Universalienstreit oder kommt das Sein den Dingen zu??

glorin
Zitat:
Wer sich die Schuhe einfach anzieht, die hingestellt werden, muss sich nicht wundern, wenn sie ihn dann drücken.


Ein geschenktes Gaul schaut man nicht ins Maul. (Bitte nicht zu ernst diesen Satz nehmen.)


Zitat:
Was die Einordnung angeht, die ich vorgenommen habe, nun mit dir zu tun hat, leuchtet mir nicht ein, es sei denn, du vertrittst eben die Positionen, die ich so zugeordnet habe.


Ist das noch nicht klar geworden? Ja, ich verdrehte diese Meinung.


Zitat:
Anstatt mir zu unterstellen, ich würde dich beschimpfen, was nun wahrlich nicht so ist, wäre mir eine argumentative Erwiderung viel lieber gewesen, allein mit Polemik kann keiner was anfangen.


Ich denke dir ist der Unterschied zwischen beschimpfen und als etwas schimpfen bekannt. Somit sagte ich nur aus das du mich als dies mit bezeichnest. Und ich dies für mich selber nicht mit Wohlwollen aufnehmen kann und dies kannst du nach meiner Reaktion ja wohl kaum bestreiten.
Im Grunde habe ich auch nichts gegen Theologen, doch in manchen Hinsichten sind die meisten leicht "Rückschrittlich". Ich will nicht bestreiten, das ich dies nicht unbedingt bin, aber ich denke auch nicht viel mehr als du. Mich als Theologen zu bezeichnen finde ich daher ein hartes Stück, da sich einige Einstellung hierbei weit unterscheiden. Zwischen mir und den Theologen. (Ob dies positiv, oder negativ ist, ist jetzt erst einmal nebengestellt.)


Zitat:
Wie kann man bloß übersehen, dass auch das Sein, vom Nichts kann ich nicht mal reden, nicht vom Individuum zu trennen ist?


Natürlich, behaupte ich etwas anderes? Nein, ich sage nur das dieses Sein, den Gegenständen zukommt. Somit beinhalten diese Gegenstände auch das Sein. Das Nichts wiederrum kommt dem Sein als Eigenschaft zu, den nichts kann erstens keine nicht vorhandene Eigenschaft sein, da sie ja nicht existiert. Ausserdem kann das Sein nur durch das Nichts existieren. (Das das Sein und Nichts zwei Begriffe für ein Gegenstand sind, ist auch jetzt einmal beiseite gestellt, da hier drum nicht das Thema geht.)


Zitat:
Er ist halt Ontologe und betreibt m.E. Metaphysik. Habe ich den nun auch beschimpft?


Nein, Theologe ist keine Beschimpfung im herkömmlichen Sinne. Doch einer aus der Partei der CsU könnte es als Beleidigung auffassen zu Linke, oder Piratenpartei kategorisiert zu werden. Ist es deshalb eine Beleidigung einen als Mitglied der Piraten, oder Linken zu bezeichnen? Ich denke nicht. (Dies war ein Beispiel und sagt nichts über meine Politische Meinung aus.)

Somit bleibt die Frage, warum ist das eine für einen eine Unangenehme Bezeichnung und für andere nicht. Dies liegt an den persöhnlichen Werten. Ich würde mich als Theologe nicht frei fühlen können, sondern eingesperrt in einer bestimmten Denkweise. Deshalb könnte ich mich niemals (aus heutiger Sicht) zu ihnen zählen, auch wenn ich respekt vor Menschen habe die Theologen sind.

Ich weis nicht ob du ein Atheist, Agnostiker, Christ, oder anders gläubige bist. Solltest du zufällig ein Atheist sein, kann ich es dir an einem einfachen Beispiel erklären. Als Atheist würdest du auch nicht als gläubiger Christ bezeichnet werden, dies würde mir an deiner Stelle auf jeden Fall gegen die Prinzipien gehen. (Selber bin ich kein Atheist.)


Zitat:
Außerdem halte ich überhaupt keinen Theologen für verklemmt, das scheinst du ja von dir zu denken, sondern lese einige von ihnen ausgesprochen gerne, wie z.B. Karl Heim, Peter Wust, Karl Barth u.a., nur weiss ich dann, dass es eben Theologen sind.


Ich denke überhaupt nichts in der Art über mich. Ich denke nur das einige Theologen ein Eingeschränktes Weltbild haben und somit möchte ich mich von der Gruppe einfach nur distanzieren.


Zitat:
Von dir habe ich hier noch kein überzeugendes Argument vernommen, liegt wohl daran, dass es auch keine geben kann.


Was willst du denn von mir hören, eine hetzerische Rede? Nylen hat einige Punkte schon genannt. Ich habe diese egal von welcher Seite analysiert und manch einen Fehler aus meiner Sicht da gestellt. Im Gegensatz zu einigen anderen hier, versuche ich trotz einer festen Meinung möglichst objektiv zu bleiben. (Dies scheinen einige gar nicht in Betrachtung für ihre Post zu ziehen, oder sie sind dafür einfach noch nicht wirklich in der Lage.)


mfg.
glorin
Reinhard
Ich beuge mich der einzigen Objektivität.
glorin
Zitat:
Ich beuge mich der einzigen Objektivität.


Dann tust du mir Leid. Ich beuge mich auch vor denen die Versuchen Objektiv zu handeln. Aber ich beuge mich bestimmt nicht vor Quacksalber die ihre Unfähigkeit hinter Worten zu verstecken.

Nenne mir einen einzigen Grund der den ontolgische Realismus als falsch bezeichnet und den Klassischen Nominalismus als richtig dastellt. (Wie es gibt keinen, der nicht total anfechtbar ist?)


PS. Bitte meine Post nicht persöhnlich nehmen.

mfg.
glorin
Rhetorix
Zitat:
Original von Nylen
Wenn Gegenstände wahrnehmbar sind, und nur dann, wenn sie zugleich auch eine bestimmte Position in Raum und Zeit einnehmen, sind sie konkret.

Dann wären Quanten nicht konkret, denn sie sind weder wahrnehmbar, noch nehmen sie eine bestimmte (oder exakt bestimmbare?) Position im Raum ein.

Zitat:
Wenn Gegenstände zeitlos und unveränderlich sind, und nur dann, wenn sie auch nicht wahrnehmbar sind , sind sie abstrakt.

Dann wären Quanten auch nicht abstrakt,denn zeitlos und unveränderlich sind sie wohl nicht.

Was sind sie aber dann?

Zitat:
Es gibt konkrete und abstrakte Einzeldinge
Was ist ein Einzelding? Sind Quanten Einzeldinge? Sind Atome oder Moleküle Einzeldinge?

Zitat:
Der ontolgische Realismus
(1) Die geteilte These setzt voraus, dass es zwei Arten von Gegenständen gibt: Einzeldinge und Universalien.

Genauso gut könnte man sagen: "Es gibt Einzeldinge und es regnet" oder "Es gibt Einzeldinge und Rot".
Universalien sprachlich wie Dinge zu behandeln, ist ein fauler Trick.
Universalien sind meines Erachtens nur Regeln bzw. Natur-'Gesetze', die dafür sorgen, dass sich ähnliche oder gleiche Einzeldinge ergeben.
Diese Regeln existieren nicht unabhängig von den Einzeldingen (was immer ein Einzelding sein mag), denn die Einzeldinge schaffen sich ihre Regeln, d.h. es entspricht ihrer Eigenart, sich so und nicht anders zu verhalten.
Reinhard
Hallo Rhetorix, völlig richtig, entweder ich betrachte Dinge, so wie sie mir erscheinen, das nennt man wohl Anschauung oder ich betrachte sie nach ihrem Verhältnis zu anderen Erscheinungen, das nennt man dann wohl Naturgesetzlichkeit oder Struktur von Beziehungen oder dergl. . Nur kommt das Eine nie ohne das Andere aus und jede Betrachtungsweise ist an unterschiedliche Voraussetzungen gebunden, die man in der Mathematik wohl Axiome nennt. Dazu hat jede Betrachtung ihren speziellen Grund. Was ich allerdings nie tun kann, ist durch die einzelne Erkenntnis auf den Erkenntnisgrund zu schließen, hier müßte ich dann wieder die Betrachtungsebene wechseln. Sehe ich meinetwegen das Gehirn als den Grund meines Erkennens an, dann kann ich keine Erkenntnis, die aus dem Gehirn erwächst, zur Erklärung des Phänomens Gehirn verwenden. Will ich aber Betrachtungen über das Gehirn selber anstellen, dann muß ich mich wieder festlegen, ob ich dies neuro-physiologisch oder psychologisch oder meinetwegen sogar nach den Prinzipien der Quantenmechanik tun will. Das Unterscheiden ist dem Erkennen immer vorausgesetzt, nur erleben stiftet Einheit. Insofern halte ich, wie schon gesagt, den Universalienstreit, für einen um des Kaisers Bart und verweise sicher nicht zu Unrecht auf andere Motive, die ihren Ursprung in der scholastischen Weltdeutung haben.

Frdl. Gr.
R.S.
Andique
Einen schönen Tag,

Zitat:
Original von Reinhard Schauer
Was ich allerdings nie tun kann, ist durch die einzelne Erkenntnis auf den Erkenntnisgrund zu schließen, hier müßte ich dann wieder die Betrachtungsebene wechseln. Sehe ich meinetwegen das Gehirn als den Grund meines Erkennens an, dann kann ich keine Erkenntnis, die aus dem Gehirn erwächst, zur Erklärung des Phänomens Gehirn verwenden.

So sehr ich mit deinen Ausführungen übereinstimme, habe ich an dieser Stelle doch einen Einwand:
Betrachte ich die Erkenntnis, dass aus dem Gehirn Erkenntnisse erwachsen, so kann ich diese Erkenntnis nutzen, um zumindest über Teilaspekte des Phänomen Gehirn Aussagen machen zu können? Also ein Aspekt wäre dann, dass das Gehirn so aufgebaut ist, dass aus demselben Erkenntnisse erwachsen.
Allgemein: Jede Erkenntnis lässt durch eine kausal- logische Korrelation mit dem Erkenntnisgrund Aussagen über denselben zu, solange die Aussagen nicht über die kausal - logische Korrelation hinausgehen. Wo Licht ist, muss auch eine Lichtquelle sein. Und die Art des Lichts lässt auch gewisse Aussagen über die Lichtquelle zu.
Ich denke auch, dass man die Betrachtungsebene wechseln muss, um zu vollständig(er)en Aussagen zu kommen.

freundliche Grüsse
Reinhard
Hallo Andique, Dein Einwand besteht rechtens. Stelle ich die Untersuchung des Gehirns unter die Bedingung Erkenntnis und würde annehmen, dass das Gehirn einzig der Erkenntnis dient, dann wäre ich an einem Endpunkt angekommen, an dem Erkenntnis und Sein sich decken. Ist das aber so ? Leben wir nur, weil wir erkennen können ? Das sagt der Cartesianer : Ich denke, also bin ich. Der Leib-Seele Dualismus wäre unwiderruflich verankert. Wieviel Dinge des vegetativen Nervensystems, die ich nicht wirklich erkennen kann, die ich auch nicht beeinflussen kann, schaffen aber erst die Voraussetzungen für meine reflektierende Vernunft ? Es muss doch etwas geben, in dem meine Erkenntnis sich befindet und hier beginnt metaphysische Spekulation. Hier grenzen Wissenschaft und Glaubensdogma aneinander und ich sehe nur den Einzelnen in seinem metaphysischen Bedürfnis sich einen philosophischen Standpunkt zu erarbeiten, um abzugrenzen und doch auch zu verbinden, was in ihm zusammenfällt. Ich glaube nicht, dass diese Aufgabe je erledigt werden kann, da ja immer wieder neue Menschen erscheinen, die vor die selbe Aufgabe gestellt sind und erst mehr oder weniger sich dazu ausbilden. Das erscheint uns wie ein ständiger Fluss, aus dem wir nur vorrübergehend einige Tropfen erborgen können, der uns letzten Endes doch mitreisst. Danke für Deine Aufmerksamkeit.

Freundliche Grüße
Reinhard winken