Nylen
Im Thread "Unterscheidung als Seinsgrundlage" und in einem Chat-Gespräch zwischen Glorin, Andrey und mir, wurde wiederholt gesagt, das das Sein den Dingen zukomme.
Und im Verlauf des Gesprächs gewann ich den Eindruck ich müsste längeren Vortrag halten. Aber habe mich zurückgehalten und statt dessen angekündigt diesen Thread zu starten.
Thema ist: Universalismusstreit.
Ich hoffe das meine Ausführungen von allen verstanden werden und von gebildeteren Menschen als mir gefüttert wird.
Ich stelle zwei Positionen vor und werde erst gegen Ende eigene Stellung beziehen.
Die gegenübergestellten Positionen sind die des sogenannten ontologischen Realismus und die des Nominalismus.
wiederhole hier erstmal etwas was ich gestern in einem anderen Thread geschrieben habe:
Einzeldinge und Universalien:
Einzeldinge sind nicht.wiederholbare Gegenstände, die zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Raumposition einnehmen können. Universalien sind wiederholbare Entitäten d.h. zu verschiedenen Zeiten und Raumposition kann die Universalie von verschiednen Einzeldingen instanziiert werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Entit%C3%A4t_(Philosophie)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachuniversalien
konkrete und abstrakte Gegenstände
Wenn Gegenstände wahrnehmbar sind, und nur dann, wenn sie zugleich auch eine bestimmte Position in Raum und Zeit einnehmen, sind sie konkret. Wenn Gegenstände zeitlos und unveränderlich sind, und nur dann, wenn sie auch nicht wahrnehmbar sind , sind sie abstrakt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gegenstand
http://de.wikipedia.org/wiki/Abstrakt
Aus dem gesagten folgt:
Es gibt konkrete und abstrakte Einzeldinge, und es gibt konkrte und abstrakte Universalien. Entsprechend in der Logik: Konkrete und abstrakte Nominatoren, und konkrete und abstrakte Prädikatoren.
Der Streit wischen ontologischen Realisten und Nominalisten:
Es gibt eine Binsenweisheit derart, daß wir in unserer Umwelt einzelne Gegenstände vorfinden, die sich aufgrund von Ähnlichkeiten nach Eigenschaften klassifizieren lassen.
Diese beiden zu bgesprechenden Positionen wollen nun wissen, ob es neben konkreten Gegenständen auch abstrakte gegenstände gibt, bzw. gibt es nur einzelne Gegenstände oder auch allgemeine Gegenstände.
Der ontologische Realismus ist grosszügig und erkennt an, das es allgemeine und abstrakte Gegenstände gibt, dass sie "wirklich" sind.
Nominalisten sind sparsamer und wollen nur die Existenz einzelner, konkreter Gegenstände zulassen.
Dieser alte Streit heisst nun in der Philosophiegeschichte Universalienstreit.
http://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem
Der ontolgische Realismus
(1) Die geteilte These setzt voraus, dass es zwei Arten von Gegenständen gibt: Einzeldinge und Universalien. Die Tatsache, dass einzelne Gegenstände eine Übereinstimmung aufweisen, wird dadurch erklärt, dass sie diesselben existierenden Universalien instanziieren.
(2) Mit Prädikatoren können wir auf Universalien referieren: Insbesondere referieren die Prädikatoren in einfachen Prädikationen in derselben Weise auf Universalien wie die Nominatoren auf Einzeldinge. Zumindest einige Prädikationen sind wahr und die Referenz ihrer Prädikatoren ist daher zutreffend. Diese zutreffende Referenz impliziert die Existenz von Universalien.
(3) Im Alltag und im Rahmen vieler wissenschaftlicher Theorien quantifizieren wir über Universalien, und einige dieser Quantifikationen sind wahr. Wahre Quantifikationen implizieren aber Existenz.
(4) Mit abstrakten Nominatoren können wir auf abstrakte Objekte referieren, und wir können über abstrakte Objekte quantifizieren. Auch einige dieser Fälle von Referenz und Quantifikation sind wahr, und dies impliziert die Existenz von abstrakten Gegenständen und Universalien.
(5) Universalien können ihrerseits durch allgemeinere Universalien bestimmt sein, d.h. auch Universalien können (allgemeinere) Universalien instanziieren. Daher können auch Universalien untereinander Übereinstimmungen in ihren Eigenschaften aufweisen
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_(Philosophie)
Klassischer Nominalismus
(1) Es existieren keine universalien und keine abstrakten Objekte, sondern nur konkrete Einzeldinge (einzelne konkrete Gegenstände und konkrete Fakten, d.h. Fakten derart, dass konkrete Einzeldinge konkrete Eigenschaften oder Relationen haben). Insbesondere die von beiden getilte These erfordert nicht die Annahme von Universalien.
(2) Sätze der Form "P(a)" (mit eigenem konkreten Nominator "a" und einem konkreten Prädikator "P" referieren auf die Tatsache, dass a ein P ist. Die Tatsache, dass Einzeldinge in gewissen Eigenschaften miteinander übereinstimmen, ist ein basales Faktum, dass keiner weiteren Erklärung bedraf. Daher ist auch Referenz auf solche Umstände ein basales Faktum und erfordert nicht die zusätzliche Annahme, dass die Universale P selbst auch existiert. Wenn insbesondere der Satz (P(a)" wahr ist, dann erfüllt das Einzelding a den Prädikator "P".
(3) Abstrakte Referenz und sinnvolle Verwendung von Prädikatoren sind jeweils reduzierbar auf Allquantifikationen über konkrete Einzeldinge auf metalinguistische Aussagen oder auf Sätze über mentale Abstraktionen und Bilder.
http://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem
Quelle ausser dem Zitat "Grundkurs Philosophie Bd 2" von Wolfgang Detel
Warum das alles:
In dem eingangs erwähnten Gespräch wurde wiederholt behauptet, das das Sein den Dingen zukomme, und an einem bestimmten Punkt sogar die Existenz wäre eine Eigenschaft der Dinge. Oder so habe ich es verstanden. Deshalb auch meine neue Signatur.
Ich beknne mich zum Nominalismus, natürlich in modernerer Form.
So jetzt bitte ich die Profis den Thread zu füttern, und alle mitzudiskutieren, bzw. auch einfach mal dumm zu fragen wenn was unklar ist.
Viel Spass.
Und im Verlauf des Gesprächs gewann ich den Eindruck ich müsste längeren Vortrag halten. Aber habe mich zurückgehalten und statt dessen angekündigt diesen Thread zu starten.
Thema ist: Universalismusstreit.
Ich hoffe das meine Ausführungen von allen verstanden werden und von gebildeteren Menschen als mir gefüttert wird.
Ich stelle zwei Positionen vor und werde erst gegen Ende eigene Stellung beziehen.
Die gegenübergestellten Positionen sind die des sogenannten ontologischen Realismus und die des Nominalismus.
wiederhole hier erstmal etwas was ich gestern in einem anderen Thread geschrieben habe:
Einzeldinge und Universalien:
Einzeldinge sind nicht.wiederholbare Gegenstände, die zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Raumposition einnehmen können. Universalien sind wiederholbare Entitäten d.h. zu verschiedenen Zeiten und Raumposition kann die Universalie von verschiednen Einzeldingen instanziiert werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Entit%C3%A4t_(Philosophie)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachuniversalien
konkrete und abstrakte Gegenstände
Wenn Gegenstände wahrnehmbar sind, und nur dann, wenn sie zugleich auch eine bestimmte Position in Raum und Zeit einnehmen, sind sie konkret. Wenn Gegenstände zeitlos und unveränderlich sind, und nur dann, wenn sie auch nicht wahrnehmbar sind , sind sie abstrakt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gegenstand
http://de.wikipedia.org/wiki/Abstrakt
Aus dem gesagten folgt:
Es gibt konkrete und abstrakte Einzeldinge, und es gibt konkrte und abstrakte Universalien. Entsprechend in der Logik: Konkrete und abstrakte Nominatoren, und konkrete und abstrakte Prädikatoren.
Der Streit wischen ontologischen Realisten und Nominalisten:
Es gibt eine Binsenweisheit derart, daß wir in unserer Umwelt einzelne Gegenstände vorfinden, die sich aufgrund von Ähnlichkeiten nach Eigenschaften klassifizieren lassen.
Diese beiden zu bgesprechenden Positionen wollen nun wissen, ob es neben konkreten Gegenständen auch abstrakte gegenstände gibt, bzw. gibt es nur einzelne Gegenstände oder auch allgemeine Gegenstände.
Der ontologische Realismus ist grosszügig und erkennt an, das es allgemeine und abstrakte Gegenstände gibt, dass sie "wirklich" sind.
Nominalisten sind sparsamer und wollen nur die Existenz einzelner, konkreter Gegenstände zulassen.
Dieser alte Streit heisst nun in der Philosophiegeschichte Universalienstreit.
http://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem
Der ontolgische Realismus
(1) Die geteilte These setzt voraus, dass es zwei Arten von Gegenständen gibt: Einzeldinge und Universalien. Die Tatsache, dass einzelne Gegenstände eine Übereinstimmung aufweisen, wird dadurch erklärt, dass sie diesselben existierenden Universalien instanziieren.
(2) Mit Prädikatoren können wir auf Universalien referieren: Insbesondere referieren die Prädikatoren in einfachen Prädikationen in derselben Weise auf Universalien wie die Nominatoren auf Einzeldinge. Zumindest einige Prädikationen sind wahr und die Referenz ihrer Prädikatoren ist daher zutreffend. Diese zutreffende Referenz impliziert die Existenz von Universalien.
(3) Im Alltag und im Rahmen vieler wissenschaftlicher Theorien quantifizieren wir über Universalien, und einige dieser Quantifikationen sind wahr. Wahre Quantifikationen implizieren aber Existenz.
(4) Mit abstrakten Nominatoren können wir auf abstrakte Objekte referieren, und wir können über abstrakte Objekte quantifizieren. Auch einige dieser Fälle von Referenz und Quantifikation sind wahr, und dies impliziert die Existenz von abstrakten Gegenständen und Universalien.
(5) Universalien können ihrerseits durch allgemeinere Universalien bestimmt sein, d.h. auch Universalien können (allgemeinere) Universalien instanziieren. Daher können auch Universalien untereinander Übereinstimmungen in ihren Eigenschaften aufweisen
| Zitat: |
| Die Existenz von Gegenständen außerhalb des menschlichen Bewusstseins ist weitgehend unbestritten. Ontologischer Realismus bedeutet, dass es diese Gegenstände und Sachverhalte auch ohne den Menschen geben würde. Der Mensch hat keinen Einfluss auf das Dasein und die Struktur der Realität. Ohne eine solche Auffassung wäre eine Untersuchung des Wesens alles Seienden (Ontologie) zum Beispiel sinnlos. Eine mögliche, aber selten vertretene Gegenposition hierzu wäre ein reiner Solipsismus, für den die Wirklichkeit eine reine Vorstellung des Bewusstseins ist, also ein objektiver Nachweis einer Außenwelt nicht möglich erscheint. Eine grundsätzliche Kontroverse gibt es allerdings in Hinblick auf die Frage, ob Allgemeinbegriffe, sogenannte Universalien, eine reale Existenz haben. Diese Problematik reicht zurück auf Platon und Aristoteles und fand in der Diskussion um das Universalienproblem im Mittelalter einen Höhepunkt. Das Thema lässt sich weiterverfolgen bis in die Philosophie der Gegenwart, in der insbesondere offen ist, ob man mathematischen Entitäten wie Zahl, Relation oder Klasse eine ontologische Existenz (Platonismus) beimessen kann oder ob es sich um rein verstandesmäßige Begriffsbildungen handelt. Zum anderen wird in der Sprachphilosophie gefragt, ob Eigenschaften („Röte“) und Klassen („Lebewesen“) ontologisch eigenständig sind. Unter dem Sammelbegriff „Modaler Realismus“ wird das Konzept möglicher Welten diskutiert. Der Universalien-Realismus wird auch als Essentialismus bezeichnet, seine Gegenposition als Nominalismus. Danach sind alle Allgemeinbegriffe gedankliche Abstraktionen, die als Bezeichnungen von Menschen gebildet werden. Existenz kommt im Nominalismus nur Einzeldingen zu. Die verbreitetste Auffassung zu den Universalien ist der so genannte Konzeptualismus, nach dem Allgemeinbegriffe im Verstand gebildet werden, aber eine unmittelbare Beziehung zu den Dingen selbst haben. In Hinblick auf den ontologischen Realismus wird diskutiert, ob man Dinge als Substanzen auffassen soll oder als reine Qualitäten. Im letzteren Fall wäre ein Ding eine Kombination von Qualitäten (Bündeltheorie). Dem liegt beispielsweise die Auffassung zugrunde, dass man alles Existierende auf Formen von Energie zurückführen kann. Tatsachen sind schon in der Welt vorhanden. Sie können raum-zeitlich und qualitativ bestimmt werden. Qualitäten sind an individuelle Fälle gebunden. Relationen sind Verbindungen von Qualitäten in Bezug auf einzelne Tatsachen. Kontrovers ist weiterhin die Frage, ob es nur eine Wirklichkeit gibt. Es gibt Auffassungen, nach denen die jeweilige Wirklichkeit, ihr Sein und nicht nur ihre Erkennbarkeit, von der Perspektive des Betrachters abhängt. Eine solche Sicht bezeichnet man als ontologischen Relativismus. |
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_(Philosophie)
Klassischer Nominalismus
(1) Es existieren keine universalien und keine abstrakten Objekte, sondern nur konkrete Einzeldinge (einzelne konkrete Gegenstände und konkrete Fakten, d.h. Fakten derart, dass konkrete Einzeldinge konkrete Eigenschaften oder Relationen haben). Insbesondere die von beiden getilte These erfordert nicht die Annahme von Universalien.
(2) Sätze der Form "P(a)" (mit eigenem konkreten Nominator "a" und einem konkreten Prädikator "P" referieren auf die Tatsache, dass a ein P ist. Die Tatsache, dass Einzeldinge in gewissen Eigenschaften miteinander übereinstimmen, ist ein basales Faktum, dass keiner weiteren Erklärung bedraf. Daher ist auch Referenz auf solche Umstände ein basales Faktum und erfordert nicht die zusätzliche Annahme, dass die Universale P selbst auch existiert. Wenn insbesondere der Satz (P(a)" wahr ist, dann erfüllt das Einzelding a den Prädikator "P".
(3) Abstrakte Referenz und sinnvolle Verwendung von Prädikatoren sind jeweils reduzierbar auf Allquantifikationen über konkrete Einzeldinge auf metalinguistische Aussagen oder auf Sätze über mentale Abstraktionen und Bilder.
http://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem
Quelle ausser dem Zitat "Grundkurs Philosophie Bd 2" von Wolfgang Detel
Warum das alles:
In dem eingangs erwähnten Gespräch wurde wiederholt behauptet, das das Sein den Dingen zukomme, und an einem bestimmten Punkt sogar die Existenz wäre eine Eigenschaft der Dinge. Oder so habe ich es verstanden. Deshalb auch meine neue Signatur.
Ich beknne mich zum Nominalismus, natürlich in modernerer Form.
So jetzt bitte ich die Profis den Thread zu füttern, und alle mitzudiskutieren, bzw. auch einfach mal dumm zu fragen wenn was unklar ist.
Viel Spass.
das sein existiert doch als gesamtexistenz !