Von Kant befreien

Jörg
Drei Fragen stellte Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ und diese Fragen gelten seither als die Grundfragen der Philosophie. Von ihnen geht eine scheinbare Evidenz aus, die sich aus ihrer aphoristischen Kraft ergibt. Solche Sätze sind wie schwarze Löcher, ziehen alles an, entwickeln eine Zwangsläufigkeit, aus der man kaum entrinnen kann.


Zitat:
Alles Interesse meiner Vernunft (das spekulative sowohl, als das
praktische) vereinigt sich in folgenden drei Fragen:

1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?


Ein Wort-Spiel

Schaut man sich diese drei Fragen einmal formal an, fällt auf, dass drei Hilfsverben mit drei Verben, die menschliche Aktivität beschreiben, kombinieren. Ist die konkrete Kombination zwangsläufig? Keineswegs. Im täglichen Sprachgebrauch begegnen wir ganz anderen Varianten. Die gegenwärtig häufigste ist vielleicht: Was kann ich tun? auch wenn sie aus Tradition in der Kantischen Verkleidung daherkommt. Ich kann aber ebenso fragen, was ich wissen soll, was ich wissen darf, was ich hoffen kann usw. Haben die Kant’schen Fragen irgendeinen offensichtlichen Vorrang gegenüber diesen neu gebildeten Varianten? Offenbar nicht.

Schauen wir uns die Termini an, die in diesen Fragen verwendet werden:

Dürfen

Was wir „dürfen“ ist all das, was wir tun können, ohne Sanktionen von anderen befürchten zu müssen. So gesehen ist die Kant’sche Frage „Was darf ich hoffen?“ heute leer: Hoffen, lautet die vielleicht zynische Antwort, darfst du alles, Hoffnungen werden nicht sanktioniert, so abwegig die Hoffnung auch sein mag.

Anders sieht es mit dem Wissen und dem Dürfen aus. Was darf ich wissen? Diese Frage stellt sich der Kranke, wenn er mit seinem Arzt spricht, ebenso wie der Bürger, der über die Aktivitäten der Geheimdienste rätselt. Es scheint eine ethische Frage zu sein, obwohl sie mit der Kantischen Ethischen Grundfrage weder das Sollen noch das Tun gemeinsam hat.

Was darf ich tun? das ist die Frage nach der individuellen Freiheit, mithin vielleicht die zentrale Frage der gesellschaftlichen Gegenwart. Es ist die Frage nach der Notwendigkeit der Überwindung von Unfreiheit ebenso wie die nach den Grenzen des freien Handelns, die durch die anderen neben mir und nach mir bestimmt sind.

Im Gegensatz zu Kant sind die ethischen Fragen also heute nicht die „sollen“-Fragen, sondern die „dürfen“-Fragen.

Können

Mit „Können“ bezeichnen wir unser individuelles Vermögen, unsere Fähigkeit zu etwas. Wiederum lohnt es sich, dieses nicht nur hinsichtlich des „Wissens“, wie Kant es tat, sondern auch hinsichtlich des „Tuns“ und des „Hoffens“ zu betrachten.

Die Kant’sche Frage „Was kann ich wissen?“ ist von vielen Philosophen inzwischen negativ beantwortet worden: Nichts. Wer die Frage nicht negativ beantwortet, verfängt sich bald im Gestrüpp der Begriffe Gewissheit, Glauben, Annehmen, für evident oder richtig oder erwiesen halten. Will man an einer positiven Antwort auf diese Frage festhalten, verschwimmt der Begriff des Wissens im Nebulösen. Natürlich kann man mit Kant bei der Untersuchung der synthetischen Urteile a-prioi und ihrer Geschwister verweilen, für die erkenntnistheoretischen Fragen der Geltung wissenschaftlicher Urteile gewinnt man daraus jedoch nichts.

Interessanter wird es, wenn wir das „Können“ mit dem „Tun“ und dem „Hoffen“ kombinieren. Denn auch wenn unser Vermögen, etwas zu wissen, begrenzt oder verschwindent gering sein mag, so ist unser Vermögen, etwas zu tun, zu handeln, offenbar gewaltig. Die Rede vom Handeln ist dabei sicherlich genauer zu analysieren, und je nach dem, ob wir Handeln als erfolgreiche, geglückte menschliche Tätigkeit oder nur als zielorientierte Verändern der Wirklichkeit fassen, wird die Frage, was ich tun kann, unterschiedlich beantwortet werden.

Bin ich in der Lage, etwas zu hoffen? Unter welchen Bedingungen? Mit welcher Rechtfertigung? Diese Fragen stellen sich, wenn wir die Frage „Was kann ich hoffen?“ als Frage nach der Fähigkeit, zu hoffen, stellen.

Sollen

Bleibt das Sollen, die normative Frage. Kant fragte: Was soll ich tun? und wir könnten ergänzen Was soll ich hoffen? und Was soll ich wissen?

Diese Fragen muten seltsam diffus an. Das Sollen, als normativer Anspruch von allen gegenüber einem jeden verstanden, mus zunächst völlig neu bestimmt werden, bevor wir uns an die Einzelfragen machen können. Gibt es überhaupt eine Rechtfertigung des Sollens, über die implizite Rechtfertigung durch das Nicht-Dürfen und das Nicht-Können hinaus?

Dieser Text enthält nicht nur mehr Fragen als Antworten oder Behauptungen. Das ist sicherlich für einen Befreiungsentwurf auch in Ordnung. Ich hoffe, Kant hätte seine Freude daran, er würde diesen kleinen Versuch vielleicht als „Aufbruch aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit“ lesen, eine Unmündigkeit, in die man sich durch das festhalten an den drei Fragen, in denen sich zwar das ganze Interesse Kants vereinigt, aber nicht das meine.
Dantez
Hallo Jörg,

ich unterstreiche Deine Aussagen, würde mich aber auf eine andere Weise nähern. Vertauschbar sind ja nicht nur die Hilfsverben, sondern auch die Vollverben, was zu den gleichen Umstellungen der Sätze führt.

Wie könnte etwas zu wissen oder etwas zu hoffen anders beschrieben werden als durch ein Verb? Sind also Wissen und Hoffnung nicht in erster Linie Handlungen?

Bedenkt man wiederum, dass es kein festes Wissen zu geben scheint, ist dann nicht jedes Wissen an eine Hoffnung geknüpft? Die Hoffnung, dass ein Sachverhalt, den man für wahr hält, auch wirklich wahr i, was nichts anderes als die Hoffnung auf eine Wirklichkeit ist. Ist es nicht diese erhoffte Wirklichkeit an der man versucht sein Handeln zu orientieren? Und besteht nicht die eigentliche Legitimation einer Tat darin, dass man auf ihr Gelingen hofft?



Der Zugang über die Vollverben führt also zum gleichen Wortspiel bezüglich Kants Fragen. Aber wir können noch weitere Fragen stellen, die eventuell auch einen Ausbruch aus der Trias Wissen-Handeln-Hoffen ermöglichen.

Ist das Wissen-Handeln-Hoffen dem Denken übergeordnet? Denkt man nur um wissen, handeln oder hoffen zu können? Oder geht man von einem Wissen, einer Handlung oder einer Hoffnung aus, um denken zu können?

Was ist mit Fantasie? Liegt sie nicht im Interesse der Vernunft? Wenn ich einen Roman schreibe, dann folgt er einer ihm internen Vernunft. Hier steht aber die Vernunft mindestens im gleichen Maß ihm Dienst der Fantasie, wie umgekehrt. Der Roman hat ja zunächst eine Bildebene über der in manchen Fällen eine Bedeutungsebene schwebt, die uns zu Belangen der Moral oder der Erkenntnis führt oder Hoffnungen in uns weckt.

Wenn man etwas sagt, ist dann das Gesagte, das Gemeinte oder das Verstandene wichtiger? Müssten das Sprechen und Kommunikation überhaupt nicht auch als Interessen der Vernunft angesehen werden? Wer Mathematik lernt, der lernt zunächst die Sprache der Mathematik, erst dann kann er mathematische Zusammenhänge verstehen.
J*St*
Hallo zusammen,

Wie wäre es einmal mit dieser Frage:

Wer bin ich?

Und wenn ja, wieviele? (War n' Scherz, jetzt.)

Oder auch:

Was bin ich?

Was ist meine Natur?

Welche Stellung habe ich im Ganzen?

Was ist der Sinn des Lebens?

Bin ich überhaupt?

Und wenn ja, waum?

Was will ich?

Was fühle ich?

Fühle ich überhaupt etwas?

Und wenn ja, warum?

Wieviele ist Gott?

Wann geht die Welt unter?

usw. usf. Fragen, auch gute Fragen, und natürlich auch philosophische Fragen gibt es wie Sand am Mehr. Sie sind ungezählt. Gruß Joachim Stiller Münster
Reinhard
Wie kann ich erkennen?
Wie lebe ich?
Was bedeutet mir mein Leben?
Nylen
Was kann ich wissen ist schon vor Kant die klassische Frage der Erkenntnistheorie. Ebenso auch Fragen wie: Wie kann ich wissen, wer kann wissen, woher kann ich wissen, etc
Aber doch nicht was darf ich wissen. Das ist für mich zwar eine Frage für Wissenschaftstheorie gehört aber zur politischen Dimension und nicht zur eigentlichen Erkenntnistehorie.

Was kann ich Wissen, beantworten bescheidene Philosophen mit Nichts, aber doch nicht wie du es schreibst. Nichts ist in diesem Fall nicht Nichts. Wir haben jede Menge Annahmen über die Welt die höchst plausibel sind, und die uns berechtigen zu sagen, das wir der Wahrheit sehr nahe sind. Nur ist alles Wissen reversibel. Jede einzelne Wissensbekundung mag ja falsch sein, aber doch niemals alle auf einmal. Und das wäre Nichts wissen.
Unsere Annahmen sind fehlerhaft oft, aber in rudimentären Dingen besteht soweit ich sehen kann nahezu universelle Einigkeit. Das es Sonne und Mond gibt etwa, oder dergleichen.
Wir können wissen. Wir können uns sogar der Wahrheit annähern. Wir haben nämlich Theorien mit Erklärungscharakter. Also Theorien die nicht nur Beobachtungen beschreiben sondern sie erklären. Natürlich sind unsere Erklärungen immer nur unsere jeweilige Vermutung, und sie können immer auch falsch sein, aber deshalb wissen wir doch nicht Nichts.

Was kann ich Wissen beantworte ich: Jede Menge. Nur ein sicheres Gerüst aufbauen auf dem das dann alles trägt kann ich nicht.

Was soll ich tun. Das ist die Frage der Ethik. Nicht was darf ich tun, was eine moralische oder juristische Frage wäre. Die Grenzen der Erkenntnis sollen mich bescheiden machen in meinen Ansprüchen. Andererseits muss ich mich auf mein Wissen verlassen um ein autonomes mir selbst Gesetze gebendes Wesen zu sein.

Was darf ich hoffen. Diese Antwort beantworte ich allerdings anders. Hier wäre Nichts ganz angebracht. Dürfen ist überhaupt ein seltsames Wort. Und hoffen? Hofft was ihr wollt, solange ihr wisst was ihr wissen könnt, und wisst, was ihr tun solltet smile

Können ist also das richtige Verb, und verweist auf unser Erkenntnisvermögen. Sollen verweisst auf den ethischen Bereich. Nur die letzte Frage Kants ist für mich problematisch.

Dürfen und hoffen sind für mich problematisch. Dürfen wegen seines Sanktionscharakters. und hoffen. Naja das lezte Übel in Pandoras Kiste war die Hoffnung. Sie blieb zwar in der Kiste, aber wie kam sie überhaupt rein?
Phönix
Hmm.
Ich weiß ja nicht, vll liegts daran, dass ich naiv bin und ich mich gar nicht einigermaßen professionel mit Philosophie beschäftige, aber ich glaube ich sehe das bissle anders.


Zitat:
Was wir „dürfen“ ist all das, was wir tun können, ohne Sanktionen von anderen befürchten zu müssen.

Ich denke Kant verwendet "dürfen" nicht umsonst zusammen mit "hoffen".
"Was darf ich hoffen?" Ich denke man kann die Frage übersetzen mit "Was darf ich erwarten?"
Sanktionen von anderen sind gar nicht nötig und ich denke auch nicht, dass er das damit meint, denn unerfüllte Hoffnungen bestrafen zumeist einen selbst.
Zitat:
. So gesehen ist die Kant’sche Frage „Was darf ich hoffen?“ heute leer

Demnach ist die Frage nicht leer, denn die ständige Hoffnung an einen Millionen-Jackpot kann bei immer wiederkehrender Enttäuschung falsch sein.
Zitat:
Anders sieht es mit dem Wissen und dem Dürfen aus. Was darf ich wissen?

Bei genaurer Betrachtung sehe ich, dass die Frage in der Frage"Was sol ich tun" drin steckt. Denn Wissen erlangt man durch aktives Handeln/Tun, demnach ist die Frage "Was ich wissen darf?" auch in der Frage" Was soll ich tun?" drin.
Zitat:
Was darf ich tun? das ist die Frage nach der individuellen Freiheit, mithin vielleicht die zentrale Frage der gesellschaftlichen Gegenwart. Es ist die Frage nach der Notwendigkeit der Überwindung von Unfreiheit ebenso wie die nach den Grenzen des freien Handelns, die durch die anderen neben mir und nach mir bestimmt sind.

Auch hier ist das "Was darf ich tun?" in der Frage "Was soll ich tun?" schon drin.
Denn das "soll" fragt schon danach was man darf und muss. Und stellt eben da, was am Ende, der Aufwiegung von Freiheit und Unfreiheit, gefragt wird.
Zitat:
Im Gegensatz zu Kant sind die ethischen Fragen also heute nicht die „sollen“-Fragen, sondern die „dürfen“-Fragen.

Ich kann zwar nicht sagen, dass Kant vollkommen richtig lag, aber die genannten "dürfen-Fragen" hat mE Kant schon eingeschlossen.


Zitat:
Die Rede vom Handeln ist dabei sicherlich genauer zu analysieren, und je nach dem, ob wir Handeln als erfolgreiche, geglückte menschliche Tätigkeit oder nur als zielorientierte Verändern der Wirklichkeit fassen, wird die Frage, was ich tun kann, unterschiedlich beantwortet werden.

Ich denke du hast durchaus Recht, dass die Frage HIER nicht gestellt wird. Das liegt dadran, dass die 4.Frage von Kant "Was ist der Mensch?", von dir gar nicht aufgelistet wird. Diese 4. Frage würde das "Was kann ich tun?" mit einschließen, da sie Grenten des Menschen mit einschließt. Keine Ahnung warum du diese letzte Frage von Kant nicht auflistest, er erwähnt sogar, dass dies die Frage ist, die am Ende gestellt wird.
Zitat:
Bin ich in der Lage, etwas zu hoffen? Unter welchen Bedingungen? Mit welcher Rechtfertigung? Diese Fragen stellen sich, wenn wir die Frage „Was kann ich hoffen?“ als Frage nach der Fähigkeit, zu hoffen, stellen.

Auch würde die Frage "Was ist der Mensch?" Abhilfe leisten, denn auch würde nach den Grenzen des Menschen-Mögliches gefragt, also nach dem was der Mensch kann.

Zitat:

Bleibt das Sollen, die normative Frage. Kant fragte: Was soll ich tun? und wir könnten ergänzen Was soll ich hoffen?...

mE könne wir das nicht. "Was soll ich hoffen?" steckt schon in "Was darf ich hoffen?" drin. Da sollen in diesem Fall keine aktive Handlung, als keine Tat, ist, sind hoffen/erwarten und sollen identisch. So ist die Frage "Was soll ich erwarten?" gleich mit "Was darf ich hoffen/erwarten?", da beides zur Prävention gegen Enttäuschung dient.
Zitat:
...und Was soll ich wissen?

Wie oben beschrieben ist Wissen erlangen, eine aktive Handlung, also eine "Was soll ich tun?" Angelgenheit.


Zitat:
Ich hoffe, Kant hätte seine Freude daran, er würde diesen kleinen Versuch vielleicht als „Aufbruch aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit“ lesen, eine Unmündigkeit, in die man sich durch das festhalten an den drei Fragen, in denen sich zwar das ganze Interesse Kants vereinigt, aber nicht das meine.

mE lässt sich, wie oben beschrieben, auch dein gesamtes philosopschies Interesse vereinigen.

Ich hoffe man kann es verstehen, was ich den einzelne Dingen meine. Ihr könnt gleich mal nach Denkfehlern suchensmile

€: Wollt nur noch was los werdenZwinker : Ich finde den Ansatz ziemlich intelligent, darauf muss man erst kommen. Aber ich denke, dass hier nicht funktioniert um Kant zu kritsieren.
Reinhard
Hallo, warum sollte man sich eigentlich von Kant befreien? Ihn kritisch zu verstehen ist wohl eine andere Sache und ich denke ganz im Sinne des kritischen Philosophen Kant. Unbestritten bleibt doch sicher sein philosophischer Einfluss, der sicher auch missverstanden worden ist, aber dass ist nun mal bei einschneidenden Denkveränderungen so. Sein Denkansatz der Transzendentalphilosophie im erkenntnistheoretischen Bereich durch die Darlegung der Erkenntnisvoraussetzungen im Apriorie ist nunmal ein nicht zu umgehender Grundsatz, der, seit dem er so vorformuliert ist wie in der ersten Ausgabe seiner ersten Kritik, nicht ernsthaft umgangen werden kann. Dass er nun versucht hat seine anderen Grundfragen auch durch ein Apriorie zu lösen, konnte nicht gelingen, weil er sich von da ab in der praktischen Philosophie befand. Ergebnisse waren ein Vernünfteln im Urteilen und in der Ethik. Er hätte halt erkennen müssen, dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ein wesentlicher ist, nämlich, die Praxis ist nur aus der Erfahrung abzuleiten und nicht aus irgendwelchen inneren Vermögen und Maximen, auf die man ja erst von der Erfahrung her zukommt.Er löst seine Fragen mit dem Dürfen und dem Sollen aus inneren Prinzipien, wie dem Sittengesetz, ohne anzugeben wer denn nun wirklich erlaubt, in Bezug auf das Dürfen und wer bestimmt in Bezug auf das Sollen. Insofern kann die erste Frage noch durchgehen, und bei den anderen ist man halt aufgerufen, den Widersinn der Fragestellung zu suchen oder sie nach eigener Vorstellung umzuformulieren. Danke.
Nik
Zitat:
Drei Fragen stellte Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ und diese Fragen gelten seither als die Grundfragen der Philosophie;
Zitat Immanuel Kant: "Alles Interesse meiner Vernunft (das spekulative sowohl, als das praktische) vereinigt sich in folgenden drei Fragen:
1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?" Zitat Ende.

Diese Fragen muten seltsam diffus an.

Das Sollen, als normativer Anspruch von allen gegenüber einem jeden verstanden, mus zunächst völlig neu bestimmt werden...
Gibt es überhaupt eine Rechtfertigung des Sollens, über die implizite Rechtfertigung durch das Nicht-Dürfen und das Nicht-Können hinaus?

Dieser Text enthält nicht nur mehr Fragen als Antworten oder Behauptungen. Das ist sicherlich für einen Befreiungsentwurf auch in Ordnung.

Ich hoffe, Kant hätte seine Freude daran, er würde diesen kleinen Versuch vielleicht als „Aufbruch aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit“ lesen, eine Unmündigkeit, in die man sich durch das festhalten an den drei Fragen, in denen sich zwar das ganze Interesse Kants vereinigt, aber nicht das meine.


Eingangs erwähnst du zwar die Herkunft der 3 Fragen - die "Kritik der reinen Vernunft", Kants großes Vermächtnis an die Philosophie - gleitest dann aber zusehends ins Gebiet der Moral, der Sittlichkeit und in einen nebligen und oberflächlichen Ansatz einer Art Handlungstheorie.

Wollte man sich Kants drei Fragen gemäß ihrem angestammten Bedeutungshorizont nähern, so fiele deine Threaderöffnung auch und gerade mit dem hochgestochen hoffnungsvollen Titel "Von Kant befreien" unter die Rubrik "THEMA VERFEHLT", ohne den Kant der "Kritik der reinen Vernunft" auch nur im entferntesten Sinne gestreift zu haben.

Vielmehr sollte als pädagogische Maßgabe hier also gelten, sich nicht etwa von KANT zu befreien, sondern sich die KrV von Kant schleunigst zu Herzen zu nehmen, um wenigstens den Anschein einer Ahnung davon zu bekommen, worums in diesem Jahrtausend-Werk überhaupt geht.

Um Sittlichkeit, Moral und soziale Handlungskoordination geht es jedenfalls nicht.

Und DAS allein mutet hier seltsam diffus an.


Gruß,
Nik
Reinhard
Hallo Nik, Danke.
Jörg
Ich fange mit meiner Stellungnahme einmal bei Nik an. Hättest du die Kritik der Reinen Vernunft tatsächlich gelesen, hättest du dir wenigstens die Mühe gemacht, die Stelle, die ich zitiert habe, in ihrem Kontext nachzulesen, dann wüsstest du, dass es Kant an dieser Stelle tatsächlich um die Verbindung von rener und praktischer Vernunft geht, um die Beziehung zwischen Transzendentalem und Moralischem. Das ist der "angestammte Bedeutungshorizont" dieser Fragen, der sich natürlich nicht erschließt, wenn man nur den Titel des Werkes betrachtet, aus dem ein Zitat entnommen ist.

Wenn jemand sich eine pädagogische Maßgabe schleunigst zu Herzen nehmen will und einmal herausbekommen will, worin es in der Kritik der reinen Vernunft geht - nur zu, das kann der Diskussion sicher nicht schaden. Einfach mal reinlesen.
Jörg
@Phönix: Was das "Dürfen" betrifft, gebe ich dir in gewissem Maße recht. "Dürfen" ist einfach ein sehr unpräzises Wort. Ich nehme es in der heute vorherschenden Bedeutung von "Was ist mir nicht verboten?" - und da ist die Frage leer.

Was jedoch die Grundfrage nach dem "Tun" betrifft, da bin ich ganz anderer Meinung: Kant wollte, auch in unserem heutigen Sinne, eine Sollens-Ethik. Was wir heute brauchen, ist eine Dürfen-Ethik. Das ist, kurz gesagt, mein Standpunkt.

Die berühmte "vierte Frage" hat Kant selbst ja erst zu einem späteren Zeitpunkt und ein an einem anderen Ort hinzugefügt (habe jetzt nicht parat, wo genau). Sie ist wohl als eine Art Zusammenschau der drei anderen aufzufassen, für mich ist sie letztlich, wenn man sie so allein betrachtet, so allgemein, dass man alle Formulierungen der sollen/dürfen/können - hoffen/wissen/tun - Fragen darunter erfassen kann - sie ist mir viel zu unspezifisch.
Jörg
@Nylen: Natürlich ist die Frage nach dem Wissbaren die klassische Frage der Erkenntnistheorie. Wenn man jedach nach 2.500 Jahren in der Beantwortung einer Frage noch nicht wirklich weiter gekommen ist, sollte man sich einmal fragen, ob die Frage vielleicht falsch gestellt ist. Schon Aristoteles schrieb den Philosophen in seiner metaphysik ins Stammbuch, dass die, die wissen, öfter fehlgehen als, die die nur Erfahrung haben. Vielleicht ist ja die richtige Frage der Erkenntnistheorie: "Warum kommen wir so gut zurecht, auch wenn wir nichts wissen können?" Wissenschaftstheoretische Anti-Realisten wie Baas van Fraassen fänden diese Frage vermutlich angemessener. (Für mich ist die Wissenschaftstheorie ein Teilbereich der Erkenntnistheorie, diese hat wie jene nur eine begrenzte politische Dimension)

Was ist für dich der Unterschied zwischen einer ethischen und einer moralischen Frage?

Das Fragen nach dem Hoffen scheinst du ablehnen zu wollen. Ich glaube nicht, dass das philosophisch angemessen ist. Hoffen ist die Grundlage allen Handelns, wenn wir nicht hoffen würden, könnten wir gar nichts tun.
Jörg
Ausbruch aus der Trias Wissen-Hoffen-Handeln das ist ein interessanter Ansatz. Wir sind zu oft in der Dreifaltigkeit gefangen, das liegt in der Verbindung unserer griechischstämmigen Philosophietradition mit der griechischstämmigen religionstradition, denke ich. Und es gibt ja sogar Arbeiten, die Glaube-Liebe-Hoffnung auf Wissen-Handeln-Hoffen abbilden. Aber ich bin da auch noch zu gefangen, um deine Ansätze des "Denkens" und er "Fantasie" da unterzubringen.
Nik
Zitat:
Original von Jörg
Ich fange mit meiner Stellungnahme einmal bei Nik an. Hättest du die Kritik der Reinen Vernunft tatsächlich gelesen, hättest du dir wenigstens die Mühe gemacht, die Stelle, die ich zitiert habe, in ihrem Kontext nachzulesen, dann wüsstest du, dass es Kant an dieser Stelle tatsächlich um die Verbindung von rener und praktischer Vernunft geht, um die Beziehung zwischen Transzendentalem und Moralischem. Das ist der "angestammte Bedeutungshorizont" dieser Fragen, der sich natürlich nicht erschließt, wenn man nur den Titel des Werkes betrachtet, aus dem ein Zitat entnommen ist.

Wenn jemand sich eine pädagogische Maßgabe schleunigst zu Herzen nehmen will und einmal herausbekommen will, worin es in der Kritik der reinen Vernunft geht - nur zu, das kann der Diskussion sicher nicht schaden. Einfach mal reinlesen.


Wer mit Unterstellungen arbeitet anstatt mit Argumenten (...ich hätte die KrV nicht gelesen...) macht sich gleich verdächtig.

Jedenfalls teilst du ja öffentlich die Ansicht mit, die KrV erschöpfe sich in dem dürftigen Ausschnitt, den du zu deiner "Befreiung von Kant" im Eingangsbeitrag zur Verfügung stellst, was aber im Grunde eigentlich nur deinen eigenen Vorstellungshorizont widerspiegelt.

Man nähert sich großer Philosophie möglichst durch die Größe der eigenen Auffassung und einer dementsprechenden Rezeption, oder man lässt es vielleicht besser.

Hier in diesem Thread besteht also die Gefahr, am Ende die Gedankenwelt des rezipierten Autors (Kant) mit der öffentlich vorgetragenen Enge der Vorstellungskraft des Themenstarters zu verwechseln.

Und diesem hier eingetretenen Umstand gilt mein Hinweis. Danke.



Gruß,
Nik
ewig
Du, Jörg, verfängst Dich mE zu sehr in Wortspielerei anstatt zu erkennen, daß Kant sich wenigstens dieses eine Mal sorgsam bemüht hat, sein Thema kurz und bündig auf den Punkt zu bringen. Wenn Du die Prädikatteile voneinander entkoppelst und nach Belieben neu kombinierst, kannst Du Kant nur verfehlen. Eigentlich wurde es bereits gesagt, aber hier dennoch auch mein Senf zur Bedeutung der drei Fragen:

"Was kann ich wissen?"

Das ist die erkenntnistheoretische Frage schlechthin. Sie zerfällt in das "Was (wird gewußt)?", das "Wie (kann man überhaupt zu Wissen gelangen)?" und die "Sicherheit (dessen, das gewußt werden kann)." Etwaige Ontologien wären hierin enthalten, falls man nicht ohne auskommt. (Ich für meinen Teil gebrauche den Begriff des Wissens nicht mehr, sondern "nur" noch den der Überzeugung, da man hiermit die Scherereien nicht mehr hat, derethalben z.B. ein Pippin das Forum unsicher macht.)

"Was darf ich hoffen?"

Die Sinnfrage. Diese Frage kann man mE unter der ersten mitabhandeln, denn im Grunde folgen die Antworten aus den Ergebnissen der ersten: Das, von dem ich mit der größten Sicherheit ausgehen muß, bildet den Rahmen dessen, was mir zustoßen kann.

"Was soll ich tun?"

Die Frage nach Verhaltensleitlinien. Dieser Komplex bildet eine Synthese aus abermals dem, was die erste Frage ergründet und den eigenen Wunschvorstellungen: dem Wollen und den Annahmen darüber, wo die jeweiligen Handlungsalternativen hinführen. (Diese Frage ausschließlich unter dem Blickwinkel einer externen Sanktionierung zu betrachten, engt sie in fahrlässiger Weise ein.)
Nylen
Zitat:
"Warum kommen wir so gut zurecht, auch wenn wir nichts wissen können?"


Weil wir eben nicht nichts wissen. Unser Wissen mag fallibel sein, ist es aber in nahezu allen praktischen belangen nicht.
Anti-Realisten sind eine Mode-Erscheinung und werden verschwinden.

Der Realismus ist weder beweissbar noch widerlegbar und bleibt damit eine metaphysische Position. Aber hier setzt ja das sollen unter anderem an. Wir sollen uns für unsere Erkentnistheorie entscheiden. Wir entscheiden doch nach welchen Kriterien wir Wissen als Wissen gelten lassen. Wir legen also normativ fest was als Wissen gelten kann.

Ich bleibe also Realist, im erkenntnistheoretischen Sinne. (Im ontologischen Sinne bin ich Nominalist). Die Erkenntnis wie wenig wir sicher wissen führt für mich nicht zu einem absurden gar nichts wissen können.

Wir kommen so gut zurecht, weil unsere Annahmen über die Welt besser sind als ihr Ruf, ist also meine Antwort. Das ihr Ruf so schlecht ist terotz der riesigen Erfolge im Wissensfortschritt bleibt für mich eine bedauerliche Modeerscheinung. Dazu gehört der Anti-Realismus, aber auch Teile der analytischen Philosophie.

Zitat:
Was ist für dich der Unterschied zwischen einer ethischen und einer moralischen Frage?


Die ethische Frage ist allgemeiner als die moralische. Salopp gesagt gehört zur ethischen Frage warum man moralisch handeln sollte. Zur ethischen Frage gehört aber auch die Verfassung des Staates und der Gesetze die ein ethisches Leben überhaupt ermöglichen müssen.

Die Frage nach dem Hoffen lehne ich nicht ab, solange sie trivial bleibt.
Ich wies auf Pandoras Box hin. Ich glaube die Griechen hatten ein natürliches Gefühjl das Hoffnung zu den Übeln gehörte, bzw. ein zweifelhaftes Ding war. Nichts ist schlimmer als falsche Hoffnung. Oder auf ein Jenseits gerichtete Hoffnung. Und was ist schmerzlicher als enttäuschte Hoffnung?

Wie gesagt spielt in meinem Erleben und Weltbild Hoffnung nur eine triviale Rolle. So hoffe ich wider besseren Wissens Gesund zu bleiben und nicht darben zu müssen im Alter. Dies sind aber eher Wünsche, als das ich Hoffnung in sie setze.

Es gibt natürlich noch andere Art Hoffnung zu sehen, als etwas nämlich, was vom gebrachten Einsatz abhängt. Wer sich ganz und voll einbringt mag hoffen das es gelingt.
Dantez
Zitat:
Ausbruch aus der Trias Wissen-Hoffen-Handeln das ist ein interessanter Ansatz. Wir sind zu oft in der Dreifaltigkeit gefangen, das liegt in der Verbindung unserer griechischstämmigen Philosophietradition mit der griechischstämmigen religionstradition, denke ich. Und es gibt ja sogar Arbeiten, die Glaube-Liebe-Hoffnung auf Wissen-Handeln-Hoffen abbilden. Aber ich bin da auch noch zu gefangen, um deine Ansätze des "Denkens" und er "Fantasie" da unterzubringen


Es gibt m.E. Ansätze in unserer Philosophie- und Religionstradition, die einen gewissen Kanon des Ausbruchs bilden.

Zum einen sind das die hebräischen Wurzeln des Christentums. Ein bekannter Bibelvers lautet: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort (Johannes 1, 1)" Im Griechischen steht hier lógòs statt Wort, die Stelle referiert also auf einen populären Begriff der hellenistischen Philosophie, der das Dogma einer Denktradition mit sich führt. Im Hebräischen heißt Wort dabar, was auch mit Tat übersetzt werden kann und somit für ein deutlich handlungsbezogeneres Sprech- und Denkverhalten steht.

Dann gibt es Aristoteles' Rhetorik, die Kunst des richtigen Überzeugens. Hier versucht ein Redner nicht mehr Wahrheit zu verbreiten, sondern anhand von Gemeinplätzen Behauptungen herleitet, die sein Publikum überzeugen sollen.

Ein modernerer, entschieden religionsferner Philosoph schließt im 19. Jahrhundert darauf, dass nicht unsere Weltanschauung ein Primat ist von dem alles weitere ausgeht. Er sieht die Weltanschauung als Folge von Lebensumständen an. Sein Name ist Karl Marx und seine generellen Vorstellungen fließen in die verschiedensten Theorien ein.

Etwas früher, bei Wilhelm von Humboldt im 18. Jahrhundert, ist es die Sprache, welche die Weltanschauung dominiert. Das menschliche Wesen sieht er nicht als Einzelgänger, sondern eher als kommunikationsbedürftig.

Friedrich Nietzsche feindet als radikaler Denker jede Vorstellung einer dauerhaften Wahrheit an und das betrifft auch Kant, der auf der Suche nach Urteilen ist, die a priori sind, also unabhängig von aller Erfahrung wahr sind, aber nicht analytisch, also nicht nur auf logischen Schlüssen basieren.

Im 20. Jahrhundert taucht die Psychoanalyse auf. Sigmung Freud erkennt die Welt des Unbewussten, die scheinbar einen enormen Einfluss auf unser Denken hat, somit eröffnet er unserer Vernunft die Welt der Fantasie.

Schließlich kommen Wittgenstein mit seinem Konzept des Sprachspiels daher, welches m.E. in Kombination mit Humboldt und Marx schon sehr weit vom Kant'schen Denkschema entfernt ist.
Dann gibt es noch einen Michel Focault, der mit dem Begriff des sozialen Systems, welches bestimmte Aussagen mögich macht, noch deutlich weiter geht. In Verbindung mit den Theorien von Umberto Eco, der Kultur als Kommunikation beschreibt, und einer Prise Psychologie kann sich m.E. ein entschieden breiteres Interesse der Vernunft entfalten als innerhalb der Trias Wissen-Handeln-Hoffen.



Ja ähm, das hier sind leider nur Impressionen, weiter bin ich in meinem Denken selbst noch nicht.
Jörg
Verehrer Nik, du hast mit Bezug auf die Kritik der reinen Vernunft geschrieben, "Um Sittlichkeit, Moral und soziale Handlungskoordination geht es jedenfalls nicht." und das veranlasste mich tatsächlich zu der Annahme, du hättest das Buch und insbesondere die fragliche Stelle nicht gelesen, da es dort in der tat um praktische, moralische, handlungsbezogene Fragestellungen geht. Anders konnte ich mir deinen Satz nicht erklären. Entschuldige.
Nik
Zitat:
Kants Ethik, die in den Schlusskapiteln der Kritik der reinen Vernunft nur angedeutet ist, führt er 1785 in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten aus. Hier wird der kategorische Imperativ als Prinzip der Ethik entwickelt, und die Idee der Freiheit, die in der ersten Kritik für die theoretische Vernunft nicht beweisbar war, wird nun als notwendige Voraussetzung der praktischen Vernunft gerechtfertigt.

Nach der Überarbeitung einzelner Stücke der Kritik der reinen Vernunft für die zweite Auflage 1787 erscheint 1788 die Kritik der praktischen Vernunft, die den moralphilosophischen Ansatz der „Grundlegung“ erläutert und ausbaut, und schließlich 1793 die Kritik der Urteilskraft, in deren Vorwort Kant stolz verkündet, dass mit dieser sein kritisches Geschäft abgeschlossen sei und dass er nun „ungesäumt zum doktrinalen“ schreiten werde, also der Ausarbeitung eines Systems der Transzendentalphilosophie.


Nik: "Um Sittlichkeit, Moral und soziale Handlungskoordination geht es jedenfalls in der Kritik der reinen Vernunft nicht."


Und das - Ethik, Morallehre usw. - ist es dann selbstredend auch nicht, was von Kant in der Philosophie (Philosophie des Geistes, verschiedene Spielarten des Konstruktivismus, Nietzsche, Heidegger, Luhmann etc.) bis auf den heutigen Tag überlebt hat...


...obwohl aber genau das deine reduktionistische Falsch-Darstellung suggeriert.

*



Denn den Kant, den du hier zur ausgedünnten Darstellung bringst, der ist wirklich mausetot. großes Grinsen



Nik
Dantez
Zitat:
Denn den Kant, den du hier zur ausgedünnten Darstellung bringst, der ist wirklich mausetot. großes Grinsen


Das grundlegende Interesse der Vernunft, die Kant auch in der Kritik der reinen Vernunft aufbaut, lässt sich also nicht in den 3 Fragen zusammenfassen?
Oder diese Interessen zu betrachten ist keine legitime Herangehensweise, um Kants Vorstellung der Verunft zu hinterfragen?

Was verstehe ich hier falsch?