perla02
" Was die Liebe angeht, so konnte man nicht mehr auf die zählen. Ich war vermutlich einer der letzten Männer meiner Generation gewesen, dessen Eigenliebe gering genug war, um imstande zu sein, jemand anderen zu lieben, wenn auch nur sehr selten: genau zwei Mal in meinem Leben. Wenn man individuelle Freiheit und Unabhängigkeit anstrebt, ist keine Liebe möglich, alles andere ist eine Lüge und zwar eine der größten Lügen, die je ersonnen worden sind; Liebe ist nur dann möglich, wenn der Wunsch nach Zerstörung, nach Verschmelzung, nach individueller Selbstaufgabe vorhanden ist, und zwar in einem gewissen ozeanischen Gefühl, wie man früher sagte, also in etwas, das es sowieso in naher Zukunft nicht mehr geben wird"
(Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel)
Phil(osoph)
Öhm, ja... dann nochmal:
Wie gesagt: Kann ich mich voll und ganz mit identifizieren. "Persönliche Freiheit" und "Unabhängigkeit" in einer Beziehung ist nur bis zu einem gewissen Grad möglich, aber das macht überhaupt nichts, weil wahre Liebe die süßeste Form der "Abhängigkeit" darstellt.
"Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren."
(Theodor Adorno)
Kuranai
Was hab ich von dieser Unabhängigkeit und Freiheit ?!
Folgende Vorstellung:
...ich wohne mit 40 in ner ein Zimmer Wohnung in Wedding und gucke mit ner Kiste Bier allein die Sportschau. Ich rede mit meinem Briefkasten und keiner meckert, wenn ich stinke und nie zum Frisör gehe.
...Frei und unabhängig eben
Dann lieber seine Freiheit teilen (nicht aufgeben) und zu zweit unabhängig vom Rest sein.
Ich hab schon jetzt die Situation, dass ich zwar unabhängig bin, z.B. ohne Ende reisen Könnte, aber niemanden habe, den ich mitnehmen kann bzw. möchte.
"Freiheit" könnte man auch sagen, endet mit jedem Entschluss den wir fassen !
Toschy
| Zitat: |
Original von perla02
" Was die Liebe angeht, so konnte man nicht mehr auf die zählen. Ich war vermutlich einer der letzten Männer meiner Generation gewesen, dessen Eigenliebe gering genug war, um imstande zu sein, jemand anderen zu lieben, wenn auch nur sehr selten: genau zwei Mal in meinem Leben. " |
wenn man nicht im stande ist sich selbst zu lieben, wie soll man dann je einen anderen menschen lieben können?
(dass hier nifht von narzismus die rede ist hoffendlich einleuchtnd)
Phil(osoph)
| Zitat: |
Original von Toschy
wenn man nicht im stande ist sich selbst zu lieben, wie soll man dann je einen anderen menschen lieben können?
(dass hier nifht von narzismus die rede ist hoffendlich einleuchtnd) |
Geh doch mal ein wenig ins Detail. Was verstehst du denn unter "Liebe zu sich selbst"? Daß man stolz auf sich ist?
perla02
.. ich finde "liebe zu sich selber" immer etwas zu krass ausgedrückt. das hört sich so nach egoismus an ..
ich würde sagen, wenn man sich selbst akezptiert, kann man auch im stande sein, für jemanden da zu sein.. sich selbst so zu sehen und anzunehmen wie man ist, ist für mich essenziell um eine andere person zu lieben und sich dieser hingeben zu können. denn erst dann kann ich auch das vertrauen haben, dass sich diese person auch auf mich einlassen kann
liebe grüsse
perla02
Toschy
| Zitat: |
Original von Phil(osoph)
| Zitat: |
Original von Toschy
wenn man nicht im stande ist sich selbst zu lieben, wie soll man dann je einen anderen menschen lieben können?
(dass hier nifht von narzismus die rede ist hoffendlich einleuchtnd) |
Geh doch mal ein wenig ins Detail. Was verstehst du denn unter "Liebe zu sich selbst"? Daß man stolz auf sich ist? |
ist das nicht klar??
liebe zu sich selbst heisst mit sich selbst im reinen zu sein, seine eigene würde (als mensch, als sich selbst) erkennen, sich selbst zu achten (ein raucher z.b. achtet sich, wenn er weiss was er tut, kaum).. selbstbewusstsein, selbstvertrauen... man muss mit sich selber klarkommen, sich "akzeptieren"... sich regelrecht mögen...
mein relilehrer überspitzte das gerne mit "jeden morgen wenn ich in den spiegel gucke danke ich gott für diesen tollen typen da"
und ich hab doch oben extra erwähnt das se snicht narzismus (oder egomanie ect.) heisst... mesch!!
ist das wirklich nicht eindeutig was ich meine?
Kuranai
| Zitat: |
Original von Toschy
ein raucher z.b. achtet sich, wenn er weiss was er tut, kaum |

Toschy....mal wieder die Toleranz bzw. Akzeptanz in Person *lol*
Demnach dürften also Raucher nicht in der Lage sein, Andere an sich ran zu lassen...oooder sie wissen nicht was sie tun.
Da hat man als Rauer ja automatisch verloren
...vielleicht fang ich jetzt aus Protest an
Phil(osoph)
| Zitat: |
Original von Toschy
liebe zu sich selbst heisst mit sich selbst im reinen zu sein, seine eigene würde (als mensch, als sich selbst) erkennen, sich selbst zu achten (ein raucher z.b. achtet sich, wenn er weiss was er tut, kaum).. selbstbewusstsein, selbstvertrauen... man muss mit sich selber klarkommen, sich "akzeptieren"... sich regelrecht mögen... |
Jepp, ok. Das kann man, wenn man will, natürlich auch "Liebe zu sich selbst" nennen. Nur bei dem Raucher muß ich widersprechen: ich achte mich,
obwohl ich rauche.
Dahinter kann nämlich wiederum eine Überzeugung stehen!
| Zitat: |
Original von Toschy
mein relilehrer überspitzte das gerne mit "jeden morgen wenn ich in den spiegel gucke danke ich gott für diesen tollen typen da"
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Da ich Nihilist bin, danke ich mir wenn schon selbst für "für diesen tollen Typen da"
| Zitat: |
Original von Toschy
und ich hab doch oben extra erwähnt das es nicht narzismus (oder egomanie ect.) heisst... mensch!!
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Habe ich auch nicht erwähnt.
| Zitat: |
Original von Toschy
ist das wirklich nicht eindeutig was ich meine?
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Doch, schon. Ich finde nur, daß diese allgemeinläufig beliebte "Liebe zu sich selbst"-Phrase von vielen einfach als biblische Parole dahergesagt wird, was irgendwie ausgelutscht klingt.
Toschy
| Zitat: |
Original von Kuranai
Demnach dürften also Raucher nicht in der Lage sein, Andere an sich ran zu lassen...oooder sie wissen nicht was sie tun.
Da hat man als Rauer ja automatisch verloren
...vielleicht fang ich jetzt aus Protest an
|
ich frage mich nur... wie kann jemand, der sich angeblich achtet, respektiert, schätzt, der sich selber was wert ist, sich selbest (körper/geist) nur so brutal zerstören? und jkommt mir nich mit einem "rauchen zerstört doch nix"-spruch oder irgendeiner relativierung im bezug auf feinstaub u.ä....
phil: ja natürlich ist vieles zu einer abgedroschebnen und ausgelutschten phrase geworden... für die, die es aber immernoch wertschätzen, die wissen was sie sagen und etwas damit auszusagen gedenken... kann selbst etwas "allgemein für ausgelutscht gehaltenes" wertvoll sein... z.b. ein simples "ich hab dich lieb" oder eine umarmung
(kennt ihr diese pupertären mädels die sich stendig mit so einer flüchtig gezwungenen "umarmung" anfallen?? am besten noch ein [noch sehr viel oberflächlischeres] "bussi" hinterher... urghs...)
Kuranai
Hab schon verstanden, was du sagen wolltest. War mir nur zu endgültig !
Ich werd dir garantiert nichts von Feinstaub erzählen und dass Rauchen nicht schädlich sei kann auch keiner behaupten.
Es ist aber keine unmittelbare Zerstörung...jedenfalls nicht wahrnehmbar und das verändert doch die Einstellung. Viel schlimmer finde ich Saufer, aber die gelten als normal.
...Wobei das nicht zum thema gehört (du hast angefangen :p )
Was ich einwerfen möchte: Es kann auch andersrum funtionieren.
Ich meine, dass man zuerst jemand Anderen liebt und dadurch lernt, sich selbst zu mögen. Oder überhaupt erst durch die Liebe eines Anderen darauf kommt.
Warum soll ich jetzt mit mir zufrieden sein, wenn ich mit der Situation unzufrieden bin ?
Von meiner Einstellung und meinem Handeln bin ich überzeugt, aber zufrieden

...denn gebracht hats mir nichts !
Marie
| Zitat: |
Original von Toschy
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Original von perla02
" Was die Liebe angeht, so konnte man nicht mehr auf die zählen. Ich war vermutlich einer der letzten Männer meiner Generation gewesen, dessen Eigenliebe gering genug war, um imstande zu sein, jemand anderen zu lieben, wenn auch nur sehr selten: genau zwei Mal in meinem Leben. " |
wenn man nicht im stande ist sich selbst zu lieben, wie soll man dann je einen anderen menschen lieben können?
(dass hier nifht von narzismus die rede ist hoffendlich einleuchtnd) |
Ich fände das Wort Egoismus hier passender als "Eigenliebe".
Das Wort "Eigenliebe" sagt auch nicht mehr aus als z.B. Liebe zur Natur, zu anderen Menschen, zum Leben....warum nicht auch zu sich selbst?
Doch gebe ich einem Menschen, der sich selbst nicht lieben kann, durchaus eine Chance, das über einen anderen liebenden Menschen zu lernen.
Von wem auch sonst?
Warum lieben wir denn einen Menschen?
Doch nicht, weil er ein Kotzbrocken, sondern weil er liebenswert ist!
Das gilt für andere Menschen gleichermaßen wie für uns selbst.
Es steckt keine Logik dahinter, andere erst lieben zu können, wenn wir uns selbst lieben gelernt haben.
Durchaus kann auch ein Kotzbrocken sich in einen
liebenswerten Menschen verlieben und erst von diesem das Lieben erlernen.
Doch muss sich ein Kotzbrocken nicht wundern, wenn er vielleicht jahrelang "suchen" muss, bis sich denn einer in in verliebt.
Gruß Almaria
Toschy
du hast recht almaria... eigentlich hätt ich dass selber wissen müssen... war ich doch lange nicht in der lage mit mir selber klar zu kommen...
Parmenides
Hallo Almaria
tatsächlich das erste mir plausibel erscheinende argument für diese aussage. nur merkwürdig scheint mir die prämise zu sein, von anderen etwas über sich selbst bzw. den umgang mit sich selbst lernen zu können. im endeffekt steckt ja jeder nur selber in seiner eigenen haut, und der sehr schöne kindererziehungsspruch "schließ nicht von dir auf andere" scheint mir genausosehr in der umkehrung zu gelten...
tschö Parme
Marie
| Zitat: |
Original von Parmenides
Hallo Almaria
tatsächlich das erste mir plausibel erscheinende argument für diese aussage. nur merkwürdig scheint mir die prämise zu sein, von anderen etwas über sich selbst bzw. den umgang mit sich selbst lernen zu können.....
tschö Parme |
hallo, Parme
Ich habe mich nicht präzise ausgedrückt:
Ich wollte sagen, dass ein Mensch, der sich selbst nicht lieben kann, das Lieben durchaus von einem anderen liebenden Menschen erlernen kann.
Und wenn er überhaupt lieben gelernt hat, wird er auch sich selbst lieben können.
Was sollte auch dagegen sprechen?
(jetzt wieder ein Ausflügchen ins Unpräzise

):
Selbstkritik üben heißt ja nicht, sich selbst nicht zu lieben.
An sich geht es doch überhaupt nur darum, unnütze Ängste zu verlieren, um gemäß dem eigenen Willen auch handeln zu können. Gemäß dem gesunden Menschenverstand.
Ja, und ganz überheblich wage ich sogar zu sagen, dass ich mich selbst durchaus liebe, habe sogar die Erfahrung gemacht, dass ich seither (seit mir das klar ist) keinerlei Ängste habe, auf andere Menschen zuzugehen. Es „funktioniert“ einfach. Und geht nicht so viel Energie verloren wie bei permanentem Selbstzweifel. Im Gegenteil, wird Energie geschaffen, die mir als Lebensenergie wieder zur Verfügung steht. Und nebenbei auch meinem Umfeld.
So zu überheblich ?
Ah ja - fühle schon die Leichtigkeit…
Chris
Nur zur Ergänzung, denn das meiste wurde eigentlich schon gesagt:
Erich Fromm: "Die Kunst des Liebens" - da steht alles drin.
Was sehr interessant ist, was Fromm auch schreibt, ist, dass Egoismus und Narzissmus vom psychologischen Standpunkt her das genaue Gegenteil von Selbsliebe, nämlich eine Form des Selbsthasses sind. Dadurch, dass man sich selbst nicht liebt, muss man ständig alles tun, um sich selbst für sich selbst begehrenswerter zu machen, sich selbst künstlich aufbauschen und versuchen, seine eigenen Ziele zu erreichen, was schließlich zu Egoismus und Narzissmus führt. Aktive Selbstzerstörung (z.B. durch Rauchen und exzessiven Alkohol"genuss") ist ebenso eine Form, bzw. eine Auswirkung des Selbsthasses.
Aber ihr wisst ja, Psychologen neigen dazu, gelegentlich auch mal was zu übersehen. IMHO kann jemand, der unter einer Sucht leidet (z.B. Raucher oder Alkoholiker), nur dafür etwas, dass er jemals angefangen hat. Dafür, dass er jetzt weitermacht (und nur dafür) ist er prinzipiell unschuldig, sodenn er denn den ehrlichen Wunsch besitzt, damit wieder aufzuhören.
vasco
@chris
Ist Hass eigentlich als Gegensatz zu Liebe zu begreifen?
vasco
Chris
| Zitat: |
Original von vasco
@chris
Ist Hass eigentlich als Gegensatz zu Liebe zu begreifen?
vasco |
Per Definition würde ich das mal so sehen - ja. Wenn ich jemanden hasse, dann liebe ich die Person nicht. Nicht nur, dass sie mir gleichtgültig ist, ich empfinde sogar negative (zwischenmenschliche) Gefühle ihr gegenüber und will ihr schaden zufügen (ansonsten könnte es ja auch nur ein "nicht mögen" sein). Das sind Dinge, die das Lieben imho ausschließen.
vasco
| Zitat: |
Original von Chris
Per Definition würde ich das mal so sehen - ja. |
Kommt wohl auf die
Definition an.
| Zitat: |
| Wenn ich jemanden hasse, dann liebe ich die Person nicht. |
Sicher. Da gibt es aber ja noch so einige Spielarten die diese formulierte Definivität hintergehen könnten, wie z.B. die Liebe zu etwas anderem woraus dieser Hass erwächst oder sogar die Liebe diesem Hassen gegenüber, Identifikation etc...
| Zitat: |
| Das sind Dinge, die das Lieben imho ausschließen. |
Wer Tauben liebt hasst Falken... (oder so...)
vasco - sinnierend
Chris
Ich beziehe mich auf die Liebe zu
einer Sache/Person. Ich kann Mathe hassen, aber meine Mathelehrerin lieben.
Was die Definition angeht - die weiteste Definition von Liebe, also die, bei der man gerade noch so nicht aus dem Fenster fällt, also die Definition nicht dem Grundgedanken der Semantik dieses Wortes widerspricht, ist wohl, jemandem oder etwas positiv geneigt zu sein. Die weiteste Definition von Hass, bei der man noch nicht aus dem Fenster fällt, ist die, jemandem negativ geneigt zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich jemandem sowohl positiv und im selben Moment negativ geneigt sein kann (bitte keine Debatte über Zeit!).
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