Maschinen statt Menschen

pierre10
Immer öfter werden Menschen durch Geräte und Maschinen ersetzt. In meiner Bank gibt es nun keinen Kassierer mehr, Ein und Auszahlungen nur an Automaten. Das Ganze ist einfach immer unpersönlicher.

Auch in den Supermärkten geht die Tendenz weg von der Kassiererin hin zum Abkassieren durch automatische Kassen. Dass es daneben Kontrollen gibt, bedeutet ja wohl nicht eine Ersparnis.

Wo mag das hinführen?

Pierre
niefre44
deshalb sollte man sich mal überlegen ob man weiter zum streiken und für einen mindestlohn kämpft.den eines ist sicher,das die maschinen billiger und unkomplizierter sind.
glorin
Als erstes muss ich sagen, ich bin auch gegen Maschienen statt Menschen. Aus der Etischen Sicht ist dies Wahrscheinlich auch Verwerflich. Auf jeden Fall aus unserem Blickwinkel. Schauen wir aber genauer hin, fällt uns auf das dieses Verhalten ganz natürlich ist. Jedes Individium schaut danach, was ist am besten für sich selber, oder seine Gruppe. Also warum sollte dies vor der Wirschaft halt machen, würde es dies würden die einzelne Unternhemen zusammen brechen.

Zitat:
Wo mag das hinführen?


Ich denke nicht das es uns irgend wohin führen wird. Es gibt jetzt schon wieder an manchen Tankstellen Tankwärter. (Was es eine lange Zeit nicht gab.)


Zitat:
deshalb sollte man sich mal überlegen ob man weiter zum streiken und für einen mindestlohn kämpft.den eines ist sicher,das die maschinen billiger und unkomplizierter sind.


Was ist das den für eine Einstellung? Würdest du mir gegenüber stehen, würde ich dich richtig fertig machen. Du bist genau der Schlag von Mensch der Deutschland runiert. (Aus meiner Sicht her.) Man muss sehen, wie man einen Mindeslohn recht fertigen kann, aber man kann nicht sagen das diese Forderung schaden würden! Jetzt verdienen schon Menschen die Nichtarbeiten mehr, als manche die Arbeiten. Siehst du das als Fair an? Nein, Maschienen zu fördern ist falsch; aber um dies zu verhindern Menschen unwürdige Verhältnise in Kauf zunehmen sind noch falscher. Ich weis nicht welchen Job du hast, aber aus deiner Aussage schließe ich das du keine Ahnung hast wie wenig z.B. ein Friseur verdient und dies ist noch nicht einmal der aller schlecht bezahlte Beruf.
Kai
@pierre10

Im 19. Jahrhundert gab es zuweilen Menschen, sog. "Maschinenstürmer", die sich dagegen wandten, dass Maschinen die gleichen Produkte wie sie billiger herstellen konnten. Wären diese Maschinenstürmer mit ihren Aktionen erfolgreich gewesen, dann wäre die Produktivität im Großen und Ganzen auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts stehen geblieben. Den heutigen Massenwohlstand hätte es dann nicht geben können.

Den heutigen Massenwohlstand gäbe es allerdings auch nicht ohne Gewerkschaften, ohne Tarifverträge, ohne Arbeiterbewegung, ohne Streiks etc., denn die Unternehmer zahlen in der Regel nur zuviel, wie sie müssen. Eine kleine Gruppe von Unternehmern würde immer reicher und die Mehrheit der Bevölkerung immer ärmer.
ewig
Aber warum sollte ich mich acht Stunden am Tag an die Kasse stellen, um etwas zu machen, was eine Maschine genausogut macht, wenn ich stattdessen in derselben Zeit meinen Zwergentodesritter dreimal leveln kann?
Archibald
@ Pierre:

In einer vernünftigen und wohlgesteuerten Gesellschaft führt das zu einer Zunahme der Freizeit bei gleicher Kaufkraft des "freizeitkonsummierenden Individuum´s"!
Nylen
Ich hatte schon vor 20 Jahren gesagt, dass in einer sozialen Marktwirtschaft für Roboter und Maschinen die Menschen am Arbeitsplatz erstzen Ausgleichzahlungen geleistet werden müssten in die Sozialkassen!
pierre10
Vielleicht ist die Idee des Prof. Götz Werner mit dem Grundeinkommen die Lösung???

Pierre
Praktiker
Mensch statt Maschinen ?

Das führt zu mehr Produktivität und erfordert Mehrkonsum.
J*St*
[-]
Maschinen statt Menschen? Ich habe nichts gegen Rationalisierung, ganz im Gegenteil. Nur muss die freiwerdende Arbeitszeit dann auch auf alle verteilt werden, damit auch alle an der Produktivitätssteigerung teilhaben können. Das bedeutet aber eine Arbeitszeitverkürzung, etwa in Höhe des tatsächlichen Wachstums. Ich forder daher "schon seit 20 Jahren": Arbeitszeitverkürzung stattt Lohnerhöhung. Gruß JSM
Sun Deluge
ich bin dafür, dass menschen am arbeitsplatz durch maschinen ersetzt werden (natürlich ohne künstliche intelligenz). nicht, dass es geld sparen würde, nein, vielmehr gibt es zb weniger arbeitsunfälle. ausserdem vereinsamt der mensch sowieso vor seinem unpersönlichem viereckigen flimmerkasten. was macht es da noch aus? so muss der mensch irgendwie beschäftigt werden, aber muss ist nur eine wollenssache und belanglos. ausserdem ist es notwendig das geld gerecht zu verteilen. das klischee der 'arbeitslosen schmarotzer' muss beseitigt werden und dann wird jeder mensch faul auf seiner couch einsam fett werden. was nicht beansprucht wird, verkümmert. dagegen gibts natürlich verschiedene abhilfen. damals, als die städte nach dem krieg aufgebaut werden mussten, kam der wohlstand und arbeitskräfte mussten an den wohnungstüren erbettelt werden. sogar gastarbeiter (deutschlands erfindung) wurden eingeführt weil nicht viele diese arbeit machen wollten. heutzutage gibt es immer weniger arbeit da alles wieder errichtet ist, und die produktion (ausser handwerk) durch maschinen ersetzt wird. da macht nun die agenda 2010 unheimlich schwierigkeiten. warum sollen arbeitskräfte irgendwo hineingesteckt werden, obwohl die stellen durch maschinen besetzt werden? da sollte man doch alle entlassen und jeder bekommt das gleiche 'gehalt', ungerechtigkeit würde um ein vielfaches veringert werden.

agenda ist ein kapitalistisches element das gnadenlos gedrückt wird, müssen und machen um das 'produktivste land' zu werden. höher, schneller, weiter - danach kommt der absturz, wenn nichts mehr weiter geht. wenn ein mensch keine geforderten leistung mehr bringt geht es wie beim bund zu, ausmustern. als wertlose zahl wird er betrachtet, am besten für viel wählerstimmen zu gebrauchen. über die probleme wissen politiker sehr wohl bescheid aber die agenda wird sich nichts erfüllen, sondern das gegenteil. naja, das ist wieder politik, ich jedoch meine es gehört mit zu dem thema.
Versucherling
ein logisches Problem, welches man nicht verhindern kann. Es mag dahin führen, daß man seine soziale Kontakte nicht mehr auf kassiererinnen und Bankangestellte beschrenkt, sondern sich mehr auf sein privates Umfeld konzentrieren muß. Mal positiv in die entgegengesetzte Richtung argumentiert.
Es ergibt sich vielleicht eher ein logisch prakmatisches Problem, daß billige Arbeitsplätze wegfallen bzw. Arbeitsplätze an denen man sich noch so ein bissel was dazu verdienen kann ohne groß gebildet sein zu müssen. Wenn ich an die Kassiererin denke. Als studi und hausfrau denke ich eine gute Angelegenheit oder ?
Webbie
Eine Anregung : gegen sogenannte Maschinen (Roboter, meinetwegen Androiden, simple Computer etc.) will man sich wehren - ist nicht der menschliche Körper an und für sich schon eine (wenn auch mehr als zerbrechliche) Maschine?

Abgesehen davon : Der Einsatz von Maschinen bedeutet immer eine Auslastung für den Menschen, der sich dann um wichtigeres kümmern kann. Daran ist überhaupt nichts verwerfliches. Vielleicht kennen einige hier Oswald Spengler (ziemlich sicher sogar). Im letzten Abschnitt des Untergangs des Abendlandes rezipiert er auch das Problem der voranschreitenden Automatisierung und Maschinisierung. Er kommt zu dem ganz nachvollziehbaren Schluss, dass es nicht darauf ankommt, in welchem Dimensionen Maschinen zum Einsatz kommen, sondern darauf, wieweit sich der Mensch (also nicht der Körper) davon beherrschen lässt. Es lohnt sich, zu überlegen, ob nicht eigentlich das unser heutiges (und nicht nur unseres, bzw. heutiges) Problem ist : Die irrationale Angst einiger Menschen, von "ihrer" Schöpfung beherrscht zu werden.

MfG
Tarvoc
Das Problem ist nicht eins der Maschinen, sondern der gesellschaftlichen Organisation. Maschinen sind dafür da, den Menschen Arbeit abzunehmen, aber in unserer Gesellschaft verlieren die Menschen damit auch ihr Einkommen. Es wird immer klarer, dass das, was wir traditionell Kapitalismus nennen, einfach für unseren heutigen Stand der Hochtechnologisierung nicht ausgelegt ist - ganz ähnlich wie der Feudalismus auf das Aufkommen der Manufakturen und Großfabriken nicht ausgelegt war. Immanuel Wallerstein sieht die Welt momentan im Übergang vom kapitalistischen zu einem anderen Weltsystem, aber nach wie vor ist unklar, was danach kommt. Wenn der Trend sich fortsetzt, dass Arbeit immer mehr zum Privileg einiger weniger wird, vermute ich, dass das Ergebnis in dem Falle so aussehen wird, dass im neuen, auf den Kapitalismus folgenden Weltsystem eine aus Bourgeoisie und den bessergestellten und besser qualifizierten Teilen des gegenwärtigen Proletariats gewissermaßen amalgamierte herrschende Klasse, für die der Unterschied zwischen körperlicher und geistiger Arbeit zunehmend verschwunden sein wird und die ihr Selbstbewusstsein aus ihren produktiven und gesellschaftlichen Funktionen schöpfen dürfte, einer völlig abgehängten Klasse gegenüberstehen wird, die man am besten als Dauerarbeitslosen-Klasse beschreibt, und die sowohl global als auch lokal mit Gewalt von den Produktionsmitteln ferngehalten wird (im globalen Rahmen sehen wir das bereits z.B. in der einseitigen Abriegelung der amerikanisch-mexikanischen und europäisch-afrikanischen Grenzen). Eine zweite Möglichkeit wäre natürlich, dass die Menschheit einfach ökologisch die Kurve nicht kriegt und der Klimawandel ihr einen relativ schnellen Hitzetod bereitet. Oder wir finden eine Art, sozialer mit unseren Produktionskapazitäten umzugehen.
Phil(osoph)
Tarvoc
Naja, Rifkin. Ich halte mich eher an Leute wie Wallerstein, Balibar und Zizek. Rifkins Diagnosen sind ja ganz gut, aber seine Lösungsvorschläge finde ich eher weniger überzeugend. Im Grunde scheint er mir beim guten alten Kapitalismus bleiben und nur sowas wie Arbeitsplatzzugewinn durch staatliche Kulturförderung im sogenannten Nonprofitsektor draufsetzen zu wollen. Die weltanschauliche Grundlage dahinter ist Rifkins fast konservativer Glaube an ein bestimmtes Primat des kulturellen Hintergrundes vor der Ökonomie (als ob es da jemals eine Trennung geben könne). Zizek geht darauf in einem seiner Bücher recht umfassend ein. Ich glaube es war "Die Revolution steht bevor", aber ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Auch Vorschläge wie z.B. das Grundeinkommen sind nicht wirklich eine Lösung, zu dem Thema gibt's einige gute Kommentare von Dietmar Dath in "Maschinenwinter".
axion1979
Ist es nicht auch, dass durch Maschinen Arbeitsplätze geschaffen werden. Irgendjemand muss die ganze Technik auch Herstellen/Reparieren/Pflegen usw.
Das durch das bald kommende RFID noch mehr Arbeitsplätze wegfallen ist auch klar, aber war es nicht auch so, bei den ersten maschinellen Webstühlen?

Wurde diese Angst nicht schon öfter angesprochen (Seit Industrie Zeitalter) Aber wurden nicht immer wieder neue Arbeitsplätze geschaffen?

Auch wird hier vergessen zu sagen, dass der Dienstleitungssektor immer mehr Arbeitsplätze anbietet.
Vielleicht ist es auch nicht die Angst seinen Job zu verlieren, sondern die Angst vor den neuen!
Sonntagssoziologe
Der entgegengesetzte Trend zur Vermaschinierung wäre ebenfalls nicht so schön, glaube ich. Wenn wir wieder Straßenfeger und Fließbandarbeiter für dröge Arbeiten einsetzen.
Neo
Zitat:
Original von Sonntagssoziologe
Der entgegengesetzte Trend zur Vermaschinierung wäre ebenfalls nicht so schön, glaube ich. Wenn wir wieder Straßenfeger und Fließbandarbeiter für dröge Arbeiten einsetzen.


Alles eine Frage des wirtschaftlichen Standpunktes und des Gesinnungswandels.
Wenn schon heute Menschen als 'Betriebsmittel', als 'human resources' bezeichnet werden, und auf der anderen Seite Hightech Maschinen sowohl in der Produktion als auch der Instandhaltung sehr teuer sind, ist es nur eine Frage der Zeit bis zu

A. Huxley's Brave New World



Still leaning against the incubators he gave them, while the pencils scurried illegibly across the pages, a brief description of the modern fertilizing process; spoke first, of course, of its surgical introduction–"the operation undergone voluntarily for the good of Society, not to mention the fact that it carries a bonus amounting to six months' salary"; continued with some account of the technique for preserving the excised ovary alive and actively developing; passed on to a consideration of optimum temperature, salinity, viscosity; referred to the liquor in which the detached and ripened eggs were kept; and, leading his charges to the work tables, actually showed them how this liquor was drawn off from the test-tubes; how it was let out drop by drop onto the specially warmed slides of the microscopes; how the eggs which it contained were inspected for abnormalities, counted and transferred to a porous receptacle; how (and he now took them to watch the operation) this receptacle was immersed in a warm bouillon containing free-swimming spermatozoa–at a minimum concentration of one hundred thousand per cubic centimetre, he insisted; and how, after ten minutes, the container was lifted out of the liquor and its contents re-examined; how, if any of the eggs remained unfertilized, it was again immersed, and, if necessary, yet again; how the fertilized ova went back to the incubators; where the Alphas and Betas remained until definitely bottled; while the Gammas, Deltas and Epsilons were brought out again, after only thirty-six hours, to undergo Bokanovsky's Process.

"Bokanovsky's Process," repeated the Director, and the students underlined the words in their little notebooks.

One egg, one embryo, one adult-normality. But a bokanovskified egg will bud, will proliferate, will divide. From eight to ninety-six buds, and every bud will grow into a perfectly formed embryo, and every embryo into a full-sized adult. Making ninety-six human beings grow where only one grew before. Progress.

"Essentially," the D.H.C. concluded, "bokanovskification consists of a series of arrests of development. We check the normal growth and, paradoxically enough, the egg responds by budding."

Responds by budding. The pencils were busy.

He pointed. On a very slowly moving band a rack-full of test-tubes was entering a large metal box, another, rack-full was emerging. Machinery faintly purred. It took eight minutes for the tubes to go through, he told them. Eight minutes of hard X-rays being about as much as an egg can stand. A few died; of the rest, the least susceptible divided into two; most put out four buds; some eight; all were returned to the incubators, where the buds began to develop; then, after two days, were suddenly chilled, chilled and checked. Two, four, eight, the buds in their turn budded; and having budded were dosed almost to death with alcohol; consequently burgeoned again and having budded–bud out of bud out of bud–were thereafter–further arrest being generally fatal–left to develop in peace. By which time the original egg was in a fair way to becoming anything from eight to ninety-six embryos– a prodigious improvement, you will agree, on nature. Identical twins–but not in piddling twos and threes as in the old viviparous days, when an egg would sometimes accidentally divide; actually by dozens, by scores at a time.

"Scores," the Director repeated and flung out his arms, as though he were distributing largesse. "Scores."
Libertad
Warum werden solche Szenarien, wie von Huxley beschrieben, denn immer in die Zukunft geschoben? Wirtschaft hat schon immer alles soweit durch Werte dargestellt, wie es eben nur geht.

Zitat:
Original von axion1979
Das durch das bald kommende RFID noch mehr Arbeitsplätze wegfallen ist auch klar, aber war es nicht auch so, bei den ersten maschinellen Webstühlen?

Die Webstühle haben noch manuelle Arbeit rationalisiert, aber was genau geschieht denn durch die Infiltration von RFID in den Alltag? Da heißt es dann irgendwann nur noch - Zugriff erlaubt/verweigert... 'Idiocracy' gucken und immer nur auf den Amerikanern rumhacken, jaja, das kommt immer gut an.