Muss man zu allem eine Meinung haben?

Monte Christo
Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Menschen bestehende subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil).

Hat jeder Mensch eine Meinung gegenüber einer Sache?
"intuitiv" würde ich sagen, NEIN!

Beim näheren betrachten der Dinge, fällt mir auf, dass jeder Mensch zu einer Sache eine Meinung haben muss.

Wenn z.B. jemand sagt, "Ich habe keine ahnung" hat der jenige auch eine Meinung bzw. Ansicht In dem moment wo er dieses sagt, entsteht seine Meinung/Ansicht von etwas. Auch wenn die Ansicht so beschränkt ist, dass er keine wissende Meinung hat.

Was meint Ihr?
Phönix
Zitat:
Original von Monte Christo
Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Menschen bestehende subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil).

Hat jeder Mensch eine Meinung gegenüber einer Sache?
"intuitiv" würde ich sagen, NEIN!

Beim näheren betrachten der Dinge, fällt mir auf, dass jeder Mensch zu einer Sache eine Meinung haben muss.

Wenn z.B. jemand sagt, "Ich habe keine ahnung" hat der jenige auch eine Meinung bzw. Ansicht In dem moment wo er dieses sagt, entsteht seine Meinung/Ansicht von etwas. Auch wenn die Ansicht so beschränkt ist, dass er wissende Meinung hat.

Was meint Ihr?


Natürlich hat jeder Mensch zu allem eine Meinung. Alles von dem er gehört hat, führt bei ihm automatisch zu einer Meinungsbildung.
Diese geschieht zuerst Unterbewusst und wenn sich das Thema genauer anschaut, dann bewusst.
Unterbewusst gibt es immer ein Gefühl zu einer Sache.
Wenn jemand sagt: "Mir ega". So drückt er nur aus, dass für ihn die Sache keiner weiteren Meinung seinerseits bedarf, dies ist natürlich abr auch eine Meinung.

Eigentlich so ziemlich was du geschreibselt hast, nur ausführlicherZwinker
Jay Ray
Ich würde zweierlei unterscheiden:

1) Eine Meinung zu Sache X
2) Eine Meinung über sich bzw. das eigene Verhältnis zu Sache X

für 1) braucht man eine gewissen Kenntnis von X, und wenn man sagt, man habe keine Meinung zu X, dann hat man tatsächlich keine Meinung vom Typ 1), sondern nur eine (andere) Meinung vom Typ 2). mit dem Inhalt, daß man selbst keine Beziehung zu X hat - ohne darüber zu urteilen, wie X beschaffen ist oder ob X überhaupt existiert oder theoretisch denkbar wäre.
Rabe
Meine Meinung dazu,

für 1) braucht es keine gewisse Kenntnis, weil eine Meinung keinen Wahrheitsanspruch beinhaltet
für 2) es kann eine Beziehung zu Typ 1) geben, mit Urteilen wie X beschaffen ist und ob X existiert usw. dann wäre es aber keine Meinung mehr sondern schon eine Form der Erkenntnis.
Daraus würde aber folgen, eine Meinung kann nicht mehr zu 1) gebildet werden, weil eine Erkenntnis vorhanden ist .
Versucherling
Ich würde sagen, daß man immer irgend eine Meinung hat.
vielleicht sagt man, daß man dazu keine Meinung hat, weil einem diese Sache überhaupt nicht interessiert, aber letzten Endes ist dann die Meinung, daß diese Sache uninteressant sei.
Dann weiß man vielleicht nicht welche Meinung man vertreten kann. Aber diese Stellung nimmt man eben dann ein, wenn man zwar ein paar Argumente dafür hat, aber vielleicht auch ein paar Argumente dagegen und man nicht weiß, ob man sich auf eine Aussage stützen kann. Also hat man dann ziemlich viele Meinungen. Sie widersprechen sich vielleicht noch zu sehr, um eine Meinung zu haben.
Wenn man dann diese eine meinung gewonnen hat und merkt, daß sie gar nicht stimmt. Dann hat man vielleicht wieder viele Meinungen oder erstmal gar keine mehr.
Meine Meinung ist, daß es das unmöglichere ist keine Meinung zu haben.
Esel
Ich bin der Meinung (auf den Scherz hin), dass hier zu Lande -leider- jeder, und wirklich jeder eine Meinung zu allem hat. Als Grundlage für diese meine These möchte ich eine eigene Erfahrung -die 100fach, und auch mir öfters, zu erleben ist- zum Besten bringen.
Ich saß in einer Kneipe, kurz um den Kontext zu verstehen, es handelt sich hierbei um eine 'gute deutsche' Kneipe. Heisst Bier für 1,10€ und die arbeitende Masse (nicht, dass das ich übermäßig voreingenommen ihnen gegenüber bin, aber man muss es wissen um fogendes zu verstehen): Am Thresen, nebenan der Tisch, an dem ich saß, fand also folgendes Gespräch statt: Thema Opel. Es wurde schwadroniert ob und warum die Opelstandpunktverschiebung gut ist. Und im Laufe des Gesprächs kamen immer mehr Äußerungen wie 'Ist doch *Kraftausdruck*e' und 'aber hauptsache die Asiaten verschleudern ihr Autos hier', zusammengefasst: Niemand, nicht einer von ihnen hat eine triftige Begründung warum Opel nicht hätte gehen dürfen. Nebenbei, den WAZ-Artikel hatte ich 5 Minuten vorher in der noch offen vor mir liegenden Zeitung gelesen (das sich 70% von dem widersprochen hat, muss ich nicht erwähnen).
Fakt ist: Man kann sehrwohl eine Meinung ohne Kenntnis haben. Und hier zu Lande wird dieses Recht zur genüge vergewaltigt.

Zitat Bild: 'Hat Hitler uns die Aliens geschickt?' Antwort: Ja! Muss man dazu noch was sagen?!
Sun Deluge
Ist nicht jeder Satz eine Meinung an sich ? Also die persönlichen Kommentare meine ich jetzt. Entweder verfasst man einen Bericht sachlich oder eben in der Sicht der eigenen (gefühlsbetonten) Meinung. Meinungen betonen die Gefühle über gesagtes, Sachtexte geben keine Auskunft über diese Ebene. Man kann auch zu keiner Meinung eine Meinung haben, indem man sagt, man ist neutral, also auch eine Meinung. Also finde ich, man muss keine Meinung haben, denn die kann zu verschiedenen Themen beitragen, eben wie gesagt neutral zu bleiben und jede Perspektive anzuhören. Aber es gibt immer eine Meinung, auch wenn man in einer jeglichen Situation steckt, die keine Meinungen brauchen, so hat jeder eine, obwohl er sie nicht braucht.
Beispiel: Jemand fragt mich nach meiner Meinung und ich sage ihm, dass ich keine zu diesem Thema habe. Doch über diese Meinungslosigkeit etwickelt sich eine Meinung, über die unwissende bzw. über die nicht nachgedachte Meinung weitermeint und automatisch eine habe, denn diese ist neutral oder ich möchte mir keine machen. Ich hoffe, es verwirrt nicht zu sehr.

Meinungslosigkeit = Meinung über diese neutrale Sicht

P.S. Wenn man (nicht nur) im deutschen Sprachgebrauch immer wieder die gleichen Wörter liest, schreibt oder sagt, hören diese sich irgendwie blöd an. Deshalb tuts mir Leid, wenn ich immer nur Meinung in meinen Texten eingebaut habe. smile Meine Meinung, was meint ihr dazu ?