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| Menschen und Menschen sind gleich, egal welche Hautfarbe sie haben. Menschen und Tiere nicht, da sie unterschiedliches Bewusstsein haben und dieses Unterschiedlichsein eine Gleichheit oder auch nur eine Ähnlichkeit in der Person unmöglich macht. |
Eine Person ist nach Singer eine
distinkte Entität in der Zeit, also ein Wesen, welche eine biografische Identität und ein gewisse soziale Vitalität besitzt. Offensichtlich hat nicht jeder Mensch diese biografische Identität und soziale Vitalität und nicht jedes nichtmenschliche Tier hat
keine solche. Es sind also graduelle Unterschiede. In diesem Sinne wäre ein gesunder Schimpanse mit den kognitiven Fähigkeiten eines 2 jährigen Kindes eine Person, ein geschädigtes neugeborenes Kind ohne Gehirnrinde offensichtlich keine Person.
Nur Personen kommt ein individuelles Recht auf Leben zu, da nur sie überhaupt ein Interesse daran besitzen können.
Und genau das ist der Kern, der in der Debatte nicht deutlich gemacht wurde. Es geht in Singers Ansatz darum,
gleiche Präferenzen gleich zu behandeln, ganz egal, wer diese Präferenz besitzt. Würden wir durch eine großartige Entdeckung feststellen, daß auch Kartoffeln, Kohlköpfe, Schmetterlinge oder ein virtuelle Person in einer Comutersimulation vitale Interessen am weiterleben, sozialen Kontakten etc. besitzen, so müssten wir auch diese Präferenzen in unere Überlegungen gleichermaßen einbeziehen.
Das Beispiel mit dem Wahlzwang zw. Schimpanse und Kleinkind ist irreführend. Deshalb ist es auch ein schlechtes Beispiel. Der Schmimpanse als Person mit individuellem Lebensrecht und das geschädigte Neugeborene ohne Personenstatus, sagt überhaupt nichts darüber aus, welches Leben wertvoller ist. Relevant ist lediglich, daß es moralisch nicht - oder kaum - zu begründen ist, einer Person ohne ihrer Zustimmung das Leben zu nehmen, da es eine fundamentales Präferenz frustriert.
Die Spezieszugehörigkeit ist dabei nicht von Bedeutung. Die Unterscheidung Tier und Mensch ist hinfällig. Wer das nicht begreift, wird Singers Ansatz nicht verstehen können. Sprechen wir also von Personen und nicht-Personen. Und daraus folgt ansonsten nichts weiter. Auch nicht-Personen haben viele weitere Präferenzen, welche wie alle anderen gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Ganz besonders gilt das für eine Präferenz, welches jede empfindungsfähige Wesen besitzt: nämlich unnötiges Leiden zu vermeiden. Dazu muss es keine Person sein.
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| Singer sprach sehr pauschal von einem behinderten Neugeborenen und kein Wort von seiner Lebensfähigkeit |
Die Lebensfähigkeit ist für Singer auch nicht sonderlich bedeutsam. Denn sie schwankt von Ort und Zeit erheblich. Was genau eine Behinderung bedeutet ist natürlich genau zu untersuchen. Er stellt fest:
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People with disabilities is too broad a category for any single answer to apply to all of them. At a minimum, we need to distinguish between people who have intellectual capacities that are sufficient for them to be able to choose how they wish to live, and those who lack such capacities.
(ZS f. Heilpädädagogik, Januar/2003)
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Es geht demnach um den Grad der Schädigung. Scheinbar bist Du auch der Ansicht, daß es so schwere Schäden gibt, welche das Leben nicht weiter Lebenswert machen. Und deshalb sprichst Du Dich ja locker flockig auch für das aus, was eigentlich die Singer-Debatte entflammte: die aktive Tötung von Neugeborenen. Ich finde das erstaunlich. Du stimmst ihm also im Kern zu. Aber dennoch wetterst Du gegen ihn - bzw. die wenigen Sätze, welche Du von ihm kennst.
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| Jedoch sehe ich Schwierigkeiten in der Rechtssprechung, da meiner Meinung nach alle aktiven Tötungen an lebenden Menschen eine eingehende Einzelfallbetrachtung erfordern - und zwar bevor sie getötet werden. |
Hier argumentierst Du exakt wie Singer. Genau so stellt er sich das nämlich auch vor. Natürlich meintest Du, "aktiven Tötungen an Personen". Sonst stellt sich kein Bezug her zu dem, was Singer möche. Denn ob sie leben oder nicht nicht der Punkt. Auch das anenzephale Kind lebt, auch die Weinbergschnecke lebt, sowie die geistig fitte Oma Trude. Es geht darum, ob wir deren Präferenzen durch den Tötungsakt frustrieren oder nicht.