Sun Deluge
Ich frage mich immer wieder: Wie kann es angehen dass eine absichtliche Straftat (gemeint ist Mord) bei uns durch Gesetze eingeschränkt wird, doch auf dem Schlachtfeld frei gemetzelt werden darf ohne irgend welche Sanktionen auf sich zukommen zu sehen. Soldaten gelten sogar als Helden, in einer menschlichen Unmenschlichkeit. Was läuft falsch? Ist der Krieg nur eine "Ausnahmesituation", eine Situation von was? Durch Krieg wird nicht mehr Zeit zum leben gewonnen, nein, im Gegenteil, die Zeit wird vorzeitig beendet. Was ich eigentlich andeuten wollte, sind die Gesetzgebungen innerhalb der Moral und die Situationen in der die Menschen über ihr eigenes subjektives Werk stehen.
ewig
In modernen Gesellschaften werden Orden auch im militärischen Bereich nicht für hohe Opferzahlen verliehen, die man "dem Feind" beigebracht hat, sondern für Geistesgegegenwart, besonnenes Handeln und das Retten einer brenzligen Situation. Oder wenigstens ist so mein Eindruck.
Sun Deluge
Hallo ewig
Das mag zwar sein, aber wie siehst Du die Gesetzeslage, Leben auslöschen:
A: Absurd? oder
B: Gerechtfertigt?
Beachte dabei die Gesetze hierzulande und vergleiche sie mit Moral und die "menschlichen" Richtlinien nicht zu morden. Erwähnenswert sind auch die Zehn Gebote, mitberechnet wären wir alle Mörder aber ich beschränke mich ausnahmsweise mal auf die subjektive Einstellung der Menschen die ihre Urteile verlässlich für andere fällen...
ewig
Es ist ja nicht so, als liefen Soldaten mit Tötungsaufträgen durch die Gegend. Sie laufen vielmehr mit
Schutz-Aufträgen durch die Gegend und werden zu diesem Zweck an gefährliche Orte geschickt, in denen es dazu kommen kann, daß die Leben gegnerischer Truppen gegen die Sicherheit der eigenen Leute abgewogen werden müssen. Allen Kommandeuren dieser Welt wäre es generell lieber, wenn der Gegner sich ergäbe, aber um dahin zu kommen, muß erst einmal Klarheit darüber herrschen, daß eine Fortsetzung des Kampfes für eine Seite völlig aussichtslos ist.
Hierzu ein Link zu einer Präsentation, die verdeutlicht, daß wir uns von allen Epochen in derjenigen befinden, in welcher eine Kritik an den Maßnahmen von Sicherheitskräfen am allerwenigsten Sinn macht:
http://www.ted.com/talks/lang/eng/steven...f_violence.html
Sun Deluge
Hallo
Nun, ich weis nicht gegen was Menschen überhaupt kämpfen, anscheinend "Friendly Fire" unseren Artgenossen gegenüber aus Schwund im Denken und aus Verfolgungswahn

Kalter Krieg: "was hat der andere vor" und "ich muss ihm immer einen Schritt voraus sein um mich verteidigen zu können". Sich das einzureden und so hochzuschaukeln ist nicht wirklich sehr schlau. Und was will der Mensch mit Macht? Er ist genau so sterblich wie jeder andere, man wird auch nichts mit nehmen können um sich den Tod noch weiter zu "versüssen" - egal ob im Smoking oder in Lumpen, der Tod ist die einzige Gerechtigkeit was zu Lebzeiten nie gelten wird wenn "Gerechtigkeit" überhaupt als Denken einheitlich interpretiert wird. Wenn man mit dem eigenen Leben selber nicht zufrieden ist, kann man sich 'nen Strick nehmen und das Leiden ist auf einige Jahre begrenzt anstatt andere mit in den individuellen Dreck&Schwund zu ziehen - froh bin ich wenn ich nicht mehr in den dekadenten Fittichen anderer Menschen wäre und mich diesem "System" entziehen könnte.
Das Problem sehe ich in den Grenzen der Länder ("Herrschaftsgebiete", Verteidigung dieser Ländergrenzen und Systeme, Splittung innerhalb für immer mehr untergeordnete Herrscher, Mauern aufzubauen um sich mithilfe der Vorurteile abzuschotten und weiter zu entfernen anstatt sich näher zu kommen und zu verstehen um aufkommende Konflikte zu beseitigen) und in den Vorurteilen anderen Menschen gegenüber. Der Mensch, er lebt nicht besonders lange, muss sich den Schädel selber durch seltsame Eigenschaften im primitiven Verhalten einschlagen, was bringt das? Das wir schneller an gottes Seite kommen können und uns noch darauf verlassen?
Die Grenzen wollen einfach nicht aufgelöst werden weil das an so viele lächerliche Interessen scheitern würde. Doch wenn man erst einmal über seltsame und fremde Kopfgeburten stolpert, erkennt man den wahren Hintergrund, die Lächerlichkeit und das unbewusste Handeln dieser vielen nichtigen Individuen. Nicht so zivilisiert wie man sich das selber einredet, nein, sehr sehr weit davon entfernt.
Gruss
Finn
ewig
| Zitat: |
Original von Sun Deluge
Nicht so zivilisiert wie man sich das selber einredet, nein, sehr sehr weit davon entfernt. |
Ganz im Gegenteil: Gerade Krieg, das Gegeneinanderaufstellen von Massen an Lebewesen für irgendwelche abstrakten Zwecke ist einer der Inbegriffe von Zivilisation!
Sun Deluge
Hallo ewig
| Zitat: |
| Gerade Krieg, das Gegeneinanderaufstellen von Massen an Lebewesen für irgendwelche abstrakten Zwecke ist einer der Inbegriffe von Zivilisation! |
Wenn Du das meinst. Dann lass uns mal abstrakte pseudo Zwecke durch legalisierten Mord verbreiten, wird bestimmt gut ankommen. Ich ziehe nicht aufs Schlachtfeld weil mir das zu blöd wäre, aber wenn es einen Dritten Weltkrieg gäbe, dann nur per Knöpfchen und Joystick. Ideologien und "Gegeneinanderaufstellen" sind sowieso fürn A.sch.
Gruss
Finn
schlinge
Es sind alle Bösen, die totgemacht werden müssen. Ob wir es wollen oder nicht ist irrelevant. Später heut geht man zum Psyhosessel und alles wieder gut.Die Bösen, die wollen uns was wegnehmen und das ist nicht akzeptabel.
Sun Deluge
Hallo schlinge
| Zitat: |
| Es sind alle Bösen, die totgemacht werden müssen. |
Wer weis von welchen Menschen Du als böse interpretiert wirst, die könnten das gleiche behaupten. Böses existiert in Deiner Lage nur für Dich und Du redest Dir ein. Das mit dem "gut" und "böse" ermüdet mich langsam weil es nichts von beiden gibt. Alle Handlungen sind objektiv banal und neutral, Du in Deiner Situation kannst eine solche Handlung als böse bewerten (gerechtfertigt) wenn Du betroffen bist. Da ich die Menschheit als allgemein böse interpretiere, müsste ich behaupten das alle bösen Menschen (die jenigen die zu meiner Moral nicht passen würden) totgemacht werden müssten was totaler Quatsch wäre, angesichts der Beschreibung dieser Gefühle die nichts mit Sachlichkeit zu tun haben, das mit dem bösen kann für andere zwar undeutig interpretiert werden so dass ich aus (für andere Individuen) schlechten Taten gute interpretieren könnte und umgekehrt. Der "Teufel" kann selber erschaffen werden indem er als erdachte Mülltonne für schlechte Gefühle herhalten muss. Aber was kann die Handlung zu der Interpretation die sie ins böse rückt? Natürlich gibt es auch für mich "böse" Handlungen die ich lieber meiden möchte aber objektiv gesehen weis ich über die Banalität bescheid. Das Subjekt kann auch böse sein, also die Gedanken aber die Handlung die aus diesen Gedanken begangen werden sind erst einmal unbeachtet neutral und mit einem anderen Subjekt wird die Tat in Gefühle konvertiert.
Beachten wollte ich in diesem Thema die Moral, die Gesetze und die Meinungen anderer um sie zu vertiefen und sie mit der Wurzel aus dem Acker zu ziehen.
Gruss
Finn
ewig
| Zitat: |
Original von Sun Deluge
Beachten wollte ich in diesem Thema die Moral, die Gesetze und die Meinungen anderer um sie zu vertiefen und sie mit der Wurzel aus dem Acker zu ziehen. |
Die Wurzel ist es, daß ich nach
meinen Vorstellungen leben möchte und daß Du nach
Deinen Vorstellungen leben möchtest, jedoch nicht immer
Deine Vorstellungen mit den
meinen vollständig miteinander vereinbar sein werden. Viel Erfolg beim Ausreißen dieser Wurzel!
Sun Deluge
Hallo ewig
Und das muss durch Krieg ausgetragen werden? Das ist schön lächerlich. Den Hintergrund habe ich schon durchleuchtet, aber sie umzusetzen ist die andere Sache, unmöglich erscheint sie wegen vieler Interessen um die ich mich jetzt nicht streiten will.
Gruss
Finn
ewig
| Zitat: |
Original von Sun Deluge
Und das muss durch Krieg ausgetragen werden? Das ist schön lächerlich. |
Niemand spricht von müssen, aber es kann sich eben bis dorthin steigern. Jedenfalls habe ich als Soldat auf dem "Schlachtfeld" das Recht, Personen der Gegenseite, bei denen ich davon ausgehen muß, daß sie mich ihrerseits als gefährlichen Gegner einstufen, unter Feuer zu nehmen, denn wenn die anderen schneller sind, bn ich womöglich tot. Selbst wenn meine Befehle anders lauten würden, nähme ich mir dieses Recht ganz einfach heraus, wenn ich die Situation als lebensgefährlich beurteilen würde und die Möglichkeit eines Ausweichen als unmöglich. Wie formulierte es Brecht?
„Ihr Herren, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
und Sünd und Misstat vermeiden kann.
Zuerst müsst ihr uns was zu fressen geben.
Dann könnt ihr reden; damit fängt es an.
Ihr, die ihr euren Wanst und unsre Bravheit liebt
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“
Das gleiche gilt wohl für alle Formen der Existenz-Sicherung.
Der Soldat hat ohnehin noch ein ganz anderes Problem: Er muß eigentlich die Befehle befolgen, die ihm gegeben werden und sich dabei darauf verlassen, daß die Oberen ihn nicht für unschickliche Zwecke mißbrauchen, denn erklärt werden diese Befehle selten weiter als es für den fraglichen Truppenteil zur Erfüllung seiner Teilaufgabe notwendig ist, weil die Zeit für mehr nicht ausreicht (insbesondere nicht für Hinterfragungen von beschlossenen Operationen, die aber von derartigen Erklärungen noch provoziert werden könnten).
Sun Deluge
@ ewig
Ach, das ist alles einfacher als man glaubt, nur das umsetzen wollen viele nicht verstehen und bei der Gier fängt es schon an selber nicht verstanden zu werden. Andere zu überzeugen das der allgemeine Reichtum nicht viel bringt und normalerweise nur das Existenzielle wirklich notwendig ist, andere wollen das nicht verstehen und beharren auf ihren Reichtum der ihnen nichts bringen wird, noch nicht einmal Unsterblichkeit. Zanken und Kloppen ist doch nicht zivilisiert, das kannst Du mir nicht erzählen das die Urinstinkte nicht primitiv wären und auch bei Tieren vorzufinden ist, nein, anders. Und dieses hineinsteigern in gegenseitige Systemvernichtungen um das eigene am leben zu halten obwohl das Ich nur auf sich selber beschränkt und vergänglich ist und einfach nur fressen und ficken will.
Gruss
Finn
ewig
Falls ich Deinen letzten Beitrag verstanden habe, befürchte ich, daß Du meinen letzten Beitrag nicht verstanden hast.
Sun Deluge
@ ewig
Ich habe doch geschrieben dass ich das Problem an der Wurzel anpacken will, das Schlachtfeld ist einfach nur das oberflächliche Scheitern der verfügbaren Möglichkeiten weil die Gründe zwischen den Parteien nicht wirklich ausdiskutiert werden, die Aufmerksamkeit Aussenstehender immer viel zu sehr auf das Eskalieren beschränkt ist.
Gruss
Finn
Archibald
@ Sun:
Tja, die Gesellschaft ist halt von Widersprüchen geprägt!
Du hast deine verbrieften Rechte im Bezug auf Dies und Jenes, aber, das alles ist repräsentatives Zeug, in der Praxis zählt halt aber nur die Praxis!
niefre44
sun deluge.du übersiehst in der realität etwa wohl was.den würde es keinen krieg oder keine millitär zur abwehr geben,dann würde der sadismus und die unterdrückung auf hochtouren leben.nehme beispiel tibet.ausserdem schau dir den zusammenhalt in einer nation mal an wenn sie einen bestimmten krieg ziehen.das ist nicht zu vergleichen mit unserem jetzigen egoismus.ausserdem gebe ich einer anderen nation die chance mich zu besiegen um ,vielleicht mein land wegen einer hungerkrise zu retten.man könnte auch eine andere nation die kein millitär hat auslöschen,was wohl feiger wäre.nehme beispiel überbevölkerung ,und das die menschenzahl jährlich um 80 mio. anwächst.das ist leider pech für einen moralischen menschen,ddas die erde begrenzt ist.
Praktiker
Mord ist die gemeinschaftlich sanktionierte, strafrechtlich bewehrte Untat.
Krieg ist die gemeinschaftlich beschlossene und durchgeführte Großtat.
Joker
Guter Song, sagt auch viel aus über das diskutierte Thema.
Gruss Joker
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