Heiligt der Zweck die Mittel?

phobosoph
Hey Leute smile

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Meiner Meinung nach ist das nicht der Fall. Was habt ihr für Ansichten zu dem Thema, könnt ihr mir vielleicht Literatur darüber empfehlen?

Ich habe unter anderem 3 Gedankengänge zu dem Thema gehabt.

Erstens: Wenn man ein System von moralischen Glaubenssätzen hat, und einer dieser Glaubenssätze lautet, dass der Zweck die Mittel heiligt, dann ist das gesamte System hinfällig, denn dieser Glaubenssatz erlaubt einem dann ja, gegebenenfalls sämtliche anderen Glaubenssätze über den Haufen zu werfen. Liege ich da richtig? Wie denkt ihr darüber?

Zweitens: Wenn man nun davon ausgeht, dass der Zweck tatsächlich nicht die Mittel heiligt, wie lässt sich dann damit soetwas wie Notwehr rechtfertigen? Wenn man glaubt 1. Gewalt ist schlecht und 2. Der Zweck heiligt die Mittel nicht, wie kann man es dann mit sich vereinbaren, sich mit Gewalt zu verteidigen, wenn man angegriffen wird? Meine Erklärung lautet momentan, dass man nicht sagt "Gewalt ist schlecht", sondern "Angreifen ist schlecht", und sich deshalb noch verteidigen darf. Die Unterteilung in angreifen und verteidigen erscheint mir jedoch ein wenig 'künstlich' zu sein, sodass ich damit nicht wirklich zufrieden bin. Habt ihr noch eine andere Rechtfertigung parat?

Drittens: Gehen wir mal von einer fiktiven gut/schlecht Skala aus. Sagen wir mal, die Skala geht von -1000 zu +1000, und -1000 ist moralisch extrem verwerflich, +1000 ist moralisch sehr gut. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt, würde das ja bedeuten, dass man keine Tat begehen darf, die auf dieser Skala den Wert -1 hat, und zwar selbst dann nicht, wenn sie zu einem Ergebnis führt, das den Wert +1000 hat. Wie denkt ihr darüber? Irgendwie fühlt sich das Ganze intuitiv nicht richtig an. Letztendlich sorgt in einem solchen Fall eine Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-nicht-Philosophie dafür, dass viele gute Dinge nicht zu Stande kommen. Wäre es vielleicht sinnvoll/moralisch besser, die moralischen Werte von Tat und Ergebnis nicht getrennt zu betrachten, so wie ich es eben getan habe, und somit Taten als moralisch verwerflich zu betrachten, wenn entweder Tat oder Ergebnis eine negative Wertigkeit besitzen, sondern stattdessen den absoluten Wert in Augenschein zu nehmen (in diesem Fall also -1+1000=+999), und eine Tat als moralisch akzeptabel zu bezeichnen, wenn die "moralische Summe" von Tat und Ergebnis 0 oder positiv ist? Überhaupt, wie sollte man das Ergebnis 0 werten?

Danke schonmal im Voraus für eure Antworten smile
ewig
Der Zeck heiligt nicht alle Mittel, aber für ein bedeutenderes Desiderat lassen sich vor der Allgemeinheit kleinere Übertretungen des allgemein erwünschten häufig hinreichend rechtfertigen, so etwa die Bombardierung der Serben durch die Nato, um die Massaker und den Bürgerkrieg in Jugoslawien zu beenden. In aller Regel ist dabei allerdings nur dasjenige Maß an minder legitimen Mitteln zu rechtfertigen, das als erforderlich angesehen wird, was bedeutet, daß alle legitimeren Mittel bereits durchprobiert wurden oder gerade nicht mehr greifen. So hat man sich im Vorfeld der Bombardements ausreichend lange um diplomatische Lösungen bemüht, bis man einsehen mußte, daß man damit bloß den Hinhaltetaktiken der Serben aufsaß.
Partygänger
gruebel Ich dachte immer mittel und zweck sollten eins werden und 1 sein!?
phobosoph
@ewig:blloß weil 'die Allgemeinheit' etwas akzeptiert, muss es ja noch lange nicht richtig sein. Und wo ist in diesem Fall die Grenze zu ziehen? Wann ist eine "kleinere Übertretung" akzeptabel, und ab wann ist sie zu groß?

@Partygänger: Wieso sollte dem so sein? Diese Sichtweise ist doch inzwischen nicht mehr sonderlich verbreitet, oder täusche ich mich da?

Bitte mal jemand Stellung nehmen zu meinen 3 Anmerkungen oben smile
Loma
Zitat:
Original von ewig
Der Zeck heiligt nicht alle Mittel,...

Großes sorry für's offtopic, aber dieser Tippfehler hat mir gerade den Tag gerettet. Gut ! LoL

Liebe Grüße
ewig
Zitat:
Original von phobosoph
@ewig:blloß weil 'die Allgemeinheit' etwas akzeptiert, muss es ja noch lange nicht richtig sein.

Wie bestimmt man denn Deiner Ansicht nach, was "richtig" ist?

Zitat:
Und wo ist in diesem Fall die Grenze zu ziehen? Wann ist eine "kleinere Übertretung" akzeptabel, und ab wann ist sie zu groß?

Die Grenzen werden durch die Vermittelbarkeit der Maßnahmen bestimmt. Wenn Dir kein Weg einfällt, eine bestimmte Übertretung so zu rechtfertigen, daß Dir Dein Umfeld nicht Treu und Glauben entzieht, dann ist es wahrscheinlich schlau, sie zu unterlassen. Es gibt im Übrigen Maßnahmen, die desavoieren ganz und gar ihren Zweck. So ist z.B. jede Form von Terrorismus politisch gesehen äußerst dumm, da man sich und seinem Ziel dadurch jede Menge Sympathien verspielt und sich alle möglichen Türen dadurch für immer schließen.

Zitat:
Bitte mal jemand Stellung nehmen zu meinen 3 Anmerkungen oben smile

1. Nicht alle; bestenfalls alle bis auf eines, da die Zweckmittelheiligung wohl kaum einen Selbstzweck darstellen kann.

2. Vielleicht ist ja "Gewalt ist schlecht." kein besonders hochwertiger Leitsatz oder ein unvollständiger. Beim Holzhacken brauche ich ja auch Gewalt.

@Loma: Immer gern. ;>
Partygänger
Freude hallo phobotrob!! der weg ist das ziel oder moderner ausgedrückt dieter bohlen macht musik zum glücklichlich werden, weil wir es sowieso schon sind. yepp!!!
Reinhard
Ist doch letztlich ein und dasselbe. Mittel sind doch nur der indirekte Weg zum Zweck, wie können sie da von sich selbst geheiligt werden? Wenn ich durstig bin, dann trinke ich sofort, wenn mein Glas vor mir steht. Steht kein Glas vor mir und ich muss mir erst was aus der Küche holen, wird dann mein Weg dorthin durch meinen Durst geheiligt? Manche Leute kommen schon auf einen Blödsinn und nur um ihre eigenen Schandtaten dadurch zu rechtfertigen und andere nehmen es ihnen auch noch ab. Famos.
Sun Deluge
Es ist nicht schön wenn man jemanden als Mittel benutzt, um an den Zweck zu kommen - das Mittel wäre in diesen Fall personenbezogen.
Euklids_Lümmel
Zitat:
Original von phobosoph
Hey Leute smile

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Meiner Meinung nach ist das nicht der Fall. Was habt ihr für Ansichten zu dem Thema, könnt ihr mir vielleicht Literatur darüber empfehlen?


Ich bin der Meinung, dass der Zweck die Mittel heiligen kann. Ein Zweck steht sogar in meiner Signatur. Zwinker

Zitat:
Erstens: Wenn man ein System von moralischen Glaubenssätzen hat, und einer dieser Glaubenssätze lautet, dass der Zweck die Mittel heiligt, dann ist das gesamte System hinfällig, denn dieser Glaubenssatz erlaubt einem dann ja, gegebenenfalls sämtliche anderen Glaubenssätze über den Haufen zu werfen. Liege ich da richtig? Wie denkt ihr darüber?


Das System wird nicht gleich hinfällig, wenn der Zweck die Mittel heiligen kann. Das Wertesystem ist in einigen Situationen dann nur nicht anwendbar. Ansonsten aber eben schon. Beispiel: ich darf niemanden verletzen. Aber in einer Notwehrsituation kann diese Handlung durchaus gerechtfertigt sein. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Gültigkeit der Regel: Niemanden in seiner körperlichen Integrität verletzen.

Es kommt auf die jeweilige Situation an.

Zitat:
Zweitens: Wenn man nun davon ausgeht, dass der Zweck tatsächlich nicht die Mittel heiligt, wie lässt sich dann damit soetwas wie Notwehr rechtfertigen? Wenn man glaubt 1. Gewalt ist schlecht und 2. Der Zweck heiligt die Mittel nicht, wie kann man es dann mit sich vereinbaren, sich mit Gewalt zu verteidigen, wenn man angegriffen wird? Meine Erklärung lautet momentan, dass man nicht sagt "Gewalt ist schlecht", sondern "Angreifen ist schlecht", und sich deshalb noch verteidigen darf. Die Unterteilung in angreifen und verteidigen erscheint mir jedoch ein wenig 'künstlich' zu sein, sodass ich damit nicht wirklich zufrieden bin. Habt ihr noch eine andere Rechtfertigung parat?


"Dinge" können sowohl negativ als auch positiv verwendet werden. So ist etwa der Begriff der Drohung ja negativ besetzt. Aber eine Drohung kann Menschen, die nicht gewillt sind, sich den allgemein anerkannten Spielregeln von Moral und Gerechtigkeit gemäß zu verhalten, dennoch zu deren Einhaltung veranlassen. Sie sorgt in diesem Kontext also für positive Wirkungen.

Es kommt somit darauf an, wofür man ein bestimmtes Instrument benutzt: Gewalt zwecks Belustigung am Leiden anderer einzusetzen, wie es vor kurzem in München passiert ist, ist etwas anderes, als jemanden beispielsweise gewaltsam daran zu hindern, einem Kind das Leben zu nehmen. Es ist eben der Zweck, der das Mittel heiligt.


Zitat:
Drittens: Gehen wir mal von einer fiktiven gut/schlecht Skala aus. Sagen wir mal, die Skala geht von -1000 zu +1000, und -1000 ist moralisch extrem verwerflich, +1000 ist moralisch sehr gut. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt, würde das ja bedeuten, dass man keine Tat begehen darf, die auf dieser Skala den Wert -1 hat, und zwar selbst dann nicht, wenn sie zu einem Ergebnis führt, das den Wert +1000 hat. Wie denkt ihr darüber? Irgendwie fühlt sich das Ganze intuitiv nicht richtig an.


Es fühlt sich intuitiv nicht richtig an, genau. Und das ist schon ein wichtiger Gradmessser.

Zwecke, die die Mittel heiligen, sind jedenfalls die ganz elementaren Dinge, ganz besonders der Zweck der Selbsterhaltung, aber auch der weite Begriff der Würde und Ehre. Nicht umsonst ist die Verletzung dieser Dinge ja auch unter Strafe gestellt worden, es handelt sich hier also um ganz legitime Bedürfnisse eines jeden Menschen. Werden diese Grundbedürfnisse fundamental bedroht, kann es in meinen Augen nicht unmoralisch sein, sich Mittel zu bedienen, die ansonsten nicht erlaubt sind, um sich der Gefahr zu entledigen. Denn sittliche Anforderungen gelten nur, wenn man es sich auch "leisten" kann, sie einzuhalten bzw. solange ihre Befolgung die Wahrung der obig genannten Dinge nicht gefährdet - und man sie von daher auch befolgen muss.

Google mal nach dem Brett des Karneades. Das ist so eine klassische Situation, in der Dinge angewendet werden dürfen, die ansonsten nicht gingen.


Es ist nur schwer, im einzelnen festzustellen bzw. festlegen zu wollen, welcher Zweck denn nun welches Mittel heiligen kann. Ich denke, nur bei ganz fundamentalen Lagen kann hier so etwas wie Sicherheit erlangt werden. So wird kulturübergreifend jeder Mensch Zustimmung äußern, dass es "böse" ist, Menschen etwa aus purer Lust am Demütigen zu verfolgen, zu quälen oder gar zu ermorden, so dass hier der Zweck in Form der Beendigung einer solchen Gefahrensituation ein angemessenes und geeignetes Mittel "heiligen" - oder besser gesagt, rechtfertigen muss.

Ansonsten ist es wie mit der Heisenbergschen Unschärfeformel: in den Grenzbereichen werden die Dinge immer unklar bleiben, eine letztgültige Lösung wird es nicht geben: So kann man etwa nur bis zu einem gewissen Grad einigermaßen sicher sagen, was denn nun etwa "das Böse" oder das Schlechte ist; wenn es nämlich nahezu jeder bei der Präsentation einer bestimmten Situation als solches empfindet. Siehe mein soeben gebrachtes Beispiel.

In Grenzbereichen bleibt es - für immer? - ganz besonders eine Frage der persönlichen Intepretation und Reflektion. Man muss da auch auf sein Gefühl hören können, jedenfalls warnt es einen ganz gut, wenn man etwa in Gefahr ist. Ich denke, das kennt jeder...

Alles weitere ergibt sich. Und sei es, dass der Zweck die Mittel heiligt. Zwinker

Es geht eben manchmal nicht gütlich. Deswegen sind Kriege ja auch schon so alt wie die Menschheit. Sie wurden aus den unterschiedlichsten Gründen heraus geführt. Und so sind zum Beispiel gewalttätige Verteidigungshandlungen gegenüber Aggressoren wie etwa Adolf Hitler eben legitim, wenn man mit "Appeasement-Politik" nicht weiterkommt.
Euklids_Lümmel
Ich möchte es zusammenfassend so ausdrücken: ich finde es grundsätzlich "richtig" und nicht etwa "unmoralisch", die Einhaltung moralischer Spielregeln mit Mitteln zu verteidigen, die diesem moralischen Wertesystem an sich widersprechen, wenn es um die Erhaltung dieser als gut empfundenen moralischen Regeln geht und sie ansonsten drohen, "unterzugehen".
Dennos
Ethisch richtig ist eine tat, wenn es keine andere mögliche Tat gibt, die im Vergleich zu der zu überprüfenden Tat mehr Lust/Glück erzeugt und/oder Leid verhindert.

Das heißt, Zweck und Mittel sind eine Einheit.

Nehmen wir folgende Situation:

Ich muss einen Unschuldigen töten, um zwei zu retten. Ich habe keine anderen Optionen als dies zu tun, oder die zwei sterben zu lassen. In diesem Fall bin ich ethisch VERPFLICHTET, den einen zu töten. Gäbe es aber z.B. auch die Option, dass ich nur einen meiner eigenen Finger für die Rettung opfern kann, dann müsste ich dies tun.
Praktiker
Heiligt der Zweck die Mittel ?
Wenn die Mittel im Konsens stehen, werden sie angemessen, jedoch nicht heilig sein.
Partygänger
1 ist klar wenn der zweck wirklich heilig ist , heilt er die mittel !!! Chen
glorin
Als erstes sollte einmal klar gestellt werden, was ethik bedeutet. Bzw. Werte, o.ä.:

Man kann nicht sagen, es gibt Ethische Grundsätze. Diese Aussage ist falsch, ausser sie betrifft jedes einzelne Individium. D.H. jedes Lebewesen hat eine eigene Wertvorstellung und es gibt nicht eine allgemeine. Somit würde ich nicht generell sagen Töten ist falsch, sondern nur für dich ist es falsch zu Töten, oder aus deiner Sicht.
Also gehen wir zum zweiten Punkt über: Wenn es keine generellen Regeln gibt und sich die Grundvoraussätzung bei jedem Gegenstand unterscheiden, wie kann es da etwas verwerflich sein? In jedem Zeitalter, in jedem Volk gibt es andere Einstellung. Somit können wir uns nicht auf eine einigen wenn wir über den Krieg in Afganistan sprechen. Wir können nur aus unser Sicht sprechen.


Zitat:
Erstens: Wenn man ein System von moralischen Glaubenssätzen hat, und einer dieser Glaubenssätze lautet, dass der Zweck die Mittel heiligt, dann ist das gesamte System hinfällig, denn dieser Glaubenssatz erlaubt einem dann ja, gegebenenfalls sämtliche anderen Glaubenssätze über den Haufen zu werfen. Liege ich da richtig? Wie denkt ihr darüber?


Jedes Wesen hat ein eigenes System, dies wird zwar von der Allgemeinheit beeinflusst, aber ist nicht dessen. Somit ist dann der Mittel zum Zweck auch in deinem System eingebaut, egal ob Bewusst, oder Unterbewusst. Aber auch nur das eine Mittel, andere können schon wieder gegen dein System sprechen und werden daher, bzw. lässt du daher nicht zu.


Zitat:
Zweitens: Wenn man nun davon ausgeht, dass der Zweck tatsächlich nicht die Mittel heiligt, wie lässt sich dann damit soetwas wie Notwehr rechtfertigen? Wenn man glaubt 1. Gewalt ist schlecht und 2. Der Zweck heiligt die Mittel nicht, wie kann man es dann mit sich vereinbaren, sich mit Gewalt zu verteidigen, wenn man angegriffen wird? Meine Erklärung lautet momentan, dass man nicht sagt "Gewalt ist schlecht", sondern "Angreifen ist schlecht", und sich deshalb noch verteidigen darf. Die Unterteilung in angreifen und verteidigen erscheint mir jedoch ein wenig 'künstlich' zu sein, sodass ich damit nicht wirklich zufrieden bin. Habt ihr noch eine andere Rechtfertigung parat?


Auch dies ist für jeden eine eigene Entscheidung. In manchen Religionen wird auch Gewalt als gut bezeichnet. Aber um dir dein Beispiel näher zu bringen, hier meine Erklärung:
Es ist nicht falsch sich zu wehren, dies ist in eigentlich jeder Religion zugelassen. Es geht nur um die Art wie man sich wehrt. Kann man fliehen und schadet dies nicht allzu sehr, kann dies einen die Ethik vorschreiben. Kann man sich mit einem Messer wehren, oder den Gegner erschießen ist ersteres vorgeschrieben um möglichst wenig Schmerzen dem anderen zubereiten. Somit ist immer das Mittel zu wählen, da am weitesten in den Positiven Wert, oder in dessen Richtung geht (Jetzt aus meiner Sicht geschrieben).


Zitat:
Drittens: Gehen wir mal von einer fiktiven gut/schlecht Skala aus. Sagen wir mal, die Skala geht von -1000 zu +1000, und -1000 ist moralisch extrem verwerflich, +1000 ist moralisch sehr gut. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt, würde das ja bedeuten, dass man keine Tat begehen darf, die auf dieser Skala den Wert -1 hat, und zwar selbst dann nicht, wenn sie zu einem Ergebnis führt, das den Wert +1000 hat. Wie denkt ihr darüber? Irgendwie fühlt sich das Ganze intuitiv nicht richtig an. Letztendlich sorgt in einem solchen Fall eine Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-nicht-Philosophie dafür, dass viele gute Dinge nicht zu Stande kommen.


Natürlich kann man das so sehen, aber sieh es dir mal anders an. Im 2WK starben tausende Menschen für Wissenschaftliche Zwecke. Ohne dieses Wissen würden heute noch tausende Menschen an den Krankheiten noch sterben, können wir jetzt diese Wahnsinnstaten der Nazis begründen indem wir sagen das der Wert bei 0 liegt, oder eventuell auch schon etwas höher? Ich denke nicht. (Aus unserer Sicht.)

Aus einer anderen Sicht waren dies nur ein paar Menschen. Diese Verluste haben der Welt nicht geschadet, sie dreht sich weiter. Also was war an der Massentötung falsch? Nichts! (Auch diese Sicht akzeptiere ich und verdrehte sie, egal ob sie gegen meine eigenen Ethischen Grundsätze verstoßen.)


Zitat:
Überhaupt, wie sollte man das Ergebnis 0 werten?


Für dich ist etwas 0 und für mich -7. Also, es wird beides bei solchen kleinen Schwankung nicht wirklich gezählt. Es waren Ausrutscher. Aber sag mir über was machst du dir Ethische Gedanken, etwa über etwas das nicht falsch und nicht richtig ist?