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Original von FLorian K.
Das Postulat "Alles - 1 = 0" ist nicht nur willkürlich und esoterisch, sondern auch logisch fehlerhaft.
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Original von Telltale
Wo hast Du denn dieses "Postulat" gelesen?
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In Deiner Signatur zum Beispiel
"Alles minus Eins wird Null." |
Tja Florian, ich nehme an, Mr. Green hat zu bedeuten, dass Du meinst, mich hier bei einem Widerspruch ertappt zu haben. Aber ich sage dazu nur dies:
Wenn Du der Meinung bist,
"Alles minus Eins wird Null" und
"Alles minus Eins ist Null" sagen dasselbe aus, so hast Du wirklich ein ernstes Problem.
Ist aber OK, denn ich gebe zu, dass der Unterschied zwischen
Sein und
Werden nicht für jeden sofort offensichtlich ist.
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Original von FLorian K.
Ich sehe hier schon Einwände kommen von wegen "was hat der Objektbegriff mit dem Thema zu tun?" |
Damit Du nicht als untalentierter Prophet dastehst:
Was zum Teufel hat denn der Objektbegriff mit dem Thema zu tun?
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Original von FLorian K.
Kann denn ein Urteil überhaupt apriorisch sein? |
Und noch dazu ein synthetisches.
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Original von FLorian K.
Ist nicht überhaupt der Pozess des Urteilens selbst aposteriorisch? |
Das sollte man annehmen.
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Original von FLorian K.
Man könnte ja weiterfragen: "Warum kommt es dem 12-Zylinder-Motor nicht zu, nur 10 Zylinder zu haben?" |
Da könnte man antworten: Einen Motor mit 10 Zylindern einen "12-Zylinder-Motor" zu nennen, ist ein Begriffsirrtum.
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Original von FLorian K.
Wenn das die Basis ist auf der philosophische Lehrbücher heute arbeiten, dann wundere ich mich über vieles nicht mehr. |
Glaube ich Dir sofort.
Aber jetzt kommts endlich:
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Original von FLorian K.
Jeglicher Sprachgebrauch ist zwangsläufig Abstraktion. |
Vollkommen korrekt.
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Original von FLorian K.
Auch jede mathematische Begrifflichkeit ist Abstraktion. |
Vollkommen korrekt.
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Original von FLorian K.
Außerdem ist jede Art von Urteil bereits eine Abstraktion! |
Vollkommen korrekt.
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Original von FLorian K.
Wenn wir also die Abstraktion vollkommen ausschließen wird auch jede philosophische Diskussion überflüssig. |
Sogar unmöglich!
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Original von FLorian K.
Sonst könnte ich die ganze Diskussion über analytische und synthetische Urteile einfach als Scheinproblem bezeichnen, mich ausklinken und noch ne Runde World of Warcraft zocken. |
Na klar. Du könntest aber auch einfach die "World of Warcraft" als Scheinwelt bezeichnen und dann auch das sein lassen.
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Original von FLorian K.
Wenn wir uns aber den Spass machen und einen Objektbegriff aufstellen und dieses Objekt dann als "in der Natur vorhanden" definieren, dann müssten mit dem Objekt doch auch seine charakteristischen Eigenschaften "in der Natur vorhanden sein". |
Sehr gutes Argument.
Denn man könnte den Spass dabei noch vergrößern, indem man fragt, ob die "Charakteristischen Eigenschaften eines Objekts" und das "Objekt, dessen Eigenschaften sie sind" nicht vielleicht sogar identisch sind.
Wer weiß? Unter Umständen ist ja ein Apfel und das woraus er besteht ein und dasselbe.
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Original von FLorian K.
Fraglich ist dabei aber, ob es nicht bereits "a posteriori" ist, überhaupt darauf zu schließen, dass es etwas "a priori" gibt. |
Aber diese Frage hast Du doch schon selbst beantwortet, als Du sagtest, sämtliche Urteile seien abstrahiert. Und da der Abstraktion von Etwas, dieses Etwas zwangsläufig vorangehen muß und zwar als dessen notwendige Bedingung, so müßte auch das Urteil, es gäbe etwas, das a priori sei, a posteriori gewonnen werden.
Nun hat Kant jedoch die Bedingungen dafür, dass etwas geschlußfolgert werden kann, a priori verortet, wodurch der Widerspruch entsteht, dass das, was er schlußfolgert unmöglich eingesehen werden kann, weil die Bedingung für diese Schlußfolgerung das Ziel der Schlußfolgerung bzw. der Schluß selbst ist.
Das hat Hegel ebenso zu recht kritisiert, wie es erstaunlich ist, dass es Kant selbst nicht aufgefallen sein soll. Merkwürdig.
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Original von FLorian K.
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Original von Telltale
1 = 1. Das steht fest.
2 dagegen entsteht aus der Operation: 1 + 1. Muß also erst mal werden.
Und diese Operation benötigt ein zur Abstraktion fähiges Wesen, ist also auch nur abstrahierte Natur. |
Aber das ist schlicht falsch. Auch 1=1 ist bereits eine Abstraktion. Um Dinge gleichsetzen zu können muss man abstrahieren. |
Verstehe schon. Ich probiere es mal anders:
Die
Operation 1=1 ist eine Abstraktion. Das
Ding "Apfel" ist keine Abstraktion, sondern hängt am Baum.
Die
Operation 13=13 ist eine Abstraktion. Das
Ding "13 Äpfel" gibt es nicht, denn "13 Äpfel" ist eine Abstraktion.
Ist leicht zu verstehen, oder?
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Original von FLorian K.
In diesem Sinne sollten meine Aussagen zur Teilbarkeit der 1 lediglich die Absurdität des von Dir vertretenen Objektbegriffes darstellen. |
Dann bist also sicher, dass es sich dabei um eine Absurdität handelt?
Ich meine, Du bist sicher, dass Du diesen Begriff so vollständig durchdacht hast, dass Du ihn als absurd entlarven kannst?
Vielleicht solltest Du das ja, nachdem Du den folgenden Absatz gelesen hast, nochmal durchdenken.
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Original von FLorian K.
Wenn etwas das kleinste mögliche Teilchen ist, könnte es nicht geteilt werden, da ja nach Definition das Kleinstmögliche nicht mehr kleiner werden kann. Es könnte aber auch nicht eins sein, da eins ja bekanntlich teilbar ist. |
Ein Ding - ganz egal, wie klein es ist - bleibt ein Ding, womit feststeht, dass es eine Ausdehnung im Raum hat. Wäre das nicht der Fall, könnte man nicht von einem Ding sprechen - also auch nicht davon, dass es klein bzw. das kleinste ist. Hat es also eine Ausdehnung, so ist es teilbar.
Es gibt keine Definition, die diesen Umstand ändert. Jedenfalls keine sinnvolle.
Soll also jene "Eins", die in meiner Signatur steht, diesem Umstand nicht ausgesetzt sein, um nicht beliebig zu werden, so muß ich ihr lediglich absprechen, ausgedehnt zu sein.
Täte ich das nun einfach nur weil es mir gut gefällt, hättest Du mit Deiner Behauptung recht, dass es willkürlich und meinetwegen auch esoterisch wäre. Daher geschieht es natürlich auch nicht aus diesem Grund, sondern deshalb, weil etwas unveränderliches, zeit- und ausdehnungsloses eine Denknotwendigkeit ist, die sich aus dem Umstand begründet, dass keinesfalls irgendetwas aus "Nichts" entstehen kann.
Ein "Sein" nun (denn genau dafür steht diese EINS), welchem ich Bewegung, Veränderung - Entstehen und Vergehen zubilligte, müßte demnach aus Nichts entstanden sein und zu Nichts werden.
Dieser Gedanke ist es, der völlig absurd ist.
Deshalb hat die 1, die ich dem Objekt 1 Apfel zuschreibe, nicht das geringste mit der 1 zu tun, die in meiner Signatur steht. Denn erstere ist operabler Natur und letztere steht für "Ausschließlich Eins", womit sie lediglich beschreibt, dass es nur Sein geben kann und kein Nichts.
Zu etwas anderem ist sie nicht nütze.
Was jetzt mein Beharren darauf betrifft, dass bei der Abstraktion 13 Äpfel nicht vergessen werden darf, dass es sich dabei um 13 x 1 Apfel handelt, so hat es lediglich zu bedeuten, dass sich jene "Ausschließlich Eins", die das Sein selbst ist, natürlich in allem Seiendem, welches ja nur durch diese "AE" existieren kann, niederschlagen muß.
Und somit verweist dieses Beharren also nur darauf, dass unsere Abstraktion wie z.B. "Regiment" nicht für ein natürliches Objekt gehalten werden darf, wenn man sich der Hoffnung nicht begeben will, irgendwas über die Natur herauszufinden.
Wer nun versucht, zweifelsfrei nachzuweisen, dass es synthetische Urteile a priori in der Mathematik gibt, der erklärt weder oder streift auch nur ein natürliches Phänomen sondern er unternimmt den Versuch, nachzuweisen, dass unsere Abstraktion auf das verzichten kann, wovon abstrahiert wird. Aus diesem Grund wird ein solcher Nachweis auch nicht gelingen und aus diesem Grund erinnere ich stets daran, dass eine Abstraktionskette, die nicht auf das rückführbar ist, wovon abstrahiert wird, über unsere Welt gar nichts aussagt, sondern eine künstliche "World of Warcraft" schafft und diese dann für die wirkliche Welt ausgibt, weil die abstrahierten Argumente, die sich auf die abstrahierten Definitionen stützen, welche aus abstrahierten Axiomen gewonnen wurden, eben dafür sprechen.
Deshalb wagt man uns wunderliche Dinge als wirklich zu verkaufen, wie etwa "Blasenwelten", "Multiversen" oder "Urteile a priori".
Alles klar soweit?
Gruß
Telltale