Martin Heidegger

Jörg


Link: Philosophischer Podcast: Martin Heidegger


Martin Heideggers Philosophie wird oft als dunkel und schwer verständlich bezeichnet. Gerade sein Hauptwerk „Sein und Zeit“ steckt aber voller spannender und vor allem Lebenswelt- und Praxis-orientierter Gedanken, denen es sich zu folgen lohnt, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Reinhard
Und nun?
Jörg
Nun kann, wer mag, sich zu dem,was er gesehen hat, äußern.
meloyello
Das war die Äußerung.
Ahorn
Martin philosophiert über den Hammer, Friedrich und Ahorn mit dem Hammer Freude

Vorschlaghammer
Ausführung geschmiedet, sorgfältig gehärtet und angelassen, mit schwarzem Wasserlack lackiert, Bahn und Pinne blank geschliffen. Diese großen Hämmer können bis zu 12 kg schwer sein. Für großen Kraftaufwand, zum Abreißen, für diverse Richtarbeiten, zum Einschlagen von Pflöcken und Pfählen etc.

Schonhammer
Die Abbildung zeigt einen sog. rückschlagfreien Schonhammer mit Hickory-Holzstiel. Die verschleißfesten Schalgköpfe sind aus Polyurethan. Der Hammerkörper ist gefertigt aus Präzisionsstahlrohr mit angeschweißter Stielhülse. Anwendung: dosierte Positionsschläge z.B. auf Werkstücke im Maschinenschraubstock, bei Montagearbeiten, beim Fensterbau, Leichtmetallbau, Innenausbau, Messebau, Werkzeugbau, Maschinenbau, Metallbau, Karosseriebau und in der Möbelindustrie.

Schlosserhammer
Mit diesen Hämmern wird Metall getrieben, geglättet und gebördelt. Die Bahn des Schlosserhammers ist eben, die Finne kann flachspitz auslaufen oder kugelförmig sein. Schlosserhämmer sind in den Gewichtsklassen zwischen 50 und 2000 g erhältlich.

Schreiner-Klüpfel
Ausführung: Schlagkopf aus Buchenholz, alle Kanten mit gefräster Fase. Stiel ovale Form, aus Eschenholz, eingeleimt und verkeilt. Hammer zum Zusammenklopfen von Verbindungen und zum Treiben von Stemmeisen und Hohlbeiteln. Der Kopf ist trapezförmig, damit die Schlagfläche senkrecht auf das Heft des Stemmwerkzeuges trifft.

Schreinerhammer
Ausführung mit doppelt geschweiftem Eschenstiel. Der Schreinerhammer gleicht dem Schlosserhammer, besitzt jedoch eine abgeflachte Finne. Es gibt ihn in Gewichten von 100 bis 800 g und er gehört zur Grundausstattung jedes Holzwerkers. Er wird vorwiegend zum Einschlagen von Nägeln, Zwecken, Stiften, Klammern etc. beutzt.

Maurer-Hammer
Ein Hammer, der wegen seiner Form besonders für Maurerarbeiten geeignet
ist. Die relativ breite Schneide am Hammervorderkopf erlaubt es Steine
auf die richtige Größe zu bringen.

Latthammer
Ausführung ohne oder mit Magnet, mit Hickory-Stiel und gehärteter Stielschutzhülse, mit schwarzem Wasserlack lackiert. Dieser Hammertyp ist ein Zimmermannshammer mit Spitze, welcher es durch seine spezielle Formgebung ermöglicht große Nägel aus dem Holz zu entfernen.

Klauenhammer
Amerikanischer Klauenhammer mit Hickory-Stiel. Die gespaltene Klaue dieses Hammers ist zum Herausziehen verbogener Nägel gedacht. Klauenhämmer mit gerader Klaue werden oft zum Öffnen von Holzkisten und Verpackungen genutzt.


Oder man nennt es einfach nur Zeug Zwinker
Tarvoc
Zitat:
Original von Ahorn
Oder man nennt es einfach nur Zeug Zwinker

Guter Hinweis. Heideggers Begriff des Zeug suggeriert so eine Art Nicht-Individuierbarkeit bzw. Irrelevanz der jeweiligen unmittelbaren Singularität des jeweiligen Objekts. Man könnte auch von seiner "Verschiedenheit" sprechen - bzw. wie gewisse französische Philosophen von "différence" (ja, hier mit e). Während das beim "Schreibzeug" noch ganz wunderbar funktioniert, kriegt man z.B. beim "Feuerzeug" oder beim "Fahrzeug" dann doch Probleme damit. Unter anderem hier zeigt sich, inwieweit auch Heideggers Denken immer noch metaphysisch ist. In den Kontext ist auch die These einzuordnen, dass der Hammer sich im Gebrauch "unmittelbarer präsentiert" als in der Betrachtung. Es gibt keinen Grund, warum das notwendig so sein sollte. Im Gegenteil lassen sich sogar sehr gut Verhältnisse denken, in denen die bloße "Nutzung" effektiv verschleiernd wirkt. Das ist sogar nicht mal besonders neu...
Jörg
Es ist nicht notwendig, aber äußerst hilfreich, die Dinge in ihrer Verwendung zu betrachten, und als das, als was sie sich in der Verwendung offenbaren. Die analytischen Philosophen haben immer nur hingeguckt und kaum benutzt, und sich damit viele Probleme geschaffen.

Sehr erhellend ist hier Ian Hackings Wissenschaftstheorie, der nach den ganzen Darstellen-Theorien endlich das Eingreifen ins Zentrum der Betrachtung gerückt hat.

Heidegger hat es nicht "einfach nur Zeug" genannt, sondern er hat das Seiende nicht mehr als "Vorhandenes" sondern als "Zuhandenes" aufgefasst.
Schneemann
Zitat:
Original von Jörg
Heidegger hat es nicht "einfach nur Zeug" genannt, sondern er hat das Seiende nicht mehr als "Vorhandenes" sondern als "Zuhandenes" aufgefasst.

Leider zeigt mir der Podcast + Thread nur einmal mehr das Heidegger eben Begriffe umdefiniert und Worte neu schöpft, aber ansonsten bleibt er inhaltlich blass. Worin man H. nun wirklich folgen sollte und warum man das tun sollte bleibt völlig verborgen. Und die ganze Diskussion findet allein auf einer abstrakten Ebene statt, da ändert auch der Versuch etwas Praktisches wie einen Hammer mit reinzubringen leider nichts. Wenn du meinst Philosophen hätten sich durch das Austauschen der Begrifflichkeiten "Vorhandenes" in "Zuhandenes" (o.ä.) Probleme vom Leib gehalten, dann nenn doch bitte die konkreten Probleme, die Philosophen und worin der Nutzen liegt, ansonsten bleibt das alles ähnlich blass wie H. selbst.
Nik
Worin sich Heidegger mit den bedeutendsten seiner vormaligen Kritiker trifft ist die vollständige Abgeschlossenheit der Daseinsimmanenz des Menschen.

Das "Vorhandene" vermögen wir nicht zu erfassen, da es uns bereits immer schon als "Zuhandenes" begegnet.

"Vorhandenes" und Kants "Ding an sich" sind identisch.

Wenn Wittgenstein das Dass-Sein der Welt im Tractatus noch als "das Mystische" bezeichnet, dann erkennen wir heute darin die Parallele hierzu.

Die Gefangenschaft durch die Sprache spiegelt folglich nichts anderes wider, als das, was Heidegger "das Gestell" und Luhmann "Kommunikation" nennt.

Zitat:
Martin Heidegger: "Die Sprache spricht, nicht der Mensch. Der Mensch spricht nur, indem er geschickt der Sprache entspricht."

Zitat:
Niklas Luhmann: "Der Mensch kann nicht kommunizieren. Nur die Kommunikation kann kommunizieren."

Mit Grüßen von Nik
Reinhard
Den Sinn von Sein aus dem Nichts zu schöpfen, ist eben wie aus dem Fass der Danaiden zu schöpfen. Mir kommt das Alles vor wie hohle Wortblasen, die, wenn man sie gegeneinander hält sich nur in ihrer Hohlheit verdoppeln. Man sollte bei Kierkegaard doch nie übersehen, dass er ein theologischer Schriftsteller war und wenn man bei ihm die angestrebte Nachfolge des Christus weglässt, was dann da noch übrig bleiben kann, das zeigen Heidegger und Sartre. Ich nenne das Geschwafel mit universitärem Anstrich. Aber vielleicht reicht es bei mir ja auch nicht zu solch höheren Weihen. Glaubwürdigkeit ist für mich das zentrale Wort des Existenzialismus. Sartre war ein Dauerkonvertit Heidegger ein Antisemit wenn ich richtig informiert bin. Das Denken kann doch unmöglich für Fachleute des Denkens nur dasein, sondern muss immer möglichst vielen vermittelbar bleiben und sich ausschließlich mit neuen Wortschöpfungen aus jedem Dilemma zu befreien, ist schon immer eine beliebte Methode der Scharlatane gewesen. Danke.
Nik
Zitat:
Original von Reinhard Schauer
Den Sinn von Sein aus dem Nichts zu schöpfen, ist eben wie aus dem Fass der Danaiden zu schöpfen. Mir kommt das Alles vor wie hohle Wortblasen, die, wenn man sie gegeneinander hält sich nur in ihrer Hohlheit verdoppeln. Man sollte bei Kierkegaard doch nie übersehen, dass er ein theologischer Schriftsteller war und wenn man bei ihm die angestrebte Nachfolge des Christus weglässt, was dann da noch übrig bleiben kann, das zeigen Heidegger und Sartre. Ich nenne das Geschwafel mit universitärem Anstrich. Aber vielleicht reicht es bei mir ja auch nicht zu solch höheren Weihen. Glaubwürdigkeit ist für mich das zentrale Wort des Existenzialismus. Sartre war ein Dauerkonvertit Heidegger ein Antisemit wenn ich richtig informiert bin. Das Denken kann doch unmöglich für Fachleute des Denkens nur dasein, sondern muss immer möglichst vielen vermittelbar bleiben und sich ausschließlich mit neuen Wortschöpfungen aus jedem Dilemma zu befreien, ist schon immer eine beliebte Methode der Scharlatane gewesen. Danke.

Das Fass der Danaiden und das Fass der Vorurteile, beides scheint unerschöpflich... roll nunja gruebel

Mit Grüßen von Nik winken
Aurom
Zitat:
Original von Reinhard Schauer
Ich nenne das Geschwafel mit universitärem Anstrich. Aber vielleicht reicht es bei mir ja auch nicht zu solch höheren Weihen.


mir geht´s wie dir, reinhard, ich kann das vergnügen daran auch nicht nachvollziehen...aber ich vermute, dass hat nichts zu tun mit geistiger kapazität, sondern einfach mit vorlieben...schließlich kann sich auch nicht jeder für schach oder entomologie begeistern... nunja
Nik
Zitat:
Original von Aurom
Zitat:
Original von Reinhard Schauer
Ich nenne das Geschwafel mit universitärem Anstrich. Aber vielleicht reicht es bei mir ja auch nicht zu solch höheren Weihen.


mir geht´s wie dir, reinhard, ich kann das vergnügen daran auch nicht nachvollziehen...aber ich vermute, dass hat nichts zu tun mit geistiger kapazität, sondern einfach mit vorlieben...schließlich kann sich auch nicht jeder für schach oder entomologie begeistern... nunja

...oder grundsätzlich mit der Einsicht, dass eine Beurteilung eines Gegenstands, eines Sachverhalts, nur dort angemessen geleistet werden kann, wo hinreichend Informationen über diesen Sachverhalt, über diesen Gegenstand zusammengebracht worden sind, und dass erst dann - mit der hierfür notwendigen Urteilskraft - der Richtspruch fällt.

Etwas, das ich nicht beurteilen kann, beurteile ich nicht. So verlangt es die Aufrichtigkeit.

Mit Grüßen von Nik winken
Jörg
Zitat:
Original von Schneemann
Wenn du meinst Philosophen hätten sich durch das Austauschen der Begrifflichkeiten "Vorhandenes" in "Zuhandenes" (o.ä.) Probleme vom Leib gehalten, dann nenn doch bitte die konkreten Probleme, die Philosophen und worin der Nutzen liegt, ansonsten bleibt das alles ähnlich blass wie H. selbst.


Ich hatte ja bereits auf die Wissenschaftstheorie und Ian Hackings Lösungsansatz hingewiesen. Hier geht es um die Existenz der theoretischen Entitäten. "Existieren Elektronen?" ist die Standard-Frage. Der (heute weit verbreitete) instrumentalistische Standpunkt besagt, dass Elektronen nicht existieren, dass wir wenigstens grundsätzlich nichts darüber sagen können, und dass Theorien nichts wirkliches beschreiben, sondern nur Instrumente zur Erklärung makroskopischer Effekte sind.

Das Problem ist hier, dass "Existieren" eben als "Vorhandensein" aufgefasst wird. Hacking stellt aber das Handeln des experimentierenden Wissenschaftlers in den Mittelpunkt, der die Elektronen verwendet um neue Effekte zu erzeugen: "Wenn man sie versprühen kann, existieren sie auch" ist Hackings berühmter Satz. (Hacking bezieht sich nicht auf Heidegger, aber auf den Zusammenhang zwischen dem Hackingschen Denkansatz und dem heideggerschen "Zuhandenen" hat z.B. Schummer in "Realismus und Chemie" hingewiesen.)

Das Problem der Existenz theoretischer Entitäten ist also z.B. eines, welches ganz anders angegangen werden kann, wenn man davon ausgeht, dass uns die Welt zunächst nicht als "vorhandenes" sondern als "zuhandenes" begegnet.
Aurom
Zitat:
Original von Nik
Etwas, das ich nicht beurteilen kann, beurteile ich nicht. So verlangt es die Aufrichtigkeit.


türlich türlich...ich muss haferschleim erst essen, um sagen zu können, dass er mir nicht schmeckt...aber um sagen zu können, dass ich diese graue pampe niemals essen werde, reicht mir schon der anblick... roll
Nik
Zitat:
Original von Aurom
Zitat:
Original von Nik
Etwas, das ich nicht beurteilen kann, beurteile ich nicht. So verlangt es die Aufrichtigkeit.


türlich türlich...ich muss haferschleim erst essen, um sagen zu können, dass er mir nicht schmeckt...aber um sagen zu können, dass ich diese graue pampe niemals essen werde, reicht mir schon der anblick... roll

Haferscheim und Heidegger zusammengedacht veranschaulicht recht treffend, worauf ich hinauswollte, ja.

Beste Grüße von Nik
Tarvoc
Zitat:
Original von Jörg
Das Problem ist hier, dass "Existieren" eben als "Vorhandensein" aufgefasst wird. Hacking stellt aber das Handeln des experimentierenden Wissenschaftlers in den Mittelpunkt, der die Elektronen verwendet um neue Effekte zu erzeugen: "Wenn man sie versprühen kann, existieren sie auch" ist Hackings berühmter Satz. (Hacking bezieht sich nicht auf Heidegger, aber auf den Zusammenhang zwischen dem Hackingschen Denkansatz und dem heideggerschen "Zuhandenen" hat z.B. Schummer in "Realismus und Chemie" hingewiesen.)


Du willst also sagen, Elektronen sind nicht vorhanden, sondern zuhanden?
Jörg
Elektronen begegnen den experimentierenden Wissenschaftlern als zuhandenes, so könnte man Hackings Satz in Heideggers Sprache formulieren - und ihre Existenz wird durch ihre Zuhandenheit, durch ihren Zeug-Charakter belegt. Betrachtet man sie aber nur als (möglicherweise) Vorhandenes, dann wird es schwer, die Annahme ihrer Existenz überhaupt zu rechtfertigen.
Nylen
Für mich existiert, was wirkt.

So habe ich auch Hacking verstanden. Der Glaube an die Existenz von spaltbaren Atomen hat nach Abwurf der Atombombe enorm zugenommen. Eben weil die Wirkung so klar hervortritt.

Das wir Teilchen Verschiessen die wir vorher theoretisch postuliert haben, mag sich als Irrtum erweisen. Also die jetzige Theorie darüber, nicht aber das wir damit Wirkungen erzeugt haben, was auf die Existenz von etwas hinweist.

Edit: Habe den Podcast gesehen. Denke habe ihn auch verstanden soweit, aber ich gehöre zu denen die Heidegger nie etwas abgewinnen werden können.

Ich werfe ihm nicht vor das er unpräzise ist, aber weit entfernt vom Alltagsgebrauch der Sprache. Und das Credo "Alles was sich vernünftig sagen lässt, lässt sich klar sagen" ist für mich immer auch ein in Umgangssprache ausdrücken können.
Tarvoc
Zitat:
Original von Jörg
Elektronen begegnen den experimentierenden Wissenschaftlern als zuhandenes, so könnte man Hackings Satz in Heideggers Sprache formulieren - und ihre Existenz wird durch ihre Zuhandenheit, durch ihren Zeug-Charakter belegt. Betrachtet man sie aber nur als (möglicherweise) Vorhandenes, dann wird es schwer, die Annahme ihrer Existenz überhaupt zu rechtfertigen.

Ist denn aber nun das Elektron selbst das Zuhandene, oder seine Beschreibung innerhalb der jeweiligen physikalischen Theorie? gruebel