Rhetorix
Gut, weiter.
Im zweiten, längeren Absatz von § 7 kommen zunächst allerlei langatmige, geschraubte Ausführungen, die ich hier weglasse, da mir der Schluss von § 7 wesentlich erscheint.
Schlussfolgerung im Sinn der spekulativen Philosophie:
Gegenfrage: Welches Tier widmet sich der Erforschung von Tiefseekraken und schwarzen Löchern?
Also gehört es zum Wesen der Tiefseekrake und des schwarzen Lochs, dass sie ein spezifisch menschlicher Gegenstand sind. Also offenbart sich in ihnen das Wesen des Menschen, und sie sind uns - bzw. wir sind ihnen - ebenbürtig.
Besonders 'gut' gefällt mir das hier:
Das scheint mir überhaupt der tiefere Sinn der Vergöttlichung von Vernunft und 'Geist' zu sein: man findet sich selbstt damit so schön geistreich.
Ansonsten ist es ein vermurkster Gedankengang auf der Basis beliebiger Axiome.
Statt eigenen Kommentars:
Im zweiten, längeren Absatz von § 7 kommen zunächst allerlei langatmige, geschraubte Ausführungen, die ich hier weglasse, da mir der Schluss von § 7 wesentlich erscheint.
Schlussfolgerung im Sinn der spekulativen Philosophie:
| Zitat: |
| Es gehört also zum Wesen Gottes selbst, daß er keinem anderen Wesen außer dem Menschen Gegenstand, daß er ein spezifisch menschlicher Gegenstand, ein Geheimnis des Menschen ist. Wenn aber Gott nur ein Gegenstand des Menschen ist, was offenbart sich uns im Wesen Gottes? Nichts anderes als das Wesen des Menschen. Wem das höchste Wesen Gegenstand ist, das ist selbst das höchste Wesen... Nur ebenbürtige Wesen sind sich Gegenstand, und zwar so, wie sie an sich sind. Die Identität des göttlichen und menschlichen Wesens fällt nun allerdings auch in das Bewußtsein des Theismus. Aber weil er Gott, ungeachtet daß er das Wesen Gottes in den Geist setzt, doch zugleich als ein außer dem Menschen existierendes, sinnliches Wesen vorstellt, so ist ihm auch diese Identität nur als sinnliche Identität, als Ähnlichkeit oder Verwandtschaft Gegenstand. Verwandtschaft drückt dasselbe aus, als Identität, aber es ist mit ihr zugleich verbunden die sinnliche Vorstellung, daß die verwandten Wesen zwei selbständige, d.i. sinnliche, außereinander existierende Wesen sind. |
Gegenfrage: Welches Tier widmet sich der Erforschung von Tiefseekraken und schwarzen Löchern?
Also gehört es zum Wesen der Tiefseekrake und des schwarzen Lochs, dass sie ein spezifisch menschlicher Gegenstand sind. Also offenbart sich in ihnen das Wesen des Menschen, und sie sind uns - bzw. wir sind ihnen - ebenbürtig.
Besonders 'gut' gefällt mir das hier:
| Zitat: |
| Wem das höchste Wesen Gegenstand ist, das ist selbst das höchste Wesen. |
Das scheint mir überhaupt der tiefere Sinn der Vergöttlichung von Vernunft und 'Geist' zu sein: man findet sich selbstt damit so schön geistreich.
Ansonsten ist es ein vermurkster Gedankengang auf der Basis beliebiger Axiome.
Statt eigenen Kommentars:
Verteidigung des Pantheismus und der Naturphilosophie gegen die spekuklative Philosophie
alias
Groß ist die Diana der Epheser
(von Goethe)
Zu Ephesus ein Goldschmied saß
In seiner Werkstatt, pochte,
So gut er konnt', ohn' Unterlaß,
So zierlich er's vermochte.
Als Knab und Jüngling kniet' er schon
Im Tempel vor der Göttin Thron
Und hatte den Gürtel unter den Brüsten,
Worin so manche Tiere nisten,
Zu Hause treulich nachgefeilt,
Wie's ihm der Vater zugeteilt;
Und leitete sein kunstreich Streben
In frommer Wirkung durch das Leben.
Da hört er denn auf einmal laut
Eines Gassenvolkes Windesbraut,
Als gäb's einen Gott so im Gehirn,
Da, hinter des Menschen alberner Stirn,
Der sei viel herrlicher als das Wesen,
An dem wir die Breite der Gottheit lesen.
Der alte Künstler horcht nur auf,
Läßt seinen Knaben auf den Markt den Lauf,
Feilt immer fort an Hirschen und Tieren,
Die seiner Gottheit Kniee zieren;
Und hofft, es könnte das Glück ihm walten,
Ihr Angesicht würdig zu gestalten.
Will's aber einer anders halten,
So mag er nach Belieben schalten;
Nur soll er nicht das Handwerk schänden;
Sonst wird er schlecht und schmählich enden.
alias
Groß ist die Diana der Epheser
(von Goethe)
Zu Ephesus ein Goldschmied saß
In seiner Werkstatt, pochte,
So gut er konnt', ohn' Unterlaß,
So zierlich er's vermochte.
Als Knab und Jüngling kniet' er schon
Im Tempel vor der Göttin Thron
Und hatte den Gürtel unter den Brüsten,
Worin so manche Tiere nisten,
Zu Hause treulich nachgefeilt,
Wie's ihm der Vater zugeteilt;
Und leitete sein kunstreich Streben
In frommer Wirkung durch das Leben.
Da hört er denn auf einmal laut
Eines Gassenvolkes Windesbraut,
Als gäb's einen Gott so im Gehirn,
Da, hinter des Menschen alberner Stirn,
Der sei viel herrlicher als das Wesen,
An dem wir die Breite der Gottheit lesen.
Der alte Künstler horcht nur auf,
Läßt seinen Knaben auf den Markt den Lauf,
Feilt immer fort an Hirschen und Tieren,
Die seiner Gottheit Kniee zieren;
Und hofft, es könnte das Glück ihm walten,
Ihr Angesicht würdig zu gestalten.
Will's aber einer anders halten,
So mag er nach Belieben schalten;
Nur soll er nicht das Handwerk schänden;
Sonst wird er schlecht und schmählich enden.
... hmm, eigenartig. Die Idee ist mir bei der Stelle gar nicht gekommen, dass es darum gehen könnte, ob Gott selbst irgendwelche Sinnesorgane hätte...