Mord, als Antwort auf Mord

Terrax
Hallo zusammen!

Mich würde interessieren, was ihr so von der der Todesstrafe haltet.
Hat der Staat das Recht Leben zu nehmen? Sind wir dann nicht genau so "schlecht" wie die Mörder selbst? Das jedenfalls ist die geläufige Meinung. Jedes Leben ist wertvoll und keiner hat das Recht einfach so darüber zu entscheiden. Auch die meisten großen Philosophen sehen Mord in jeder hinsicht als moralisch verwerflich.

Ich persönlich sehe die Todesstrafe jedoch als gutes Mittel zum Zweck.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der ein Großteil keine moralischen Werte mehr kennt. Diese handeln nicht nach dem Prinzip von "gut" und "schlecht", sondern folgen nur noch ihren Begierden. "Ich bekomme 1000€ wenn ich ihn umbringe? Alles klar!"
Man muss diese Menschen wie kleine Kinder behandeln. Wenn sie etwas böses tun, dann muss man sie bestrafen. An ihre Vernunft zu appelieren ist in den meistens Fällen sinn- und zwecklos.

Nun jedoch die Todesstrafe, als Strafe für ein Verbrechen zu sehen, ist absurd. Der Tod ist keine Strafe, vielmehr eine Erlösung. Der Täter hat ja wenig Gelegenheit seine Tat durch diese Strafe zu bereuen.

Ich sehe die Todesstrafe eher als Warnung an die Gesellschaft. Gehen wir mal von einem fiktiven Staat aus, in dem Mord immer mit der Todesstrafe geahndet wird. Würdest man sich in einem solchen Staat sicherer fühlen? Die Mordrate würde sicherlich sinken, und die Hemmschwelle steigen.
Ich stelle mir eine Welt vor, in dem folgendes Szenario passiert:
Eine dunkle Gasse, ich werde von einer Gang belästigt, ausgeraubt und geschlagen. Während ich am Boden liege, und mich gerade einer tritt, sagt einer der Schläger:"Hey, hör lieber auf. Nicht dass er noch stirbt." Wäre das heute vorstellbar? Eher nicht.

Daher meine Meinung: Wir müssen endlich aufhören Straftäter mit Samthandschuhen anzufassen, und endlich mal durchgreifen. Nicht um diese zu bestrafen, sondern um dadurch die Gesellschaft zu prägen.

Wahrscheinlich sind meine Ansichten zu radikal und brutal, ich weiß. Bin auf eure Meinung gespannt.
ewig
Zitat:
Wahrscheinlich sind meine Ansichten zu radikal und brutal, ich weiß. Bin auf eure Meinung gespannt.

Nicht unbedingt, aber sie sind nicht ausreichend fundiert. Es gibt Studien, die belegen, daß die Todesstrafe keine über die lebenslange Haft hinausgehende Abschreckungswirkung hat. Die Praxis der Exekution hat vielmehr damit zu tun, daß Gemeinschaften nicht immer so reich waren wie wir es heute sind, so daß sie es sich fürher oder heute auch in ärmeren Regionen der Welt noch nicht leisten konnten, jemanden der ohnhin als unrehabilitierbar eingestuft wurde, ein Leben lang mit durchzufüttern. Heute kann es als Teil unser aller Lebensqualität angesehen werden, daß wir niemanden mehr hinrichten müssen, denn so bleibt uns die Schreckensvision eines unwiderruflichen Maximal-Justizirrtums erspart.
Rebecca
Hallo Terrax, ich weiß wohl, worauf du hinaus willst. Aber ich meine, das ist kein Weg. Keiner hat das Recht, einem anderen das Höchste, was er zu verlieren hat, zu nehmen. Das Leben.

Und ich glaube auch nicht, dass es abschreckend wäre. Nimm einen Triebtäter, sein Trieb würde nicht eingedämmt. Nimm einen Amokläufer, ich glaube kaum, dass er Halt machen würde. Zumal er selbst mit seinem Leben vielfach auch abgeschlossen hat. Nimm den Mord im Affekt - schwer nachzuweisen. Und der geplante Mord aus niederen Beweggründen? Nun, ich schätze, die Leute würden noch mehr "planen". Und du musst einmal davon ausgehen, dass alle Täter sich für so raffiniert halten, dass sie meinen, das "perfekte Verbrechen" begehen können.

Und - sieh doch mal nach Amerika - da sitzen zum Tode Verurteilte jahrelang im Gefängnis. Wie würdest du das anders machen wollen? Erwischt - hängt ihn an den nächsten Baum?

Nein, wie eingangs schon gesagt: Mord ist Mord. Töten ist Töten. Denn schließlich ist jemand "tot" Und nicht ein bisschen oder ein bisschen weniger.
Und nehmen wir mal die christliche Religion: Du sollst nicht töten. Ein Gebot, dass die Kirche in den Jahrhunderten selbst immer wieder mit Füßen getreten hat. Aber darauf will ich jetzt auch nicht - wieder - weiter eingehen. Sondern ich nehme die normalen, schlichten "Gläubigen", die an Gott und dessen Gebote glauben. Sie würden sich doch selbst ad absurdum stellen, wenn solche festen "Regeln" gelockert würden.

Ich gebe dir allerdings Recht, dass man die Verbrecher nicht mit "Samthandschuhen" anfassen sollte. Dass Strafen härter sein müssen, als ein Leben lang (wobei lebenslänglich doch nur 15/25? Jahre) bei uns meint und gute Führung vorausgesetzt, hiervon 1/3 erlassen werden kann in vielen Fällen, seine Strafe abzusitzen. So was wie "Sibirien" - siehe Schuld und Sühne - wäre angebrachter.
Aber unser (Un)rechtswesen sieht so etwas nicht vor. Nur die Anwälte, die Verteidiger, die ihre Plädoyers im Namen der Menschlichkeit des Täters bringen: Sehen Sie, der Angeklagte hatte doch eine schlechte Kindheit. Und eigentlich ist er das alles gar nicht so richtig Schuld. Eher noch seine Elter, das Anonymum Gesellschaft - die anderen! Gnade.
Dem Opfer nutzt´s nichts mehr.

Ich glaube nicht, dass das Denken der "Gesellschaft" durch die Todesstrafe geändert würde im Sinne erhöhter Hemmschwellen.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Loma
Das größte Problem mit der Todesstrafe ist wohl die Irreversibilität, wenn man den Falschen erwischt hat.

Außerdem bin ich der Meinung, daß es schlimmere Strafen gibt, als den Tod (ich wär' da auch eher für Sibieren u. dgl.). Ebenso wie es schlimmere Verbrechen gibt, als umgebracht zu werden.

Liebe Grüße
Shui
Zitat:
Wir leben in einer Gesellschaft, in der ein Großteil keine moralischen Werte mehr kennt.

Lebst du in einer anderen Gesellschaft als ich?
Wenn ich an die "unmoral" denke, die mir zuteil wurde, ringst du mir nur ein Müdes Grinsen ab. Nicht dass mich alle mit Rosen bewerfen, ich hab schon meine paar Konflikte gehabt, aber keienr davon würde mich zu einem solchen urteil bewegen.

Wenn ich abends durch die Straßen gehe und mir kommt ein Typ entgegen, könnte der ja, mangels moralischer Werte, mich zusammenschlagen, mir ein Ohr abschneiden und die brieftasche klauen. Hat nur bisher noch niemand getan.

Woran also erkennst du die Unmoral? Und was hat das überhaupt damit zu tun? Es geht um Todesstrafe für Mörder, nicht dafür weniger moralische Werte zu haben. Das bleibt ja davon unberürührt.

Zitat:
"Ich bekomme 1000€ wenn ich ihn umbringe? Alles klar!"

Aus welchem schlechten Film hast du das denn?
Klar, es gab irgendwo ein paar coole Neonazis, die haben 2 linken Skins aufgelauert und sie hinterrücks nieder geschossen, ohne Bezahlung. Aber dass es so einfach ist jemanden umbringen zu lassen wäre mir doch neu.

Zitat:
Die Mordrate würde sicherlich sinken, und die Hemmschwelle steigen.

Die Mordrate würde sicherlich sinken, wenn Ottonormalmörder vor seiner Tat eine ausführliche innere Reflexion durchführt und eine Statistik zur Hand hat, welche ihm sagt, wie hoch die Chance ist, dass er erwischt wird.
Da aber der Ottonormalverbrecher grundsätzlich davon aus geht, nicht erwischt zu werden, bleibt sich das gleich.

Geh doch mal so rum dran:
Würdest du ein Verbrechen begehen, wenn du genau wüsstest, dass du erwischt wirst? Sicher nicht.
Warum sollten Mörder das anders handhaben?

Zitat:
Nicht um diese zu bestrafen, sondern um dadurch die Gesellschaft zu prägen.

Die Gesellschaft, diese uminöse Masse gesichtsloser kreaturen, die irgendwie immer schlecht sind. besser noch: die immer schlechter werden.

Durch alle Zeiten hinweg gab es Leute, die sich über die Gesellschaft ausgelassen haben. Und wir haben schon viele gesellschaftsformen durch, vielleicht soltle man langsam akzeptieren, dass die Gesellschaft auf solche Dinge nur marginal reagiert?
Terrax
Ihr habt auf jeden Fall auch Recht.
Die Schreckensvision eines unwiderruflichen Maximal-Justizirrtums ist in der Tat nicht sehr schön.
Und eine andere Art der Bestrafung, eben dieses "Sibierien", klingt auch vernünftiger als der radikale weg der Todesstrafe.
Die Idee scheint ganz gut, aber die Umsetzung ist wohl unmöglich. Aus vielen Gründen.

Ich kam aus zwei Gründen auf diese Vorstellung. Erstens, weil die Hemmschwelle zum Töten teilweise erschreckend gering ist. Und zweitens, ich es einfach nicht verstehen kann, wie ein Mörder nach 5 Jahren wegen guter Führung entlassen wird...
Aber diese Missstände muss man wohl anders lösen.


Zitat:
Lebst du in einer anderen Gesellschaft als ich?
Wenn ich an die "unmoral" denke, die mir zuteil wurde, ringst du mir nur ein Müdes Grinsen ab. [...]


Du vergisst, dass die Unmoral nicht überall gleich ist. Die Welt ist groß. Nicht überall herrscht Friede, Freude, Eierkuchen : )

Zitat:
Aus welchem schlechten Film hast du das denn?
[...]


Was ich damit sagen wollte, es gibt zuviele Menschen, die nicht verstehen wieviel ein Menschenleben wert ist. Ich wette es gibt viele Menschen, besonders aus armen Ländern, die dich für ca. 300 Euro töten würden. Also mir gefällt dir Vorstellung nicht.

Zitat:
Die Mordrate würde sicherlich sinken, und die Hemmschwelle steigen.


Menschen sind leichtgläubig und leicht beeinflussbar. Man muss es nur richtig anstellen, und die Menschen werden aus Egoismus, und Angst um ihr eigenes Leben, mehr darauf achten niemanden umzubringen. Mehr als sie es jetzt jedenfalls tun.

Zitat:
Würdest du ein Verbrechen begehen, wenn du genau wüsstest, dass du erwischt wirst? Sicher nicht.
Warum sollten Mörder das anders handhaben?


Ich würde mir denken, wenn ich wirklich erwischt werde, dann such ich mir einen Anwalt, schieb es auf meine schwere Kindheit, und zack, bin ich nach 10 Jahren wegen super toller guter Führung wieder raus.

Ein weiterer Punkt der mir gekommen ist, ein Staat hat ja auch eine gewisse Vorbildfunktion. Und naja, die Todesstrafe passt da nicht so ganz in dieses Konzept : )
Shui
Zitat:
Und zweitens, ich es einfach nicht verstehen kann, wie ein Mörder nach 5 Jahren wegen guter Führung entlassen wird...

Hast du mal ne Quelle, wo sowas steht? Ich persönlich will jetzt nicht die Untiefen der Fehlinformationen des Internets durchsuchen.
Ich les nur Strafe: lebenslänglich.
Keine verjährungsfrist.
davon dass jemand nach guter führung nur 5 Jahre gesessen hat hab ich nix zur Hand.

Zitat:
Du vergisst, dass die Unmoral nicht überall gleich ist.

Du redest von der gesellschaft.
Als in Deutschland lebender mensch gehe ich vond er deutschen gesellschaft aus. Wenn du aber die gesellschaft in Timbuktu oder Lampukistan meinst, musst du das sagen Zwinker

Zitat:
Ich wette es gibt viele Menschen, besonders aus armen Ländern, die dich für ca. 300 Euro töten würden.

Und ich wette es gibt viele Menschen, vor allem Neureiche, die dich aus langer Weile töten würden.

Statt mit Vorurteilen zu kommen, die momentan noch völlig unbegründet sind, hätte ich gerne Fakten, ehe anderen Menschengruppen zugeschrieben wird, die würden mich für bissl Geld killn.
Interessant ist doch, dass man auch unter den ärmsten dieser Welt viele moralisch aufrichtige Leute trifft. Schau dir Dokus über die an, was denkst du ist die Ausrüstung eines durchschnittlichen Kamerateams wert? da sind die 300€ mal locker durch und abgesehen von dem Team gäbe es dann auch keine Zeugen, aber die wären dann ja eben tot. Und, wie siehts aus, wie viele kamerateams wurden in den letzten 10 jahren von armen Menschen getötet, die dahinter keinen politischen Akt zählen (sprich keine Terroristen oÄ)

Zitat:
mehr darauf achten niemanden umzubringen.

Nein. Die morde die du beschreibst sind eine Gruppe von geistig minderbemittelten adrenalinjunkies, die ihre freizeit damit verbringen Dummheiten an zu stellen. Die werden im Blutrausch nicht aufhören, auf irgendwen ein zu treten.

Ich habe mal einen Bericht gesehen über einen Typen, der nen anderen binnen 4 Minuten auf 3 Arten fast getötet hätte, nur weil der nen dummen Spruch losgelassen hat, nachdem der Täter ihm im Weg stand, als er eine Kneipe betrat. Der Fastmörder war dabei natürlich stark angetrunken. Ihm war sicherlich nicht bewusst, dass seine paar Aktionen ihn fast zum Mörder gemacht hätten. So jemanden interessiert diese Strafänderung doch nicht.

Zitat:
Menschen sind leichtgläubig und leicht beeinflussbar.

Ja, aber menschen sidn auch außergewöhnliche Gewohnheitstiere. Man wäjlt aus Gewohnheit, man regt sich am Stammtisch aus gewohnheit über die Politik auf und natürlich geht man aus gewohnheit nicht auf die Straße, wenn die benzinpreise ins unermessliche Steigen oder die Politik einem weitere Gelder kürzt und Diäten erhöht.
Ob da nun die Todesstrafe etas ändern würde... Ich meine, was sagen denn Statistiken über andere länder, in denen es die Todesstrafe gibt?

Zitat:
Ich würde mir denken, wenn ich wirklich erwischt werde, dann such ich mir einen Anwalt, schieb es auf meine schwere Kindheit, und zack, bin ich nach 10 Jahren wegen super toller guter Führung wieder raus.

Stimmt, sind ja nur 10 jahre. Die 3650 Tage sind doch schnell rum.

Hast du nochmal ein Beispiel?
Außerdem glaube ich sind dem richter die Kindheit und die Gesellschaft ziemlich egal. Immerhin steht auf Mord lebenslänglich, also hat er dort auch keine Wahl, so lange der tatbestand des Mordes nicht ausgeräumt wird.

Ad Sibirien:
Erinnert mich irgendwie an Guantanamo...
Was sollen die eigentlich dort? Wir besitzen keine Arbeitslager und Russland wird uns kaum die Rohstoffe schenken, aber wir können auch Russland nicht die Leute schenken.
Neo
Zitat:
Original von Shui
Zitat:
Ich wette es gibt viele Menschen, besonders aus armen Ländern, die dich für ca. 300 Euro töten würden.

Und ich wette es gibt viele Menschen, vor allem Neureiche, die dich aus langer Weile töten würden.

Ich finde das ist ein sehr interessanter Punkt. Ich vermute - oder würde sogar draus schließen - , dass Mord als Antwort auf Mord (Thema) i.S. der schlimmsten vorstellbaren Strafe zu verstehen ist, als angemessene Reaktion auf das schlimmste vorstellbare Verbrechen.

Interessant dabei ist, dass ein und dieselbe Tat in Abhängigkeit der Umstände unterschiedlich interpretiert wird. So scheint es dass der Moralcodex (Töten eines Menschen = schlimmes Verbrechen) nur innerhalb gewisser Bandbreiten der äußeren Umstände funktioniert.

Es fällt z.B. nicht schwer sich vorzustellen, dass extremer Hunger das normale und ethische Denken soweit verzerrt, dass man bereit wäre für ein Stück Brot einem anderen den Schädel einzuschlagen. Und dass man nicht nur als Täter sondern sogar als Unbeteiligter Dritter dieses Verhalten nicht unbedingt als Mord bezeichnen würde. (Oder: im Krieg könnte man die Verteidigung des eigenen Lebens noch so interpetieren, dass dies nicht als Mord zu verstehen ist, wenn ich zuerst schieße).

Faszinierend allerdings finde ich, dass das auch eintritt, wenn es in die andere polare Richtung geht, d.h. die existentielle Bedrohung nicht nur wegfällt, sondern eine gegenteilige Situation eingetreten ist, also, wenn Menschen andere aus sog. niederen Beweggründen töten würden. Habgier z.B. gehört dazu. Hier würden wir ohne zu zögern von Mord sprechen und die jeweils im gesetzlichen Rahmen mögliche Höchststrafe angemessen finden.

ABER:
Wenn jedoch der allgemeine Konsens dahingeht, dass diese sog. niederen Beweggründe als Sachzwang sich in der allgemeinen Denke niederschlagen, dann sieht die Sache wieder anders aus.
Konkretes Beispiel. Wir leben alle in einer Gesellschaft, wo niemand einen anderen aus purer Überlebensangst (z.B. existentieller Hunger) töten muß. Gleichwohl ist - v.a. in der Arbeits- und Wettbewerbswelt - die Denkweise sehr verbreitet, dass jeder schaun muß wo er bleibt. Wenn ich nicht mehr konkurrenzfähig bin, kommt ein anderer und drängt mich aus meinem Job. Soweit hat hier inzwischen niemand mehr Gewissensbisse, auch mit den perfidesten Methoden zu kämpfen, es gehört zu den Spielregeln. Es wird gemobbt und intirgiert was das Zeug hält. Gewissen ist fehl am Platz, denn wenn ich mich nicht an die Spielregeln halte, bin ich schneller draussen als ich schaun kann.

Was aber ist, wenn es nicht mal mehr um den eigenen Job geht? Sondern z.B. nur noch darum, dass man ältere Mitarbeiter, weil sie teurer sind als der Markt momentan diktiert, und weil sie gesundheitlich angeschlagener und nicht mehr so leistungsfähig sind, mit allen Mitteln 'entsorgen' will? Wohl gemerkt, hier geht es nicht um einen Job 'Du oder ich' sondern da bekommen Manager Prämien, wenn sie einen solchen Mitarbeiter solange schikanieren, bis es dem zu blöd wird, und er von sich aus das Weite sucht. Tut er dies nicht (aus welchen Gründen auch immer) versucht man es nach dem Motto 'Personalkostenreduktion durch physische Zerstörung' d.h. man übt soviel Druck auf ihn aus und überlastet ihn mit soviel - teilweise sich widersprechenden - Arbeitsanweisungen bis er zusammenbricht und entweder schwere gesundheitliche Schäden davon trägt (z.B. durch Übermüdung und Konzentrationsschwäche im Strassenverkehr) oder noch schlimmeres. Was ich in den letzten Monaten miterleben mußte, wie Kollegen zusammenbrachen und in neurologische Behandlung mußten, ist erschreckend. Und auf der anderen Seite haben sich langjährige Kollen - ehemals Pfundskerle - in reissende Bestien und Dreckschweine verwandelt. Und das wird sicher noch weitaus mehr zunehmen, wenn man den jüngsten Prognosen der Medien glauben darf. Wenn dieser Mitarbeiter ein Weichei ist und sich so unter Druck setzen lässt oder einfach nur aus Angst um seinen Job diese Sauerei mitmacht, hat man leichtes Spiel mit ihm.

Auch hier nimmt man dessen Tod im Grunde genommen billigend in Kauf oder strebt diesen sogar an, wenn man ihn auf andere Weise nicht los wird. Es geht hier aber wohlgemerkt lediglich um eine Geldprämie oder eine Gehaltserhöhung. Hier käme aber im Unterschied zu Mord aus Habgier niemand auf die Idee, hierfür die gleiche Höchststrafe zu fordern. Irgendwie wird das unter dem Deckmantel "so isch´s Läbä halt" oder "so sind eben die Spielregeln in einem harten Wettbewerb" zwar nicht für gut geheissen, aber doch toleriert.

Ich finde das merkwürdig. Die Früchte der "Dallas-Mentatlität" die vor 30 Jahren in unseren Köpfen gepflanzt wurde?
Wenigstens ein El Dorado für Soziologen und Psychologen, ein gigantisches Feldexperiment was da abläuft.
Joker
Hallo Neo,

Spannend, das was du geschrieben hast, trifft zu. Wir haben Mord aus verschiedenen Perspektiven gesehen und bemerken trotzdem nur die wenigsten Morde.
So wie die Sache im Geschäft abläuft, das ganze Mobbing, welches schliesslich zum Zusammenbruch dieser Leute führt, wird nie als Mord bezeichnet. Und ich wette jeder der die Höchststrafe (Mord als Antwort auf Mord) für so ein Verbrechen fällen müsste, könnte dies nicht aus 'moralischen Gründen', ganz einfach weil wir Mobbing schon so gewohnt sind. Es wird überhaupt nicht mehr bemerkt, welche erbärmlichen Gründe sich hinter diesen versteckten Morden abspielen: wie du sagst, Geldprämien, eine Beförderung usw.
Wenn wir wirklich die Todesstrafe betrachten, dann sollten wir sie vorallem für solche Fälle aufbewahren. Was bringt sie uns denn, wenn trotzdem immer weiter solche psychologischen Morde gefällt werden?
Überall gibt es verschiedene moralische Prinzipien. Wir verstehen ja nicht einmal, dass die Leute in Drittweltländern morden, um überhaupt zu überleben. Und doch werden Mobbingmorde bei uns nie (weder rechtlich noch sozialisch) beachtet. Ich denke dies liegt einfach daran, weil wir stets in einem Wettbewerb miteinander stehen und uns auch das fieseste Mittel nicht genug ist. Unsere Gesellschaft ist nicht mehr fähig, dies zu entdecken. Keine Massnahmen werden gegen solche korrupte Leute unternommen.
Wenn wir schon eine Todesstrafe einführen, dann brauchen wir auch neue moralische Grundwerte, die auch solche Verbrechen nicht tolerieren kann. Sonst werden Überlebensmotive für einen Mord nicht gesehen und solche Geldmorde wiederum akzeptiert. Kurz gesehen sollte es jedoch genau umgekehrt sein.
Die Schwierigkeit läge einfach in der Durchsetzung dieses Prinzips, selbst gegen die Reichen. Denn diese Leute würden so ein Gesetz überhaupt nicht akzeptieren. Ihr Adrenalin, welches sie durch diese Mobbingmorde durchbrennen, könnten sie überhaupt nicht zurückhalten. Somit wäre die Todesstrafe entweder nutzlos, oder die 'höhere Gesellschaft' wäre damit nicht einverstanden, was wiederum dazu führt, dass dieTodesstrafe sowieso nicht eingeführt wird.
Reichen klar zu machen, dass ihr Handeln nicht mehr toleriert wird, ist praktisch unmöglich, ohne eine neue moralische Grundbildung. Wir sind schon viel zu tief drin, um wieder herauszusehen. Denn Mobbingmorde, erkennen nur wenige Leute.

Gruss Joker
Phönix
Mobbingmorde? Ich denke die Justiz bemerkt das durchaus, aber man kann es schwer nachweisen und es kommt nie zu einem Urteil, daher lassen sie es gleich. Mich w+rde interessieren ob es wirklich so ist, wie ihr es schildert? Das hört sich perfide an und ehrlich gesagt kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass ein alter Angesteller unbedingt in seinem Job bleiben will, wenn er sowieso nicht mehr mitkommt.


Aufjedenfall ist die Todesstrafe sinnlos. Mord mit Mord zu bekämpfen
Wie Gandhi schon sagte: Aug' um Aug' und die Welt wird erblinden.
Der Rechtsstaat ist kein rächender Staat.
Die Mordrate sinkt in Ländern mit Todesstrafe nicht, einige haben schon die Gründe dafür schon erwähnt. Ein wichtiger Grund fehlt mE aber noch:
Wenn der Staat mordet, dann vergesellschaftlicht er den Mord und drückt damit aus, dass Morden ok ist, wenn man die richtigen Gründe hat.
Die Mordrate in Ländern in denen die Todesstrafe abgeschafft wurde, kam es eben zu keinen Anstieg der Morde, im Gegenteil!:
In Ländern, in denen die Todesstrafe abgeschafft wurde, konnte man keinen Anstieg von Gewaltverbrechen feststellen. Im Gegenteil: In einer Studie aus dem Jahr 1983 wird die Anzahl der Morde in 14 Ländern nach der Abschaffung der Todesstrafe untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß nach der Abschaffung die Morde um die Hälfte abnahmen.
Außerdem ist es unmöglich mit der Todesstrafe soetwas wie Gerechtigkeit zu erreichen. Wie Albert Camus ist ausdrückte. Wenn man jdn angemessen für seinen Mord bestraft, dann muss derjenige sein Opfer Monate vor dem Mord gewarnt haben und es die ganze Zeit über gefangen gehalten haben, aber so eine Bestie findet sich im Privaten nicht.
Claudia
Ich glaube, dass man Böses nicht micht Bösem vergelten darf, einfach weil man dadurch selber zum Bösen wird.
Es gibt einen Weg, und der ist, sich dem Guten zuzwenden, anstatt das Böse zu bekämpfen.

Kein mensch hat meiner meinung nach das Recht ,einen Anderen zu verurteilen oder ihm das Recht auf sein Leben abzusprechen.
Jeder kann nur sich selbst ändern....
Geo
Zitat:
Kein mensch hat meiner meinung nach das Recht ,einen Anderen zu verurteilen oder ihm das Recht auf sein Leben abzusprechen.
Jeder kann nur sich selbst ändern....


Ja, wenn ich mich dahingehend ändere, dann fliege ich aus der Gesellschaft raus, aber flott. Welches Habitat kannst du mir dann vorschlagen?
Rebecca
Claudia schrieb
Zitat:
Kein mensch hat meiner meinung nach das Recht ,einen Anderen zu verurteilen oder ihm das Recht auf sein Leben abzusprechen.


Geo antwortete:
Zitat:
Ja, wenn ich mich dahingehend ändere, dann fliege ich aus der Gesellschaft raus, aber flott. Welches Habitat kannst du mir dann vorschlagen?


Verstehe ich dich da richtig, dass du meinst, wenn du aufhörst, andere zu verurteilen - gemäß den "gesellschaftlichen", hier: allgemein gültig erscheinenden Vorgaben aufgrund des Mehrheitsdenkens - du ausgegrenzt wirst? Natürlich wirst du. Aber bist du abhängig von der Meinung anderer oder aber so scharf darauf, einer Gesellschaft anzugehören, deren "Moral" du nicht teilen kannst?
Es gehört Mut dazu, gegen den Strom zu schwimmen. Das ist bestimmt eine Frage des Kampfes von Gewissen gegen Feigheit. Leider entscheiden sich allzu viele für die Feigheit und das Mitläuferdasein.
Welches Habitat? Vielleicht der "Trost", dass große Menschen immer einsam sind? Erst einmal, bis sie eventuell Erfolg in Überzeugungsarbeit aufweisen können.

Claudia, ich stimme dir zu in Bezug auf das Recht absprechen hinsichtlich des Leben nehmens eines anderen. "Beurteilen" einer jeglichen Tat ist jedoch vonnöten, da jeder selbst eine Wertung für sich für diese Tat vornehmen muss. Das Resultat kann dann nur Verurteilen oder Gut heißen sein. Ich denke, du meinst die "Exekutive". Hier ein Ausführender zu sein meint doch dann, sich irgendwo zu orientieren. An sich selbst oder der "Gesellschaft". Und den Absolutismus einer Wahrheit kann doch "andersdenken" nicht erheben. Somit bleibt die 'Richtlinie' der Norm oder des Normalen als Ausgangsbasis.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Geo
Rebecca:
Zitat:
Aber bist du abhängig von der Meinung anderer

Ja, das bin ich. Wenn ich z.B. einem Polizisten begegne, der sauer ist (nicht wegen mir), oder er seine Dienstvorschriften als die Grundlage allen Denkens festgelegt hat.

Zitat:
so scharf darauf, einer Gesellschaft anzugehören, deren "Moral" du nicht teilen kannst?

Ich bin ja drin in der Gesellschaft, also muß ich die Moral teilen, ansonsten würde ich doch als unmoralisch gelten und würde daher Probleme bekommen. Scharf bin ich auf vieles, was die Gesellschaft so treibt nicht. Aber manches muß man mitspielen, weil sonst kann es ungemütlich werden.

Zitat:
Es gehört Mut dazu, gegen den Strom zu schwimmen. Das ist bestimmt eine Frage des Kampfes von Gewissen gegen Feigheit. Leider entscheiden sich allzu viele für die Feigheit und das Mitläuferdasein.

Stimme zu.

Zitat:
Welches Habitat? Vielleicht der "Trost", dass große Menschen immer einsam sind? Erst einmal, bis sie eventuell Erfolg in Überzeugungsarbeit aufweisen können.

Mit Habitat hab ich eine perfekte gesellschaftliche Heimat gemeint. Denn die bräuchte ich ja, wenn ich so gut wäre und keinen mehr verurteile oder jemandem das Recht auf Leben nicht mehr abspreche.
Ich denke da an z.B Notwehr mit Todesfolge. Und da Claudia eben meinte, daß ich auch kein Recht hätte, jemanden der mich lebensgefährlich zu verletzen versucht, zu verurteilen. Obwohl ich hier aber schnellstens Ver- oder auch Beurteilen müßte, um zu versuchen, ihn vorher zu erwischen.

Zum Thema: Also wenn ich mir die Beiträge so anschaue, plädiere ich für die Todesstrafe, denn wenn ich mir die Szenarien wie Krieg, Verbrechen, Gesellschaft, Überleben, Natur vorstelle, wie hier Leben, je aus aus den entsprechenden Gründen heraus, genommen wird, sollte am Gericht auch nicht anders verfahren werden. Also Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Claudia
Hallo Rebecca und Geo!

Meiner Meinung nach kann man Gewalt weder durch dagegen Ankämpfen noch durch Flucht davor verhindern.
Wir sind viel zu sehr in unserem Dualitätsdenken gefangen.

Wenn ich mich aufrege dass mich jemand anlügt und ich ihn dann auch anlüge werde ich zu dem, was ich so verachtet:ein Lügner. Genauso ists mit Mord. Wer Mord mit Mord beantwortet wird zum Mörder.

Sich wehren macht man wohlautomatisch, das ist der Überlebensinstinkt, aber da gehts darum sich zu wehren und nicht, jemanden zu töten.
Tarvoc
Zitat:
Original von Terrax
Wir leben in einer Gesellschaft, in der ein Großteil keine moralischen Werte mehr kennt.

Stimmt. Manche sind sogar moralisch so verdorben, dass sie das Menschenrecht auf Leben anzweifeln...

Zitat:
Original von Terrax
Man muss diese Menschen wie kleine Kinder behandeln.

Notiz an mich selbst: Für den Fall, dass ich irgendwann Kinder haben sollte, Terrax von der Liste potentieller Babysitter streichen.
Rebecca
Hallo Geo, ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen. Erst einmal geht es um das Gruppendenken, der Zwang, der Wunsch, irgendwo "dazu zu gehören", beheimatet zu sein. Es fängt sehr früh beim Kind an, und die "Sozialisierung" beginnt schon im Kindergarten. Natürlich leben wir nicht alleine auf der Welt - aber jeder ist letztendlich für sich alleine verantwortlich. Und stirbt alleine. Es sei denn, er läuft mit irgendwelchen Selbstmordsekten wie die Lemminge in den Tod. Aber das ist das Extrem, aber im Kleinen durchaus transportierbar auf unser Leben.

Viele Freunde zu besitzen, beliebt zu sein, "in" zu sein, das ist das Bestreben der Meisten. Warum? Weil sie sich selbst nicht genug sind? Verunsichert? Einen Weg, eine Anschauung durch die Orientierung an anderen suchen. Das ist auch gut und "Findungen" bedürfen des Vergleichens. Aber eine gedankenlose "Hingabe" an das Gedankengut anderer ist falsch. Du wirst sicherlich, wenn du mal die "Freunde" in deinem Leben im Geiste Revue passieren lässt, feststellen, wie oberflächlich, beziehungsweise vergänglich vieles war. Weil vielleicht du festgestellt hattest oder der andere, dass eine Chemie doch nicht stimmte. Oder dass dein Harmoniebedürfnis doch auf eine harte Probe gestellt wurde und du in vielem keine Akzeptanz mehr bieten konntest.

Die meisten haben, so glaube ich, Angst vor Einsamkeit. Aber man frage sich, wie man die "Gemeinsamkeit" sich erkauft! Indem man sich verbiegt. Nehmen wir doch einmal das Beispiel eines kleinen katholischen Dorfes, wo du jetzt dich plötzlich als Atheist outest. Voller Entsetzen wendet man sich von dir ab. Du bist alleine. Hättest die Möglichkeit gehabt, den Mund zu halten und wärest weiterhin am Sonntag in die Kirche gegangen. Dann hätte man dich auch "lieb" gehabt. Aber jetzt, wo du nur schlicht und einfach etwas anderes "glaubst", da bist du doch kein anderer Mensch geworden? Aber du wirst von der hochgelobten Gesellschaft so angesehen.
Und als ich persönlich - nicht durch solch einen Fall - im Laufe der Jahre erkannt hatte, dass die Gesellschaft und das Dazugehören nur durch Knebelung und Selbstkasteiung im Sinne der Wahrheitseröffnung funktioniert, hatte ich vorgezogen, die "Einsamkeit" zu wählen. Diese währt jedoch erfahrungsgemäß nicht lange. Denn, so du einmal als "Vorreiter" mutig vorangehst, werden andere folgen. Die deiner Meinung sind. Somit trennst du Spreu vom Weizen. Und gewinnst das, was du eigentlich von der Gesellschaft erwartest: Ehrlichkeit.

Natürlich musst - und wirst du nicht - perfekt werden. Und wenn du das "Auge um Auge"-Verhalten vorziehst, dann hau dem ein blaues Auge, der dir was angetan hat. Das ist ehrlich dir selbst gegenüber. Und nicht, den laufen lassen und eine milde Predigt halten, weil andere das so wollen.

Was ich meine: Sei du selbst! Steh zu allem, was du denkst und tust. Ohne dich an anderen, der Masse" zu orientieren. Zieh einfach geistig in deine "Tonne" und "lass deine Kreise nicht stören" durch die aufoktroyierten Meinungen anderer. Erarbeite dir deinen gewissen "Hochmut", wobei ich das Bewusstsein der Entwicklung um das Wissen deines Besondersseins, deiner Einzigartigkeit, meine. Du wirst deine Kommunikationsfähgikeit nicht verlieren, aber deine Angst vor Ablehnung ablegen können.

Phoibus, der Wissende: Erkenne dich selbst. Du musst ja nicht so bleiben, wie du bist, wenn dir irgendetwas nicht gefällt. Dann versuche, es an dir zu ändern. Weil du es willst und nicht, um dadurch Teil einer angepassten Masse zu werden.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Rebecca
Hallo Claudia, ja, ganz richtig. Biblisches Wort Tobias, kategorischer Imperativ:
Was du nicht willst, das man dir tu....

De facto ist das so richtig. Nur ein klein bisschen Äpfel mit Birnen vergleichen. Wobei ich meine, dass es bei dem Einen eben keine Steigerung mehr gibt. Tot ist tot, und nicht ein bisschen, oder nicht so ganz schlimm.
Bei der Lüge können wir ja unterscheiden, die Notlüge zum Beispiel. Oder eine Rechtfertigung finden. Und etwas wiedergutmachen.
Bei Mord geht das nicht.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Nik
Zitat:
Terrax: Ich persönlich sehe die Todesstrafe jedoch als gutes Mittel zum Zweck.

Hat eine Gesellschaft ein bestimmtes Maß an Sicherheit in ihrer Grundstrukturierung erreicht, wird die Todesstrafe überflüssig.

Denn nur dort, wo eine Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedroht und angegriffen werden kann, muss sie diese Kräfte, die ja die Organisation des Lebens und somit das Leben Aller bedrohen, beseitigen.
Es handelt sich also um einen Luxus aus Stärke, dass die Todesstrafe abgeschafft werden konnte.

Ein Einzelner, der für die Todesstrafe votiert, muss sich also fragen lassen, was denn die eigentliche Motive seiner Forderung sind. Die Zirkularität "Frustration, Projektion, Kompensation, Machtbegehren" könnte infrage kommen.

Weder ist gesichert, WAS zu einer Tat führt, noch kann eine Tat vergolten werden (es steckt eine gute Prise Aberglaube darin, dass Vergeltung geübt werden könnte; letztlich handelt es sich um das Bedürfnis der Rache).
Re-Sozialisierung ist die kluge Überlegung, straffällig gewordene Mitglieder wieder gesellschaftlich nutzbar zu machen.

Grüße, Nik winken
Rebecca
Zitat:
Re-Sozialisierung ist die kluge Überlegung, straffällig gewordene Mitglieder wieder gesellschaftlich nutzbar zu machen.


Hallo Nik, und da habe ich meine Bedenken. Überlege einmal, wie oft Täter als resozialisiert entlassen wurden und gleich wieder zu Straftätern wurden. Genau, so, wie du sagst, man nicht wissen kann, was zu einer Tat führte, genau so halte ich die Vorstellung eines Psychologen, der jemand für z.B. nicht mehr gefährlich einstuft, für durchaus irrtumsanfällig.
Wenn ich daran denke, wie viele Steuergelder doch für diesen immer wieder straffällig gewordenen Jungen ausgegeben wurden, der Autos klaute etc, oder auch andere, ganze Camps wurden zur "Besserung" eingerichtet - bringt es das? Natürlich muss man es zumindest bei Jugendlichen versuchen. Wobei ich zur "Besserung" wirklich meine, nicht die "guten Worte", sondern richtig harte Strafen, die abschrecken, bringen es. Nämlich den Schutz Unschuldiger in Zukunft.

Und bei ganz schwerwiegenden Verbrechen da bin ich durchaus dafür, die Täter lebenslang - und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes! - wegzusperren.

Freundliche Grüße
Rebecca winken