Albus Dumbledore
Da man die Richtigkeit unserer eigenen Logik nicht beweisen können, muss ein Nihilist an die Richtigkeit glauben. Tut er dies, macht er es nur aus Hoffnung. Aber Hoffnung ist auch ein Wert und so der Nihilist kein Nihilist mehr.
Ich gebe zu, dass meine Idee die Richtigkeit des der Logik voraussetzt.
Was meint ihr?
Zanderdan
Okay, kein Wort verstanden, aber mal grundsätzlich: was verstehst du denn genau unter Nihilismus/Nihilisten?
Gruss
carsten aus bochum
Vermutlich würde ein Nihilist den Rahmen größer stecken und sagen, "eben, man kann nichts beweisen, wieder etwas, aus dem sich keinerlei Wert schöpfen läßt."
Gruß,
Carsten
Nylen
Die Wiederlegung des absoluten Nihilismus mit Logik ist einfach.
Es spielt auch keine Rolle ob der Nihilist an die Logik glaubt, aber wen ein Nihilist Nichts glaubt, so glaubt er doch gewiss, dass er nichts glaubt. Also glaubt er etwas und nicht etwa nichts.
Er glaubt also nichts und glaubt doch etwas, was ein Wiederspruch ist. Ergo ist der absolute Nihilismus nichts als ein Hirngespinst.
Deinen Ausführungen dagegen konnte ich nicht ganz folgen.
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Nylen
Es spielt auch keine Rolle ob der Nihilist an die Logik glaubt, aber wenn ein Nihilist Nichts glaubt, so glaubt er doch gewiss, dass er nichts glaubt. |
Nö.
Nylen
| Zitat: |
Nö
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und das glaubst du ^^?
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Nylen
und das glaubst du ^^? |
Keine Ahnung, ich bin kein Nihilist.
Nylen
Es gibt auch keine so beshcriebenen absoluten Nihilisten. Die einzigen solchen Nihilisten begegenen einen in der russischen Literatur , vornehmlich bei Dostojewski.
Eine tatsächliche existierende Form von nihilismus ist dagegen das verleugnen der eigenen existenz und Bedürfnisse. Also Menschen die sagen, sie brauchen nichts, haben nichts und können nichts.
Mein einwand richtet sich eben nur gegen eine verquerte Erkenntnistheoretische Position welche sich wie gezeigt ad absurdum führt.
Gleiches Argument gilt übrigen für den starken Relativismus.
Wenn der starke Relativist sagt, alle erkenntnis sei relativ, so muss auch diese erkenntnis, nämlich das alle Erkenntnis relativ sei, relativ sein. Was es zu einer wertlosen Position macht.
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Nylen
Wenn der starke Relativist sagt, alle erkenntnis sei relativ, so muss auch diese erkenntnis, nämlich das alle Erkenntnis relativ sei, relativ sein. Was es zu einer wertlosen Position macht. |
Auweia. Schon 'mal 'was von Metasprachen gehört?
Wär' gut, 'mal Bertrand Russell zu lesen. So von wegen "Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthalten" und so...
Ach ja, ich habe dir gerade eine Torchance frei Haus geliefert. Mal sehen, ob du triffst...
Phil(osoph)
| Zitat: |
Original von Nylen
Es spielt auch keine Rolle ob der Nihilist an die Logik glaubt, aber wen ein Nihilist Nichts glaubt, so glaubt er doch gewiss, dass er nichts glaubt. Also glaubt er etwas und nicht etwa nichts.
Er glaubt also nichts und glaubt doch etwas, was ein Wiederspruch ist. Ergo ist der absolute Nihilismus nichts als ein Hirngespinst.
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Was ist denn der "absolute Nihilismus" für dich???
Ich habe in diesem Forum jetzt schon regelmäßig die - wenn ich das Wort auch mal verwenden darf *g* - "*Kraftausdruck*hausparole" über die "Falschheit der Nihilisten" gehört, die immer damit begründet werden soll,, daß wir ja doch an etwas glauben, wenn wir an Nichts glauben
(zudem übrigens auch ohne vorher überhaupt eine Erläuterung der persönlichen Vorstellung von Nihilismus seitens der Steinewerfer zu erhalten)
Wer sagt denn überhaupt, daß "wir Nihilisten" an nichts glauben?? Es besteht ein Unterschied darin, ob nichts
Sinn macht/enthält oder ob man an nichts
glaubt. Nihilismus bedeutet nicht, generell an nichts zu glauben, sondern an nichts "Transzendentes", "Göttliches" etc. zu glauben! Sich der Tatsache bewusst sein, daß nichts Sinn macht, die absolute Negierung der
Sinnhaftigkeit allen Existierens!
Ich glaube hingegen an viele
weltliche Errungenschaften, wobei ich mir jedoch bewusst bin, daß auch sie
sinnlos sind (da sie über keinerlei übergeordnete Macht verfügen und die Sinnlosigkeit des Ganzen nicht aufhalten können) und aufgrund der "Zeitüberbrückung" zum Unausweichlichen hin und zur legitimen Flucht vor dem totalen Wahnsinn wertvolle Manifestationen des menschlichen Geistes darstellen, z.B. die Magie der gegenseitigen Liebe!
carsten aus bochum
Hallo zusammen,
| Zitat: |
| "Wer sagt denn überhaupt, daß "wir Nihilisten" an nichts glauben?? Es besteht ein Unterschied darin, ob nichts Sinn macht/enthält oder ob man an nichts glaubt. Nihilismus bedeutet nicht, generell an nichts zu glauben, sondern an nichts "Transzendentes", "Göttliches" etc. zu glauben! Sich der Tatsache bewusst sein, daß nichts Sinn macht, die absolute Negierung der Sinnhaftigkeit allen Existierens!" |
So verstehe ich den Nihilismus auch.
Alles ist letztlich vergänglich und angesichts dieser Tatsache kann man schon mal verzweifeln.
Auch ich würde mit Nylen, gegen den Nihilismus in der Art argumetieren, dass er eine uneingestandene Wertehierachie beinhaltet, eben wie der starke Relativismus.
Der Relativismus behauptet implizit, keine Bewertung vorzunehmen ist besser als eine Bewertung vorzunehemen, womit sich das Artgument selbst dekonstruiert.
Ähnlich der Nihilismus.
Man kann dies glauben oder das gut finden, letztlich hat es keinen Sinn, keinen überdauernden Wert.
Die Letztgültigkeit dieses Wertes, der auf ironische Weise zur Ideologie gefriert, darf allerdings nicht bestritten werden, was auch immer auftaucht, es darf kenen Sinn machen.
Gruß,
Carsten
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Phil(osoph)
Es besteht ein Unterschied darin, ob nichts Sinn macht/enthält oder ob man an nichts glaubt. |
Na, wenn ich hier 'mal sprachtheoretisch argumentieren darf:
Die Bedeutung eines Satzes ist ja bekanntlich der be-deutete Gegenstand, während der Sinn des Satzes die Art ist, wie der Satz den Gegenstand be-deutet.
So haben z.B. die beiden Sätze "Das Glas ist halb voll" und "Das Glas ist halb leer" die selbe Bedeutung, aber unterschiedlichen Sinn.
Die Bedeutung der Welt wäre demnach also der gegebene Gegenstand (die Welt selbst bzw. das Leben), während der Sinn der Welt die
Art des Gegebenseins der Welt darstellt.
Der Sinn der Welt ist im Grunde die Bedingung der Möglichkeit von Tatsachen und Sachverhalten...
(Der Sinn der Welt ist also der Grund, warum eine sprachliche Beschreibung der Welt Sinn macht, und gleichzeitig die Art,
wie sie Sinn macht.)
Schneemann
| Zitat: |
Original von carsten aus bochum
Der Relativismus behauptet implizit, keine Bewertung vorzunehmen ist besser als eine Bewertung vorzunehemen, womit sich das Artgument selbst dekonstruiert.
Ähnlich der Nihilismus.
Man kann dies glauben oder das gut finden, letztlich hat es keinen Sinn, keinen überdauernden Wert.
Die Letztgültigkeit dieses Wertes, der auf ironische Weise zur Ideologie gefriert, darf allerdings nicht bestritten werden, was auch immer auftaucht, es darf kenen Sinn machen.
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Dieser Argumentation kann ich mich nicht anschließen. Der Nihilismus ist nicht auf sich selbst anwendbar. Er ist vielmehr dafür gedacht auf unzulässiges Metaphysisches und Transzendetes angewandt zu werden und dieses der Sinnlosigkeit zu überführen. Der Nihilismus selbst ist in meinen Augen aber keine Metaphysik auf die man ihn selbst anwenden könnte und somit entsteht dieser vermeintliche Zirkel überhaupt nicht.
Gruß,
Schneemann
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Schneemann
Er ist vielmehr dafür gedacht, auf unzulässiges Metaphysisches und Transzendetes angewandt zu werden und dieses der Sinnlosigkeit zu überführen. |
Der Nihilismus ist für nichts Bestimmtes "gedacht".
carsten aus bochum
Hi Schneemann,
auf was bezieht sich der Nihilismus denn dann, in welcher Beziehung steht er zu anderen Disziplinen?
Carsten
Schneemann
| Zitat: |
Original von carsten aus bochum
auf was bezieht sich der Nihilismus denn dann, in welcher Beziehung steht er zu anderen Disziplinen?
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Er bezieht sich auf metaphysische Theorien, auf Moral und Werte (was alles irgendwie alles eins ist). Er verneint eben nur diese konkreten Begebenheiten und das schließt ihn selbst daher nicht mit ein.
(So ganz astrein ist die Argumentation nicht, gebe ich ja zu ;-))
Gruß,
Schneemann
Phil(osoph)
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Na, wenn ich hier 'mal sprachtheoretisch argumentieren darf:
Die Bedeutung eines Satzes ist ja bekanntlich der be-deutete Gegenstand, während der Sinn des Satzes die Art ist, wie der Satz den Gegenstand be-deutet.
So haben z.B. die beiden Sätze "Das Glas ist halb voll" und "Das Glas ist halb leer" die selbe Bedeutung, aber unterschiedlichen Sinn.
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Meinst du hierbei bei "Sinn" den optimistischen bzw. pessimistischen Unterton? Das ist für mich kein Sinn, sondern auch nur Bedeutung.
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Die Bedeutung der Welt wäre demnach also der gegebene Gegenstand (die Welt selbst bzw. das Leben), während der Sinn der Welt die Art des Gegebenseins der Welt darstellt.
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Wenn ich das mal übersetzen darf:
"Die Bedeutung der Welt wäre demnach also der gegebene Gegenstand (die Welt selbst bzw. das Leben)" --> der gegebene Gegenstand = die Welt selbst
--> Die Bedeutung der Welt wäre demnach also die Welt selbst, während der Sinn der Welt die Art des Weltseins der Welt darstellt.
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Der Sinn der Welt ist im Grunde die Bedingung der Möglichkeit von Tatsachen und Sachverhalten...
(Der Sinn der Welt ist also der Grund, warum eine sprachliche Beschreibung der Welt Sinn macht, und gleichzeitig die Art, wie sie Sinn macht.) |
Wieso sollte eine sprachliche Beschreibung der Welt Sinn machen? Was habe ich davon?
Nunja, abgesehen davon ich sprach jedoch von zwei völlig unterschiedlichen Sachverhalten in meiner von dir zitierten Aussage.
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Phil(osoph)
Die Bedeutung der Welt wäre demnach also die Welt selbst, während der Sinn der Welt die Art des Weltseins der Welt darstellt. |
Schöne Formulierung.
Kann ich so unterschreiben...
| Zitat: |
Original von Phil(osoph)
Nunja, abgesehen davon ich sprach jedoch von zwei völlig unterschiedlichen Sachverhalten in meiner von dir zitierten Aussage. |
Du meinst, dass wir aneinander vorbeireden? Kann schon sein...
Verstandmesser
| Zitat: |
Original von Tarvoc
Die Bedeutung der Welt wäre demnach also der gegebene Gegenstand (die Welt selbst bzw. das Leben), während der Sinn der Welt die Art des Gegebenseins der Welt darstellt.
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Hier bist Du reingefallen. Du vermischt use und mention. Die Bedeutung von "Welt" ist der Gegenstand Welt, nicht die Bedeutung der Welt. Der BEGRIFF "Welt" hat eine Bedeutung, die Welt selbst deutet auf nichts.
lehrmeisterlichst
VM :-)
Verstandmesser
ach ja, zum Nihilismus:
es wurde schon angedeutet: es gibt einen Unterschied zwischen Glauben und Überzeugungen.
Logik ist die Abstraktion von Kausalität, und deshalb universell gültig. Ein Beweis würde Logik anwenden, was das Unterfangen wertlos macht.
Wenn ein Nihilist die ÜBERZEUGUNG hat, dass dies zutrifft, muss er dazu nichts glauben und auch nichts hoffen.
VM
P.S.: "Beware of the German nihilists - they believe in nothing"
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