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Original von Nik
Für eine profunde Nietzsche-Kennerin wie dich dürfte es wohl kein Problem darstellen, eben gerade von hier aus die Brücke zu Aristoteles zu schlagen... |
Also gut.
An der Brücke stand
Jüngst ich in brauner Nacht.
Das Ufer, an dem ich stand, nannte sich die Naturphilosophie oder -wissenschaft, was für die Zeit vor 2.300 Jahren etwa gleichbedeutend war.
Und sah auf das hin, was da an mir vorbei schwamm, unter anderem die Auffassung des Aristoteles wie auch Nietzsches, dass das Universum ewig und unvergänglich sei.
Ich schüttelte den Kopf.
Nun ja, hätten sich beide nur darauf beschränkt, so wäre es noch angegangen. Beide fühlten sich aber bemüßigt, noch allerlei daraufzusetzen, was man als Fantasieprodukte, allenfalls als Eingebung bezeichnen muss, wenn nicht sogar als freche Selbstüberschätzung.
Die Zutaten des A. im Einzelnen aufzuführen, würde den Thread sprengen.
Bei N. sei die Ewige Wiederkunft besonders hervorgehoben. Er fühlte sozusagen, dass es an dem ist und die Spinne beim nächsten Turnus wieder an derselben Stelle der Wand hockt, vom Mondlichte beschienen.
Sowas nennt man
tief.
Das Fatale daran war aber, dass er irgendwann anfing, um eine Begründung zu ringen, die sich nicht so recht einstellen wollte und sich auch posthum nicht eingestellt hat.
Wäre ihm - und auch A. mit seinen Kristallschalen - dasselbe passiert, wenn sie beide Wissenschaftler gewesen wären?
Doch, gut möglich.
Wäre ihnen dasselbe passiert, wenn sie die Weisheit gehabt hätten, bei allem von der Erfahrung auszugehen, also stets auf der Wirklichkeit der Sinneseindrücke aufzubauen und jede Behauptung über die Beschaffenheit der Welt so sorgfältig zu begründen wie nur möglich? Und weise den Mund zu halten, wo man nur noch spekulieren konnte?
Nein, eher nicht.
Wer sich dem entsprechend verhielt, lief wohl nicht derart in die Irre, wie das Beispiel der epikureischen Naturphilosophie vermuten lässt, deren Weltbild sich bislang in keinem kardinalen Punkt als irrig erwiesen hat.
Wenn sich schon Aristoteles die Frage stellte, warum Wissenschaft höher angesehen ist als Erfahrung, obwohl doch, wie auch schon der alte Grieche wusste, die Erfahrenen in der Praxis oft erfolgreicher sind als die Wissenschaftler, so gebe ich ihm folgende Antwort:
Am Wert der jeweils resultierenden Erkenntnisse liegt es jedenfalls dann nicht, wenn man Wissenschaft von der Erfahrung - d.h. vom Sinneseindruck und Experiment - abkoppelt und so lustig darauf los spekuliert, wie du und Nietzsche es getan haben.
Doch der Eindruck, den man damit auf die Hammelherden macht, ist ungleich glanzvoller und verführerischer. Das ist die Ursache des Erfolgs.