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Original von witko
Allerdings hängt alles irgendwie zusammen. Bei Nietzsche lassen sich Elemente von vielem finden - wie Carsten schon sagte: von Anarchisten bis Veganern sehen viele in ihm einen ihrer Propheten. Genauso liefert er genug Gegenteiliges. |
Nun in dem ganzen Phänomen Gnosis lassen sich Elemente von vielem finden. Der Gnosis wird man nicht so einfach habhaft. Ein Titel wie Jenseits von Gut und Böse verträgt sich sehr gut mit gnostischer Dialektik die immer ein Elemnt des Unlogischen in sich trägt. Die Lehre wird eben über den Gnostischen Funken weitergtragen. Deswegen wird Gnosis auch oft in Reimform vermittelt. Auch Goethe transportiert viel gnostische Inhalte. Im Faust transportiert der Mephistoteles, gnostisches Gedankengut.
Hier mal ein paar gnostische Links, bei denen man sich ein paar grundsätzliche Informationen holen kann.
http://www.philos-website.de/index_g.htm...tes_g.htm~main2
Sehr umfangreiche Seite, mit Textbeispielen und Quellenangaben. Verhindert aber das direkte verlinken auf Texte. Man muss sich hier also durch das Alphabet suchen, dann kommmt man aber auf sehr übersichtliche Seiten.
http://www.erkenntnis.org/lexikon_d.php#Dualismus
Im Vergleich dazu, bieten sich die üblichen philosophischen Netzquellen, an. Von denen ich hoffe, daß sie hier bekannt sind. Und natürlich was man so im Bücherschrank hat.
Hier steht:
Für die moderne Gnosis ist Dualismus nicht mehr maßgebend.
Es gibt auch verschiedene Dualismen, einmal der Leib-Seele/Welt-Gegenwelt Dualismus. Und dann der ältere, das ist die Trennung von Gut und Böse.
Deswegen finde ich nicht das ein Titel wie "Jenseits von Gut und Böse" gnostischem Denken widerspricht. Es kommt drauf an was damit gemeint ist. "Jenseits von Gut und böse", als entfliehen des Seelengefängnisses Körper mittels Vervolkomnung ist gnostisches Ziel.
F.N(JvGuB): Und erst auf diesem nunmehr festen und granitnen Grunde von Unwissenheit durfte sich bisher die Wissenschaft erheben, der Wille zum Wissen auf dem Grunde eines viel gewaltigeren Willens, des Willens zum Nicht-wissen, zum Ungewissen, zum Unwahren! Nicht als sein Gegensatz, sondern - als seine Verfeinerung!
(Das empfinde ich als typisch gnostische Anti-Logik)
F.N(JvGuB): Jeder auserlesene Mensch trachtet instinktiv nach seiner Burg und Heimlichkeit, wo er von der Menge, den Vielen, den Allermeisten erlöst ist, wo er die Regel "Mensch" vergessen darf, als deren Ausnahme: - den Einen Fall ausgenommen, dass er von einem noch stärkeren Instinkte geradewegs auf diese Regel gestossen wird, als Erkennender im grossen und ausnahmsweisen Sinne.
(Erkenntnis/Gnosis)
F.N(JvGuB): Das Exoterische und das Esoterische, wie man ehedem unter Philosophen unterschied, bei Indern, wie bei Griechen, Persern und Muselmännern, kurz überall, wo man eine Rangordnung und nicht an Gleichheit und gleiche Rechte glaubte, - das hebt sich nicht sowohl dadurch von einander ab, dass der Exoteriker draussen steht und von aussen her, nicht von innen her, sieht, schätzt, misst, urtheilt: das Wesentlichere ist, dass er von Unten hinauf die Dinge sieht, - der Esoteriker aber von Oben herab!
(Noch Fragen? Da redet kein rational ausgerichteter Mensch/Das ist gnostisches Elitedenken pur)
Dann direkt im Anschluss:
F.N(JvGuB): Es giebt Höhen der Seele, von wo aus gesehen selbst die Tragödie aufhört, tragisch zu wirken; und, alles Weh der Welt in Eins genommen, wer dürfte zu entscheiden wagen, ob sein Anblick nothwendig gerade zum Mitleiden und dergestalt zur Verdoppelung des Wehs verführen und zwingen werde? ... Was der höheren Art von Menschen zur Nahrung oder zur Labsal dient, muss einer sehr unterschiedlichen und geringeren Art beinahe Gift sein.
Und:
F.N(JvGuB): Auf welchen Standpunkt der Philosophie man sich heute auch stellen mag: von jeder Stelle aus gesehn ist die Irrthümlichkeit der Welt, in der wir zu leben glauben, das Sicherste und Festeste, dessen unser Auge noch habhaft werden kann: - wir finden Gründe über Gründe dafür, die uns zu Muthmaassungen über ein betrügerisches Princip im "Wesen der Dinge" verlocken möchten.
Die
Irrtümlichkeit der Welt, in der wir
zu leben glauben! So sieht der Gnostiker die Welt.
Der Tod Gottes, ist wie schon gesagt kein Problem, innerhalb der Gnosis. Es geht wahrscheinlich um den Bösen Demirugen. Ich denke Nietzsche hängt sowieso einer eher pantheistischen Form von Gnosis an.
Vordergündig Unlogisches (Für und wieder Aussagen), das sich je nach belieben zusammenstricken lässt, entspricht zutiefst gnostischer Logik. Das ist mir nur ein weiteres Indiz.
Auch das sich Anarchisten, Kommunisten. Naturphilosophen, Esoteriker und all diese Richtungen sich bei Nietzsche wieder finden, nehme ich als Beleg für gnostischen Inhalt. Denn all diese Denkrichtungen sind zutiefst gnostisch geprägt, das ist oft nur den einzelnen Anhängern nicht bewusst. Nicht der Schwanz wedelt mit dem Hund, es ist genau andersrum.
Gnosis ist als Gegenpol zum Christentum, oder anderen grossen Religionen zu sehen, als eine elitär ausgerichtete Unterwanderungsreligion, die sich nicht bekennen muss aber kann, bei der Anpassung an die Zeit, das Prozesshafte, zum Projekt der Erkenntnis gehört. Und das schlimme ist, wenn man sich erstmal ein paar Chrakteristiken herausgearbeitet hat, bemerkt man aufeinmal, wie stark der Einfluss dieser Tradition wirklich ist. So ist schon durch die Beschäftigung mit dem Thema ein "erkennendes" Erlebniss verbunden.
(Nietzsche verfeinert seinen Gnostizisms immer mehr und am Ende steht also Sprach Zarathustra. Und Zaratuhstra als gnostischer Ursprung, wurde niht zufällig zum Sprachrohr erwählt.)
(Zum Nihilismus: Ich sehe in einer Umwertung von Werten zum Guten einer erkennenden pneumatischen Elite, keinen Nihilismus, Nihilismus wäre Verneinung aller Werte.)