Nichts ist so sicher wie der tod

Qu_ner
@SunD
Zitat:
im himmel?

ganz genau, im Himmel. Sie sitzen nicht zur rechten Gottes, aber irgendwo davor, im Publikum halt. Publik -> Pöbel. Da ist es warm und ohne zähneklappen. Tod, wo ist dein Stachel?
Gruß, Qu
Marki85
Zitat:
Die müssen glauben, dass Maria ungestorben zum Himmel aufgefahren ist, denn es ist ein Dogma. Da hast du also zumindest einen Menschen, der eine Ausnahme macht.

Wenn ich es recht in Erinnerung habe, ist nach islamischer Version auch Mohammed lebendig zum Himmel aufgefahren. Ist Jesus nach islamischer Auffassung gestorben? Vielleicht gleichfalls nicht, jedenfalls wurde er nicht hingerichtet.

Und dann die Knaben Henoch und Gaymed!

Die Weltgeschichte ist voll von Menschen, denen der Tod vorenthalten blieb!


Ich meinte damit Menschen, nicht solche, die nicht aufgrund von Mythologie für unsterblich erklärt werden. Maria, Jesus, Mohammed, Henoch und Gaymed scheinen zumindest heute nicht mehr zu existieren, wenn sie dies täten wäre es nicht bekannt. Diese Personen existieren unseres Wissens aber nicht mehr, und ob sie gestorben sind oder nicht, können wir nicht sagen. Wenn sie aber existiert haben, und wenn sie Menschen waren, dann liegt der Schluss nahe, dass sie außerhalb mythologischer Vorstellungen doch gestorben sind. Bei Jesus ist sein Tod sogar christologisch bedeutend. Bei den Muslimen darf Jesus nicht am Kreuz sterben, da ein erhabener Prophet nicht wie ein Aufrührer hingerichtet werden darf, das ist aber keine Aussage über seinen tatsächlichen Tod.

Auch Maria ist gestorben, sofern sie ein Mensch war, denn nach der Genesis des AT sterben alle Menschen, die nicht vom Baum des Lebens gegessen haben. Adam und Eva blieb dies verwehrt, da alle anderen Menschen Nachkommen der Beiden sind, sind alle sterblich.
Das Dogma über Maria besagt auch nicht ihre Unsterblichkeit, oder die Tatsache, sie sei nicht gestorben, sondern ihre "leibliche Aufnahme in den Himmel", was durchaus nicht bedeutet, dass sie nicht gestorben ist, vielmehr dass sie unmittelbar und ohne Stationen wie das Fegefeuer zu durchlaufen transzendiert wurde. Aber das ist selbstverständlich eine mythologische Sicht, und dieses Dogma hat religionsphilosophische Gründe, die es zu lösen galt. Es ist ein Zweckdogma, aber nicht primär ein ontologisches Dogma über Maria.

Es gibt noch eine bedeutende mythologische Figur, dir ganz explizit unsterblich ist. Sie taucht in der Bibel auf, aber vor allem im Gilgamesch-Epos. Diese Figur ist das Paradebeispiel für einen unsterblichen Menschen: Noah und seine Frau. Das Gilgamesch-Epos ist das älteste schriftlich menschliche Zeugnis in Epos-Form, welches überhaupt existiert, und die Geschichte um Noah ist hier ganz zentral. Noah heißt in diesem Epos Utama-Peshti (die Schreibweise ist aber ob der Konsonantenschrift variabel):

Im Gilgameschepos bricht Gilgamesch auf, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu ergründen weil sein engster Freund, Enkidu, von ihm getötet wurde. Er erfährt, dass es nur einen einzigen Menschen gibt, der das Geheimnis der Unsterblichkeit kennt. Dieser ist Utama-Peshti. Nach einer langen und gefahrvollen Reise kommt der bei diesem Mann an, und er erfährt das Geheimnis seiner Unsterblichkeit: Die Göttin Istar hatte einst die gesamte Erde von allem Sterblichen reinwaschen wollen, durch eine große Sintflut. Sie hatte ausgesagt, dass jedes sterbliche Wesen durch diese Flut umkommen werde. Utama-Peshti aber hatte in weiser Voraussicht eine Arche gebaut für sich und seine Frau, und er hatte die Sintflut überlebt. Da Götter aber nicht lügen dürfen, und Istar alles Sterbliche von der Erde tilgen wollte, musste sie Utama-Peshti (und seine Frau) unsterblich machen, damit sich ihre Aussage erfüllt: "Ich werde alles Sterbliche von dieser Welt tilgen". Da Utama nun unsterblich ist, sagt Istar die Wahrheit.
Gilgamesch nützt diese Tatsache aber nichts, und Enkidu bleibt tot.
Reinhard
Zitat:
Ist es wirklich ein Vorzug? Ein Vorzug hinsichtlich was genau?


Hallo Qu ner, dass mit dem Vorzug erklärt sich natürlich nicht aus der Wirklichkeit selbst, sondern aus meinem Verhältnis zur Frage des Sterbens selber. Ob da von Freude die Rede sein kann, weiß ich nicht. Ich sehe den Vorzug also im Abgleich der Fragen nach den letzten Glaubensgrundsätzen. Philosophisch lässt sich eigentlich nur feststellen : Aus und vorbei. Da hier nur noch metaphorisch zu antworten ist, gebe ich die Antwort so. Ich lebe lieber in einer Weisheit des ungesicherten Lebens als in einer ungewissen ewigen Weisheit, die ich mir nur als unendliche Einsamkeit vorstellen kann und die zu dem noch nur religiös verbrämt von mir vorgestellt wird. Himmel und Hölle ist unser Erleben und nicht die Idee von einem Strafgericht in Ewigkeit. Wenn ich mir auch das Unbekannteste bin, das vorstellbar ist, bin ich doch das Einzige, dem ich überhaupt nur vertrauen kann, in dem ich versuche mein Misstrauen mir selbst gegenüber zu überwinden. Insofern kann ich mich nur in mir selber überhaupt aufgehoben fühlen. Mag das sonst jeder sehen, wie er will.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Freude
raphael
Hallo Leute!

Doch, das Altern, das kommt nämlich vor dem Tod.
Vergehen kann doch nur, was schon da ist.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
jevermann
Sterben ist leicht, schwerer ist leben.


gruss
Zwinker jevi
gringo
Zitat:
Original von jevermann
Sterben ist leicht, schwerer ist leben.


gruss
Zwinker jevi




Ja, da spricht die Erfahrung.
Bei mir war das genau so, das Sterben war einfach, aber leben, das gute Leben hat mich foermlich umgebracht.



.
jevermann
Hi Gringo,

Zitat:
Original von gringo

Ja, da spricht die Erfahrung.
Bei mir war das genau so, das Sterben war einfach, aber leben, das gute Leben hat mich foermlich umgebracht.



Alles, was einen Anfang hat, wird auch ein Ende haben. Leben und Sterben bedingen einander, die Buddhisten nennen es den Kreislauf des Leidens. Das in allem zu entdecken, was ohne Anfang und Ende ist, bedeutet Freiheit vom Leid.


gruss
Zwinker jevi