konsequenz ist, dass keine Dinge existieren, die sowohl eckig als auch rund sind. Sind die Prämissen in sich logisch, können sie nicht willkürlich verworfen oder akzeptiert werden. Denn werden sie abgelehnt, so ergibt sich dadurch in der Realität kein Unterschied zur Akzeptanz der Prämissen. Lehne ich ab, dass Dinge entweder rund oder eckig sind, so wird sich in der Welt dennoch nichts festmachen lassen, auf das beide Prädikate zutrifft. Die individuelle Anschauung erzeugt hier also keine Wirklichkeit, weder individuelle noch allgemeine.
Bei einem ästhetischen Urteil sind Konsequenzen nicht notwendig realisiert. Sie können vorhanden sein, oder aber auch nicht. Als Beispiel könnte dienen:
Eine Person betrachtet ein Bild, welches den Geschmack der Person insofern trifft, dass die Farbgebung und die Komposition von dieser Person als schön empfunden werden. => Die logische Konsequenz wäre, dass die Person das Bild auch als schön ansieht. Nun ist es aber möglich, dass hier keine Konsequenz realisiert ist. Die Argumente für oder gegen ein Urteil können bei ästhetischen Urteilen akzeptiert werden oder nicht, unabhängig von der Logik der Aussagen. Die Person kann das Bild also als hässlich einstufen, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt, denn die Prämissen können akzeptiert werden oder auch nicht, ohne sich an die Logik zu halten. Also würde hier auch das Indutkionsprinzip und ein Paradigma der "Konsequenz" fehlen. Die individuelle Anschauung erzeugt hier individuelle Wirklichkeit.
Bei sittlichen Urteilen ist es denke ich wie bei letztem Fall: Sie erzeugt eine individuelle Wirklichkeit, und keine überindividuelle Wirklichkeit.
Wenn also ein Vegetarier einen Fleischesser als Mörder bezeichnet, ergibt sich daraus keine überindividuelle Wirklichkeit und keine moralische Gültigkeit mit Anspruch ÜBER dem eigenen Individuum. Der Vegetarier kann den Fleischesser als Mörder bezeichnen, aber das ist weder konsequent noch induktiv, weil er die Prämissen wie ästhetische Urteile annimmt und ablehnt, ohne dass deren Kontingenz oder Kohärenz für die Argumentation bedeutend wären.
Ist Ethik, sind spezieller sittliche Urteile logische Einschätzungen, oder aber sind sie analog zu ästhetischen Urteilen und gibt es daher Konsequenz in sittlichen Urteilen oder nicht?
Bei einem logischen Urteil ist Konsequenz realisiert, logische Konstrukte können konsequent gedacht werden. Als Beispiel könnte dienen:
Ein Ding ist entweder rund oder eckig => Die Konsequenz ist, dass keine Dinge existieren, die sowohl eckig als auch rund sind. Sind die Prämissen in sich logisch, können sie nicht willkürlich verworfen oder akzeptiert werden. Denn werden sie abgelehnt, so ergibt sich dadurch in der Realität kein Unterschied zur Akzeptanz der Prämissen. Lehne ich ab, dass Dinge entweder rund oder eckig sind, so wird sich in der Welt dennoch nichts festmachen lassen, auf das beide Prädikate zutrifft. Die individuelle Anschauung erzeugt hier also keine Wirklichkeit, weder individuelle noch allgemeine.
Bei einem ästhetischen Urteil sind Konsequenzen nicht notwendig realisiert. Sie können vorhanden sein, oder aber auch nicht. Als Beispiel könnte dienen:
Eine Person betrachtet ein Bild, welches den Geschmack der Person insofern trifft, dass die Farbgebung und die Komposition von dieser Person als schön empfunden werden. => Die logische Konsequenz wäre, dass die Person das Bild auch als schön ansieht. Nun ist es aber möglich, dass hier keine Konsequenz realisiert ist. Die Argumente für oder gegen ein Urteil können bei ästhetischen Urteilen akzeptiert werden oder nicht, unabhängig von der Logik der Aussagen. Die Person kann das Bild also als hässlich einstufen, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt, denn die Prämissen können akzeptiert werden oder auch nicht, ohne sich an die Logik zu halten. Also würde hier auch das Indutkionsprinzip und ein Paradigma der "Konsequenz" fehlen. Die individuelle Anschauung erzeugt hier individuelle Wirklichkeit.
Bei sittlichen Urteilen ist es denke ich wie bei letztem Fall: Sie erzeugt eine individuelle Wirklichkeit, und keine überindividuelle Wirklichkeit.
Wenn also ein Vegetarier einen Fleischesser als Mörder bezeichnet, ergibt sich daraus keine überindividuelle Wirklichkeit und keine moralische Gültigkeit mit Anspruch ÜBER dem eigenen Individuum. Der Vegetarier kann den Fleischesser als Mörder bezeichnen, aber das ist weder konsequent noch induktiv, weil er die Prämissen wie ästhetische Urteile annimmt und ablehnt, ohne dass deren Kontingenz oder Kohärenz für die Argumentation bedeutend wären.
Das ist aber natürlich eine empirische Inkonsequenz des Beispiels und nicht eine logische...