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Original von Reinhard
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Original Daedron :
Es sind gerade die wissenschaftlicher Verteidiger eines Glaubens, die ihn angreifbar machen. So verdanken wir z.T. sicher auch Kant für diese ehrenvolle Aufgabe. Der kategorische Imperativ stinkt ja regelrecht nach Folter
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Der Zusammenhang mit Kant ist mir nicht klar und auch nicht, welche Aufgabe wir ihm verdanken. Die anschließende Wertung lasse ich zunächst unberücksichtigt, weil ich die Herleitung nicht ohne die Voraussetzungen zu kennen, nachvollziehen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
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Hallo Reinhard. Zum einen habe ich mich verschrieben, der zweite Satz sollte lauten: So danken wir z.T. sicher auch Kant für diese ehrenvolle Aufgabe.
Nun Kant hat vielleicht einen zentralen Kern der christlichen Lehre herausgearbeitet und verschärft, den kategorischen Imperativ.
"Handle so,..."
hier wird man gedutzt. Es ist das Gewissen, was diesen Imperativ formuliert.
"...dass die Maxime deines Willens..."
- Willen gilt heute nicht mehr als absolute Metapher sondern wird als unsinnig erwogen
(Z.B. gibt es keinen Willen. Es gibt nur ein etwas-wollen, d.h., im k.I. würde eine heimliche Prämisse mitschwingen...)
"...Teil einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."
- Ideal ausgesprochen bedeutet das in Beispielen:
Wenn die Fußgängerampel rot ist, selbst wenn niemand anderes sich im umkreis von einem Kilometer aufzuhalten scheint, man aber spät drann ist und seinen Job verliert, müsste man nach dem k.I. trotzdem anhalten und auf grün warten.
Eine hinreichende Kurzform dürfte sein: "Mache für dich selbst keine Ausnahmen" - und das meine ich mit Folter. Ein Gott sein, der sich ans Kreuz nageln lässt.
Damit ist Kant nicht widerlegt.. der k.I. wirkt durchaus, wenn er uns plausibel erscheint. Genauso wie wir utilitaristische Maximen wählen, wenn sie uns in dieser Situation am plausibelsten erscheinen.
Das hat Kant übrigens nie behauptet, aber wie ich hörte wurde er bis in die 80'er hinein (und Phil. verbreitet sich vieles ja langsam) anders verstanden. Und ein Idealist würde den k.I. so verstehen, dass er Kategorisch zu gelten habe.
Wie J.L. Mackie es in Ethics ausdrückte, müssen wir zwischen dem Sprechen inner- und außerhalb einer Institution unterscheiden. Beispielsweise ist "Versprechen" eine Institution. Wenn wir innerhalb dieser sprechen, ist es richtig zu folgern: Du Hast eins gegeben, also musst du es halten. Damit aber akzeptierst du bereits die Institution des Versprechens und ihre spezielle Logik, was du nicht musst. Mit der Standardlogik kommt man nicht von einem sein zum sollen.
Kant selbst hat den k.I. schon aus einer Moral heraus konzipiert, die man "Moral der Gleichheit bei Verzicht auf Gegenseitigkeit" nennen könnte. Dem liegen wiederum stark anzweifelbare prämissen Zu Grunde. Allein die Universalisierungen (denn dass man ihnen zustimmt ist subjektiver Art->Mackie,Ethics K4(zu Umgangreich jetzt)) sowie die Anthropologische prämisse.
(Folgende argumente stammen wurden u.a untersucht von: Fjodor Dostojewski in Aufzeichnungen aus dem Killerloch): Kant hat seine Ethik für ein reines Vernunftwesen konzipiert, dass zudem
keine Qualitativen
Unterschiede zwischen Individuen unterscheidet.
Die psychologische Frage ist dann die Vernunft und ob der Mensch überhaupt ein Vernunftwesen ist. Sofern wir den Kern der Tiefenpsychologie akzeptieren, können wir die Instanzen(auch im ganzen das Bewusstsein) als Unterfunktionen des Unterbewussten verstehen(moderner Begriff: Kernbewusstsein). Und jeder Physiologe wird sagen, dass ein Organ entartet, wenn es seinen persönlichen Egoismus, die eigentliche Funktion aufgibt. Dostojewski geht so weit zu behaupten, dass jedes Bewusstsein eine Krankheit ist, was aber eine ziemlich, mir scheint, zu starke These ist, an der aber genug drann ist. Bei Tennisspielern wurde nachgewiesen, dass in den Phasen, wo sie vollkommen unbewusst spielen, sie deutlich schneller, präziser und besser sind.
Wenn wir uns die Bedingungen klar machen, wann und wie das Bewusstsein entsteht (und warum es bei Menschen mit primitiver Sprechweise kaum ausgeprägt zu sein scheint), im Auge behalten, was also seine Ursprüngliche Funktion für den Organismus ist: Sich für andere zu übersetzen, wird vielleicht der Widerspruch zu Kants gefordertem Denken sichtbar: Es übernimmt auf einmal das Kommando.
Oder wie Dostojewki es sagt, passiert es, wenn "Vernunft und Wille in eins fallen." Denn was wir wollen ist keineswegs immer Vernünftig. Oft scheint es sogar total bescheuert zu sein (auch wenn das an der eigenen Vernunftdefinition(Moral) hängen mag..). Es gibt aber genug Zwänge und Fallstricke die dazu führen (was v.a. Nietzsche untersuchte), dass wir in dieses Denken geraten, gerade eben die geistigeren. Ein Mensch kann sich auch Tragen lassen (flow/leben im Fluss), statt nur appolinisch(geordnet) zu leben, aber auch zwischen appolinisch und dionysich oszilieren(für einen Phil. vielleicht die optimalste Variante, aber ich bin eh fürs selbst ausprobieren, ums zu verstehen).
Gewissen: Dies selbst wurde vielleicht lange missverstanden. Du tust etwas "unrechtes" und dann lässt du deine eigene Handlung im Stich, indem du sie zu verurteilen und dass du das überhaupt wolltest zu leugnen beginnst. Ergo schlechtes Gewissen?
-> Daher rate ich also wenigstens zur Vorsicht vor der Vernunft. Vielleicht ist sie selbst nur ein Symptom einer Entartung, die gute Gründe hat, gewisse Motive dem Unbewussten vorzubehalten.Das Das ist dennoch nicht als stellenlose Universalaussage zu werten. durchaus gibt es einen ganz anderen Typus von Moral und mit einem passenden Nietzschezitat will ich dann auch abschließen:
'Im Grunde sind mir alle Moralen zuwieder, die mir sagen wollen, tue dies nicht, tue das nicht. Ich bin aber für jene Moralen gut, die mich antreiben wollen, etwas zu tun. Und wieder und wieder zu tun. Und Nachts davon träumen!'