Hi.
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"schließen" im englischen ist "to infere"
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Ohne „e“ am Ende^^, jepp, aber Kalküle des natürlichen Schließens heißen im Englischen „calculi of natural deduction“.
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die Abduktion wird in englischen (wissenschaftstheoretischen) Arbeiten meist als "inference of the best explanation" bezeichnet, und das zeigt auch, dass die Aussage, dass formal die Abduktion ein "umgekehrter modus ponens" ist, nicht richtig ist.
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Gesetzt den Fall, alle Erklärungen, die für ein Ereignis E in Frage kommen, sind konsistent, dann lässt sich formal nicht entscheiden, welche von je zwei dieser Erklärungen besser und welche auszuschließen ist. Um dies zu entscheiden, müsste man auf den INHALT der fraglichen Erklärungen schauen, d.h auf das, was sie besagen. Es ist jedoch charakteristisch für Formalisierungen, dass sie völlig vom Inhalt der zu formalisierenden Sätze absehen und nur deren logische Form erhalten. Daher wäre es verfehlt, an einer FORMALEN Darstellung der Abduktion zu kritisieren, dass sie nicht den Inhalt der fraglichen Erklärungen beachtet und so der Aspekt der inhaltlich besten Erklärung in der Formalisierung fehlt.
Du hast allerdings versucht, den Aspekt der inhaltlich besten Erklärung derart in die Formalisierung zu retten, indem du für eine Tatsache q drei hinreichende Bedingungen P, X und Y angibst und zwei davon ausschließt. Dadurch erweckt deine Formalisierung der Abduktion den Anschein, als ob da aus verschiedenen Erklärungen die beste ausgewählt wird. Dazu habe ich eine Anmerkung:
Wenn man deine und meine Formalisierung der Abduktion jeweils als Satz niederschreibt (man verknüpft dazu alle Prämissen mittelst Konjunktion („und“), klammert die so entstandene Konjunktion ein und ersetzt den Schlussstrich durch ein Konditional („wenn..., dann---“)), dann folgt deine Formalisierung aus meiner. Andererseits sind beide Formalisierungen nicht äquivalent. Daraus folgt, dass meine Formalisierung allgemeiner ist als deine und dein Kritikpunkt kann sodann nur sein, dass meine Formalisierung ZU allgmein sei (dass also etwa meine Formalisierung von Schlüssen erfüllt wird, die gar keine Abduktionsschlüsse sind).
Die Kritik, dass meine Formalisierung zu allgemein sei, ist durchaus berechtigt, wird sie ja dem Aspekt der inhaltlich besten Erklärung nicht gerecht. Doch gleichsam, wie du meiner Formalisierung der Abduktion vorwerfen kannst, sie sei zu allgemein, kann ich der deinigen vorwerfen, dass sie nicht allgemein genug sei – und das ist sie in der Tat nicht. Du formalisierst den Abduktionsschluss folgendermaßen:
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Wenn P, so q.
Wenn X, so q.
Wenn Y, so q.
q
nicht X und nicht Y
_______________
P
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Doch wenn o.g. Formalisierung die Formalisierung eines Abduktionsschlusses ist, ist dann nicht auch folgendes eine Formalisierung eines Abduktionsschlusses:
Wenn P, so q.
Wenn X, so q.
q
nicht X
_______________
P
Gewiss ist auch dies die Formalisierung eines Abduktionsschlusses. Schreibt man diese Formalisierung eines Abduktionsschlusses ebenfalls als Satz auf, so zeigt sich, dass diese Formalisierung NICHT aus deiner Formalisierung des Abduktionsschlusses folgt. D.h., dass deine Formalisierung der Abduktion nicht allgemein genug ist, da sie bestimmte Abduktionsschlüsse nicht umfasst. Hingegen folgt diese Formalisierung ebenfalls aus meiner.
So haben wir denn auf der einen Seite meine Formalisierung der Abduktion, die zwar zu allgemein ist, da sie den Aspekt der inhaltlich besseren Erklärung nicht mitumfasst, was sie qua Formalisierung allerdings auch nicht tun kann; auf der anderen Seite deine Formalisierung, die versucht, dem Aspekt der inhaltlich besseren Erklärung Rechnung zu tragen, dafür jedoch den Preis zahlen muss, nicht allgemein genug zu sein und bestimmte Abduktionsschlüsse nicht mitzuumfassen. Man möge wählen^^
PS: Sofern dich dieser technische Kram interessiert und da ich nichts behaupten will, was ich nicht auch begründen kann, stehen hier die drei genannten Schlüsse in Satzform, wobei die Variablen entsprechend abgeglichen sind. Dabei ist (i) deine Formalisierung, (ii) meine und (iii) die zuletzt genannte:
(i) (((p -> s) & (q -> s) & (r -> s) & ~q & ~r & s) -> p)
(ii) (((p -> s) & s) -> p)
(iii) (((p -> s) & (q -> s) & ~q & s) -> p)
Dass deine Formalisierung aus meiner folgt, heißt, dass „(ii) -> (i)“ eine Tautologie ist, d.h. dass Folgendes eine Tautologie ist:
(((p -> s) & s) -> p) -> (((p -> s) & (q -> s) & (r -> s) & ~q & ~r & s) -> p)
Dass der zuletzt genannte Schluss nicht aus deiner Formalisierung folgt, heißt, dass „(i) -> (iii)“ keine Tautologie ist:
(((p -> s) & (q -> s) & (r -> s) & ~q & ~r & s) -> p) -> (((p -> s) & (q -> s) & ~q & s) -> p)
(Die Formel ist für falsches „p“ und „q“ sowie wahres „r“ und „s“ nicht erfüllt.)
Dass der zuletzt genannte Schluss aus meiner Formalisierung folgt, heißt, dass „(ii) -> (iii)“ eine Tautologie ist:
(((p -> s) & s) -> p) -> (((p -> s) & (q -> s) & ~q & s) -> p)
Unter dem nachstehenden Link findest du einen Tautologieprüfer; einfach jeweils eine der drei zuletzt genannten Formeln, von denen ich behauptet habe, dass zwei Tautologien seien, eine nicht, kopieren, beim Tautologieprüfer einfügen, bei „Verarbeitungsauftrag“ „detaillierte Wahrheitstabelle“ auswählen und auf „Verarbeitung“ klicken. Stehen dann in der gesternten Spalte nur Einsen, ist die Formel eine Tautologie, wenn nicht, dann nicht:
http://logik.phl.univie.ac.at/~chris/gat...ar-zentral.html