Pippen
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| Original von Jay Ray Stell Dir mal vor, jemand hat den perfekten Zirkel und zeichnet damit einen Kreis auf einem völlig ebenen Untergrund. Der Kreis ist so was von kreisrund, da kann man mit einem Elektronenmikroskop nachmessen - alle Punkte sind gleichweit vom Mittelpunkt entfernt. Der Zeichner ist so was von stolz auf sein Werk... Da kommt ein Blindfisch mit Knick in der Optik daher - und dank bizarrer Hornhautkrümmung (oder exotischer neuronaler Verschaltung im visuellen Cortex), sieht er den Kreis so, wie wir ihn in einem Zerrspiegel sehen würden - und sagt (aus seiner Sicht völlig ehrlich), daß der Kreis aber ziemliche Zacken und Beulen hat. |
Ein schönes Bsp. dafür, dass der gezeichnete Kreis nicht absolut, sondern nur relativ rund war. Die Aussage "Dieser Kreis ist rund" war demnach nicht absolut wahr, sondern nur relativ wahr.
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Man kann im Alltag zwar damit durchkommen, daß man 2 Paare "absolut-objektiv" und "subjektiv-relativ" bildet und als Gegensätze aufbaut, aber damit hat man das mögliche Bedeutungsspektrum stark eingeengt bzw die anderen Kombinationsmöglichkeiten einfach bloß ausgeblendet. |
Genau darum gehts doch aber. Wie will man sonst wissenschaftlich philosophieren, wenn jeder erst "rumraten" muss, wie nun was gemeint ist? Was meinte denn Popper mit "objektiver Wahrheit"? Das was du "einengen" und "ausblenden" nennst, nenne ich wissenschaftliche Begriffsklärung und -schärfung.
Ich finde es schlimm, dass Philosophen auf der einen Seite durch Logik höchste Präzision propagieren, aber außerhalb dessen viele mehrdeutige Begriffe ohne Not benutzen. Warum einigt man sich nicht mal, dass "objektiv" iSv "intersubjektiv" oder im strengen Sinne oder sonstwas ausgelegt wird? Ich bin für einen offenen Kodex philosophische präzise definierter Begriffe!
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Ich sehe "objektiv" als Grenzwert, dem man sich asymptotisch annähern kann, indem man schrittweise den persönlichen Eigenanteil an einer Wahrnehmung herausrechnet. zB bei Himbeermarmelade. Sie schmeckt nicht jedem gut - also ist "gut-schmecken" eine subjektive Eigenschaft der Marmelade. |
Sehe ich auch so.
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"Objektiv" ist so gesehen der jeweils "kleinste intersubjektiv konsensfähige Nenner" . |
Dann nutzen wir doch hier den Begriff "intersubjektiv". Warum den Begriff "objektiv" mehrdeutig machen?
Ich denke es wird klar wo ich hinwill:
1. Trennung von philosophischer Sprache und Alltagssprache.
2. In der phil. sprache sind Begriffe sind im Zweifel im strengsten Sinne auszulegen.