barbara
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| Original von T1982 Ganz simpel gesprochen in Bezug auf das, was wir Kollaps nennen - entweder "entscheidet" sich der verschränkte Gesamtzustand mit der Messung (im Sinne einer absoluten Gültigkeit der KD) für EINEN Zustand, oder aber JEDER (mögliche Zustand) wird realisiert. |
Hm.
Mal auf die Menschheit übertragen, und hier die klassische Situation: Polizei befragt Zeugen nach einem Unfall.
Alle Zeugen erzählen etwas Anderes - vielleicht Dinge, die nur leicht verschieden voneinander sind, aber dennoch, jeder lebt in seiner eigenen Welt. Und in jeder dieser separaten Welten hat die "Messung", also das Erleben des Unfalls, eine andere Wirklichkeit entstehen lassen. Bis hin zum Typen auf LSD, der gerade einen fliegenden Elefanten gesehen hat, der das Auto plattmachte.
Im Rahmen des "normal" genannten überschneiden sich diese Welten zu einem grossen Teil - doch bekanntlich kann niemand aus seiner Haut und seiner Welt hinaus, und so hat man sich darauf geeinigt, das für wahr zu halten, was die Mehrheit der Leute erzählt, und was durch die (kleinen, mechanischen, dummen aber sehr zuverlässigen) Welten von Geräten wie Radaren bestätigt wird. Allzu oft gibt es aber nicht einmal im Rahmen ganz gewöhnlicher, alltäglicher Vorgänge eine Einigung von mehreren Menschen über das, was tatsächlich passiert war. Welten bleiben getrennt.
Im Fall eines physikalischen Experimentes gibt es ja das Problem, dass ein und dasselbe Experiement immer nur von einer Maschine oder einem Gerät aufgezeichnet werden kann - und nicht von verschiedenen Geräten gleichzeitig, so wie der Unfall von verschiedenen Menschen gleichzeitig beobachtet wird.
Mir scheint, dass die meisten Kritiken an der Kopenhagener Deutung vor allem darauf beruhen, dass mit dem Konzept des "Beobachters" auf einmal das Bewusstsein Einzug in die Physik hält. Nicht unbedingt die menschliche Form von Bewusstsein, sondern generell Bewusstsein. Und deshalb intensiv nach Formulierungen gesucht wird, um dieses Bewusstsein so schnell wie möglich wieder rauszuschmeissen. Ich zweifle allerdings daran, dass das je wieder gelingen könnte.
grüsse, barbara