Jörn
| Zitat: |
Original von Marcus Antonius
die Idee der Philosophie wird der Gegenwart nicht mehr gerecht:
1. Es fehlt ihr an einer großen Synthese, ja selbst an Versuchen einer solchen!
2. Sie trägt immer weniger "zur Überwindung sektorellen Denkens" bei!
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Das würden viele (Post)moderne wohl eher als Vor- denn als Nachteil sehen.
Telltale
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Original von Tarvoc
Die von Derrida nicht.
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Ist ja wieder mal typisch. Immer nur dagegen sein!
Und trotzdem, auch wenn einer nur Konstrukte einreißt - er muß es jetzt tun, in der Dings...äh...Gegenwart.
Tarvoc
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Original von Telltale
er muß es jetzt tun, in der Dings...äh...Gegenwart. |
Also Derrida tat es oft eher im Futur II.
Telltale
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Original von Tarvoc
Also Derrida tat es oft eher im Futur II.
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Ja, aber er benutzte den Futur II jetzt.
Telltale
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Nein, nur bis 2004.
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Verflixt. Seit 2005 haben wir keinen Futur II mehr
Na das wird's ja dann wohl gewesen sein.
Tarvoc
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Original von Telltale
Verflixt. Seit 2005 haben wir keinen Futur II mehr
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Nein, seit 8. Oktober 2004 haben wir keinen Derrida mehr.
Telltale
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Nein, seit 8. Oktober 2004 haben wir keinen Derrida mehr. |
Das denke ich nicht. Ich denke, er IST genau in diesem Moment. Und zwar IST er genau in diesem Moment VERGANGENHEIT. Das war zu seinen Lebzeiten anders - da war seine Vergangenheit noch Zukunft, von der er allerdings nur in seiner Gegenwart reden konnte, da seine Zukunft - also unsere Gegenwart - es natürlich ausschließt, dass er über die Zukunft redet, da er dieser, unserer Gegenwart, lediglich als Vergangenheit angehört, was aber nicht hindert, dass wir jetzt in unserer Gegenwart über unsere Zukunft reden, was, wie das Beispiel Derrida lehrt, bedeutet, dass das Reden über unsere Zukunft unsere Vergangenheit einschließen muß, wobei sich als dominanter, weil alle Zeitformen umfassender Gedanke jener herausstellt, dass das Reden über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht ohne Präsenz möglich ist und da Präsenz die Gegenwärtigkeit eines Subjekts symbolisiert, wird das, was dieses Subjekt in seiner Gegenwart tut, Präsens genannt, wodurch wir uns davon überzeugen können, dass ein Subjekt - es spräche über Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft - diese Rede nur in seiner Präsenz halten kann, was jegliche Philosophie - es sei ihr Sujet, was es wolle oder solle - zur Präsenz-Philosophie oder eben Gegenwartsphilosophie macht, denn wir sind uns doch hoffentlich einig, dass Philosophie nicht ohne Philosophen möglich ist, was es naheliegend erscheinen läßt, dass die Tätigkeit, die ein Philosoph ausübt, philosophieren ist, von welcher es sich doch äußerst befremdlich ausnähme, wenn er sie ausübte, während er nicht zugegen bzw. eben gegenwärtig wäre.
Solltest Du das anders sehen, so doch aber bestimmt zu keinem anderen Zeitpunkt als dem, in welchem Du es anders siehst und bestimmt nicht, während Du nicht zugegen bist.
Gruß
Telltale
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Telltale
Solltest Du das anders sehen [...] |
Es geht hier nicht um mich. Meine scherzhafte Bemerkung bezog sich auf Derridas Philosophie.
Telltale
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Es geht hier nicht um mich. |
Verstehe. Und was sagst Du zu meinen oben formulierten Gedanken darüber, was Gegenwartsphilosophie bedeutet?
Stanley Alvarez
| Zitat: |
Original von Telltale
... wie das Beispiel Derrida lehrt... nicht ohne Präsenz möglich ist... Präsenz... Präsenz... was jegliche Philosophie zur Präsenz-Philosophie oder eben Gegenwartsphilosophie macht... |
Du hast zwar
mit Derrida und einem seiner wichtigsten Begriffe, der "Präsenz", argumentiert, aber nicht
im Sinne Derridas, aber vielleicht hattest du das auch gar nicht vor.
Derrida will der Philosophie der Präsenz ja gerade eine Philosophie der Differenz entgegen setzen. Mit Präsenz/s-Philosophie in deinem Sinne hat die Philosophie der Präsenz allerdings auch nichts zu tun, das ist reine Wortspielerei.
Was deinen Gedanken darüber angeht, was "Gegenwartsphilosophie" ausmacht, so halte ich es eher für einen Allgemeinplatz, dass ein Gedanke nicht ist, wenn niemand da ist, der ihn denkt.
Ich würde es mal so formulieren: Das "Werk" eines Philosophen gehört dann (noch) zur Gegenwartsphilosophie, wenn es (größeren) Einfluss auf den gegenwärtigen Diskurs/die gegenwärtigen Diskurse (im foucaultschen Sinne) ausübt.
Sophie
| Zitat: |
Original von Telltale
Solltest Du das anders sehen, so doch aber bestimmt zu keinem anderen Zeitpunkt als dem, in welchem Du es anders siehst und bestimmt nicht, während Du nicht zugegen bist.
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In dem Sinne ist immer alles Gegenwartsphilosophie. Nur nützen die Moneten, die man für ein Van Gogh Bild heute bezahlt, nichts dem Sujet Van Gogh, dem gelegentlich wegen Geldmangels die Farben ausgingen, es sei denn es handelt sich um das selbe Sujet, was heute seine Bilder kauft, und was auch damals Van Gogh war. Dann bekäme die Mischung eine ironische Nuance und Van Gogh würde Zeuge seines Ruhmes und seiner Vergangenheit.
| Zitat: |
| Das denke ich nicht. Ich denke, er IST genau in diesem Moment. Und zwar IST er genau in diesem Moment VERGANGENHEIT. |
Für uns ja.
| Zitat: |
| Das war zu seinen Lebzeiten anders - da war seine Vergangenheit noch Zukunft, von der er allerdings nur in seiner Gegenwart reden konnte, |
Also entweder gibt es nur Vorstellungen, die Derrida genannt werden, dann ist die Vorstellung die Derrida genannt wird auch jetzt als das da oder es gab ein Sujet Derrida, dann ist er jetzt nicht mehr und kann auch nicht mehr in seiner Gegenwart sprechen.
Oder, es ist wie oben beschrieben: Das Sujet was Derrida ist und das was Telltale ist, ist ein und das selbe, dann passt es wieder. Dann spricht nämlich immer in der Gegenwart derselbe und dann wäre mit der Kritik an der Gegenwartsphilosophie das Murren gemeint, was aktuell so an Erkenntnissen kursieren kann.
Telltale
| Zitat: |
Original von Stanley Alvarez
Was deinen Gedanken darüber angeht, was "Gegenwartsphilosophie" ausmacht, so halte ich es eher für einen Allgemeinplatz, dass ein Gedanke nicht ist, wenn niemand da ist, der ihn denkt. |
Obwohl Du mit dem übrigen natürlich recht hast und es sich tatsächlich auch nur um eine kleine Neckerei mit Tarvoc handelte, staune ich doch, dass Dir bei obigem der Gedanke "Allgemeinplatz" einfällt, denn davon habe ich noch nie jemanden reden hören, wenn es um Gegenwartsphilosophie geht.
Der Ausdruck "Trivial" hätte m.E. besser gepasst. Nicht nur, weil der Gedanke trivial ist, sondern vor allem deshalb, weil der "triviale" Gedanke für gewöhnlich erst nach einer endlosen, fruchtlosen "komplexen" Diskussion als Lösungsgedanke in Betracht gezogen wird.
| Zitat: |
Original von Sophie
In dem Sinne ist immer alles Gegenwartsphilosophie. |
Und exakt darauf wollte ich hinweisen. Eine obschon triviale, so doch offensichtlich keineswegs allgemein verwendete Variante. Ich wollte nur mal sagen, dass es sie gibt. Okay?
| Zitat: |
Original von Sophie
...und dann wäre mit der Kritik an der Gegenwartsphilosophie das Murren gemeint, was aktuell so an Erkenntnissen kursieren kann. |
Ja, so ist es auch - und zwar über jene "Er"kenntnisse, die die "Gegenwartsphilosophie" selbst betreffen. Ich halte diesen Begriff nämlich für ebenso überflüssig wie etwa den Ausdruck "Praktische Philosophie".
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Telltale
Und was sagst Du zu meinen oben formulierten Gedanken darüber, was Gegenwartsphilosophie bedeutet? |
Ich bin erstaunt. Ich kann deiner Rehabilitierung des cartesischen Subjekts sogar einiges abgewinnen.
Telltale
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Ich bin erstaunt. Ich kann deiner Rehabilitierung des cartesischen Subjekts sogar einiges abgewinnen. |
Tja, wem sagst Du das? Habe mich selbst mit 'ner hochgezogenen Augenbraue erwischt.
Reinhard
Hallo, da können sich einige sog. Intellektuelle doch gebärden und spreizen wie sie wollen, sie tuns doch auch nur der eigenen Bestätigung wegen. Die Falle des Intellektualismus lauert doch immer und überall. Die sog. Philosophie ist doch nur eine Täuschung, der sich eben einige Menschen gerne hingeben und merken noch nicht mal, dass sie von wissenschaftlichen und theologischen Dogmatikern missbraucht werden, um eine quasi beweisfähige Grundlage zu suggerieren, die dann in einem Tohuwabohu intellektueller Spitzfindigkeiten strandet. Gelehrsamkeit als Grundlage der Weisheit. Ha, ha. Wenn man dann noch die kritiklosen Anhängsel solcher Pseudophilosophen ertragen muss, die sich wiederum solchen " Meistern " anschließen, um im Glanze dieser Figuren ein wenig mitzustrahlen, dann erkennt man leicht, welcher Witz die Mitlacher zu Witzfiguren macht.
Zu welcher Zeit ist die Philosophie denn nicht vergewaltigt worden? Allein die Abgrenzung der Alten zu den Sophisten spricht doch schon Bände. Ewig der gleiche alte Hut, mir gehts um " die " Wahrheit, und dir ja nur um deine. Letztlich bleibts doch bei bedauernswerten Selbstdarstellungen meist lebensuntüchtiger Grübler.
Man schaue sich nur an, welches Schindluder allein mit dem Wort " Philosophie " allenthalben getrieben wird, da gibt es eine Philosophie für die erste und dann noch eine für die zweite Halbzeit eines Fußballspiels und die kontrollierte Offensive eines Otto Rehagel wird uns am liebsten noch als Weisheit verkauft.
Wenn schon Beschäftigung mit philosophischen Fragen, dann doch zur Schärfung des kritischen Bewußtseins für den Umgang mit dem alltäglichen Wahnsinn.
Vielleicht gehts ja für den Einen und den Anderen auch mal ne Nummer kleiner, denn je mehr man sich aus der Umklammerung der Unmittelbarkeit entfernt, ja eher landet man im Wolkenkuckucksheim. Eine Dummheit bleibt eine Dummheit und wenn sie auch noch so kunstvoll gerechtfertigt wird und um was geht es denn meistens, wenn nicht um Rechtfertigungen, die oft schon da sind, obwohl noch gar kein Vorwurf erhoben wurde. Das war schon immer so und so wird es auch bleiben, da von " Moderne " zu sprechen, gehört eben schon in die Kategorie des alltäglichen Wahnsinns. Und wer meint, sich da besser auszukennen, offenbart sich auf diese besondere Weise.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Stanley Alvarez
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| Das war schon immer so und so wird es auch bleiben |
... soso... und das weißt du, weil...?
Mond
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Original von Marcus Antonius
1. Es fehlt ihr an einer großen Synthese, ja selbst an Versuchen einer solchen!
2. Sie trägt immer weniger "zur Überwindung sektorellen Denkens" bei!
3. Sie schweigt "immer mehr auch zu den drängensten Einzelfragen der Zeit"!
4. Sie ist für die Zerstörung von "Vernunft und Glauben an moralische Werte und Pflichten" verantwortlich!
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1. Philosophie ist die Meinung eines Individums, demnach ist das erste richtig.
2. Philosophie ist ziemlich allumfassend, man kann über alles denken, und Bezüge zu anderen Bereich herstellen. Demnach ist meiner Meinung nach das zweite falsch.
3. Also das ist ja nun Schwachfug. Ich kann auch über die Probleme der dritten Welt-Länder philosophieren...
4.Wenn ich denke das Freiheit auch mit einschließt das ich töten kann wann ich will und wen ich will, heißt es nicht das ich das für richtig halte, oder praktiziere. Ich glaube 4. ist zwiespältig.
Mfg Mond
PS: Interessantes Thema!