Exebeche
Aus dem Manuskript des heutigen Beitrags in SWR2 Wissen:
Sprecher:
Eine bittere Pille:
Die Schwächeren müssen einfach akzeptieren, dass sie vertrieben werden. In Brasilien passiert das seit Jahrzehnten.
Immer wieder ging es um die Ressource Land. Denn Brasilien ist eine der Kornkammern der Industrieländer. Kaffee, Zucker, Sojabohnen, Fleisch, Alkohol und noch vieles mehr wird seit Jahrzehnten exportiert. Dafür eigneten sich Großbauern immer mehr Land an, oft vertrieben sie die Einwohner mit Waffengewalt.
In jüngster Zeit ist es vor allem im Amazonas-Gebiet, das lange eines der letzten Rückzugsgebiete war, zu Auseinandersetzungen um Land gekommen.
Maria Silva, die versucht hat, in ihrem Dorf in der Amazonasregion bei Belem den Widerstand dagegen zu organisieren, musste das am eigenen Leib erfahren:
(Maria Silva):
Overvoice (w):
1978 kam ein Agrar-Unternehmens namens Rehaza erstmals in unsere Region. Die Leute behaupteten, sie hätten alles Land hier gekauft. Das akzeptierten wir natürlich nicht, obwohl keiner von uns damals irgendwelche Besitzurkunden hatte. Aber alle waren hier geboren und hier aufgewachsen. Meine Großeltern zum Beispiel, die haben vom ersten Tag an hier gelebt und das Land gehörte ihnen. Doch eines Tages kamen die Männer von Rehaza und zerstörten alles – rund um das Haus wurden alle Pflanzen herausgerissen. Wir hatten viele Avocado-Bäume. Als wir wieder nach Hause zurückkehrten, war bis auf unseren Ofen alles kaputt.
Sprecher:
Dreimal wurde Maria Silva insgesamt vertrieben – beim letzten Mal damit ein Unternehmen dort Dendé-Palmenpflanzungen anlegen konnte.
Aus der Frucht der Dendé-Palme wird Biodiesel hergestellt, den Brasilien gerne nach Europa und in die USA exportieren möchte.
Sprecher:
Durch den Boom der Biotreibstoffe ist die Ressource Land in Brasilien noch wertvoller geworden.
Wie wollen wir uns eigentlich langfristig zu Biokraftstoffen stellen?
Wieder sind es die armen Länder, die die Zeche für unsere Mobilität zahlen.
Nachzulesen unter:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendunge...en-20090805.pdf
Und nachzuhören unter:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendunge...u45v/index.html
Sprecher:
Eine bittere Pille:
Die Schwächeren müssen einfach akzeptieren, dass sie vertrieben werden. In Brasilien passiert das seit Jahrzehnten.
Immer wieder ging es um die Ressource Land. Denn Brasilien ist eine der Kornkammern der Industrieländer. Kaffee, Zucker, Sojabohnen, Fleisch, Alkohol und noch vieles mehr wird seit Jahrzehnten exportiert. Dafür eigneten sich Großbauern immer mehr Land an, oft vertrieben sie die Einwohner mit Waffengewalt.
In jüngster Zeit ist es vor allem im Amazonas-Gebiet, das lange eines der letzten Rückzugsgebiete war, zu Auseinandersetzungen um Land gekommen.
Maria Silva, die versucht hat, in ihrem Dorf in der Amazonasregion bei Belem den Widerstand dagegen zu organisieren, musste das am eigenen Leib erfahren:
(Maria Silva):
Overvoice (w):
1978 kam ein Agrar-Unternehmens namens Rehaza erstmals in unsere Region. Die Leute behaupteten, sie hätten alles Land hier gekauft. Das akzeptierten wir natürlich nicht, obwohl keiner von uns damals irgendwelche Besitzurkunden hatte. Aber alle waren hier geboren und hier aufgewachsen. Meine Großeltern zum Beispiel, die haben vom ersten Tag an hier gelebt und das Land gehörte ihnen. Doch eines Tages kamen die Männer von Rehaza und zerstörten alles – rund um das Haus wurden alle Pflanzen herausgerissen. Wir hatten viele Avocado-Bäume. Als wir wieder nach Hause zurückkehrten, war bis auf unseren Ofen alles kaputt.
Sprecher:
Dreimal wurde Maria Silva insgesamt vertrieben – beim letzten Mal damit ein Unternehmen dort Dendé-Palmenpflanzungen anlegen konnte.
Aus der Frucht der Dendé-Palme wird Biodiesel hergestellt, den Brasilien gerne nach Europa und in die USA exportieren möchte.
Sprecher:
Durch den Boom der Biotreibstoffe ist die Ressource Land in Brasilien noch wertvoller geworden.
Wie wollen wir uns eigentlich langfristig zu Biokraftstoffen stellen?
Wieder sind es die armen Länder, die die Zeche für unsere Mobilität zahlen.
Nachzulesen unter:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendunge...en-20090805.pdf
Und nachzuhören unter:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendunge...u45v/index.html