Zergeisterter
„Zergeisterung“ beansprucht ein spezielles Wort zu sein.
Wie reden wir über ein Wort, dass zu allen anderen Wörtern in einer anderen Beziehung steht als diese unter sich? Die uns vertrauten Wörter würden etwas anderes bedeuten, wenn wir sie auf die „Zergeisterung“ anwenden, weswegen jeder Satz in dem das Wort „Zergeisterung“ vorkommt nicht im üblichen Sinne verstanden werden kann. Ich zitiere an dieser Stelle René Block :
„Zergeisterung ist in sich antidefinitorisch - während wie über dieses Wort sprechen, begreifen wir nicht, sondern die Worte, mit denen wir nach diesem Unbegriff tasten, werden ergriffen, verlieren ihre Statik, verändern ihre Substanz – zergeistern“
Gleich einem Schloss, das statt sich zu öffnen den Schlüssel verbiegt, einem Spiegel, der den Betrachter verformt, ein Glaube der nichts als Zweifel bringt, oder ein Weg, dessen Begehung das gehen vergessen lässt.
Wenn dies sich aber so verhält so können wir unmöglich etwas über die „Zergeisterung“ aussagen, beziehungsweise alle Aussagen über die Zergeisterung verlieren nach einer gewissen Reflektion ihren Aussagegehalt, weil sie sich von ihrer Antithese nicht mehr abgrenzen können.
Was würde es für eine Sprache, ein Kalkül oder eine Symbolik bedeuten in Beziehung mit der Zergeisterung zu stehen?
Friedhelm
ich denke da - d.h. hier - an den Fuchs mit den "sauren Trauben"
Zergeisterter
könntest du das näher ausführen?
Gil Gamesh
Ich glaube nicht, dass Friedhelm das näher ausführen kann, da die Aussage ihren inhaltlichen Gehalt bestimmt schon zwischen Reflektion und Zerfallszeit verloren hat, völlig entgeistert zergeistert...
Nylen
„Geschwätz“ beansprucht ein spezielles Wort zu sein.
Wie reden wir über ein Wort, dass zu allen anderen Wörtern in einer anderen Beziehung steht als diese unter sich? Die uns vertrauten Wörter würden etwas anderes bedeuten, wenn wir sie auf das „Geschwätz“ anwenden, weswegen jeder Satz in dem das Wort „Geschwätz“ vorkommt nicht im üblichen Sinne verstanden werden kann. Ich zitiere an dieser Stelle mich selbst :
„Geschwätz ist in sich antidefinitorisch - während wie über dieses Wort sprechen, begreifen wir nicht, sondern die Worte, mit denen wir nach diesem Unbegriff tasten, werden ergriffen, verlieren ihre Statik, verändern ihre Substanz – werden zu Geschwätz“
Gleich einem Schloss, das statt sich zu öffnen den Schlüssel verbiegt, einem Spiegel, der den Betrachter verformt, ein Glaube der nichts als Zweifel bringt, oder ein Weg, dessen Begehung das gehen vergessen lässt.
Wenn dies sich aber so verhält so können wir unmöglich etwas über das „Geschwätz“ aussagen, beziehungsweise alle Aussagen über das Geschwätz verlieren nach einer gewissen Reflektion ihren Aussagegehalt, weil sie sich von ihrer Antithese nicht mehr abgrenzen können.
Was würde es für eine Sprache, ein Kalkül oder eine Symbolik bedeuten in Beziehung mit Geschwätz zu stehen?
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Aber mal Ernsthaft. Es gibt Wörter die für eine Theorie stehen. Solche sind evt. schwer definierbar, aber es gibt ja noch die Explikation. Versagt diese haben wir es mit keinem Wort zu tun. Was hier über Zergeisterung, was immer das sein soll (was ist denn die Theorie dazu?) , gesagt wird, nämlich antidefinitorisch, alles auflösend, zeigt mir das ich jedes beliebige nichts-sagende Wort einsetzen kann.
Ich kann mir ein Wort ausdenken und frei assozieren was es den sein könnte. So steht es offensichtlich hier, jedenfalls wie du das ganze vorgestellt hast. Deshalb habe ich mir mal angemasst das Wort bösartig mit Geschwätz auszutauschen, und siehe da, wesentlich hat sich an dem Sinn des ganzen gar nichts geändert. Wir können getrost Zergeisterung als Geschwätz abtun. Probleme gelöst.
Zergeisterter
erstmal eine antwort zu den ersten beiden antworten:
dies ist natürlich im Bereich des möglichen, doch denke ich nicht das über friedhelms Aussage bereits genügend reflektiert wurde um dies zu bewerkstelligen.
Ich denke er deutet in dem von ihm genannten Gleichniss die Trauben als Repräsentant der Zergeisterung, der Fuchs steht stellvertretend für die Sprache oder diese Community oder eine wie auch immer geartete Norm.
Der angesprochene Aspekt, nämlich dass die Zergeisterung zu hoch über der Norm hängt, was diese dazu veranlaßt sie als etwas nnicht erstrebenswertes zu sehen ist ein intressanter Gedanke.
Wir könnten dies neutraler sehen und zu einer gewissen Fremdartigkeit abstrahieren, welches den Fuchs dem Schluß führen könne, das Wort Zergeisterung sei schlicht unintegrierbar. Um dies nicht als Beweis seiner Ohnmacht gelten zu lassen(denn schließlich liegt die Gewalt einer Sprache laut Goethe nicht darin, dass unbekannte abzuweisen sondern es zu verschlingen), erklärt er die Zergeisterung für irre.
Doch hat er sich hier bereits der Zergeisterung bedient, indem er räumliche und geschmakliche Unüberbrückbarkeiten ununterscheidbar machte. Ebenso wissen wir heute nicht mehr ob die Trauben vielleicht aus Kränkung über ihre Verschmähung einen so hohen Wuchs erreichten.
- die Zergeisterung ist nicht klar definierbar weil kein Gegenbegriff konstruierbar ist. Und dies überträgt sich auf alle Wörter mit denen wir uns versuchen zu nähern.
Zergeisterter
zu der letzten antwort:
demnach gab es keine wörter bevor es Theorien, Definitionen und Explikationen gab?
DonLaruso
Moin, gefällt mir, zergeistert, Geschwätz passt irrgendwie im zweiten Teil nicht mehr so richtig.
Ein Schloss das den Schlüssel verbiegt statt sich zu öffnen.
Willst du denn das damit ereichen, es ist wohl das was im Gehirn eines Alzheimer kranken vor sich geht dessen vereitertes Gehirn seinen Geist auflöst, in eine immer kleiner werdenden Kreislauf der Erinnerungen, bis er irrgendwann überhaupt nichts mehr denkt und Zergeistert zu Grunde geht, ein Alzheimer kranker kann seinen Zustand ja nicht beschreiben er, merkt bald nichts mehr von seiner Auflösung, von seinen Gedanken die wie ein Schloss sind das den Schlüssel der Wirklichkeit verbiegt.
Zergeisterter
schön wieder davon zu lesen: zergeisterung hat sicherlich auch etwas mit pathologischen erscheinenden Zuständen zutun, doch sind diese laut Definition eher metamorphorisch gedacht.
Doch einige schöne Beispiele für das Gleichniss von Schloß und Schlüssel ist vielleicht das folgende, in dem es um die Beherrschung von Zahlen geht: Die Pythagoreer versuchten die Welt mit rationalen Zahlen zu erklären, fanden dabei jedoch die reelen Zahlen, was sie selbst als großes Unglück empfanden. Um 1900 versuchte man die Mathematik zu vereinheitlichen, fand 30 Jahre später doch stattdessen den Unvollständigkeitssatz. Das Internet sollte der wissenschaftlichen Kommunikation dienen, Kritiker prognostiziereten den gläsernen User, doch kein Staat kann das Internet inzwischen noch kontrollieren und die Informationen sind so vielfätig, dass manche gar von einem okkulten Medium sprechen. Die Globalisierung ist ein Produkt der Marktwirtschaft, doch gerät diese gerade dadurch in eine weltweite Krise von der mommentan noch unklar ist, was daraus erwachsen könnte.
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