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Original von Neo
Das gilt nur für die natürlichen Zahlen. Sie sind ja nichts anderes als Ausdruckssymbol für konkret vorhandene Dinge.
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wo hast du denn
das gelesen?
nenn mal ein beispiel für ein konkret vorhandenes ding das mit 13 symbolisiert wird.
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Bei den komplexen und schon bei den rationalen Zahlen wäre ich mir hingegen gar nicht mehr so sicher , ob sie einer konkreten Gesetzmäßigkeit (i.S. der Repräsentanz konkreter Ereignisse) unterliegen oder ob sie nicht vielmehr rein synthetische Urteile sind. |
synthetisch als gegensatz zu konkret? und wo hast du das gelesen?
mathematische strukturen oder entitäten repräsentieren immer nur insoweit irgendwas anderes als du es diesem regelhaft zuordnest. und nie in einem anderen sinne. eine gewissermassen natürliche repräsentanz gibt es nicht. was sollte das auch sein, bzw wie wollte man sich das auch vorstellen.
natürlich kann man rationale zahlen genauso auf konkretes anwenden wie natürliche. schliesslich ist ein halber kuchen nicht wirklich etwas ausser der welt liegendes. selbst irrationale zahlen sind doch recht anschaulich zum beispiel als diagonale im quadrat. und selbst pi ist als verhältnis von durchmesser und umfang nicht wirklich unanschaulich. komplexe zahlen sind zugegebenermassen etwas unanschaulicher, werden aber natürlich genauso zur beschreibung realer strukturen benutzt wie andere zahlen auch und unterscheiden sich in dieser hinsicht nicht.
zahlen unterliegen immer den gesetzmässigkeiten denen man sie unterwirft.
genau darin liegt auch das problem mit den synthetisch apriorischen urteilen. dass fünf plus sieben zwölf ergibt ist eben nur dann apriorisch, wenn ich ein sicheres system habe, in dem das entscheidbar ist. dieses system muss natürlich in irgendeinem sinn alle beteiligten zahlen irgendwie vorwegnehmend behandeln und insofern sind die ergebnisse, in genau dem sinn in dem die ergebnisse apriorisch als richtig erkannt werden können, schon vorweggenommen. das tut dem charakter der konkreten konstruktion keinen abbruch, liegt doch die sicherheit im system des konstruierens...und darin liegt eben auch die vorweggenommenheit aller möglichen zahlen eines eingeführten zahlenbereichs.
das problem mit der einteilung in synthetisch und analytisch nach dem sinngehalt der wörter liegt erstens darin, dass, bis auf wenige ausnahmefälle, bei vielen wörtern gar nicht klar ist, was sie denn nun enthalten und was nicht. und, dass kein wort eine bedeutung für sich selbst besitzen kann. der bedeutunggebende rahmen ist eben entscheidend und konstruiert man eben tatsächlich nichts neues mit den sätzen über das dreieck in dem sinn, als die sicherheit mit der man diese sätze weissen kann aus dem strengen begriffssystem herrührt und dieses dem dreieck seine bedeutung gibt und nicht nur, was man sich naiverweise unter einem dreieck mal eben so vorstellen würde. niemand würde im begriff des dreiecks den satz des pythagoras sehen...was ja auch der grund ist, warum man dafür einen beweis fordert, auch gegenüber sich selbst. aber der beweis ist letztlich nur eine analyse des begriffs des dreiecks
im begriffssystem der geometrie, nicht natürlich im sinne eines naiven begriffs bzw einer naiven anschauung vom dreieck. aber das apriorische gründet sich eben ebenfalls ausschlieslich auf das strenge begriffssystem. so mag man solche sätze also synthetisch apriorisch nennen. sie sind aber nicht in dem rahmen synthetisch in dem sie apriorisch sind und umgekehrt. denn eine konstruktion die im grunde durch eine mechanische ableitung aus einem axiomatischen begriffssystem ersetzt werdne kann ist eben im kern keine synthese in diesem sinn.
für zahlen würde ich gleiches behaupten.
in dem sinn, in dem 5+7=12 synthetisch ist ist natürlich auch 24-18=6 synthetisch. konstruktion ist ja nicht zu verwechseln mit einer addition, überhaupt kann man das ja auch jeweils ins andere umschreiben, der charakter des satzes darf sich dabei ja nicht ändern.
wenn man ein ergebnis berechnet, das einem vorher nicht bekannt war (der ganze sinn der angelegenheit), dann erfährt man natürlich etwas neues, weiss hinterher mehr als vorher. aber es liegt eben in der natur des rechenvorgangs, dass in keinem schritt etwas neues hinzugefühgt wird das nicht schon implizit vorher dagewesen wäre. anders wäre die gültigkeit des ergebnisses ja nicht garantierbar. der wahrheiterhaltung folgt ja gerade aus der sicherheit mit keinem schritt etwas anderes getan zu haben als eine korrekt regelhafte inhaltlich nichts verändernde zeichenverschiebung. insofern ist da eben nichts neues.
die einteilung in synthetisch/analytisch und apriori/aposteriori scheint da nicht besonders weit zu tragen.
gruss