Mord, als Antwort auf Mord

Phönix
Zitat:
Hallo Nik, und da habe ich meine Bedenken. Überlege einmal, wie oft Täter als resozialisiert entlassen wurden und gleich wieder zu Straftätern wurden

Prozentual denke ich eher wenige, denn Wiederholungstaten werden viel stärker bestraftZwinker

@Nik
Zitat:
Denn nur dort, wo eine Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedroht und angegriffen werden kann, muss sie diese Kräfte, die ja die Organisation des Lebens und somit das Leben Aller bedrohen, beseitigen.
Es handelt sich also um einen Luxus aus Stärke, dass die Todesstrafe abgeschafft werden konnte.

Jo, stimmt eig schon. Aber wie ich schon geschrieben habe sinkt die Mordrate in Ländern bei denen die Todesstrafe abgeschafft wurde um die Hälfte.
Daher ist sie auch so gesehen absurd.
Rebecca
Zitat:
Prozentual denke ich eher wenige, denn Wiederholungstaten werden viel stärker bestraft


Phönix, EIN Mord ist doch schon einer zu viel.
Lebenslang bei gewissen Mordtaten - und gar nichts drunter! So meine ich.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Geo
Ich sehe die Gefängnisse schon jetzt aus den Nähten platzen...
Nik
Zitat:
Original von Rebecca
Zitat:
Re-Sozialisierung ist die kluge Überlegung, straffällig gewordene Mitglieder wieder gesellschaftlich nutzbar zu machen.


Hallo Nik, und da habe ich meine Bedenken. Überlege einmal, wie oft Täter als resozialisiert entlassen wurden und gleich wieder zu Straftätern wurden. Genau, so, wie du sagst, man nicht wissen kann, was zu einer Tat führte, genau so halte ich die Vorstellung eines Psychologen, der jemand für z.B. nicht mehr gefährlich einstuft, für durchaus irrtumsanfällig.
Wenn ich daran denke, wie viele Steuergelder doch für diesen immer wieder straffällig gewordenen Jungen ausgegeben wurden, der Autos klaute etc, oder auch andere, ganze Camps wurden zur "Besserung" eingerichtet - bringt es das? Natürlich muss man es zumindest bei Jugendlichen versuchen. Wobei ich zur "Besserung" wirklich meine, nicht die "guten Worte", sondern richtig harte Strafen, die abschrecken, bringen es. Nämlich den Schutz Unschuldiger in Zukunft.

Und bei ganz schwerwiegenden Verbrechen da bin ich durchaus dafür, die Täter lebenslang - und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes! - wegzusperren.

Freundliche Grüße
Rebecca winken

Harte Strafen produzieren harte, gedemütigte, verzweifelte Leute...allesamt gefährliche und unberechenbare Voraussetzungen.

Und ein Zuckerschlecken ist der Knast, der Freiheitsentzug - entgegen bestimmter Vorstellungen in manchen Köpfen - gerade nicht.

Dass die zuständigen Systeme nicht fehlerfrei funktionieren ist wohl richtig. (Entlassung von Sexualstraftätern, die eigentlich in Sonderverwahrung gehört hätten usw.)
Aber ich denke, dass da an Optimierungen gearbeitet wird.

Wie ich schon sagte, mich interessiert hier eigentlich auch der sozial-kommunikative Zusammenhang: Welche Funktion besitzt die Informationsverarbeitung derjenigen - also wir - , die auf Berichterstattungen der Massenmedien in der oder der Weise reagieren?

Dein Argument mit den Steuergeldern entlockt mir die Frage: Was wäre die Alternative, die Du vorzuschlagen hättest?

Freundlich zurück...Nik winken
Phönix
Zitat:
Original von Rebecca
Zitat:
Prozentual denke ich eher wenige, denn Wiederholungstaten werden viel stärker bestraft


Phönix, EIN Mord ist doch schon einer zu viel.
Lebenslang bei gewissen Mordtaten - und gar nichts drunter! So meine ich.

Freundliche Grüße
Rebecca winken


Sry, aber das hat nichts damit zu tun, dass du meinst, dass viele Täter nicht resozalisiert werden können. Natürlich ist ein Mord zu viel, aber mit Resozialiseriung hat das nichts zu tun.
Aufjedenfall ist wirkliche lebenslange Haft für mich unmenschlich.
Frage daher: Würdest du das nicht mit Folter gelichsetzen?
Rebecca
Phönix, du hast mich falsch verstanden. Ich habe nicht gemeint, dass Täter nicht resozialisiert werden können. Ich habe nur meine Bedenken geäußert hinsichtlich der Feststellung bzw. der Gutachten, die dann besagen, dass es "vollbracht" sei. Und dass im Grunde genommen man jemand - egal, wie gut die Psychoanalyse auch sein mag - nur vor den Kopf gucken kann und dass somit es immer nur eine Einschätzung einer "Heilung" sein kann und immer noch das, wenn auch vielleicht winzige Moment, des Irrtums vorhanden ist. Und genau dieser Irrtum kann tödlich sein. Nicht für den Gutachter! gruebel
Vorsicht ist doch immer besser als Nachsicht! Und Mitleid mit dem armen Kindsmörder oder Gewaltverbrecher? Der ja (angeblich?) so bedauert? Durch Druck von außen, das ist schon klar.

Die Frage ist natürlich auch: Muss derjenige zwingend "resozialisiert" werden? Tote kann man nicht mehr auferstehen lassen. Aber strafen, auf Lebenszeit durch Wegschließen, das kann man schon!

Da sind wir wohl zu "menschlich".

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Phönix
Zitat:
Phönix, du hast mich falsch verstanden. Ich habe nicht gemeint, dass Täter nicht resozialisiert werden können. Ich habe nur meine Bedenken geäußert hinsichtlich der Feststellung bzw. der Gutachten, die dann besagen, dass es "vollbracht" sei. Und dass im Grunde genommen man jemand - egal, wie gut die Psychoanalyse auch sein mag - nur vor den Kopf gucken kann und dass somit es immer nur eine Einschätzung einer "Heilung" sein kann und immer noch das, wenn auch vielleicht winzige Moment, des Irrtums vorhanden ist. Und genau dieser Irrtum kann tödlich sein. Nicht für den Gutachter! gruebel
Vorsicht ist doch immer besser als Nachsicht! Und Mitleid mit dem armen Kindsmörder oder Gewaltverbrecher? Der ja (angeblich?) so bedauert? Durch Druck von außen, das ist schon klar.

Also ich bin trotzdem für Unschuldig bis die Schuld bewiesen wurde.
Denn jdn lebenslänglich einzusperren, obwohl man der Meinung ist, dass er nicht gefährlich und seine Strafe abgesessen hat verstößt eben dagegen. Denn er hat bereits "bezahlt" und dann nur wegen einer Möglichkeit festzuhalten verstößt gegen dieses Prinzip und dann muss wenn man so klare Prinzipien nicht respektiert darf man sich fragen, wo sie denn noch gelten?
Du hast natürlich recht, dass man sich nicht sicher sein kann, aber für mich eine Verletzung eines Menschenrechtes.
Zitat:

Die Frage ist natürlich auch: Muss derjenige zwingend "resozialisiert" werden?

Ja! Auch hier stellt sich mir eine Frage: Wenn man ihnen das Recht abspricht resozialiserit werden zu können, inwieweit sind wir dann noch eine solidare, d.h. faire Gesellschaft? Einmal Mörder immer Mörder? Ist das die Maxime nach der du dann urteilen willst?
Zitat:
Tote kann man nicht mehr auferstehen lassen. Aber strafen, auf Lebenszeit durch Wegschließen, das kann man schon!

Oben steht schon ein Frage dazu:
Ist wirkliche lebenslange Haft nicht Folter?

Ich hoffe die Fragen, lassen dich das Thema mit anderen Augen betrachten.
Rebecca
Zitat:
Also ich bin trotzdem für Unschuldig bis die Schuld bewiesen wurde


Phönix, es geht doch um einen Schuldigen! Es geht darum, von Anfang an denjenigen nicht mehr auf die Menschheit loszulassen. Von mir aus kann er ja therapiert werden. Und er darf sogar weiter leben - was sein/e Opfer nicht durften.

Zitat:
Einmal Mörder immer Mörder? Ist das die Maxime nach der du dann urteilen willst?


Einmal Mörder, vielleicht wieder Mörder. Denn hier hat jemand vor dem höchsten, dem heiligsten, dem einzigen nicht haltgemacht: Dem Leben eines anderen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Zitat:
Ist wirkliche lebenslange Haft nicht Folter?


Weniger Folter als das Leid der Eltern, die beispielsweise durch die Hand eines Mörders ihr Kind verloren haben.
Mein Mitleid für einen solchen Menschen hält sich sehr in Grenzen, beziehungsweise ist nicht vorhanden. Er hat das Leben vieler Menschen zerstört, jetzt erscheint es mir aber vollkommen gleichgültig, ob der nun weiterhin bis an sein Lebensende ein schönes Leben führt.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Phönix
Zitat:

Einmal Mörder, vielleicht wieder Mörder..

Diese Annahme, ohne psychologischen Befund, verstößt eben gegen Das Prinzip der allgemeinen Unschuld.
Zitat:
Und dass im Grunde genommen man jemand - egal, wie gut die Psychoanalyse auch sein mag - nur vor den Kopf gucken kann und dass somit es immer nur eine Einschätzung einer "Heilung" sein kann und immer noch das, wenn auch vielleicht winzige Moment, des Irrtums vorhanden ist. Und genau dieser Irrtum kann tödlich sein.

Hier sagst zu, dass ebne ein psychologsicher Befund falsch nicht sicher sein muss, daher ist ihm nicht zu vertrauen.
Zitat:
Phönix, es geht doch um einen Schuldigen!

Daher eben nicht. Er hat bezahlt und hat damit gesühnt.
Wie gesagt: Du gehst davon aus, dass das Prinzip der Unschuldigkeit bis zum Gegenbeweis, nicht immer gewährleistest ist, also bei Vergewaltiger.
Dieses Prinzip ist aber absolut Notwendig für ein Zusammenleben unter humanen Bedingungen und daher für mich niemals und absolut niemals zu verletzen!
Zitat:
Weniger Folter als das Leid der Eltern

Was haben die Eltern davon, dass er für immer im Knast sitzt?
Zitat:
Mein Mitleid für einen solchen Menschen hält sich sehr in Grenzen, beziehungsweise ist nicht vorhanden.

Wenn dein Mitleid nicht vorhanden ist: Wieso dann keine Todesstrafe?
Rebecca
Zitat:
Diese Annahme, ohne psychologischen Befund, verstößt eben gegen Das Prinzip der allgemeinen Unschuld.


Vorbeugen ist besser als das Nachsehen zu haben. Was du mit "allgemeiner Unschuld meinst" ist, das "im Zweifel für den Angeklagten". Das gilt aber nur bis zum Ende der Beweisführung.

Zitat:
Daher eben nicht. Er hat bezahlt und hat damit gesühnt.


Du verstehst mich nicht richtig! Er soll sein Leben lang sühnen, sprich: Gar nicht mehr rausgelassen werden. Das soll in der Urteilsverkündung direkt festgelegt werden. Lebenslänglich in des Wortes wahrster Bedeutung.

Zitat:
Was haben die Eltern davon, dass er für immer im Knast sitzt?


Meinst du, die fühlen sich wohler, wenn der frei wieder draußen rumlaufen kann? Darum geht es aber gar nicht, wer was wovon hat! Es geht um die Strafe - und die empfinde ich unter dem Gesichtspunkt des Schutzes anderer als gerechtfertigt.

Zitat:
Wenn dein Mitleid nicht vorhanden ist: Wieso dann keine Todesstrafe?


Weil ich gegen die Todesstrafe bin. Keiner darf einem anderen sein Leben nehmen.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Phönix
Zitat:
Was du mit "allgemeiner Unschuld meinst" ist, das "im Zweifel für den Angeklagten". Das gilt aber nur bis zum Ende der Beweisführung.

Und ein psychologischer Beweis zählt nicht?
Zitat:
Lebenslänglich in des Wortes wahrster Bedeutung.

Und wieso sollten sie keine zweite Chance bekommen, wenn ein Psychologe sagt, dass sie keien Gefahr mehr sind?
Du führst an, dass er sich irren könnte. Das ist auch so, das kann er.
Aber, weil eines von 100 Gutachten falsch ist, soll 99 Verurteilten keine 2.Chance geben?
Zitat:
Meinst du, die fühlen sich wohler, wenn der frei wieder draußen rumlaufen kann? Darum geht es aber gar nicht, wer was wovon hat!

Dann vergleiche seine Qualen doch nicht, mit denen der ElternZwinker
Zitat:
Weil ich gegen die Todesstrafe bin. Keiner darf einem anderen sein Leben nehmen.

Und, wenn jdn sein leben lang eingesperrt wird? Wo ist da der Unterschied? Sein Leben ist auch furtsch.
Rebecca
Zitat:
Und ein psychologischer Beweis zählt nicht?


Darin gibt es keine BEWEISE!
Phönix, wir drehen uns im Kreis. Ich sage es noch einmal aus meiner Denkungsweise: Es sollten Täter (Triebtäter, die ein Kind umgebracht haben etc. - nicht grundsätzlich jeder Mörder!) für IMMER weggeschlossen werden! Denn ein Irrtum kann tödlich sein.

Derjenige lebt ja weiter. Nur eben nicht in Freiheit. Kann lesen, sich weiterbilden etc. Aber in der Gemeinschaft draußen hat er nichts mehr zu suchen.! Und es ist mir in solchen Fällen schnurzpiepegal, ob der jetzt nicht mehr zu Mac Donalds oder ins Kino gehen kann.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Schneemann
Zitat:
Original von Rebecca
Es sollten Täter (Triebtäter, die ein Kind umgebracht haben etc. - nicht grundsätzlich jeder Mörder!) für IMMER weggeschlossen werden! Denn ein Irrtum kann tödlich sein.

So eine Meinung kann man ja vertreten, obwohl ich das sicherlich anders sehe und es für mich unseren Grundrechten widerspricht. Aber deine Begründung ist nicht wirklich überzeugend. Mit DIESER Begründung kannst du jeden Menschen wegsperren, denn ein Irrtum kann tödlich sein.
Phönix
Zitat:
Original von Schneemann
Zitat:
Original von Rebecca
Es sollten Täter (Triebtäter, die ein Kind umgebracht haben etc. - nicht grundsätzlich jeder Mörder!) für IMMER weggeschlossen werden! Denn ein Irrtum kann tödlich sein.

So eine Meinung kann man ja vertreten, obwohl ich das sicherlich anders sehe und es für mich unseren Grundrechten widerspricht. Aber deine Begründung ist nicht wirklich überzeugend. Mit DIESER Begründung kannst du jeden Menschen wegsperren, denn ein Irrtum kann tödlich sein.

Gut !
Diesmal musste ich nicht so viel schreiben.
Die Grundrechte haben ihren Grund darin, dass ihr unser firiedvolles und freies Zusammenleben gewährleisten, wenn man sie verletzt, wer entscheidet, wie weit man weiter gehen darf?
Der Irrtum kann immer vorkommen, wir sollten versuchen ihn gering zu halten. Du antwortest aber nicht auf eine Frage oben:
Wieso sollten 99 Personen für immer im Knast sitzen, wenn nur einer eine Gefahr darstellt(und ich meine nur Triebtäter)? Ist das nicht ungerecht?
Das hab ich alles aber oben schon geschrieben.... gruebel
Darwinian
Zitat:
Original von Phönix
Wieso sollten 99 Personen für immer im Knast sitzen, wenn nur einer eine Gefahr darstellt(und ich meine nur Triebtäter)? Ist das nicht ungerecht?
Das hab ich alles aber oben schon geschrieben.... gruebel


Wie kommst Du auf diese ominösen 99%, hast Du glaubwürdige Quellen dazu?
Ich kann ebenso das glatte Gegenteil behaupten! nunja
Gerade bei Triebtätern ist die Rückfallquote erfahrungsgemäß groß und oft genug wird fahrlässig mit dem Leben und der Sicherheit von unseren Kindern gespielt, indem solche Triebtäter bzw. K**sch*er angeblich therapiert wieder viel zu schnell auf de Gesellschat losgelassen werden.

Es geht m.E. weniger um Strafe als um Schutz der Allgemeinheit für Wiederholungstaten.
Und ein Mörder stellt nun einmal ein unkalkulierbares Risiko dar.
Mein Standpunkt ist der, wenn eindeutig ein Mörder überführt wurde, z.B. durch DNS Spuren, dann sollte er hingerichtet werden, falls es nicht ganz eindeutig ist, kann er ja eingesperrt werden auf unbestimmte Zeit. Das könnte ja von Fall zu Fall entschieden werden, doch ich halte es für falsch verstandende "Menschlichkeit" die Todesstrafe von vorneherein auszuschließen. Wie jetzt der "Ehrenmord", wo der Bruder die Schwester mit 23 Messerstichen regelrecht abschlachtete. Zuvor hatte er schon mal eine verletzte Person die wehrlos am Boden lag mit einer Holzlatte den Schädel eingeschlagen.
Mir leuchtet nicht ein, warum man solche "archarischen Neandertaler" nicht ein für alle mal aus dem Verzehr zieht, es geht nicht um Rache oder Abschreckung, sondern um Vorbeugung vor weiteren Straftaten und nicht zuletzt um Kostenersparniss, denn ein "Lebenslänglicher" kostet der Gemeinschaft eine Menge Geld, was viel besser in sozialen Projekte bzw. Jugendarbeit angelegt werden könnte.
Schneemann
Zitat:
Original von Darwinian
Gerade bei Triebtätern ist die Rückfallquote erfahrungsgemäß groß und oft genug wird fahrlässig mit dem Leben und der Sicherheit von unseren Kindern gespielt, indem solche Triebtäter bzw. K**sch*nder angeblich therapiert wieder viel zu schnell auf de Gesellschat losgelassen werden.

Wenn du von anderen Quellen einforderst...hast du denn selbst welche zu bieten die diese Behauptungen untermauern? Oder sprichst du von "deinen" Erfahrungen mit Rückfallquoten von Triebtätern?

Zitat:

Und ein Mörder stellt nun einmal ein unkalkulierbares Risiko dar.

Jeder Mensch stellt ein unkalkulierbares Risiko dar. Und gerade durch die Todesstrafe schafft man immer neue "Mörder".

Das wirklich Risiko sehe ich vielmehr in der "falschen" Anwendung der Todesstrafe. Nicht nur dass immer auch Unschuldige getötet werden, nein, die Todesstrafe stellt auch die Gefahr dar missbraucht zu werden, wenn ein Tyrann oder ein tyrannisches Regime die Macht übernimmt und dann nach eigenem Gutdünken dieses Instrument missbraucht um den Widerstand zu unterdrücken. Ich habe vor kurzem den wahrlich deprimierenden Geschwister-Scholl-Film gesehen und ich kann daraus nur die Lehre ziehen dass man die Todessträfe schärfstens ächten MUSS um ein Bewusstsein d afür zu schaffen dass Menschen diese niemals wieder zulassen und im Zweifelsfall bei Unrechtsregimen auch dagegen ankämpfen. Führt man sie ein, macht man sie gesellschaftsfähig, erhöht man die Chance dass sie missbraucht werden kann.

Zitat:

Mein Standpunkt ist der, wenn eindeutig ein Mörder überführt wurde, z.B. durch DNS Spuren, dann sollte er hingerichtet werden, falls es nicht ganz eindeutig ist, kann er ja eingesperrt werden auf unbestimmte Zeit.

Finde ich völlig krass daneben. Zum einen ist Mörder nicht gleich Mörder. Einen Jack-the-Ripper mit einem Hitler-Attentäter zu vergleichen fiele mir beispielsweise schwer. Und dazwischen gibt es wohl unendliche viele Zwischenformen. Warum sollte man diese dann auch gleich bestrafen. Zum andern gehört es für mich zu einer zivilisierten Verhalten dass man Menschen auch die Chance gibt sich zu bessern. Ich sehe an mir selbst dass ich heute fast nichts mehr gemeinsam habe mit dem Menschen der ich vor 2 Jahrzehnten war. Bei Straftätern kann das noch ausgeprägter sein, vor allem wenn sie über Jahrzehnte hinweg aus ihrer schädlichen Umgebung heraus sind. Aber ob das Recht auf Leben ein Menschenrecht ist muss wohl jeder für sich entscheiden.

Zitat:
, es geht nicht um Rache oder Abschreckung, sondern um Vorbeugung vor weiteren Straftaten

Wenn es dir nicht um Rache oder Abschreckung geht, dann solltest du doch einsehen, dass man Menschen nach ihrem AKTUELLEN Gefahrenpotential beurteilen sollte und nicht nach dem Gefahrenpotential bei ihrer Straftat. Und eine Todesstrafe oder lebenslängliche Strafe macht das eben gerade nicht.

Einfach zu behaupten "wer einmal tötet, der tötet immer" ist eine Verurteilung für Taten die noch gar nicht begangen wurden und ist rechtswidrig. Dann könnte man auch gleich einen Gentest bei Säuglingen vornehmen und diese Hinrichten falls "Verbrechergene" gefunden werden (z.b. das doppelte Y-Chromosom). Ich möchte solche Verhältnisse aber nicht. Diese Art der Vorbeugung ist ungerecht und, einmal eingeführt, ist es überhaupt nicht mehr prüfbar ob die Kriterien der Vorbeugung richtig gewählt sind.

Zitat:

und nicht zuletzt um Kostenersparniss, denn ein "Lebenslänglicher" kostet der Gemeinschaft eine Menge Geld, was viel besser in sozialen Projekte bzw. Jugendarbeit angelegt werden könnte.

Ach, das ist doch schon längst wiederlegt. In den USA ist zigmal nachgewiesen worden dass die Verurteilten in den Todestrakten den Staat viel teurer zu stehen kommen.

"Im Übrigen ist das zynische Kostenargument auch noch falsch, denn nach seriösen Schätzungen
verschlingt ein Todesstrafenfall in Texas, USA von der Verurteilung bis zur Hinrichtung durchschnittlich
2,3 Millionen Dollar, während für eine lebenslange Haftstrafe 600.000 Dollar aufgewendet werden
müssen."

(Quelle: siehe link weiter unten)

Ueberhaupt zeigt sich dort dass diese Strafe nur Nachteile mit sich bringt (es wurden viele nachgewiesenermassen Unschuldige hingerichtet, viele Henker haben grosse psychische Probleme, die Todesstrafe ist immens teuer, viele Hingerichtete stellten zum Zeitpunkt der Tötung längst keine Gefahr mehr für die Gesellschaft dar, ein Kritisieren von Tötungen in Unrechtsstaaten ist wenig glaubwürdig wenn man selbst auch tötet...).

Ein netter Flyer zur Todesstrafe findet sich bei AI:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/...t_argumente.pdf
Daraus:
„Warum töten wir Menschen,
die Menschen getötet haben?
Um zu zeigen, dass es Unrecht ist,
Menschen zu töten?“
Tarvoc
Zitat:
Original von Darwinian
Kostenersparnis

Ich glaube mir wird übel...
Darwinian
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von Darwinian
Kostenersparnis

Ich glaube mir wird übel...


Dann steck' Dir einen Finger in den Hals, dann geht es Dir gleich besser... großes Grinsen
Tarvoc
Wohl kaum. Solange es Diskurse gibt, in denen Menschenleben nur als Kostenfaktor auftauchen, wird es mir nicht besser gehen.
Darwinian
Zitat:
Original von Schneemann
Wenn du von anderen Quellen einforderst...hast du denn selbst welche zu bieten die diese Behauptungen untermauern? Oder sprichst du von "deinen" Erfahrungen mit Rückfallquoten von Triebtätern?


Wer die Nachrichten regelmäßig verfolgt wird das nicht in Frage stellen.
Selbst wenn die bekekannten Fälle aus den Nachrichten nicht repräsentativ wären, jedes einzelne Kind welches einem Rückfalltäter zum Opfer fällt ist eines zuviel und völlig unnötig!


Zitat:

Jeder Mensch stellt ein unkalkulierbares Risiko dar. Und gerade durch die Todesstrafe schafft man immer neue "Mörder".


http://www.express.de/nachrichten/region...4246352381.html
Mal wieder ein aktueller Fall aus der Praxis...


Zitat:

Das wirklich Risiko sehe ich vielmehr in der "falschen" Anwendung der Todesstrafe. Nicht nur dass immer auch Unschuldige getötet werden, nein, die Todesstrafe stellt auch die Gefahr dar missbraucht zu werden, wenn ein Tyrann oder ein tyrannisches Regime die Macht übernimmt und dann nach eigenem Gutdünken dieses Instrument missbraucht um den Widerstand zu unterdrücken.


Ein Tyrann oder ein tyrannisches Regime kann die Todesstrafe bei Bedarf sowieso einführen oder im Geheimen eliminieren lassen.

Zitat:

Ich habe vor kurzem den wahrlich deprimierenden Geschwister-Scholl-Film gesehen und ich kann daraus nur die Lehre ziehen dass man die Todessträfe schärfstens ächten MUSS um ein Bewusstsein d afür zu schaffen dass Menschen diese niemals wieder zulassen und im Zweifelsfall bei Unrechtsregimen auch dagegen ankämpfen. Führt man sie ein, macht man sie gesellschaftsfähig, erhöht man die Chance dass sie missbraucht werden kann.


Ich respektiere diese Meinung, teile sie aber nicht.

Zitat:
Original von Darwinian
Mein Standpunkt ist der, wenn eindeutig ein Mörder überführt wurde, z.B. durch DNS Spuren, dann sollte er hingerichtet werden, falls es nicht ganz eindeutig ist, kann er ja eingesperrt werden auf unbestimmte Zeit.


Zitat:

Finde ich völlig krass daneben. Zum einen ist Mörder nicht gleich Mörder. Einen Jack-the-Ripper mit einem Hitler-Attentäter zu vergleichen fiele mir beispielsweise schwer. Und dazwischen gibt es wohl unendliche viele Zwischenformen.


Mir geht es um die alltäglichen Morde und nicht um die extremen Ausnahmefälle, die man selbstverständlich anders beurteilen muss. Wer aus Notwehr heraus jemanden umbringt, soll ja dafür auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Gemeint sind viel mehr die alltäglichen Fälle, wo aus Habier, Trieb getötet wurde!

Zitat:

Warum sollte man diese dann auch gleich bestrafen. Zum andern gehört es für mich zu einer zivilisierten Verhalten dass man Menschen auch die Chance gibt sich zu bessern.


Aber nicht wenn dadurch z.B. mit dem Leben unschuldiger Kinder gespielt wird! Eine Chance sich zu ändern kann man Bankräubern oder Dieben usw.geben, aber nicht brutalen Mördern!

Zitat:

Ich sehe an mir selbst dass ich heute fast nichts mehr gemeinsam habe mit dem Menschen der ich vor 2 Jahrzehnten war. Bei Straftätern kann das noch ausgeprägter sein, vor allem wenn sie über Jahrzehnte hinweg aus ihrer schädlichen Umgebung heraus sind.


Es gibt ebenso Menschen die sich nie ändern, wer einmal mutwillig die Hemmschwelle zum Mord oder rohen Gewalt überschritt wird sich so schnell nicht mehr ändern, egal in welcher Umgebung er sich befindet.
"Experimente" dazu gehen auf Kosten unschuldiger Opfer, was im Vordergrund stehen sollte.


Zitat:

Aber ob das Recht auf Leben ein Menschenrecht ist muss wohl jeder für sich entscheiden.


Genau, jeder hat ein Recht auf seine Meinung...

Zitat:

Wenn es dir nicht um Rache oder Abschreckung geht, dann solltest du doch einsehen, dass man Menschen nach ihrem AKTUELLEN Gefahrenpotential beurteilen sollte und nicht nach dem Gefahrenpotential bei ihrer Straftat. Und eine Todesstrafe oder lebenslängliche Strafe macht das eben gerade nicht.


Und wer kann das beurteilen, ohne Leichtfertig mit dem Leben Unschuldiger zu spielen? Stell' Dir vor ein Triebtäter würde dein Kind brutal mißbrauchen und töten, mal schauen ob du dann auch noch so tolerant daher reden würdest...

Zitat:

Einfach zu behaupten "wer einmal tötet, der tötet immer" ist eine Verurteilung für Taten die noch gar nicht begangen wurden und ist rechtswidrig. Dann könnte man auch gleich einen Gentest bei Säuglingen vornehmen und diese Hinrichten falls "Verbrechergene" gefunden werden (z.b. das doppelte Y-Chromosom).


Das doppelte Y-Chromosom sagt gar nichts aus, das ist längst überholt.
"Wer einmal tötet soll sich nicht beklagen, wenn er selbst dafür mit seinem Leben büßt!"


Zitat:

Ich möchte solche Verhältnisse aber nicht. Diese Art der Vorbeugung ist ungerecht


Man sollte besser mal an die Opfer denken als an die "armen" Täter!

Zitat:

und, einmal eingeführt, ist es überhaupt nicht mehr prüfbar ob die Kriterien der Vorbeugung richtig gewählt sind.


Warten wir also in Ruhe ab, ob der Täter rückfällig wid oder nicht!
Wird er es, geben wir ihm selbstverständlich eine weitere Chance, denn er beteuert unter Tränen, "dass er schon bald ein neuer Mensch wird und jeden Sonntag zur Messe gehen wird..."

Zitat:

"Im Übrigen ist das zynische Kostenargument auch noch falsch, denn nach seriösen Schätzungen
verschlingt ein Todesstrafenfall in Texas, USA von der Verurteilung bis zur Hinrichtung durchschnittlich
2,3 Millionen Dollar, während für eine lebenslange Haftstrafe 600.000 Dollar aufgewendet werden
müssen."

(Quelle: siehe link weiter unten)


Wie die Todesstrafe in den USA praktiziert wird finde ich auch nicht richtig!
Dort wird ja quasi Lebenslänglich mit Todesstrafe verhängt! Nach jahrelanger Haft in der Todeszelle darf m.E. niemand mehr hingerichtet werden, das ist inhuman! Steht die Tat einmal einwandfrei fest (das ist unbedingt erforderlich; in den USA ist das nicht immmer gewährleistet!) sollte schnellstmögklich das Urteil vollstreckt werden. Das kommt dann erheblich billiger als 600.000 Dollar!

Zitat:

Ueberhaupt zeigt sich dort dass diese Strafe nur Nachteile mit sich bringt (es wurden viele nachgewiesenermassen Unschuldige hingerichtet, viele Henker haben grosse psychische Probleme, die Todesstrafe ist immens teuer, viele Hingerichtete stellten zum Zeitpunkt der Tötung längst keine Gefahr mehr für die Gesellschaft dar, ein Kritisieren von Tötungen in Unrechtsstaaten ist wenig glaubwürdig wenn man selbst auch tötet...).


Ich betone noch einmal ausdrücklich, dass die Tat zweifellos bewiesen sein sollte und im Zweifel für den Angeklagten geurteilt werden muss. "Henker mit psychischen Probleme" haben den Beruf verfehlt, zum Kostenfaktor habe ich mich schon geäußert und ein Mörder, der aus Habgier oder Trieb tötete, wird immer eine Gefahr für die Gesellschaft bleiben, so wie ein hungriger Wolf Schafe reißen wird bei Gelegenheit.